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Montag, 19. Januar 2015

Veganer Rückblick







Im Laufe des letzten Jahres hat sich bei mir eine Art Abneigung gegen die "harte" vegane Aufklärung entwickelt. Mit hart meine ich, den Leuten ohne Umschweife zu sagen, was sie tun sollen und sie als "Scheiße Laberer"  betiteln wenn sie es nicht tun.

Ich war in so vielen Gruppen, dass ich es müde bin. Und wenn ich als Veganerin es müde bin, wie wird es erst Leuten gehen, die Omnivor oder Vegetarisch leben.
Mit dieser harten Variante erreichen wir niemanden. Wir machen uns nur unbeliebt und unglaubwürdig. Denn gerade in unseren Reihen existiert so viel Ablehnung und Missgunst. Es wird auf einander eingeprügelt,wen man nicht die gleiche vegane Fahne hießt wie der andere. Meinungsfreiheit ist oft verpönt. Wir sind kein gutes veganes Volk, weil wir andere Sichtweisen ablehnen. Mir ging es oft auch so, dass ich dachte, es muss eine Non Plus Ultra Einstellung bei diesem Thema geben, aber die gibt es nicht. Weil jeder unterschiedlich an das Thema Essen heran geht und wenn man sich überlegt wie heftig viele reagieren, egal ob nun Omnivor, Vegan oder Vegetarisch, dann wird bewusst, das es hier um etwas gravierenderes gehen muss. Eine Art Angst zu wenig zu bekommen. - Zu verhungern.

Wie will man einen Menschen der unter Essenszwängen lebt (nicht leidet) klar machen, das er sein Ernährung verändern muss.
Wie willst du einen Raucher der letztendlich Drogensüchtig ist, bewusst machen, dass er aufhören muss zu rauchen. Beide sind erst mal rein Egoistisch, weil jede Sucht zum Egoismus führt.

Ich glaube mittlerweile das alles zur Sucht führen kann, eine omnivore Ernährung genauso wie eine Vegane Ernährung.

Nicht die Ernährung ist schuld daran, das es unseren Tieren so schlecht geht, sondern unsere Art mit Süchten umzugehen, wir Konsumieren durch Zwang.

Die einzige Möglichkeit das zu durchbrechen ist meiner Meinung die Entstehung und Weiterentwicklung von Mitgefühl. Aber das erreichen wir nicht durch Grausame Bilder, oder harter Aufklärung. Wir müssen einen anderen Ansatz finden um die Menschheit wach zu rütteln. Und der kann nur an der Wurzel entstehen.

Ich bin mir noch nicht sicher, wie man etwas verändern kann. Ich weiß nur das man etwas verändern muss. Meine Tochter ist mein bester Lehrmeister und ich denke die einzige Chance die wir haben, damit unsere Welt irgendwann Gewaltfrei sein wird, sind unsere Kinder. Bei uns ist der Zug abgefahren. Wie immer wird es die nächste Generation sein die unsere Fehler beseitigt.

Daher mein einziger Rat:

Denkt an eure Kinder. Sie müssen mit den Unrat dieser Welt klar kommen. Sie müssen damit zurecht kommen, wenn unsere Tiere vor Schmerz schreien. Ihre Ohren sind noch nicht Taub, ihre Augen noch nicht blind.
Sie erleben die Welt so wie sie ist. Mit Erwachsenen die diese systematisch zerstören.

Sie sind die Leidtragenden einer andauernden Gefühls Dörre.

Wenn ihr wollt, das eure Kinder zu Gefühls Krüppeln heranwachsen, zu Egoisten, die in die Fußstapfen ihrer Eltern treten.
Dann habt ihr es endgültig geschafft, ihr habt den Boden unter euren Fußen zum Einstürzen gebracht.

Ihr habt die Wahl immer!!!
Doch was daraus entsteht, dafür muss die nächste Generation die Köpfe herhalten, egal um welches Sucht es sich handelt. Die Vorbilder seid ihr!!!

In diesem Sinne...

Nachdenkliche Grüße

von der Jo vom Tierhof Amoa


Lese hierzu auch: Abschied aus veganen Gruppen

Sonntag, 3. August 2014

Jeder kann die Welt verändern!






Diese Woche war der reinste Wahnsinn, wir bekamen endlich die ersehnten Spenden, so dass wir wieder unseren Vorat an Katzenfutter auffüllen konnten... Dem Himmel sei dank.
Wir standen nämlich wieder einmal vor dem Fragezeichen hinter dem: "Wie geht es jetzt weiter".
Doch dann schickte uns Animonda ein großes Paket mit Futter, gleich danach einige private (super tolle) Spender, dann bekamen wir noch Geld aufs Spendenkonto überwiesen und wieder geht es Berg auf.
Es ist merkwürdig in meinem Leben, immer dann wenn eine Denkpause eintritt und wir uns anfangen Sorgen zu machen, kommt von irgendwoher ein Lichtschein und erhellt unser Leben mit so einer überdimensionalen Glühbirne, dass es schon Magisch ist.
Vor vier Tagen bekam ich dann ein Angebot gemacht, das mich wirklich aus den Socken hob, die OnlineZeitung Vegan-News fragte mich ob ich einen Artikel über unseren Tierhof schreiben mag. Natürlich mochte ich, nur dachte ich zu diesem Zeitpunkt es bleibt nur bei einem Gastartikel. 
Aber weit gefehlt. Meinen ersten Artikel schrieb ich noch in der gleichen Nacht. Ich schrieb mir einfach ein kleines Stück die Seele aus dem Leib. Ich hatte keine Lust die romantische Schiene aufzufahren, die oft gerne gesehen wird, wenn es um Tiere geht. Die meiste Zeit verbringen wir hier in Arbeit, natürlich kuscheln wir auch, aber wir stehen auch in der Scheiße oder graben löcher um unsere verstorbenen Mitbewohner zu beerdigen. Das Leben auf einem Hof ist ein Kommen und Gehen und mit jeder Träne die fließt, fließt auch ein kleines Stück von einem selbst weg.

Eigentlich beginne ich den Tag mit Hoffnung und ende den Tag mit Hoffnung. Dazwischen sind viele Gedanken und Empfindungen.

Ich schrieb 5 Seiten runter, korrigierte, strich aus, schrieb neues... aber am Ende blieb es bei den 5 Seiten. Dann schickte ich meinen Text ab und hatte Bauchkrummeln. Ja ich weiß ich bin mittlerweile ein alter Hase, ich schreib immerhin schon seit mehr als 30 Jahren - Trotzdem. Ich habe meine eigene Art zu schreiben, ich kann nicht in Distanz gehen und so tun, als wäre der Artikel kein Teil von mir. Das liegt mir nicht. Ich schreibe aus meinem Blickwinkel. Ich wusste zu dem Zeitpunkt wirklich nicht, ob diese Art der Schreibe erwünscht war. 

Am nächsten abend bekam ich dann die Antwort: "Johanna meine Feelings ändern sich von schallend lachend bis tot traurig!"
Ich weiß noch wie ich hier saß und überlegte: Ist das gut oder nicht?

