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Donnerstag, 10. Juli 2014

Tagebuch - Gedanken - Nur die eine Seite..



Ich halte mich eigentlich für einen reflektierten Menschen und trotzdem geht es mir oft so, dass ich nur eine Seite der Medaille überblicke und diese vehement verteidige, bis mich ein Gegenargument davon überzeugt das ich falsch liege...
Das ist heute mein Thema, es gibt immer zwei Seiten einer Medaille....

Ich habe mir gerade ein Video über einen Polizei Zugriff angesehen.

Mein Temperament ist wiedermal mit mir durchgegangen (ich muss unbedingt bald gesund werden, dann bin ich wieder ausgeglichener...), weil es einseitig und nur in Ausschnittform dargestellt wurde. Die Polizisten wurden in den Kommentaren beschimpft, teils auch Hasserfüllt.

Ich war früher selbst Punk und dementsprechend gegen alles was Uniform trug, inklusive Staat und Staatsmacht (gegen letzteres bin ich immer noch). Ich gehörte zu den Radikalen die sich in jeder Demo wiederfand und gegen die Polizei vorgegangen ist, mit Wasserbomben und co. Ich sah nur diese eine Seite und es hat lange gebraucht bis ich mir die andere Seite ansah...

Ich möchte heute mal etwas zum Thema Polizei schreiben. Ich widme diesen Text meiner Frau, die viele Jahre auf der Straße gegen Unrecht gekämpft hat. Sie wurde bespuckt, angegriffen, mit Wasserbomben und Farbbomben und noch anderen Dingen beschmissen. Sie hat Leid erleben müssen, und sterbende gesehen, sie war Psychologin, Familienberaterin und Seelsorgerin. Sie hat es ausgehalten, als ich ihr meine Geschichte erzählt habe und wir haben zusammen geweint über meine Kindheit und die vielen Jahre die ich in Gewalt gelebt habe. Sie ist Trösterin und Kämpferin gegen das Unrecht dieser Welt. Sie ist der Beste Mensch den ich je kennen gelernt habe.
Sie hat vielen Menschen und Tieren geholfen, gerettet - uneigennützig, denn das kann kein Staat der Welt bezahlen, was sie getan hat... 
Sie ist eine von vielen Polizisten die sich gegen Unrecht stellen.
Der Polizeiberuf wird bewusst in der Öffentlichkeit zurückhaltend dargestellt, das Volk wird auf Gewalt- Videos und negative Infos beschränkt. So das ein Einheitliches Bild dargestellt wird, welches den Polizisten als Machtinstrument, als roboterähnliches Monster, als Aggressivling zeigt.
Ein Polizist wird nicht als Mensch gesehen, sondern als ausführendes Organ eines Staates, ähnlich wie ein Soldat, dessen Beruf immer an erster Stelle steht.

Dieses Einheitsbild ist daran schuld, dass ich als Kind mehr Angst vor der Polizei als vor den mich missbrauchenden, misshandelnden und brutalen Menschen hatte, die meine Kindheit systematisch zerstört haben.
Wäre dieses Bild nicht, ich hätte womöglich keine 12 Jahre in Angst und Missbrauch verbracht.
In gewisser Hinsicht kann ich die Menschen da draußen verstehen, die Polizei als Negativ betrachten. Ich verstehe ihren Unmut und ihre Ängste. Aber ich wünschte mir, sie würden beide Seiten der Medaille sehen. Sich mehr informieren und auch die guten Dinge betrachten die Tagtäglich von Polizisten vollbracht werden.

Das was ihr auf den Videos seht ist eine Momentaufnahme. Viele Polizisten arbeiten mehr als 12 Stunden täglich um Menschenleben zu retten, sie arbeiten auf der Straße bei Wind und Wetter und sie tun es für uns. Denn das was sie verdienen ist ein Witz zu dem was sie einsetzen.

Ich lese oft: "Diese Beamten müssen ja nichts tun..." und ich muss dann jedesmal an mich halten, damit ich nicht gegen den PC springe. Die meisten Polizisten sind nach ein paar Jahren Berufstätigkeit total ausgelaugt, viele finden sich wieder mit der Diagnose Burn Out, oder verlieren ihren Beruf, weil sie verletzt wurden und daher nicht mehr für den Einsatz tauglich sind.
Viele Beziehungen gehen auseinander, weil der Schichtdienst das komplette Familienleben zerstört.
Von denen die ihr Leben lassen mussten, ganz zu schweigen.

