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Montag, 11. August 2014

Tagebuch: Tiernahrung die letzte...


Gestern war ein sehr gemischter Tag. Anfangen hat er damit, dass ich meinen letzten Blogeintrag in Facebook teilte und ein Shitstorm ausgebrochen ist, bei dem mich eine unserer Spenderin im hohen Bogen aus ihrer Freundesliste warf.
Gegen Abend ist dann das Wort Antispeziezismus gefallen, die Frage ob wir ein solcher Hof sind.
Ich dachte darüber nach und das erste das ich sagte war: "Nein sind wir nicht". Weil wir unsere Tiere "Ihnen gerecht" füttern. Später am Abend habe ich noch mal darüber nachgedacht und für mich festgestellt, eigentlich sind wir es doch irgendwie und dann wieder nicht.. hm. Ich habe darüber die halbe Nacht nachgedacht und bin dann irgendwann zu einem Fazit gekommen.

In Tierschutzkreisen wird dieses Wort sehr einseitig genutzt, nämlich so das kein Tier dem anderen Vorgezogen wird und der Mensch bestimmt auch hier was dieses Gleichheitsgebot ausmacht.
Jemand der Tiere schützen will und ihnen Rechte zuweisen möchte, jemand der Vegan lebt hat die Erwartung das Haustiere nicht mit dem Fleisch anderer Tiere ernährt werden.
Nur schätzt er dann Haustiere damit automatisch niedriger ein als zum Beispiel Nutztiere. Sie müssen sich dem Menschen anpassen, dabei spielt es keine Rolle ob sie lieber Fleisch fressen würden.
Gestern wurde mir auch klar, das ich ein Wort finden muss, um unsere Tierernährung erklären zu können und mir kam dann heute Morgen der Betriff: "Ihnen gerecht". Natürlich füttern wir nicht Artgerecht, aber wir füttern so das es ihnen schmeckt und das es ihnen schmeckt sehe ich anhand der leeren Futternäpfe.

Ich bin Müde über die selbstgerechte Vorstellung sich selbst von der Schuld rein zu waschen indem man das Leben der Tiere seinem eigenen Leben anpasst.
Sorry ich spiel da nicht mit.

Wir sind bei allem was tun (und da zähle ich mich dazu) darauf bedacht, das wir ein gutes Gefühl dabei haben. Und gerade das Thema Tierernährung ist so ein Ding, da geht es um Gefühle - Schuldgefühle und weniger um Mitgefühl oder Mitleid. Hier geht es klar um Durchsetzungskraft und Unterjochung. Unser ganzes System ist so aufgebaut. Ich glaube das wir so dermaßen in diesem Wollen-Prinzip drin stecken, das wir uns drumherum ein Gebäude aufgebaut haben um das Ganze gut zu kaschieren, in dem Fall mit dem Wörtchen Anti-Spiziezismus. Darum dreht sich alles. Ein Hof ist automatisch weniger wert der an die Tiere Fleisch verfüttert, als ein solcher der die Tiere vegan ernährt. Und das kann es einfach nicht sein, dagegen wehre ich mich. Es ist totaler Schwachsinn zu denken das sich jeder Veganes Futter leisten kann, wenn man auf Spenden angewiesen ist.

Der Tierrechtler/Tierbefreier Daniel ... drückt es für sich so aus. 
Er schreibt:


"Tierschutz ist ja an sich schon speziesistisch... meist nur auf eine oder wenige Arten bezogen (Katzenschutz, Hamster-Hilfe oder noch spezifischer Podenco-Hilfe usw.) die wenigen übergreifenden Vereine sehen sich meist auch nur in der "Pflicht" sogenannte Haustiere zu "schützen". Im Zentrum steht nicht nur der Mensch, wie Du schreibst (das natürlich auch!), sondern vor allem das Mitleid um entsprechende nichtmenschliche Tiere. Tierschützer_innen wollen meist reformieren - ein "artgerechtes" Leben für ihre "Schützlinge" erreichen.
Was haben uns aber über 100 Jahre Tier"schutz" gebracht? Massentierhaltung und eine Gesetzgebung, in der das Gefangenhalten nichtmenschlicher Tiere und ihr Abtransport zur Schlachtbank gesetzlich zementiert sind. Es geht nicht darum größere Käfige zu bauen, oder den Schweinchen Spielzeug ins Gehege zu geben. Es muss darum gehen, dass kein Lebewesen als Ding oder Ware veräußert werden darf, jede Form von Ausbeutung, Unterdrückung und Diskriminierung ist abzulehnen. Auch Tierrechte gehen nicht weit genug - sie sind zwar weniger speziesistisch, da es normalerweise darum geht diese Rechte wie ein recht auf ein Leben in Freiheit, ohne Qual für alle nichtmenschlichen Tiere zu erreichen, aber nichtmenschliche Tiere müssen nicht getrennt vom Menschen gedacht werden (hier stehen wir Menschen, dort die "Tiere") - jede Art von Ausbeutung/Diskriminierung muss abgeschafft werden (Abolitionismus) - ob nun Rassismus, Speziesismus, Sexismus, Homophobie oder andere Formen."
 "Das ist ein schwieriges Thema. Eine Antwort darauf ist nicht leicht formuliert - hier einfach mal ein paar Gedanken:
Aus Tierrechts-/Tierbefreiungssicht ist das Verfüttern von in Dosen gepressten Tierleichen an andere Tiere abzulehnen. Und es ist auch widernatürlich. Welche Katze würde schon ein Rind töten uns es dann verspeisen können? Oder einen Lachs in unserer Region? Das gleiche absurde Vorgehen ist es Kleinnagern wie beispielsweise Hamstern Babybrei mit "Hühnchen" zu geben, um sie zu päppeln und damit vor dem Tode zu bewahren. Wer sog. Freigängerkatzen beobachtet wird feststellen, dass sie Insekten (Motten, Fliegen, einige Käfer), kleine Vögel und Nager bis hin zu jungen Kaninchen oder Eichhörnchen erjagen. Die genannten größeren Tierarten werden aber meist nicht gefressen, sondern von den Katzen nur getötet.

Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass einige Lebewesen ohne Supplementierung bei einer veganen Kost nicht gesund bleiben werden, wenn sie sich selbst keine Alternative suchen können (bei einer Wohnungs"haltung" beispielsweise).

Das Problem ist also menschengemacht, ebenso wie die Domestikation. Bestimmte Tierarten können ohne menschliche Fürsorge nur begrenzt oder gar nicht auf sich allein gestellt überleben. Daher muss Mensch sie versorgen, wenn sie nicht qualvoll sterben sollen - hier beginnt spätestens das "Mitgefühl".

Nun kann man sich also aussuchen, ob man diesem Mitgefühl nachgeht und Rinder an Katzen verfüttert, Katzen vegan ernährt und sie sich ihre anderen tierlichen Komponenten selbst jagen lässt, oder ob man vegan füttert und künstlich supplementiert, oder ob man in Kauf nimmt, dass die Katzen, um die man sich kümmert krank werden und schließlich, ob man die Katzen auf sich selbst gestellt lässt.

Die "Tiere" auf einem Lebenshof sind unabhängig von der Art und Weise der Fütterung aber nicht mehr oder weniger wert. Das Problem ist, wie gesagt menschgemacht und nur vom Menschen auflösbar.
Eine Lösung dafür habe ich nicht parat.
Zwischen der speziesistischen "Haltung" von "Tieren" und ihrer Unterdrückung auf der einen Seite und der sicherlich utopischen Totalbefreiung auf der anderen Seite, gibt es eine große Grauzone an Handlungsmöglichkeiten.

Wenn es nach mir ginge würde die "Produktion" also Züchtung sämtlicher Haus- und Arbeitstiere sofort eingestellt. Eine künstliche Vermehrung müsste verboten werden. Dann würde man noch 20–30 Jahre lang mit dieser Problematik leben müssen, bis die letzten ihrer Art gestorben sind. Dann wäre das Problem gelöst.
Wer jetzt aufschreit, dass man dann aber doch keine "Haustiere" im Sinne von Katzen, Hunden usw. als "Gefährten" mehr an der Seite des Menschen hätte ist aus meiner Sicht eoistisch, weil er/sie seine eigenen Bedürfnisse höher schätzt als das globale Problem.

Aber das sind alles nur Gedanken und in einem starren Text können diese natürlich auch falsch verstanden werden. Man müsste dazu eigentlich eine ganze Abhandlung schreiben, Alternativen aufdecken und dann umsetzen."

Und genauso sehe ich es auch, nur empfinde ich es als Menschgemachtes Mitleid, denn man geht als Mensch immer davon was man selbst empfindet und im seltenen Fall ist es das was Tieren empfinden würden, werden und Können!!

Mein Fazit:

Anti-Speziezismus im Tierrecht bedeutet für mich das man keinem Tier dem anderen vorzieht. Antispeziezismus wird aber oft so gelebt, das man die einen Tiere schützen will und den Rest (Haustiere) dem Menschen anpasst - somit zieht man das geschützte Tier vor. Und das ist total Irrational und es kann nur funktionieren wenn man das Problem an der Wurzel fasst und diese ganze Massentierhaltung abschafft.
Erst dann können unsere Tiere wirklich frei sein und zwar alle Tiere.
Ansonsten ist Tierschutz und Tierrecht nicht vereinbar mit diesem Begriff.