Am morgen darauf dann die Antwort: "Wir sind begeistert!"
Mein erster Artikel wurde heute herausgebracht und ist hier zu finden:
Vegan-News

Ich bin nun Redakteurin einer Zeitung und kann es immer noch nicht fassen.
Ich weiß noch vor vielleicht 25 Jahren wurde ich schon einmal gefragt, ob ich Artikel schreiben mag, damals sagte ich nein. Dann vor einem Jahr fragte man mich erneut, ob ich einen Artikel schreiben mag. Ich schrieb den Artikel aber ich fühlte mich die ganze Zeit, als würde ich über jemand anderen schreiben.

Es war als wäre die Luft raus und ich kam an dieses Thema nie wieder tief heran, obwohl ich auch hier über MICH schrieb, es war das Thema Homosexualität.
Zum Artikel :
Tuckenalarm


Und ich merke auch jetzt, das es zwar zu Britta, mir und Shaya gehörte. Zu unserer Familie. Aber es ist nichts, was mich wirklich beschäftigt, worin mein Herzblut steckt. Lesbisch sein und Regenbogenfamilie ist so Normal für mich geworden. Meine Güte meine Tochter kommt im nächsten Monat in die Schule. Natürlich führe ich noch meine Kämpfe, ich will immer noch ganz legal heiraten und Rechte für mein Kind. Aber das ist nichts, dass ich nah außen trage, dass für mich so eine immense Kraft hat, das es mich zieht - wie ein roter Faden der mich trägt ... schwankend und torkelnd. Mein Homo-Sein ist festverankert und löst sich nicht einfach in Luft auf. Es bleibt beständig und muss nicht geändert werden um die Welt zu erneuern, oder um Leid zu verhindern.
Das "Andere" jedoch, die Hoffnung auf Unversehrtheit aller Lebewesen, das lässt mich wie eine Wilde nach Luft schnappen. Darüber denke ich Tag und Nacht nach.
Das ist das was mich hier am Laufen hält.
Die Homo-Sache gehört für mich dazu, wie Schuhe binden, oder Zähneputzen. Ich weiß nicht ob ihr versteht was ich meine. Es ist genauso wie meine Glatze. Die Leute schauen mich an und ich frage mich: "Huch hab ich noch Kräuter zwischen den Zähnen?" Ich husche auf eine Kaufhaustoilette und begutachte mich im Spiegel und ich sehe so aus wie ich immer aussehe, und trotzdem starren die Nächsten die mir begegnen wieder als wäre irgendwas bei mir nicht Rund. Ich schau dann meine Frau an und frage: "warum gucken die so, ist alles ok bei mir?"

Und nach einem Moment überlegen meint sie lachend: "Deine Glatze!" und ich verdreh grinsend die Augen: "Na klar!"
Homosein ist für mich wie meine Glatze, sie gehört zu mir. Ich vergesse sie nur allzu oft und wundere mich dann, das jemand mich darauf aufmerksam macht, in dem er mich anstarrt. 

Wenn ich über Vegan oder Tierleid schreibe begebe ich mich auf andere Ebenen, es geht vielleicht Oberflächlich um mich und mein Empfinden. Aber in der Tiefe geht es um etwas ganz anderes. Es geht um das Leben der Tiere dort draußen. Das Leben der Tiere auf meinem Hof und das Leben der Tiere die kein Leben mehr haben. Der Begriff: Massentierhaltung stößt mir auf wie bittere Galle. Wie ein Magengeschwür, einem Krebs gleich... ich will das es weg geht, ich das es sich verändert. Ich will das es aufhört.. ICH WILL!!!

Es geht um Tierleid und es geht darum das wir uns alle Schuldig machen, jeder einzelne Mensch auf diesem Planeten. Es ist wie ein Strudel der durch uns hindurch fegt und vor keinem einzigen anhält. Jeder wird berührt. Und doch ignorieren es die meisten!

Es ist so als wäre eben ein Flugzeug abgestürzt und keinen interessiert es.
Es ist als würden sich Risse in der Erde auftun, Autos stürzen hinein und niemand sieht es. 
Es ist als würde man jemanden die Brust bei vollem Bewusstsein öffnen und die Niere entfernen und der Jenige liest dabei Zeitung, oder schaut Fernsehen - als hätte all das nichts mit ihm zu tun.
Das Leben geht einfach weiter, während wir zusehen, das Tiere misshandelt werden. 
Das Tiere bestialisch getötet werden. Das Tiere leiden und schreien und sich wehren und am Ende doch nur die Verlierer sind.

Wir opfern bereitwillig jede freie Minute für menschliche Belange. Wir feiern in unserer Freizeit und freuen uns des Lebens, dabei dreht sich der Spieß auf dem ein Kalb oder Ferkel steckt. 
Wir Menschen sind Barbaren und genau darüber will ich schreiben. 

Auch wenn es sich hier wie eine Anklage anhört, ich schreibe über mich selbst. Über 32 Jahre meines Leben die ich damit verbracht habe, zu sehen wie sich die Erde auftut und Millionen von Tieren verschluckt, und dabei habe ich ruhig und ohne schlechtem Gewissen eine Bifi gegessen. Ich schreibe über 15 Jahre die ich damit verbracht habe, mir über Käse gedanken zu machen und dabei habe ich ignoriert, das es die Kälber sind die wegen meinem Bedarf an Käse ihre Mutter verlieren. Und das es die Kühe sind, die wegen meinem Bedarf an Käse leidend zusammenbrechen und deren Tod bereits vorprogrammiert ist.

Es geht um mich ja, um meine Schuld. Um meine Missachtung. Um meine Ignoranz.
Ich möchte etwas gut machen. Ich möchte die Welt verändern. Weil ich meine Vergangenheit nicht verändern kann. Ich kann nicht zurück gehen, ich kann nur im Jetzt leben.

Ich bin der Meinung das jeder Mensch sein Leben verändern kann, um die Welt zu verändern.
Letztens sagte irgendwer im Zusammenhang mit dem Gaza Konflikt:
"Stell dir vor, es ist Krieg und niemand geht hin!"
Ich sagte daraufhin - völlig aus dem Zusammenhang gerissen.

"Das ist so wie: Stell dir vor Fleisch wird angeboten und niemand kauft es!"

Und auf einmal war die Lösung zum Greifen nah. Wenn wir alle JETZT aufhören Fleisch zu konsumieren, verändert sich der Markt. Es geht immer um Angebot und Nachfrage, kommt keine Nachfrage, verändert sich das Angebot. 
Als erstes wird Fleisch billiger, das ist nur Logisch. Die Preise gehen nach unter. Aber wenn auch das nicht zieht, wird der Markt sich an dem anpassen, was der Konsument konsumiert. Wenn alle Deutschen heute anfangen Vegan zu leben, verändert sich die Welt. Andere Länder werden nachziehen. Der Markt muss dementsprechend reagieren. Es werden  mehr Vegane Lebensmitteln produziert und vorallem wird es günstiger werden - nicht gleich, aber in naher Zukunft. 