Es wird oft und gerne gesagt: "Sie haben sich das ausgesucht!"
Darüber kann ich nur lächeln, es ist nur logisch, das sie genauso wenig Infos bekommen wie ihr.
Nur ist es eben die andere Seite der Medaille, die schöne Welt eines Polizisten, wird da gelegt durch ein gutes Gehalt, Beamtenstatus, Studium usw.
Wenn dann der Alltag im Beruf los geht, springen viele wieder ab. 
Weil sie es nicht aushalten. Manche bleiben, weil sie hoffen auf der Erfolgsleiter nach oben zu gehen, manche bleiben weil sie sich mit dem Beruf identifizieren, manche bleiben weil.. ... letztendlich ist es egal.
Aber leicht ist dieser Beruf nicht und oft muss man mit unschönen Dingen konfrontiert werden. Durchsuchungen in Messiwohnungen, zwischen Kacke und Unrat... den Weg der Maden verfolgen um die Leichte zu finden oder eine Leiche aus dem Wasser bergen... Das ist Alltag!

Ich wusste immer wenn Britta mit einer Leiche in Kontakt kam. Sie ging an mir wortlos vorbei Richtung Bad. Dort zog sie sich um und legte ihre Kleidung gleich in die Waschmaschine. Erst nachdem sie geduscht war, gab sie mir einen Begrüßungskuss. Sie tat das aus zweierlei Dingen, einmal um mir den Geruch einer Leiche zu ersparen und zweitens um mich nicht zu triggern, denn alles was ich aus ihrem Beruf erfuhr hätte mich triggern können.

Ich bin so unglaublich dankbar für ihre Sensibilität. Ich weiß auch noch, dass ich darauf bestand, das sie ihre Waffe nicht mit nach Hause brachte (Trotz Safe). Ich hatte so große Angst davor, weil ich als Kind Erfahrung mit Schusswaffen machen musste. Ich wollte das Ding nicht sehen, nicht anfassen, nicht damit in Kontakt kommen und mein größtes Gebet zu dieser Zeit war: "Bitte lass sie keinen erschießen!"
Und bitte "Lass niemand sie erschießen!!" Sie hat mir die Angst nie nehmen können. Aber das muss sie auch nicht. Sie sagte immer: "Es ist wichtig Respekt vor der Waffe zu haben!"

Wenn sie einmal später kam, hatte ich die Horrorvorstellung, es könnte ihr etwas passiert sein. Es war keine leichte Zeit und ich weiß, das viele Ehen ihrer Kollegen auseinander gingen, eben weil es so schwer war und ist. Manchmal zuckte ich dann zusammen, wenn es an der Tür klingelte... auch eine Horrorvorstellung war, das Draußen ein Kollege von ihr steht, der mir mitteilt sie sei im Krankenhaus oder schlimmer noch, tot.

Der Polizeiberuf ist einer der schwersten Berufe die ich kenne. Ein kleiner Fehler kann den Tod eines Menschen verursachen, das eigene inklusive.
Die Verantwortung dahinter ist sehr hoch. Es gibt natürlich Polizisten die das als Grund sehen, selbst Gewalt auszuüben, Polizisten die überfordert sind mit ihrer Arbeit und das an ihren Klienten auslassen. Das Adrenalin kann der beste Freund, aber auch der schlimmste Feind eines Polizisten sein.
Das möchte ich nicht beschönigen. Gewalt ist im Polizeialltag an der Tagesordnung und sich gegen Gewalt zu entscheiden bedeutet letztendlich runter von der Straße und rein in die Verwaltung.
Und genau da sitzt heute meine Frau.

Sie wurde oft verletzt während ihres Berufs, manchmal kam sie schlecht gelaunt von der Arbeit nachhause, denn der Druck ist groß. Die Polizeiorganisation ist eine Pyramidenorganisation. Wer auf der Straße arbeitet ist ganz unten. 