In dem Sinne:
Also hört endlich auf Tiere zu essen und dann können wir uns auch über Antispeziezismus unterhalten!!

Grüße von der Jo vom Tierhof Amoa

Und wer es noch nicht gemerkt hat... das ganze Thema Tiernahrung nervt mich so was von gewaltig an!! So und jetzt bin ich fertig! :)




Freitag, 20. Juni 2014

Unser Tierhof Blog ist ....

seit mehr als einem Jahr Online und ich habs vergessen :)

Und weil ich jetzt schon die ganze Woche schreibe, hier nun einige "stille" Bild-Impressionen aus unserem Leben (Manchmal sagen eben Bilder mehr als Worte... und zur Abwechslung muss ich mal nichts Kommentieren :)




















In diesem Sinne...
Namasté

Alles liebe von der Jo 









Donnerstag, 19. Juni 2014

Der Opa hat´s gewusst....



Kurze Einfügung zum Bild und dem Nazi-Vergleich (Meine Meinung hierzu):


Ich brauchte einen Moment um für mich die Entscheidung zu finden, das Bild gut finden, so gut, um es dann nicht nur zu posten, sondern auch einen kurzen Artikel darüber zu schreiben. Mir kam der Begriff: Schafe zur Schlachtbank führen... (Was mich persönlich an dem Bild stört ist das Hakenkreuz.. Aber das war das einzige was mich störte,) ansonsten habe ich darüber nachgedacht, dass meine Tochter dauernd solche Fragen stellt und meine Moral und Ethik zum Überdenken bringt und so sehe ich letztendlich das komplette Bild, ein Zeichen dafür das die Welt sich verändert und wir damit leben müssen, wenn unsere Kinder eines Tages fragen: "Warum hast du nichts gemacht?" Die gleiche Frage habe ich einmal meiner Oma gestellt... und ähnlich wie der Großvater im Geschriebenen, hat auch sie geantwortet... und da ging es nicht um den letzten Weltkrieg, sondern um meinen ganz persönlichen.

Ich glaube das man nur dann etwas verändern kann, wenn man sich traut Vergleiche zu ziehen, sich mit dem was einmal war auseinander setzt. Hier ist der Vergleich (aus künstlerischer Sicht) die Unausweichlichkeit der Schafe die gemeinsam durch die Tür laufen. Erst wenn die Türen sich schließen, begreifen sie allmählich was passiert... Es gibt kein Zurück... keine Chance der Veränderung. Keinen anderen Weg...
DAS macht dieses Bild so Wertvoll für mich, unabhängig von dem Hakenkreuz, welches eher (so empfinde ich es) leicht störend auf den Betrachter wirkt und beglemend, in der Frage: was hat beides gemeinsam?

Das Bild und der Text ist Mutig und ich denke der Künstler hat Beachtung verdient (der Schreiber ebenso)...



Ich werde ab sofort immer mal wieder Beiträge von Aktivisten hier posten (natürlich mit deren Erlaubnis).

Menschen die noch weitaus mehr Aktiv sind als ich es je sein werde. Menschen die viel zu sagen haben und noch mehr für unsere Tiere tun, als ich je tun werde. Menschen die erkannt haben, das unsere Welt nur dann einen Bestand hat, wenn sich unsere Sicht auf unsere Mitlebewesen verändert. Es geht letztendlich nicht darum ob Vegan leben einen Sinn für uns Menschen ergibt, oder ob ein Einzelner etwas am Massensterben unserer Mitlebewesen verändern kann. Es geht um die globale Betrachtung von dem was Tiere erleiden müssen und das jeder einzelne Mensch an diesem Leid beteiligt ist. Shady hat es in seiner Colage ausgedrückt und in seinem Artikel noch einmal bewusst gemacht.