Der Verbraucher hat eine unglaubliche Macht und einen großen Einflüss, was die Marktwirtschaft betrifft. 
Die Fleischproduktion wird erst mal versuchen in andere - noch nicht beeinflussbare Länder zu importieren. Aber das geht nur eine gewisse Zeit. Der Verlust ist dennoch enorm. Massentierfabriken machen pleite und müssen andere Wege finden. Fleischereien müssen umdenken lernen. Der Beruf Metzger stirbt langsam aus.

Bis dahin laufen meine Träume wie ein Endlosfließband. Was danach passiert ist für mich erst einmal nebensächlich, so weit denke ich nicht. Ich weiß aber das andere Menschen viel weiter denken, sie denken ins Unermessliche und weil ihnen diese Gedanken Angst machen, bleiben sie lieber auf dem sicheren Hafen. "Weil diese Zukunftsträume angst machen, nehmen wir lieber weiterhin Leid in Kauf!"

Sie  nehmen  es in Kauf das wir eines Tages über Knochen gehen und sie nehmen es in Kauf das die Treibhausgase unser Klima zerstören. 

Wir Menschen zerstören uns selbst und das ist uns lieber, als die Angst vor der Unwissenheit, was passiert wenn kein Fleisch mehr verkauft wird.

Ernährung ist keine Privatsache mehr, wir müssen anfangen über unseren Tellerrand hinweg zu blicken.
Denn Jeder kann die Welt verändern und somit Leid verhindern -
Wenn er nur will....

Ich bin sehr glücklich über das schreiben zu können, was mich wirklich beschäftigt.
Jetzt noch mehr als vorher...


In dem Sinne...

Hei, ich bin Redakteurin! Und meine Tochter findet es: Hammercool!!!

Euch alles Liebe von der Jo vom Tierhof Amoa



Freitag, 18. Juli 2014

Gegen Tierversuche / der Wunsch nach Frieden!

....
und was das Ganze so kompliziert macht...

Während es in den 60gern noch an allen Mauern geschrieben stand, ist das Wörtchen Frieden heute eher mit einem Fragezeichen versehen oder in Anführungszeichen ironisch unterstrichen.
Seit dem ich Vegan lebe, denke ich mehr über Frieden nach als vorher - was eigentlich konstruktiv sein sollte - wenn nur nicht dieser Kampf ums Überleben wäre, der mir Tagtäglich begegnet.
Vor kurzem bin ich aus einer mir eigentlich lieb gewordenen Gruppe ausgetreten, weil die Gegenbewegung, namens "Antivegan" aufrief Veganer zu "Verfolgen".
Als ich das las, dachte ich, ok das war es jetzt, bevor ich hier auch nur ein Tier einer Gefahr aussetze, gehe ich lieber aus der Gruppe raus.
Es ist keine Seltenheit, das Gnadenhoftiere misshandelt oder gar getötet werden. Ein bestes Beispiel ist der Anschlag auf das Stadttaubenprojekt in Frankfurt Anfang des Monats.
Es sind immer die Schwächsten die unter dem Hass leiden müssen.

Frieden ist genau wie Toleranz ein Wort, das wohl sehr freizügig zu interpretieren ist. Ich lese viel in Blogs und Threads, ich lese Kommentare unter Artikel und was mir immer wieder aufs Neue auffällt, ist die Gewalt mit der der Frieden eingefordert wird.

Interessante Äusserungen wie:

"Den müsste man genauso todschlagen!"
"Den soll man aufhängen"
"Das Drecksschwein...."
usw.
Gewalt mit Gewalt verändern oder Auflösen, ist das überhaupt möglich?
Ich sage NEIN und doch verstehe ich in gewisser Hinsicht die Wut der Leute. Ja manchmal könnte auch ich aus der Haut fahren, bei solchen Bildern zum Beispiel:


Lest auch hierzu meinen Blogeintrag: Tierleid auf Rädern


Noch sarkastischer geht es kaum noch. Ja solche Bilder machen wütend, denn ich weiß dass die vollgeladenen Lkw´s oft in der glühenden Sonne oder im Winter bei Minusgraden auf den Parkplätzen stehen und niemand kümmert sich darum, das die Tiere verdursten, erfrieren oder sich vor lauter Panik selbst verletzten und im schlimmsten Fall tot treten. Einmal in diesem Transporter und der Tod ist ihnen vorbestimmt, es gibt kein Zurück.

Wenn ich dieses Bild ansehe, frage ich mich welcher Mensch imstande ist so einen Aufkleber anzubringen und ob der Jenige über ein Gehirn verfügt.
Ich stelle mir dann einen grobknöchrigen Soziophaten vor, der auch keinen Halt macht vor Kindern oder alten Leuten.
Erschreckend ist es dann, wenn ich in Videos die Fahrer dieser Viehtransporte sehe und mir dann klar wird, sie sehen aus, wie der Nachbar von Nebenan.
Die Grobheit und Grausamkeit in ihrem Tun,  ist ihnen oft noch nicht einmal bewusst, sie gehen einfach darüber hinweg. Wenn ein Mensch tagtäglich damit konfrontiert wird, baut er Scheuklappen auf, so kann er seinen Alltag einfach weiter laufen lassen, trotz seines Berufs.
Je stärker diese Scheuklappen sind, desto Gleichgültiger ist ihm das Leid der Tiere.



Ich habe in meinem Leben einige Biologen und Chemiker kennen gelernt, die Tierversuche vollkommen in Ordnung finden und ihr Handeln damit begründeten, dass sie für die Menschheit Tiere Quälen müssen und dass diese Tiere nur deshalb gezüchtet werden. Mit diesen Menschen war jede Diskussion kräftezehrend und letztendlich überflüssig.
Was auch daran lag, das ich irgendwann fluchtartig den Raum verlassen habe und hinter mir noch die Stimmen zu hören waren, die mir nachbrüllten: "Willst du lieber dein Kind sterben lassen..." "Du nimmst selbst Medikamente..." "Tierversuche sind Notwendig..." "Immer diese Gutmenschen ..." - bevor die Tür entgültig ins Schloss fiel.



Mittlerweile weiß man, dass viele Tierversuche nicht auf den Mernschen übertragbar sind.
Es gibt etliche Medikamente die vom Markt genommen wurden, weil man im Nachhinein feststellte, dass sie für den Menschen ungeeignet sind.
Vioxx ist eines der Medikamente, die ich selbst Jahrelang genommen habe, bis es irgendwann vom Markt genommen wurde weil es Herzinfarkte und Schlaganfälle ausgelöst hat. Ich habe dasim Nachhinein von meiner Apothekerin erfahren und hatte lange Zeit noch Angst, das mein Herz auch irgendwann den Löffel abgibt.

Das jedoch allerbeste Beispiel  ist Contergan. Anhand der positiven Studie an Tierversuchen wurde das Medikament 1957 - 1961 freigegeben und noch immer leben ca. 24000 Contergan geschädigte Erwachsene in Deutschland.

Ich war vorhin auf der Datenbank für Tierversuche und war mehr als Entsetzt, es werden immer noch Tierversuche an Mäusen und Ratten gemacht um in einer Langzeitstudie die Krankheitsentwicklung von Tumoren  durch Zigarettenrauch festzustellen. Ja Gehts noch?
Wer finanziert solche Tierversuche?