Ich bewundere sie sehr für das was sie tat, dafür das sie mir einen anderen Blick ermöglicht hat und dafür das sie für unsere Beziehung gekämpft hat. Dafür das sie meine ganz persönliche Entwicklungshelferin war.
Dafür das sie mich auffängt immer und immer wieder.
Ich habe einen Großteil meiner Angst verloren und durch sie nehme ich am Leben teil, durch sie ist das Trauma meiner Kindheit nur noch peripher spürbar.
Ich fühle mich seit 16 Jahren geschützt. Davor war ich schutzlos und voller Panik. Ich dachte an jeder Ecke könnte ein Mensch aus meiner Kindheit lauern und mich wieder und wieder missbrauchen. Die Angst saß mir all die Jahre vor unserer Begegnung im Nacken. Ganz langsam hat sie sich durch mein inneres Trauma gekämpft, sie ist mit mir Jahrelang durch mein Leid gelaufen, Hand in Hand.
Ich glaube nicht, das ein anderer Mensch diese Kraft gehabt hätte. Sie konnte es weil sie durch ihren Beruf genug Erfahrung aufgebaut hatte, um mich zu verstehen, mich zu halten.

Ich verdanke ihr unglaublich viel und ich danke ihr jeden Tag den sie mit mir verbringt. 
Ich danke ihr, dass sie nach ihrem Berufsalltag noch die Tiere versorgt und das sie seit 16 Jahren jeden Tag mehrmals anruft, einfach nur um zu wissen wie es mir geht.

Das ist mehr als Liebe, in einem Wort aussagen kann.

Durch sie habe ich wieder ins Leben gefunden. Das weiß ich. Und vor fast 7 Jahren hat sie mir das größte Geschenk meines Lebens gemacht, sie hat unsere Tochter geboren. Denn ich selbst kann keine Kinder bekommen. Ich bin durch das Trauma meiner Kindheit unfruchtbar.
All das und noch viel mehr verdanke ich einen Menschen mit diesem Beruf...

Und egal welche Videos im Internet kursieren, ich weiß es besser, denn die beste Frau der Welt, der beste Mensch den ich je kennen gelernt habe, ist Polizistin. 

Ich liebe dich Britta, mehr als ich je sagen könnte.... Du warst mein Stern in einer dunklen Nacht!!! Und auch jetzt da die Nacht ihre Tiefe der Dunkelheit verloren hat, da leuchtest du  immer noch und wirst immer leuchten. 

DANKE und Namasté 
Deine Jo 






Samstag, 10. August 2013

Der Mensch isst... Teil 2




Die Diskussion zum Veggie Day macht mich und Britta nachdenklich, sind wir nun wirklich Omnivoren, oder ist unser Körper eher auf Vegetarische Nahrung konzipiert?

Richtig ist ja für viele Vegetarisch/Vegan lebende Menschen, dass es ihnen gesundheitlich besser geht. Viele fühlen sich energiegeladener, viele gesundheitlichen Beschwerden gehen zurück. Nach einer Heidelberger Studie leben Vegetarier länger als Allesesser, die Argumente sind zahlreich, die Gegenargumente jedoch auch. Wobei hier oft Verbalakrobatik die Hauptrolle spielt, man bekommt um die Ohren geschlagen, was für ein "Gutmensch" man ist, weil man Tieren kein Leid antun möchte - hm, wirkliche gesundheitliche Argumente für eine Fleischnahrung habe ich nur in einem PDF Artikel über Eiweiß gelesen. Tierisches Eiweiß wird schneller und effektiver verwertet als pflanzliches Eiweiß. Ein Baby aus dem armen Mittelalter war kleiner als ein Kind aus heutigen Zeiten. Der Kopfumfang wuchs mit der Fleischnahrung.  Kann das bedeuten das irgendwann in der Zukunft, die Babys die geboren werden, keine durchschnittlichen 54cm groß sind, sondern 64cm? Kann das bedeuten, das unsere Köpfe irgendwann in der Zukunft leicht nach vorne fallen, weil die Wirbelsäule die Schwere nicht auffangen kann? Darüber habe ich natürlich nichts gefunden..

Es kann natürlich auch sein, dass wir nur deshalb Fleischesser geworden sind, um uns mit den großen und mächtigen reißenden Tieren zu messen, den Wölfen, den Luchsen  und den Bären (die auch hier in Deutschland gelebt haben. Den Löwen, Leoparden, usw in anderen Regionen). Ich weiß von Schamanen die die Kraft und Energie dieser Tiere übernehmen wollten, dadurch dass sie ihr rohes Herz verspeisten. Nun wir sind nicht weit davon entfernt. Auch auf den Tellern mancher Fleischesser liegt oft rohes rotes Fleisch, Steak englisch gebraten. Hack und so mancher mag sogar Sushi mit rohem Fisch.