Mit Erlaubnis von Shady (Dennis Eichhorn):

70 Jahre später .....
Im modernsten KZ der Welt werden täglich 20.000 Tiere von beweglichen Wänden in kleinen Gruppen Richtung Verarbeitungsstraße getrieben ... alles vollautomatisch. Ein paar Aufseher der SS (Schweine Schlachtfabrik) sind das Letzte, was sie sehen. Dann geht es in einem geschlossenen Fahrstuhl neun Meter unter die Erde, wo sie mit Kohlendioxid betäubt werden. Bewusstlos tauchen sie auf einem Förderband wieder auf, werden am Hinterbein aufgehängt und zur Tötungsstation transportiert. Ein anderes Mitglied der SS sticht den Tieren mit einer Art Hohllanze direkt in die Hauptschlagader, das Blut wird über einen angeschlossenen Schlauch abgepumpt - Fließbandarbeit, alle paar Sekunden ein Schwein, ein Stich, ein Leben.
In Brennöfen werden die Borsten abgeflämmt, Hydraulikscheren trennen die Schweinefüße für den Transport nach China ab, Sägeroboter zerteilen die Schweine vollautomatisch. Weiter hinten stehen kräftige Männer mit derben Schürzen, die am Fließband Eingeweide aus den Körpern schneiden und in riesige Plastikschüsseln werfen.
Von außen bekommt man hiervon nichts mit, nur die großen Schornsteine verraten, dass hier Schweine "verarbeitet" werden.

Was wird in 70 Jahren sein .... werden wir dann wieder sagen, wir hätten von nichts gewusst?



Befremdlich? Irritierend? Solche Vergleiche mögen Schmerzen, aber wenn es zutrifft, wie ich es mir erhoffe, werden Kinder irgendwann diese Fragen stellen und was werdet ihr antworten (in 70 Jahren bin ich nicht mehr)?
Schon jetzt stellt meine Tochter mir Fragen die mir Peinlich sind, Fragen die in die Tiefe gehen. Die meine Unzulänglichkeit, meine Oberflächlichkeit nach oben tragen. Die mir bewusst machen, das ich noch viel zu wenig tue.... mehr tun müsste...

Ich hoffe sehr das sie irgendwann ihren Kindern und Enkeln sagen kann: "Ich habe es gewusst, ich gehöre zu den wenigen und es war mir egal ob man mich auslachte! Ich habe etwas dagegen getan!"

In diesem Sinne...

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend.
Alles liebe von der Jo vom Tierhof Amoa

Mittwoch, 18. Juni 2014

Toleranz



Mein heutiges Thema ist Toleranz.

Eine Meinung hinzunehmen, ist vielleicht im Privatleben noch einfach, aber spätestens dann, wenn die Meinung Ethik oder Moral des Gegenüber angreift, reagieren wir mit Abwehr. In solchen Situationen wird Toleranz erwartet. Aber was bedeutet eigentlich Tolerant sein.
Und wie erreicht man Toleranz?
Und ist es überhaupt notwendig Tolerant zu sein?
Und überhaupt, wo zieht man die Grenzen zwischen Toleranz und Intoleranz?

Laut Wiki bedeutet Toleranz:

"Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht.
Das zugrundeliegende Verb tolerieren wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen tolerare („erdulden“, „ertragen“) entlehnt. Das Adjektiv tolerantin der Bedeutung „duldsam, nachsichtig, großzügig, weitherzig“ ist seit dem 18. Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung, belegt, ebenso die Gegenbildung intolerant, als „unduldsam, keine andere Meinung oder Weltanschauung gelten lassend als die eigene“.
Der Gegenbegriff zu Toleranz ist die Intoleranz, in der Bedeutung „Unduldsamkeit“ im 18. Jahrhundert aus dem französischen intolérance entlehnt. Als Steigerung der Toleranz gilt die Akzeptanz, die verstehende Haltung gegenüber einer anderen Person oder ihrem Verhalten. (...)"

Ich bin oft situationsbedingt intolerant, wenn es um Störfaktoren geht, die mein Leben erschweren. Sei es nun betrunkene Nachbarn die mitten in der Nacht denken sie könnten sich vor meinem Fenster über ihr letztes Fußballspiel auslassen (ich fühle mich kindheitsbedingt von Betrunkenen bedroht... ich arbeite daran, aber momentan ist es noch so). oder auch wenn ich gerne in Ruhe Musik im Radio hören will und überschüttet werde mit den neusten Berichterstattungen der WM und das in jedem Sender. Ich fühle mich gezwungen das Radio auszuschalten, wenn ich dem nicht folgen will, Situationsbedingt, könnte ich beide zum Mond schießen, den Betrunkenen vor meinem Fenster, als auch die Berichterstatter im Radio. Doch hat beides einen Kern auf den ich reagiere - dazu später im Text.

Ich reagiere immer dann intolerant, wenn ich das Gefühl habe, das die Toleranz nur auf einer Seite erwartet wird.
Kurz um:

Ich bin kein toleranter Mensch, wenn es darum geht, das Wörtchen Toleranz mit dem Begriff Duldung gleichzusetzten, wenn andere darunter leiden. Dabei spielt es keine Rolle ob dies nun Menschen oder Tiere sind.