Millionen Mäuse und Ratten müssen sterben weil Menschen nicht damit leben können, das ihre Sucht ein Gesundheitsrisiko darstellt. Ich finde so etwas verachtenswert. Und mich würde interessieren, wie Studenten diese Versuche kritiklos an Tieren ausüben können, obwohl mittlerweile klar ist, das Zigaretten schädlich sind, daran gibt es nichts zu rütteln.

Die Seite: Datenbank - Tierversuche ergibt erschreckend Auskunft über den Missbrauch und die Misshandlung von Tieren. Zum Beispiel wird folgende Studie beschrieben:

Zitat:
Es wird ein "Rattenmodell" zur arbeitsmedizinischen Beurteilung bestimmter Chemikalien vorgestellt. Die Chemikalien (Isocyanate) werden als Zwischenprodukte bei der Herstellung von Harzen, Lacken, Schaum- und Klebstoffen eingesetzt und Arbeiter können mit diesen in Kontakt kommen. Die Ratten werden zunächst über die Haut sensibilisiert. Dazu wird die Substanz auf die geschorene Haut beider Flanken aufgetragen. Nach einer Woche wird die Substanz erneut appliziert. Danach erfolgt eine Lungenspülung. Dazu wird einer betäubten Ratten Kochsalzlösung in die Lunge gepumpt und wieder abgesaugt, um Entzündungszellen darin zu identifizieren. Dann müssen die Ratten die Substanz im zweiwöchigen Abstand jeweils 30 Minuten einatmen. Dieses wird 4-mal wiederholt. Die Prozedur wird nicht beschrieben. Üblicherweise wird eine Ratte dafür in eine enge Röhre gesteckt, aus denen nur die Nase herausschaut, die mit dem Teststoff begast wird. Die verwendeten Dosierungen werden erheblich höher gewählt als die heute gültigen Arbeitsplatzgrenzwerte. Nach jeder inhalativer Exposition erfolgt eine Lungenfunktionsprüfung, bei der ein Tier 20 Stunden in ein Gerät gesetzt wird, das die Atmung misst. Nähere Angaben werden dazu nicht gemacht. Nach der vierten Exposition wird die Lunge erneut gespült. Das weitere Schicksal der Ratten wird nicht erwähnt.
Titel: Tiermodell zur Bestimmung der Asthma-Auslöseschwelle von Diisocyanaten und seine Relevanz für die Ableitung von Arbeitsplatzgrenzwerten
Bereich: Arbeitsmedizin, Toxikologie
Hintergrund: Vorstellung eines "Tiermodells" für die arbeitsmedizinische Beurteilung bestimmter Chemikalien.
Tiere: Ratten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2013
Autoren: Jürgen Pauluhn
Institute: Experimental Toxicology, Bayer Pharma AG, 42096 Wuppertal
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Zeitschrift: Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Umweltmedizin 2013: 48, 120-129
Dokumenten-Id: 4418


Auf jeder Farb, Harz, Lackdose wird wird darauf hingewiesen, das die Substanzen giftig sind und nicht eingeatmet werden dürfen.
Wenn ich mit meinem Asthma in einem frischgestrichenen Raum mit geschlossenen Fenster stehe, bekomme ich einen Asthmaanfall, dazu brauche ich nicht das Zeug durch ein Röhrchen einzuatmen.
Warum muss man dazu ein Tier quälen? Ich stell mich freiwillig zur Verfügung. Kommt steckt mich in den Raum, holt mich nach 5 Minuten wieder raus und vergesst das Beatmungsgerät bitte nicht.
Was tun die Leute da? Und wer bezahlt diese unnötige Grausamkeit?
Und was bezweckt man damit.
Es ist ja nicht so, das man eine Verbesserung von eben diesen Substanzen herstellen will, man will nur Testen wie Risikoreich der Arbeitsplatz für den dort befindlichen Arbeiter ist.

Je mehr ich mich mit den einzelnen Bereichen der Tierquälerei auseinander setzte, desto mehr komme ich weg von der Blümchenwiese Peace, Love und Vegan.
Es wäre ein Traum mich einfach mal zurück zu lehnen und mich von den sanften Glängen einer Gitarre einlullen zu lassen und dabei links und rechts die Hand eines Hippiezerzausten Gleichgesinnten halte... Peace für die Welt Yeah...

Statt dessen gehe ich ein großes Stück von meinen Bedürfnissen, meinen Wünschen weg und schau mir die Welt an und könnte kotzen.
Was bleibt ist das Wörtchen Vegan, an dem ich halte ich mich fest, wie an ein Seil, das mir in schwindender Höhe einen kleinen Halt verspricht.
Es ist noch das einzige das für mich Logisch ist. Das mir ein Gefühl von: "Ja könnte hinhauen" gibt.
Und ich sehe winzig kleine Veränderungen.
Heute wurde ich angeschrieben, von einer Frau die mit ihrer Familie ein Wochenende lang Vegan leben will.

Ein kleiner Schritt. Ein Wochennede lang konsumiert diese Familie kein Tierleid, das verändert eine Menge wenn man sich die Zahlen betrachtet die ein Mensch hier in Deutschland an Fleisch und Milchprodukten pro Tag zu sich nimmt. Dann ist es enorm wenn eine Familie auch nur einen Tag darauf verzichtet.
Wenn man natürlich das Ganze Global überblickt ist es so unnütz wie ein Staubkorn in Indien.

Dennoch finde ich es klasse... ich möchte das mehr Menschen begreifen, wie einfach es ist, auf Fleisch und Milchprodukte zu verzichten.
Es gibt wundervolle Seiten hierzu, die ich einfach nur empfehlen kann. So hat Peter einen tollen Blog der sich mit diesem Thema intensiv auseinander setzt. Peter von www.dieumsteiger.blogspot.de hat früher gerne Fleisch gegessen. Er hat den Verzehr aus ethischen Gründen aufgegeben und sich überlegt wie man trotzdem Tierleidfreie Produkte herstellen kann, die nach Fleisch schmecken.
Meine Frau Britta liebt den Blog von Peter, dort hat sie im Grunde genommen Vegan kochen gelernt.

Es brauch nicht viel um für sich ein Tierleidfreies Leben aufzubauen. Das was viele am Anfang als Verzicht empfinden, entwickelt sich im Laufe der Zeit als Bereicherung des eigenen Speiseplans.

Aber zurück zum Wunsch nach Frieden!

Vor ein paar Tagen hat meine 6 Jährige Tochter laut und vernehmlich verkündet: "Mami, Mama, ich esse ab sofort keine Milchschokolade mehr und auch kein Eis!"
Wir haben gelächelt und nichts dazu gesagt.
Heute hat sie Milchschokolade geschenkt bekommen, sie zeigte mir die Schoko und fragte: "Mami ist da Milch drin!" Ich sah sie mir an und bestätigte, ja es ist Milch drin. Darauf sagte meine Tochter: "Ich möchte die Schokolade nicht essen, was soll ich jetzt damit machen?"
Wir dachten eine Weile darüber nach. Dann sagte ich: "Dann verschenke sie an die Kinder die noch Schokolade essen." Und genau das will sie heute Abend gleich machen, denn dann wird sie das erste Mal im Kindergarten übernachten. Webwerfen finden wir nicht richtig, aus unterschiedlichen Gründen, einmal weil sie die Schokolade geschenkt bekam und dann weil es Respektlos wäre der Kuh gegenüber.