Richtig ist, dass wir alles essen können. Richtig ist jedoch auch, das unser Magen weniger Salzsäure produziert als ein fleischfressendes Tier ( das ja auch in Maßen Gemüse und Obst zu sich nimmt, alleine durch den Mageninhalt des gefressenen pflanzenfressenden Tieres). Richtig ist auch das Hunde ein komplett anderes Gebiss, als wir Menschen, haben. Hunde fressen jedoch auch sehr gerne Gras, Gemüse und sehr wenig Obst - wenn man sie lässt, fressen sie einem sogar die Haare vom Kopf ;)

Richtig ist, dass der menschliche Darm eine enorme Länge vorweist. Ein Hund hat z.B. einen 1m langen Darm.
Bei einem erwachsenen Menschen ist der Darm 8 m lang.

Ich las das der Hundedarm halb so lang ist, wie der Darm eines Pflanzenfressers.

Wenn man diese kleinen Unterschiede sich mal vor Augen führt, ist es nahezu klar, warum unsere Organe bei zu viel Fleischgenuss erkranken.
Mittlerweile weiß man, das von zuviel rotem Fleisch Darmkrebserkrankungen begünstigt werden. Die Epic Studie (EPIC steht für European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) hat hier interessante Ergebnisse erzielt. Dabei haben die Wissenschaftler festgestellt: Pro 100 g  rotem Fleisch, welches zusätzlich zu der von Ernährungsexperten empfohlenem Höchstmenge verzehrt werden, steigt das Darmkrebsrisiko um 49 Prozent. Bei einer Erhöhung des Wurstverzehrs um 100 g am Tag, wächst das Risiko sogar um 70 Prozent.

Die empfohlene !Höchstmenge! besagt 600 g (empfohlene Menge zwischen 300 und 600 g Fleisch, wozu die Wurst dazu gehört) Fleisch pro WOCHE. Wenn man sich  meinem Blogeintrag von Gestern mal anschaut wie viel Fleisch der Normal-Verbraucher pro Tag zu sich nimmt, dann begreift man, warum Erkrankungen wie Krebs, Diabetes, Bluthochdruck usw. schon fast zur Normalität in den Arztpraxen ausartet.

Jedes Pflanzenfressende Tier, frisst auch eine kleine Portion Fleisch. An jeder Pflanze sitzen kleine Lebewesen, wie Käfer, Milben, Spinnen, Grillen, Ameisen usw. die mit verzehrt werden. So gesehen gibt es zwar keine 100% Pflanzenfresser, aber der Kleinteil an Lebewesen schadet nicht weiter.

Der Gedanke, dass der Mensch eigentlich mehr zu den Pflanzenfresssern gehört als zu den Fleischfressern (alleine wenn man die empfohlene Fleisch Ration pro Woche beachtet, ein fleischfressendes Tier benötigt wesentlich mehr Fleisch als ein Mensch), ist daher nicht so weit von der Hand zu weisen. Wir sind nur im Laufe der Evolution auf den Geschmack von Fleisch gekommen. Doch das was Fleisch einst war, ist es schon lange nicht mehr. Unser heutiges Fleisch ist durchsetzt mit resistenten Mikroorganismen, aus dem Grund schlägt Antibiotika nicht mehr an, Humanmediziner können dem nicht entgegen wirken, Krankheiten sind daher schwieriger zu behandeln. Hauptursache ist der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Tiermast. Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor einem Zeitalter, in dem Antibiotika gegen Bakterien nichts mehr ausrichten können.

Und das nur weil Fleisch in Massen produziert und verzehrt wird.

"Fleisch ein Stück Lebenskraft"?

Die unten aufgeführten Artikel beweisen:
Mit Sicherheit nicht!!!

In diesem Sinne

Namasté

Eure Jo




Hier die Artikel die ich zum Thema gefunden habe:

http://www.euroveg.eu/evu/german/news/news962/omnivore.html

http://www.neurodermitis-behandlung.com/Home/Startseite/Ist-der-Mensch-ein-Fleischfresser--Pflanzenfresser-oder-Allesfresser-/42d15/

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-8904526.html

http://www.3sat.de/page/?source=/nano/bstuecke/15258/index.html

http://www.zeit.de/2010/33/Vegetarismus-Essay

http://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Macht-zu-viel-Fleisch-krank-106283.html

http://gesundheit.euoh.org/fileadmin/templates/uploads/pdf/Krebs_Diabetes_und_ernaehrung_Ergebnisse_EPIC-Studie_Teil_2.pdf

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/06/25/antibiotika-im-grill-fleisch-unsichtbare-gefahr-fuer-die-gesundheit/

Freitag, 9. August 2013

Der Mensch isst...