Toleranz ist gerade in aller Munde.
Die Erwartungshaltung ist sehr hoch gesetzt. Oft sprechen intolerante Menschen von Toleranz ihrem intoleranten Verhalten gegenüber, weil sie sich gestört fühlen von intoleranten Menschen..
Hä??

In fast jedem Forum, Blog findet man wenigstens einen Beitrag (ja ich weiß so langsam wirds langweilig... aber ich kann nicht anders, natürlich will ich aufklären und ermuntern, es wenigstens mal zu überdenken....) zum Thema Vegan.

Sehen wir uns mal die Lebensweise Vegan lebenden und die von Fleischessenden Menschen an und bleiben einfach mal bei dem Wörtchen Toleranz und bei meiner unterstrichenen Aussage:


Der Vegan lebende Mensch versucht letztendlich (das stelle ich jetzt einfach mal in den Raum), sein Leben so auszurichten, das sowohl kein Tier unter ihm als Mensch leidet, als auch kein anderer Mensch (es spielt jetzt keine Rolle, das seine Ernährung vielleicht nichts am Sterben der Tiere ändert. Global betrachtet, sieht sich ein vegan lebender Mensch als Teil einer Veränderung.  So etwas nennt man auch: Schmetterlingseffekt.
Kleinste Anfangsbedingungen können im nachfolgenden Verlauf zu einer vollkommen anderen Entwicklung führen.)
Aktiv Vegan lebende Menschen sind (auch das stelle ich jetzt in den Raum) oft Intolerant gegenüber Fleischessenden Menschen. Die Frage ist berechtigt: Warum ist das so, wo sie doch selbst toleranz erwarten...
Und erwarten sie die wirklich?

Sehen wir uns jetzt das Leben eines Omnivolren Menschen an.
Wir wachsen normalerweise alle so auf, das wir zumindest mit tierischen Nahrungsmitteln in Kontakt kommen, in dem Fall ist es Milchnahrung, Fleisch und Fisch.
Während unserer Anfangsjahre erleben wir diese Nahrung als Normalität. Die wenigsten Kinder/Jugendliche machen sich Gedanken woher die Nahrung kommt und wie sie produziert wird.
Uns wird von Eltern und Medien ein vollkommen falsches Bild suggeriert, wundervoll Grüne Wiesen, Kühe die freiwillig ihre Milch geben und Bauern die Schweine streicheln. Kurzum, das Bild des perfekten Kinderbauernhofs. So erleben wir die Landwirtschaft, mit den Blick eines Kindes auf eine Spielzeugwelt, in der es weder Tod noch Leid gibt.

Wenn wir älter werden geschieht folgendes. Die einen werden nie diesen Blick verlieren, die anderen werden von Veganern/Vegetariern  aufgeklärt, ob sie wollen oder nicht. Diese Aufklärung empfinden einige Menschen als Intolerant.
Einige verändern ihre Ernährung, doch (momentan ist das so) der Rest bleibt beim Fleischverzehr und regt sich (wenn er mit ihnen in Kontakt kommt) über intolerante Veganer auf.

Nun zurück zu meiner Frage, ist ein Veganer wirklich intolerant.
Die Frage habe ich mir in meinem Fall gestellt, denn wie ihr jetzt wisst, empfinde ich mich bisweilen nicht als besonders Tolerant.

Bin ich intolerant omnivoren Menschen gegenüber?

Ja das bin eindeutig.

Weil sie mit ihrem Verhalten (und damit meine ich jeden der Fleisch isst, egal wieviel er isst) dulden, das Tiere leiden.
Es geht nicht darum, das sie etwas gutheißen, oder nicht. Es geht auch nicht darum, ob sie an sich Tierschützende Menschen sind und nur ganz wenig Fleisch essen.
Letztendlich dulden sie ein System das Tiere ausbeutet.

Genauso wenig Tolerant bin ich gegenüber einer Fußball begeisterternden Masse, die es hinnimmt, das Menschen den Tod finden (Brasilien 2014, bitte Nachrichten verfolgen.. oder im Internet googlen, es gibt auch hier genug Berichterstattungen. Oder 2018 in Russland oder oder...).

Genauso wenig Tolerant bin ich, dass Kinder mit homosexuellen Elternteilen, weniger Rechte haben, als Kinder mit heterosexuellen Elternteilen.

Absolut intolerant bin ich gegenüber Menschen die ihre unkastrierten Katzen nach draußen lassen und sich dann nicht um deren Nachwuchs kümmern, oder genauso schlimm, die kleinen im Internet ab der dritten Woche verkaufen wollen.