Wir haben unsere Tochter nicht gedrängt unsere Sichtweise anzunehmen. Es ist ihr alleiniger Verdienst jetzt Vegan leben zu wollen. Sie liebt Schokolade, Eis und Käseprodukte, die sie hin und wieder noch gerne bei der Oma gegessen hat. Ich glaube diese Zeiten sind vorbei. Meine Schwiegereltern müssen sich jetzt wirklich umorientieren, wenn wir zum Frühstück kommen.

Das Leben ist Veränderung, wir vergessen nur leider allzuoft, das gerade die kleinen Veränderungen große Schritte benötigen. Wir leben auch erst seit etwas mehr als einem Jahr Vegan. Somit verhindern wir erst seit einem Jahr Tierleid.
Davor haben wir hin und wieder noch Eier und Milchprodukte und Honig verzehrt.
Ich bin davon überzeugt, das jeder etwas für den Weltfrieden tun kann, wenn man man selbst den inneren Frieden gefunden hat.
Gewaltlosigkeit ist ein großes Ziel.
Ich kämpfe gegen meine Wut und meinen Schmerz und mein Unverständnis - auf meine Weise.
Ich versuche durch diesen Blog ein Stück nach Außen zu tragen, los zu werden... Weg damit... nach dem Schreiben geht es mir besser... es tut weniger weh.
Ich glaube daran... ja ich halte mich daran fest - dass die Tierleidfreie Ernährung das Leid in dieser Welt verändert, vielleicht sogar gänzlich auflöst.

Jeder kann etwas dafür tun, fangt an zu laufen, zu sehen, zu hören. Glaubt nicht alles was geschrieben steht, sondern hinterfragt euch selbst. Lest euch durch, für was die Tiere getötet werden und achtet auf euren Konsum. Tierleidfreie Produkte gibt es zum Beispiel in der DM-Drogerie unter deren Eigennamen.

Ein kleiner Schritt kann die Welt verändern... wer sagte das?
Ahja... ich habe gerade Armstrongs Zitat geändert: "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit"

Lassen wir ein neues Zitat erwachen:

Ein kleiner Schritt der Menschheit  ist ein großer Hoffnungsschimmer für ein (Versuchs, Nutz) Tier!




In dem Sinne
Lasst uns doch für das kommente Wochenende die Welt verändern...
Für alle die es nicht kennen:
Ein veganes Wochenende -  na wie wärs?

Vielleicht wird dann Peace, Love and Vegan
irgendwann Normalität....

Namasté eure Jo vom Tierhof Amoa


Noch eine Anmerkung zum Schluss:
Wer immer noch denkt, das eine (Tierversuche) hat mit dem anderen (Tiertransporte) nichts gemein, hat den Sinn hinter meinem Blogeintrag nicht verstanden... es geht mir hier darum die Verbindung zum Leid zu schaffen. Je mehr wir anfangen Leid als Normalität in unseren Alltag zu integrieren, desto schwieriger ist es für uns Menschen zu sehen wenn Leid entsteht. Und den Schritt zu begehen Leid zu verhindern.
Alles hängt zusammen und ergibt somit ein Gesamtbild.
Würden wir es ablehnen Tiere zu essen, würden wir auch ablehnen Tiere in unsinnigen Tierversuchen zu missbrauchen.
Denn sobald wir begreifen, das Tiere mit uns auf einer Stufe stehen, sind sie uns gleichberechtigt.



Quellenverzeichnis:
Zu "VIOXX" http://de.wikipedia.org/wiki/Rofecoxib
Zu "CONTERGAN" http://de.wikipedia.org/wiki/Contergan-Skandal

Fleisch und Milchkonsum Deutschland:
http://www.bmelv-statistik.de/index.php?id=139&stw=Selbstversorgungsgrad
http://www.tierrechte-bw.de/index.php/ernaehrung-43385/295-die-folgen-des-weltweiten-fleischkonsums

Tierversuche allgemein:
Datenbank Tierversuche: http://www.datenbank-tierversuche.de/
http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/

Tierfreie Ernährung
http://www.vegane-beratung.com/verzicht.html
http://www.dieumsteiger.blogspot.de

Bildquelle: Internet

Freitag, 20. Juni 2014

Fragen, Fragen, Fragen...


Ich habe in diesem Jahr eine Menge zum Nachdenken gehabt.
Durch meine Schreibselei kam es immer mal wieder zu Fragen bezüglich unseres Lebens und insbesondere zu unserer Ernährung.

Diese Fragen habe ich gesammelt und möchte sie heute gerne an einem Stück beantworten.


1) Warum trägst du eine Glatze? Und muss man das als Buddhist? 
Diese Frage bekomme ich bestimmt einmal in der Woche gestellt. Ich trage die Glatze seit dem 16 November 2009. An diesem Morgen habe ich mich Entschieden den buddhistischen Glauben anzunehmen, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Um dies auch für meine Umgebung und somit auch für mich, bewusst zu machen, habe ich meine Haare entfernt. Vielleicht ist das Vergleichbar mit einer Nonnentracht, oder dem Ehering wenn man Heiratet...  Eine Verbindung die immer wieder aufs neue überprüft werden muss. Ich persönlich entscheide mich täglich, ob ich meinen Kopf rassiere. Das tue ich jetzt seit fast 5 Jahren.
Nein nicht jeder Buddhist rassiert sich den Schädel, es gibt kein MUSS im Buddhismus, ich tat es für mich, als Zeichen für meinen ganz persönlichen Weg. An diesem Tag hat sich viel für mich verändert, nicht nur äusserlich. Ich würde sagen, damals fing ich an mich für die Vegane Ernährung zu öffnen, davor war ich bereits viele Jahre Vegetarier...

2) Hat es sofort mit der Umstellung zum Veganen Leben geklappt?
Nein hat es nicht. Unser erster Versuch (ebenfalls 2009) ist daran gescheitert, dass es damals noch zu wenig Vegane Ersatzprodukte gab. Die Veganen Käsesorten schmeckten alle furchtbar fad. Und da wir  Käse und überhaupt Milchprodukte sehr lecker fanden, fiel uns die Umstellung von Vegetarisch zu Vegan sehr schwer. Wir haben es dann auch aufgegeben und auf "später" verschoben. Wir mussten dort hinein wachsen, ein Prozess der 2009 anfing und erst mit den Anfangszeiten des Blogs wirklich gefestigt wurde.