In der letzten Zeit stelle ich sehr oft fest, dass sich die aggressiven Diskussionen zum Thema: Vegane Ernährung und Veganes Leben häufen.
So standen die Kommentare Kopf bei einem Artikel in der Zeit online  über eine Familie die sich Vegan ernährt.

"...Was ist das denn für eine verlogene Philosophie! Diese Familien sieht man oft in Berlin. Krasse Namen, Babybreikochkurs, Vegan, grün Wähler und DICKER GELÄNDEWAGEN ..."

"vom Guru überzeugt werden, das zeigt den religiösen Charakter dieser Mangelernährung, namens Vegan"

"Die armen Kinder!"

"In ihrer Welt würden Kühe überhaupt nicht am Leben sein. Überhaupt keine Nutztiere. Glauben sie im Ernst Vegan ist Moralischer?"

4 Kommentare die EINE Meinung repräsentieren.
Deren Inhalt nur aus Intoleranz, Angst, Misstrauen und Aggression besteht: Verzicht!

Fast jede aufflackernde Veränderung wird erst einmal mit vehementer Ablehnung beantwortet. So war es schon immer in unserer Welt. Menschen gehen auf die Straße, weil sie keine Gleichberechtigung wollen, Kirchengemeinden versammeln sich um gegen die sogenannte "Homoehe"* zu protestieren. Fleischesser kommentieren unter Artikeln: "Die armen Kinder, die schrecklichen Veganer!"
Sie ignorieren das Tierleid, konzentrieren sich vielmehr auf diejenigen die sich für ein anderes Leben entscheiden. Sie gehen so weit um zu brüllen: "Wir zeigen euch an, wir gehen zum Jugendamt!"
Wenn Kinder im Spiel sind.

Sehen wir uns doch mal ein anderes Leben an, das Leben eines Fleischessenden Kindes:

Wenn Mama nicht mehr stillen kann/will/darf, bekommt es Folgemilch. Die Milch wird industriell hergestellt, man sieht führende Hersteller von Hipp und Nestlé an vorderer Front.
In vielen Foren zum Thema: Babyernährung findet man solche Eintragungen:

"Meinem kleinen reicht die Folgemilch nicht, er nimmt zu, hat aber trotzdem Hunger!"

".. es hat Bauchweh und Blähungen, ich musste sogar ins Krankenhaus fahren!"
usw.

Gebt doch mal bitte in Google ein: "Nebenwirkungen der Folgemilch", dann gebt ein: "Milchunverträglichkeit".

Ihr werdet schnell feststellen, das viele Babys entweder mehr Milch brauchen als auf der Packung beschrieben, und/oder schneller zunehmen, Probleme wie Bauchweh, Erbrechen, Blähungen haben usw. Die Seiten sind voll davon.

Gehen wir ein Stückchen weiter. Das Baby ist nun Kleinkind, es bekommt seine ersten Gläschen Hipp Nahrung. Fleischessende Eltern sind oft davon überzeugt, das es wichtig ist tierisches Eiweiß zu sich zu nehmen und kaufen dementsprechend Fleischgläschen.
Wenn man auf die Webseite von Hipp geht, bekommt man nur einen winzig kleinen Einblick in die Zubereitung.
Mütter erfahren, dass das Fleisch aus der Bio-Haltung kommt, das das Gläschen Rapsöl enthält, keine Milchprodukte, kein Salz und Glutenfrei ist.

Interessant ist, dass diese Fleischgläschen auch Katzenhaltern empfohlen werden, deren Katze eine Niereninsuffizienz haben und dementsprechend eine Phosphatniedrige Ernährung brauchen.

Ich habe noch nicht herausgefunden, wie viel Phosphat in solchen Fleischgläschen enthalten ist, aber ich weiß, dass beim Menschen der Überschuss an Phosphor im Blut fast schon normal ist. Dieser Überschuss stört die Magnesiumverwertung und führt zu Störungen im Calziumhaushalt. Osteoporose . Nierenprobleme, Schilddrüsenerkrankungen, Calziummangel. Das sind die Erkrankungen des 21 Jahrhunderts.
Phosphat ist zum Beispiel in Fleisch, Fisch, Käse, Fertiggerichten, Stabilisatoren und Verdickungsmitteln (E338, E339, E340, E341, E345), Cola, Käse und Wurst enthalten.