Mir geht es alleine um die Gerechtigkeit.
Toleranz fordert aber oft das Hinnehmen von ungerechten gesellschaftlichen Normen. Und das kann ich nicht.
Dabei spielt der einzelne Mensch keine große Rolle in meiner Betrachtung (ich kann jemanden trotzdem mögen, der Fleisch isst. Aber an meiner Haltung gegenüber dem Fleischgenuß wird sich nichts ändern. Ich kann den Nachbarn sehr schätzen, aber an meiner Haltung, das ich es nicht dulde, das er vor meinem Fenster krakehlt, wird sich nichts ändern). Das bedeutet ich bin global intolerant gegenüber Unrecht und das in jeglicher Hinsicht, wenn es Leid für Tier und Mensch bedeutet. Und oft lass ich meinen Unmut in Form von intoleranten Artikeln im Internet rauß... sei es nun durch Kommentare oder Blogeinträge.

Und deshalb heute mein Fazid:

Ja ich bin ein intoleranter Mensch! Und ich hoffe, dass ich mit meiner Intoleranz etwas mehr Toleranz fördern kann.


Im Übrigen stehe ich mit meiner Meinung gar nicht mal so alleine...
Hier ein Video (leider konnte ich nur den Link einfügen)  vom "Der Artgenosse"
Ich hab jetzt nicht geklaut... aber ich muss schon zugeben, wir gleichen uns ziemlich in unserer Auffassung.


Der Artgenosse zum Thema Intoleranz


Euch alles liebe von der Jo vom Tierhof Amoa

Einfügung für alle die sich beleidigt, gedemütigt, von mir gemobbt und dergleichen fühlen.
Bitte lest hierzu auch meinen zweiten Artikel: Toleranz 2.


Und fals ihr euch persönlich überzeugen wollt, das ich mich selbst nicht als besseren Menschen betrachte, könnt ihr mich gerne kennen lernen live und in Farbe, ich spendiere sogar ein veganes Essen und zum Nachtisch gibts Oreo Kekse (falls meine Tochter welche übrig lässt).
Ich habe diesen Artikel aus einem betimmten Grund geschrieben, es gibt keine 100% toleranten Menschen, weder unter den Christen, noch unter den Buddhisten, jeder fühlt sich von irgendwem gestört.
Wer das Gegenteil behauptet .... nun ja der schwindelt oder ist sich seiner sehr sicher.
Ich habe ein Problem mit der Massentierhaltung und ja, ich möchte am liebsten das jeder Mensch auf diesem Planeten zummindest Vegetarisch ist. Das würde unseren Kühen, Schafen, Hühnern und Schweinen ein bedeutsam schöneres Leben ermöglichen. Ja ich denke dabei hauptsächlich an die Tiere und weniger an die Umwelt. Und noch weniger an uns Menschen. Ich bin so. Aber ich werfe niemanden raus, der Fleisch isst, weder in meiner Gegenwart, noch außerhalb meiner Tür. Ich kann nur sagen, vielleicht solltet ihr meinen Artikel noch mal lesen, bevor ihr mich für etwas verurteilt, mit dem ihr selbst nicht zurecht kommt, mit der Tatsache, das sich Intoleranz eben nicht in schwarz und weiß teilen lässt. Wir haben alle unsere Intoleranten/Toleranten Seiten. Niemand ist Perfekt.

Wenn ihr Perfektion sucht, dann werdet ihr es mit Sicherheit nicht bei mir oder in meinen Artikeln finden, den Anspruch habe ich nämlich nicht...

Zu Artikel: Toleranz 2



Dienstag, 28. Januar 2014

Anti-Speziezismus




Von Mensch zu Mensch - zum Tier

Meine Aktivität auf Facebook, im Blog, der Webseite und auch durch private Kontakte zu anderen Menschen, haben mir viele Felder  - Erlebnis, Erkenntnis, Lern und Gedankenprozesse ermöglicht, ich habe zum Beispiel hier die Möglichkeit ergriffen für die Interessen der Tiere zu werben, in meinem Fall gegen die Ausbeutung sogenannter "Nutztiere" und ins Besondere den Blick lenken auf unseren kleinen Tierhof der zur Zeit 37 Tiere beherbergt.