3) Erlaubst du deiner Tochter auch mal ein Stück Wurst?
In unserer Erziehung geht es nicht darum etwas zu verbieten oder zu erlauben. Es gibt ein paar winzig kleine Regeln, eine Regel lautet: "Probiere es aus und entscheide dann!"
Bei Fleisch streikt unsere Tochter, das weiß ich von den Großeltern und von ihrem Papa, der mir immer erzählt, dass auf Besuchen oder im Urlaub von ihr aus, alles streng Vegetarisch sein muss.
Shaya ist Vegetarisch aufgewachsen, das heißt sie hat in ihrem Leben nur einmal (von dem wir wissen) ein Würstchen gegessen und nachdem sie erfahren hat, das es aus Schweinefleisch ist, fand sie es furchtbar. Von sich aus, würde sie nicht zur Wurst greifen. Aber auch das kann sich verändern.
Ob sie unseren Weg weiterhin folgt, weiß ich nicht, das wird sich zeigen. Sie stellt sehr viele Fragen über Tiere und Umwelt und hat für sich diesen Sommer "entschieden" kein Milcheis zu essen, sie bekommt Taschengeld und kann sich selbst ihre Milchschokolade oder ihr Eis kaufen, aber sie weiß auch mittlerweile wie Kühe ihre Milch geben, bzw. das Kälber darunter leiden müssen.

4) Du bist Veganer, fährst du trotzdem Auto und wie ist das mit dem Umweltschutz?
Ja ich fahre Auto, auch aus Gesundheitlichen Gründen. Ohne Auto wären wir hier im Odenwald aufgeschmissen, ich würde wahnsinnig gerne Fahrrad fahren, aber wegen meinem Rheuma schaffe ich das nicht. Und das macht mir ziemlich zu schaffen, denn die Benzinpreise sind hoch und unser Benzin Kontingent fällt nicht sehr groß aus. Es muss zum Kiga reichen, zum Einkaufen, zum Tierarzt und zum Arzt. Da muss man schon gut abschätzen für was das Auto genutzt wird.
Umweltschutz ... das ist etwas, das so nebenbei bei uns passiert, wir haben mehrere Komposter und versuchen so viel wie möglich zu kompostieren. So das unsere grüne Tonne so gut wie immer leer ist. Ein anderes Problem war bis vor kurzem  noch der normale Hausmüll, bei so vielen Katzen fällt extrem viel Streu an. Wir haben jetzt auf ein Ökostreu umgestellt und kommen damit gut zurecht.
Was immer noch super hoch anfällt sind die Katzen und Hundedosen. Wir könnten natürlich barfen, aber .... das ist die nächste Frage.

5) Warum barft ihr nicht?
Ein Grund: Weil sich Fleisch schlecht spenden lässt...
Dieser Grund ist aber nicht entscheidend. Es geht mir persönlich nicht sehr gut damit rohes Fleisch zu verfüttern, wir haben es einmal versucht, das Ergebnis war das Blue Blähungen hatte (Ja kann sein wir haben was falsch gemacht, das will ich gar nicht bestreiten) und mir schlecht wurde.
Ich konnte es nicht mehr verfüttern. Denn frisches Fleisch riecht nun einmal vollkommen anders als Dosenfutter. Es gab in den letzten Jahren immer mal wieder Diskussionen es vielleicht doch wieder zu versuchen. Vielleicht tun wir das auch - irgendwann.

6) Wie könnt ihr das mit eurem Gewissen vereinen, das eure Katzen und Hunde Fleisch fressen? Es gibt doch auch veganes Katzen und Hundefutter.
Wie kann ich es mit meinem Gewissen vereinen, das ich Katzen Vegan ernähre?
Hunde sind Omnivoren und somit bekommen unsere Hunde auch mal Gemüse (Bella und Blue lieben Möhren) aber eben auch Fleisch. Katzen sind Carnivoren, das heißt sie brauchen Fleisch um zu überleben, somit tue ich ihnen keinen Gefallen, wenn ich sie Vegan ernähre.
Ich habe mich mit dem Thema ziemlich gut auseinander gesetzt, wir hatten bestimmt Wochenlange Gespräche und immer wieder haben wir eine Lösung gesucht. Es gibt keine Lösung. Hier geht es einfach darum, das wir wollen, dass es unseren Tieren an nichts mangelt. Und deshalb versuchen wir erst gar nicht Vegan zu ernähren.
Wären unser Tiere freie Wesen, würden sie jagen und töten um an ihr Fleisch zu kommen. Aber sie sind es nicht, sie sind auf uns angewiesen.
Mein / Unser Vegetarismus ist unsere Entscheidung. Von sich aus, würden unsere Hunde und Katzen sich nicht Vegan ernähren, somit steht es in unserer Verantwortung in ihrem Sinne zu handeln.

7) Du bist so offen in deinen Beiträgen, hast du keine Angst, dass man dich verletzt?
Also wenn es darum ginge, dürfte ich gar nicht schreiben. Ich bin sehr verletzlich und sensitiv, aber es spielt für mich eine Rolle, ob man mich persönlich angreift (Jo du bist zum Kotzen!), oder meine Meinung. Letztendlich ist es mir egal wie man über mich im im Net denkt, wenn ich wollte, dass jeder mich liebt, würde ich Blümchen und Teddybär Bilder posten.
Mir geht es bei all dem was ich schreibe um Authentizität, das heißt ich will zu unterschiedlichen Themen ehrlich Stellung beziehen. Dass ich dadurch meine Maske verliere ist so gewollt, das ich dadurch verletzt werden kann - Nehme ich in Kauf.

8) Warum erwähnst du deine Familie so oft, denkst du nicht an dein Kind?
Bei allem was ich schreibe, denke ich an mein Kind. Ich erwähne meine Familie, weil sie zu mir gehört und wir eigentlich nichts alleine entscheiden. Das ich hier schreibe, weiß meine Frau und meine Tochter. Ich lese oft meiner Frau Abends aus meinem Blogeinträgen vor und dann diskutieren wir eine Runde. So erfahre ich wie sie die Themen einschätzt und ob sie anders darüber denkt. Das tun wir schon seit 16 Jahren, denn solange bin ich on Line.
Das ich meine Tochter oft erwähne liegt vorallem daran, das sie für mich das größte Wunder meines Lebens ist und ich sehr gerne über unsere gemeinsamen Erlebnisse erzähle. Oft bringt sie bestimmte Themen erst in mir zum Laufen, so z.B. das Toleranzthema. Ich habe mit Britta darüber allgemein gesprochen und unsere Tochter fragte mich dann offen, ob ich Tolerant bin und was das ist... (in der Reihenfolge). Das brachte mich zum Nachdenken. Auch über Waldsterben oder über Tierschutz macht sie sich ihre eigenen Gedanken die sie mir dann immer mal zwischendurch erzählt. Ich glaube ohne meine Familie würde mir das Schreiben nur halb so viel Spaß machen. Sie sind meine Inspiration!

9) Du schreibst oft, dass Tiere und Menschen für dich keinen Unterschied machen. Heißt das, dass du dein Kind weniger liebst als deine Katzen?
Für mich gibt es kein weniger oder mehr. Ich liebe einfach. Für mich ist es einfacher (nicht leichter) mit dem Tod eines Tieres umzugehen, als mit dem Tod eines Menschen.
Das liegt vorallem daran, das Tiere den Sterbeprozess anders leben/zeigen als Menschen. Katzen ziehen sich total in sich zurück (außer sie haben starke Schmerzen), Menschen gehen oft in die Depression. Das Leid ist anders für mich.
Aus dem Grund müsste man die Frage anders formulieren: Fällt dir der Tod beim Tier leichter als beim Menschen. Diese Frage kann ich eindeutig mit Ja beantworten. Die Verlust eines Menschen ist für mich schmerzhafter.