Die Nahrung eines Babys enthält also niedrigen Phosphor.

Im Laufe der nächsten Monate verändert sich das jedoch. Spätestens mit eineinhalb Jahren fangen Kleinkinder an, mit am Tisch zu sitzen und das kleingemantsche Essen der Eltern zu essen.

Der durchschnittliche Fleischkonsum pro Kopf und Tag:





Der durchschnittliche Gemüse und Obstkonsum pro Kopf und  Tag:




Anhand dieser Darstellungen kann man erkennen, das bereits Kinder von klein auf (die ähnlich ernährt werden wie Erwachsene) viel zu wenig Obst und Gemüse, dafür viel zu viel Fleisch und Wurst erhalten. 

Für ein Kind ist der Fleischkonsum normal, selten erfahren Kinder woraus ihr Essen besteht und wie ein Tier getötet wird, dessen Fleisch auf dem Teller liegt.
Kinder werden von Anfang an Informationsarm erzogen, statt ihnen Bewusst zu machen, WAS Nahrung bedeutet, wird ihnen eine Heile Welt gezeigt, Zootiere, die friedlich und angeblich glücklich hinter Gittern leben, Zirkustiere die scheinbar ganz von alleine und voller Freude Kunstwerke vollführen.
Kinder werden mit dem Bauernhof konfrontiert, durch bunte Bilderbücher und lachenden Schweinen.

Sie erleben eine Scheinwelt, ein Paradies für Tiere, deren Leben hinter Mauern und Zäunen statt findet. Haustiere mit denen man kuscheln kann und die ins Tierheim (wenn sie Glück haben) gebracht werden, wen ein Kind krank wird. 

Die Kinderwelt eines fleischessenden Kindes ist ein Schlaraffenland, es ist die Welt der Erwachsenen die die Realität für ihre Kinder verleugnen. Dass ein Kind belogen und betrogen wird, das will kaum ein Erwachsener wahr haben. Das Kinder sehr wohl in der Lage sind (ab einem bestimmten Alter) zu begreifen, was sie essen und woraus das Essen besteht, auch das will kein Erwachsener wahrhaben. 

Aus den Kindern die vollgestopft werden mit Fleischnahrung, werden Erwachsene die ihr Konsumverhalten mit den Worten entschuldigen: "Es wahr schon immer so und aus dem Grund ist es normal!"

"Fleisch ist Bestandteil unseres Lebens!"
"Fleisch braucht man, sonst hat man Mangelernährung!"
"Ohne Fleisch wirst du krank!"
"Die armen Kinder die kein Fleisch essen dürfen!"

Von Kind an, bekommen Erwachsene klar gemacht, das die Welt in der sie leben, eine richtig gute Welt ist. Und zu diesem Weltbild gehört natürlich auch die Erziehung und die Ernährung. Ernährung ist Lebenswichtig, ohne Nahrung sterben wir.
Ein Kind lernt somit sehr früh, wie eine Ernährung auszusehen hat und zu einer "guten" Ernährung gehört eben auch Fleisch, Wurst, Milch und Käse. Die wenigsten Kinder wissen wie eine Mango schmeckt oder pflücken selbst angebaute Erdbeeren. Ein deutsches Kind erfährt in welchem Regal Cola zu finden ist und wo es Fleischwürste zu kaufen gibt. Die CMA (Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft) suggeriert in ihrer Werbung: "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft" und mit Dieter Bohlen ist "Bruzzler: "Ober Super Lecker und unbedingt mein Ding" 

Ein Kind bekommt keine Werbung über Massentierhaltung und Eier von Legebatterie - Hühnern zu sehen, es erfährt nur das was es Erfahren darf, eben das "Bruzzler" Ober Super Lecker ist und man Fleisch braucht um zu leben.

Und genau aus dem Grund drehen gerade Reihenweise Politiker und Normalverbraucher auf, weil die Grünen einen fleisch freien Tag in den Kantinen fordern.
EINEN TAG!!!

Die Kommentare sind zahlreich, der Bürger fühlt sich bevormundet, unfrei. Es laufen Beschimpfungen durch das Internet, Diskussionen werden entfacht: "Ihr könnt mich mal, ich lass mir mein Steak nicht nehmen!" schreibt da jemand quer über den PC.