Ich habe im Gespräch mit anderen Menschen begriffen, das die Lobby von Mensch zu Mensch gesellschaftlich höher bewertet wird, als die Lobby von Mensch zu Tier.
Die Verantwortung menschlicher Existenz liegt (leider) auf einem anderen höheren Level als die Verantwortung tierischer Existenz.
Ich habe auch verstanden, das es teilweise an der christlichen Betrachtung der Herrschaftsbeziehung von Menschen zu Tieren liegt und das Tiere immer noch als notwendige Nahrung des Menschen angesehen werden. Und das möchte ich ändern - kann es aber nur in kleinen Schritten in meinem Leben und in meiner Familie leben. So eine gesellschaftliche Trennung zwischen Mensch und Tier nennt man dann Speziezismus, ich bin ein Gegner davon also ein Befürworter des Antispeziezismus.

Dieser Speziezismus wird uns mit der ersten Milchflasche eingetrichtert.
Das ist nichts das der Mensch mitgebracht hat in dieses Leben, das ist etwas das der Mensch erlernt. Er erlernt, das Tiere eine Sache sind, genau wie Jacken und Hosen und der Nibbes in der Vitrine im Wohnzimmer. Der Mensch lernt, dass Tiere Eigentum des Menschen sind, er lernt, dass Tiere Nahrung des Menschen sind.

Diese Trennung impliziert, dass Tiere anders fühlen müssen als Menschen, denn durch ihren geringen Wert kann man sie nicht mit unseren hohen Wert vergleichen.
Ein Kind das nicht dazu angehalten wird, Tiere zu schätzen, wird nicht erkennen, dass sie geschützt werden müssen. Alles unterliegt einem Lernprozess.

Auch werden Menschen von Klein auf dazu ermutigt tote Tiere zu essen. Die Speisepläne der Kinderernährung sind voll davon. Angefangen mit der Milch von Kühen, den sogenannten "Milchkühen". Statt ehrlicherweise den richtigen Ausdruck: "Mutterkühe" zu verwenden, wird das was sie für ihre Kälber produzieren, dem Menschen vorbehalten. Ein Kind lernt nicht, dass Kühe Kälber gebären müssen und das diese ihnen kurz nach der Geburt weggenommen werden, damit der Mensch seine Milchprodukte im Supermarkt kaufen kann.
Ein Kind erlebt die Welt mit den Blicken die wir Erwachsenen ihnen ermöglichen. Unsere Betrachtung ist somit voller Illusionen und Lügen, damit wachsen wir normalerweise auf.

Wüsste ein Kind, im Alter von etwa 4 Jahren, das Schweine und Kühe wie wir Menschen Schmerzen empfinden, würde sein Blick sich verändern.
Ich erlebe es an meiner Tochter, die die ersten Lebensjahre Vegetarisch aufwuchs und nun Vegan lebt. Sie ist 6 Jahre alt und erlebt die Welt anders als viele ihrer Freundinnen. Letztens kam sie nach Hause und meinte: "Mami es ist doch richtig, das Gummibärchen aus Tier-Gelatine bestehen und es aber auch Gummibärchen gibt die keine Gelatine haben?"
Diese Frage beschäftigte sie so dermaßen, das sie eine Diskussion im Kindergarten anregte und sich lautstark mit ihren Freundinnen stritt. Das Ganze wurde dann von der Kindergärtnerin aufgelöst die den Kindern erklärte das Gelatine ein tierischer Bestandteil ist und meine Tochter war super stolz darauf, das sie den anderen Kindern erklären konnte, das a) wegen Gummibärchen auch Tiere sterben müssen und b) dass das nicht sein muss, da es auch Gummibärchen gibt, bei denen keine Tiere sterben müssen.

Das alles geschieht automatisch, einmal angeklickt ist es ein Selbstläufer. Mein Kind wird nicht von uns mit Veganen Gedankengut vollgestopft, es hat gelernt die Welt zu betrachten und zwar mit eigenen Augen. Ich bin jedesmal überrascht, wenn meine Tochter mir erklärt was Vegan ist und was nicht.
Sie kann selbst entscheiden und die Entscheidung Vegan fällt ihr bei der Fülle der Nahrungsmittel die wir essen, nicht schwer.

Natürlich gibt es Momente da zieht sie ein Überraschungsei einer veganen Schoko vor. Ich hoffe nach wie vor, das irgendjemand auf die Idee kommt Vegane Schoko für Überraschungseier zu nutzen, das währe ein absoluter Kassenschlager, meine Tochter wartet nur darauf und ich auch :)

Das leben eines Kindes wird von uns Erwachsenen geprägt, unsere Welt so wie wir sie wahrnehmen geben wir weiter an unsere Kinder.
Nur ist es oft nicht die reale Sichtweise die wir an sie weiterreichen. Sie wissen nichts von der Zerstörung des Klimas, durch Güllegase und Co (Klimaschädlicher Gase durch Massentierhaltung). Sie wissen noch nicht mal das Kühe Kälber bekommen MÜSSEN, damit sie ihre Milch trinken, die sie oft nicht vertragen.
Wir leben in einer scheinbar funktionierenden Welt, die jederzeit ihren Geist aufgeben könnte - weil wir Menschen Speziezismus betreiben - nämlich zwischen uns und unseren Mitlebewesen.