10) Du beschreibst dich selbst als Buddhistin, aber du benutzt oft Schimpfworte, oder wirkst in deinen Blogeinträgen aggressiv, wiederspricht sich das nicht?
Für mich wiederspricht sich das nicht :)
Ich versuche es mal so zu erklären, im Internet bedienen wir uns einer Bildsprache um Gefühle bewusst zu machen. Wenn mich also etwas ärgert, grummel ich vor mich hin und bediene mich irgendwann Worte, um meinen Frust zu äußern.  Dabei wähle ich selten die gleichen Worte die ich hier im Blog benutze. Meine Sprech - Sprache ist einfacher, als meine Schrift - Sprache.
In einer normalen Unterhaltung benutze ich wenig Fremdworte, in der Schriftsprache kann es vorkommen, das sie gespickt ist mit Fremdwörtern, weil mir ein einfaches Bildhaftes Wort nicht einfällt. Ich bin ein sehr spontaner Mensch und sehr temperamentvoll. Das zeigt sich im Gespräch an meinem Verhalten, ich rede manchmal mit Händen und Füßen und habe eine ausgeprägte Gesichtsmimik. Um eben die Authenzitität hier im Blog aufrecht zu erhalten, bediene ich mich manchmal Schimpfwörter oder versuche sehr genau und präzise zu beschreiben wie ich mich fühle. Das dies vielleicht aggresiv rüber kommt, kann schon sein, ist aber oft nicht beabsichtigt.
Ich glaube je direkter man versucht etwas zu äussern, desto härter klingen die Worte. Oft bekomme ich dann Mails von Leuten die sich angegriffen fühlen und ich stelle jedesmal die obligatorische Frage: "Wieso fühlst du dich angegriffen, wenn ich kein einziges Mal deinen Namen benutzt habe?" oft stellt sich dann heraus, das das Thema das ich beschreibe, genau das Thema ist, mit dem sich mein Gegenüber beschäftigt hat. Ich war ein Spiegel und habe sozusagen das Wespennest für ihn geschüttelt... Nur sind es eben nicht meine Wespen die zustechen, sondern seine eigenen....
Oft versuche ich danach noch ein Fazit in meinem Text einzubauen, um bewusst zu machen, das ich niemanden angreifen will... aber das ist eigentlich vergebliche Liebesmühe.

11) Ich hab gelesen, dass du Lesbisch bist und ihr zu dritt ein Kind bekommen hat, hast du mit dem Vater des Kindes geschlafen? 
Ich liebe diese Frage... Ja ich bin Lesbisch und ja wir erziehen zu dritt unsere Tochter. Sie hat demzufolge zwei Mamas und einen Papa. Aber weder ich noch meine Frau hatten mit dem Vater unseres Kindes sex. Wir sind alle drei Homosexuell, das zum einen und zum zweiten, es gibt die Bechermethode, und zum dritten: meine Frau hat unsere Tochter bekommen, ich selbst kann keine eigenen Kinder bekommen. 

Mehr Fragen habe ich mir jetzt nicht aufgeschrieben.
Ich hoffe eure Antwort war darunter..., sollten euch noch mehr Fragen einfallen, dürft ihr sie mir gerne als Kommentar unter den Text setzen. Ich beantworte sie gerne.

Liebe Grüße und 
Namasté 

Eure Jo vom Tierhof Amoa



Samstag, 14. Juni 2014

Vitamin B12




In meiner Facebook Gruppe Tofu Nutte ( so wurde einer aus der Gruppe bezeichnet und seit dem heißt die Gruppe so :) hatten wir letztens das Thema Vitamin B 12 und Veganismus.

Ich muss dazu sagen, ich habe mir erst Gedanken zu Vitamin B12 gemacht, nachdem unsere Tochter sich auch für Vegane Ernähruung interessierte. Zwei Gruppenmitglieder haben sich ausführlich dafür interessiert und gute Beiträge verfasst.
Ich möchte hier das wichtigste zusammenfassen, weitere Links findet ihr am Ende meines Textes.
Martin (Martin Hanau) schrieb hierzu folgendes:



"...und während ich das hier sammle und schreibe, merke ich, dass das Gefahr läuft ne Facharbeit zu werden, die aber mangels Fachkenntnisse meinerseits keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erhebt.
Zitat [Wikipedia.de, Cobalamine]
[...]
"Der menschliche und tierische Organismus sowie Pflanzen sind nicht in der Lage, Vitamin B12 selbst herzustellen. Vitamin B12 wird in der Natur von Mikroorganismen – insbesondere Bakterien – produziert, die als Symbionten sowohl im Verdauungstrakt von Tieren als auch auf der Oberfläche pflanzlicher Wirte (z.B. Leguminosen) vorkommen."
Also Mikroorganismen produzieren B12, nicht Kühe und Schweine! Außer vielleicht gaaaaanz winzig kleine Kühe und Schweine, sofern man die dann als Mikroorganismen bezeichnen darf, aber es sind wohl tatsächlich Bakterien gemeint.
[weiter, Wikipedia]
"Im menschlichen und tierischen Organismus wird Vitamin B12 vor allem in Leber und Niere akkumuliert, in Pflanzen kann es nur in Spuren vorkommen."
Das entspringt zumindest der wissenschaftlichen Arbeit des Herrn Leitzmann aus Gießen, der wiederum sehr verdächtige Verbindungen zum DGE hat, Mitglied im UGB (SPENDENFINANZIERTER Verband für Unabhängigen Gesundheitsberatung) ist und im Wissenschaftsrat des Eurotoques e.V. (der u.a. zum Ziel hat die kulinarischen Traditionen Europas zu erhalten) sitzt. Ich kann nicht beurteilen, ob das so stimmt, aber weiter unten mehr dazu).
[Wiki, go on]
Allesfresser und Fleischfresser decken ihren B12-Bedarf durch den Konsum von Fleisch, insbesondere Innereien. Für Vegetarier stellen Milchprodukte und Eier trotz ihres vergleichsweise geringen Gehalts an Vitamin B12 bedeutende natürliche Quellen dar. Bei Wiederkäuern wird das Vitamin im Vormagen, bei anderen Pflanzenfressern im Dickdarm gebildet. Da das im Darm produzierte Vitamin B12 bei Geflügel und Schweinen jedoch nur unzureichend resorbiert wird, sind diese Arten auf eine exogene Versorgung über das Futter angewiesen. Ein Mangel bei Wiederkäuern beruht überwiegend auf unzureichender Cobaltzufuhr. In der Tierproduktion wird dem Futter in Spuren Cobalt hinzugefügt, falls die Tiere von cobaltarmen Weideflächen ernährt werden müssen. Hierüber soll Wachstums- und Laktationsstörungen, Blutarmut und Appetitlosigkeit entgegengewirkt werden."
[...]
"FALLS die Tiere von cobaltarmen Weideflächen ernährt werden", ist ne super Formulierung. Dazu kommt noch, dass B12 hauptsächlich in Innereien vorkommt und hitzeempfindlich ist, also am besten gleich roh rein mit der Schweineleber!