Besonders die FDP (Fdp liberté - Facebook Kampagne) ist gegen den "Veggie-Tag" der Grünen auf Kriegspfad gegangen:



Die Grünen sind gerade in aller Munde. Ihr Wahlprogramm spricht Bände, sie wollen die Massentierhaltung abschaffen, das bedeutet für den deutschen Bürger, mehr Biofleisch, höhere Preise.
Das damit auch Leid verhindert wird, wird ignoriert. Hauptsache die Kasse stimmt und es ist noch genug übrig um sich seine tägliche Ration: "Schnitzel, Steak, Salami, Hack usw" aus einer Massenproduktion zu gönnen.


"Der Mensch ist das was er isst": das berühmte Zitat von Ludwig Feuerbach hat mittlerweile eine traurige Präsens erhalten. Der Mensch isst sich psychisch und physisch krank und ist sich dessen vollkommen bewusst.  Wir ignorieren den Werde - und Sterbeprozess unserer Mitlebewesen, wir ignorieren ihr Leid, auf Kosten unserer ungesunden Ernährung. Mitgefühl wird möglichst klein gehalten, Zivilcourage ist nur ein Wort im Duden

Wir fangen als Baby an und hören kurz vor unserem Tode auf. Wir lernen ein egoistisch, egozentrisches Verhalten, der Mensch steht über allem und vor allem über dem Tier.

Die einzige Möglichkeit etwas zu ändern, ist auf Dauer seine Ernährung zu verändern. 

Die einzige Möglichkeit etwas zu ändern, ist einem Kind kindgerecht und realitätsnah die Tierwelt näher zu bringen, so das es als Erwachsener wirklich entscheiden kann, mit aller Konsequenz, ob es Fleisch isst, oder sich Vegetarisch/Vegan ernährt. Ob es in den Zirkus geht, oder diesen meidet.

Ein Mensch der weiß was er isst und woher das Essen stammt, wird ein besseres Verständnis für unsere Welt aufbringen können und für die Wesen die darauf leben.
Aus dem Grund ernähren wir unsere Tochter Vegetarisch/Vegan. Wir erzählen ihr keine Lügen, von lächelnden Schweinchen und glücklichen lila Kühen.
Sie weiß mit ihren 5 Jahren, das Tiere sterben müssen, damit Menschen Fleisch essen können.
Sie weiß, dass die Kälbchen den Kühen weggenommen werden, damit Menschen Milch, Käse und Eis essen können.

Sie hat jetzt schon die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie Eis isst oder nicht. Wir verbieten es ihr nicht, aber wir machen ihr auch nichts vor.

Wenn sie Erwachsen ist, hat sie die Möglichkeit ihr Leben so zu gestalten wie sie es möchte. Egal ob sie weiterhin Vegetarisch/Vegan lebt, oder Fleisch isst und Milch trinkt. Sie wird sich dessen immer bewusst sein und sie wird auch wissen, welche Konsequenz das für unsere Mitlebewesen hat. 

Amoa bedeutet: Unverblendet, ungeschönt und Realistisch. Genau so leben wir. Genauso erziehen wir. Ein Jugendamt brauchen wir deshalb noch lange nicht ;)

Der Mensch ist was er isst...
In dem Fall bin ich froh, das wir sind, wer wir sind...

In dem Sinne

Namasté

Eure Jo




* Meine Meinung zur Homoehe:
Ich selbst bin Homosexuell, ich liebe meine Frau, wir wollen "richtig" Heiraten, das gehört für uns einfach zur Liebe dazu. Eine sogenannte "Homoehe" gibt es nicht. Ich sage dazu: "Ehe für alle" denn das ist die korrekte Bezeichnung, ich möchte nur das was Heterosexuellen Menschen möglich ist, ich möchte weder eine Sonderstellung, noch eine Sonderbezeichnung.



Quellenverzeichnis:
 http://www.fuereinebesserewelt.info/der-fleischatlas-jetzt-gehts-um-die-wurst/
http://www.agrarheute.com/ami-fleischkonsum070510
http://www.ami-informiert.de/ami-maerkte/ami-fleischwirtschaft/ami-meldungen-fleischwirtschaft.html
http://www.proplanta.de/Fotos/Taeglicher-Obst-und-Gemueseverbrauch-in-Gramm-pro-Kopf-Statistik-dfhv_Bild1276858355.html