Kinder erfahren auch nicht, das Bienenvölker für unser Überleben wichtig sind. Genauso wenig erfahren sie, das die Kinderwurst aus kleinen Schweinen besteht die unter Qualen gehalten und dann getötet werden.
Kinder erleben die Tierwelt sehr verzerrt, durch Zoos, Zirkuse und Bilderbücher bekommen sie eine heile funktionierende von Menschen geprägte Tierwelt präsentiert, die mit der Realität absolut nichts zu tun hat.

Und genau wegen dieser Verzerrung verändert sich unser menschliches Bewusstsein nur sehr langsam.
Die Welt mit realistischen Augen wahrzunehmen erfordert Mut, den viele Erwachsene nicht haben, sie leben eben Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen (Trickfilm).

Und diese Sicht geben sie weiter an ihre Kinder, und diese an ihre und so weiter und so fort.

Wir waren letztens auf der Veggi Messe in Wiesbaden, dort haben wir unter anderem ein super leckeres Eis gegessen. Da kam uns ein älterer Mann entgegen, er fragte: "Und euch schmeckt das Eis? Aber da ist doch keine Milch drin oder?
Aus was besteht es denn dann?"

Eigentlich war ihm die Antwort nicht wichtig, denn gleich darauf stöhnte er laut auf:

"Und ich habe so einen Hunger auf Schweinshaxe und Currywurst!" Wir mussten grinsen, meine Freundin sagte lächelnd: "Da sind sie jetzt aber sehr falsch hier, das hier ist eine Veggi Messe!"

Ich stellte mir die Frage, warum es ihn ausgerechnet zur Veggi Messe zieht, wenn er Gelüste nach Schweinshaxe verspürt. Was hat ihn bewogen uns anzusprechen?
War es das schlechte Gewissen. war es provokation (es schien nicht so) oder einfach nur die Tatsache das es noch eine andere Welt gibt und das Eintauchen mitunter schmerzhaft sein kann...

Wenn wir Erwachsene anfangen die Welt mit realen Augen zu sehen, geht es uns erst einmal wie diesen alten Herren, wir blicken uns um und bekommen erst einmal Hunger auf das was wir kennen.

Es ergeht uns so wie Neo (Film: Matrix) der sich zwischen zwei verschiedenen Tabletten entscheiden muss, zwischen der Welt die er kennt oder zwischen der Welt die Real ist.
Neo entscheidet sich für die Realität und das tut erst mal weh, denn er begreift, so wie es einst war, wird es nie wieder sein.

Und genauso ist es, wenn man sich gegen den Speziezismus entscheidet, der Mensch fällt von seiner hohen Leiter hinab auf die Erde, wie der Turm von Babel brechen alte Muster zusammen. Alles ergibt einen neuen Sinn.
Wo vorher nur das übergeordnete menschliche ICH war, gibt es ein WIR, wir Lebewesen.
Und auf einmal wird einem bewusst, wie klein unsere menschliche Existenz wirklich ist.

Diese Erde, die Lebewesen darauf - all das ist Teil von uns allen.
Mit Speziezismus erheben wir uns über das hinweg, Mitgefühl anderen Lebewesen gegenüber ist durch die Entfremdung und Unterdrückung anderer Lebewesen nahezu unmöglich.
Teil des Ganzen bedeutet wir haben eine Verantwortung für uns selbst wie für unsere Mitlebewesen, wie für unsere Welt.

Mahadma Gandhi soll einst zu Albert Einstein, auf die Frage, was Namasté zu bedeuten hat, gesagt haben:

"I honor the place in you in which the entire universe dwells.
I honor the place in you which is of love, of truth, of light and of peace.
When you are in that place in you and i am in that place in me,
we are one!"

auf Deutsch:
"Ich ehre den Platz in dir, in dem das gesamte Universum residiert. Ich ehre den Platz des Lichts, der Liebe, der Wahrheit, des Friedens und der Weisheit in dir. Ich ehre den Platz in dir, wo, wenn du dort bist und auch ich dort bin, wir beide nur noch eins sind."

Und das ist in wenigen Worten das Resultat von Anti-Speziezismus und eine schöne Erklärung für:

Namasté

Euch alles liebe von eurer Jo vom Tierhof Amoa