Des weiteren haben Nicht-Veganer i.d.R. ohnehin einen höheren B12-Bedarf, da Sie es aufgrund von Fleisch- und Milchkonsum verschleimten Darmwänden weniger gut aufnehmen können und Schwermetalle aus dem Fleisch zusätzliches B12 binden bzw. die Aufnahme behindern.
Grundsätzlich/Ursprünglich ist B12 eigentlich überhaupt kein Problem, denn auf/in intakten Böden kommt es reichlich an und sogar in Pflanzen vor (http://link.springer.com/article/10.1007%2FBF00007957).
Und da liegt der Hase im Pfeffer (!!!), denn "durch Kunstdünger und insbesondere durch den Einsatz von Herbiziden, Pestiziden und Fungiziden, das heißt durch die heute allgemein übliche industrielle Agrarwirtschaft, verarmen die Böden an Mikroorganismen und in der Folge davon leiden sowohl die Pflanzen als auch die Tiere zunehmend an einem Vitamin-B12-Mangel." (http://rohkost.info/2010/06/25/der-b-12-mythos-gehort-auf-den-mulleimer-der-geschichte/)
Es gibt einfach zu wenige intakte Böden, wen wunderts?
Weiteres Problem in diesem konkreten Zusammenhang ist, dass heutzutage vornehmlich vor Eintritt der Reife geerntet wird und die verschiedenen Früchte und Gemüse künstlich nachgereift werden. Die Pflanzen würden das B12 aus dem Boden allerdings erst während des Reifens einlagern, was natürlich beim Nachreifen in Kisten in irgendner Lagerhalle ausfällt.
Und die wenigen Mikroorganismen, die evtl. noch auf eurem Salat, eurem Apfel o.ä. zurückgeblieben sind, werden ABGEWASCHEN, weil ja alles immer schön genormt, geputzt, glänzend und wunderschön sein muss. Dreck oder komische Stellen sind per se "igitt".
Schließlich zur Supplementierung: Das in Apotheken erhältliche B12 ist nur Cyanocobalamin (Zur Herstellung und Wirkungsweise siehe den rohkost.info-Link oben), das vom Körper nicht annähernd so gut verstoffwechselt werden kann, wie die zwei Formen des echten Vitamin B12, und zwar das 5-Deoxyadenosyl-Cobalamin und das Methyl-Cobalamin. Allerdings sind diese beiden biochemisch aktiven Formen von Vitamin B12 lichtempfindlich und werden außerhalb lebender Gewebe durch die sogenannte Photolyse zerstört. Die beiden genannten Formen an natürlichem Vitamin B12 in ihrer biochemisch verwertbaren Form finden sich ausschließlich in Pflanzen und Tieren und können als Coenzym B12 bezeichnet werden.
Das Cyanocobalamin hingegen wird unter Zuhilfenahme biochemischer Prozesse hergestellt und verkauft sich mithilfe von Verunsicherung der veganen/vegetarischen und auch der restlichen Bevölkerung offensichtlich super. Problem hierbei: Im Körper wird der Krempel aufgespalten und es fällt einerseits brauchbares Coenzym B12 an, andererseits allerdings Cyanide wie Blausäure bzw. u.U. sogar Kalium-Cyanid (Zyankali), weshalb auch oft von Übelkeit, Kopfschmerzen etc. nach B12-Einnahme berichtet wird.
Insgesamt ein sehr komplexes Thema, gerade für medizinisch/biologisch nicht geschultes Personal wie mich, aber ich würde mich freuen, wenn ihr ergänzen und korrigieren könntet."
Diana (Diana V SchönSchnell) verfollständigte noch:

"Habe da noch eine Ergänzung: Auch bei uns Menschen kann das Cyanocobalamin (Vit. B12) nur im terminalen Illeum (also dem dritten und letzten Abschnitt des Dünndarmes vor Übergang zum Dickdarm) resorbiert werden. Die Bakterien, die selbst zur Bildung fähig sind,liegen aber nachgelagert im Dickdarm - heißt - das wir das selbstgewonne B12 nicht verwerten können sondern ausscheiden. ( Kühe prod. B12 zB im Pansen - ein Unterschied!)Dazu gibt es viele interessante Studien. 
(http://www.christiankoeder.com/.../sind-darmbakterien...) Sehr interssant auch die Vergleiche der Darmfloren in unterschiedlichen Ländern! Würden wir also,wie manche Primaten unseren eigen Kot essen (oder auch Pferdemist sowie bakterienreichen Waldboden) - hätten wir kein Problem mit dem Vit.B12. Ebenso kann ein Mangel oder eine Störung des Intrinsic-Faktor (IF) für einen Cyanocobalamin-Mangel verantwortlich sein. Dieser wird im Magenfundus von den Belegzellen gebildet, die zB bei best. Auto Immunerkrankungen angegriffen werden. Wenn unklar ist, woher der Mangel rührt kann mit Hilfe des Schilling-Tests (nach Robert F. Schilling, 1953) zwischen Intrinsic-Faktor-Mangel und Resorptionsdefiziten unterschieden werden. Ein weiteres Dilemma ist auch, dass B12 extrem lange in der Leber gespeichert wird - und Symptome erst nach Jahren (!!!) auftreten. Der menschl Körper kann im Idealfll 4 gr Vitamin B12 speichern. Hingegen ist eine Überdosierung nat. praktisch unmöglich - da es wasserlöslich ist. Selbst bei einer zehntausendfachen Überschreitungung der empf. TD kann kein toxischer Effekt nachgewiesen werden. Ich denke,dass man das nicht verharmlosen oder vernachlässigen sollte - es ist meines Erachtens, dass einzige, auf das Veganer achten müssen. Auf der sichersten Seite ist man, wenn man Metyhlcobalamin über die Mundschleimhaut zuführt - sei es durch sublinguale Präparate oder B12 Zahnpasta. (zB: https://vebu.de/.../1274-gut-versorgt-durch-vitamin-b12...) Lg - Diana V SchönSchnell"

Diana hat dann noch eingefügt:

"hier noch eine Tabelle bzgl Cyanid-Gehalt in Cyanocobalamin: http://www.christiankoeder.com/.../nebenwirkungen-von-b12...
(lese mich gerade erst n bisschen rein, komme aber selbst aus dem med.Bereich) - va denk ich, dass zB Martins Aussagen nicht ganz stimmen - Kühe prod.B12 zB im Pansen und können ihn dann auch resobieren /synthetisieren ... soweit ich weiß (mach mich dahingehend weiterhin schlau) Lg Diana"

Natürlich gibt es kein Fazid, ich persönlich habe wenig Ahnung von der "wahren Geschichte" zum Vitamin B12. Ich denke jedoch, das die Panikmache um dieses Vitamin in Verbindung mit Vegetarismus und ins Besondere Veganismus, total unbegründet ist. Ich kenne mittlerweile so viele Menschen die Vegetarier/Veganer sind, viele nehmen gar keine Nahrungsergänzungsmittel zu sich und leben trotzdem noch, die meisten sogar ohne körperliche Einschränkungen. Das was Ernährungswissenschaftler empfehlen ist nicht unbedingt das Non Plus Ultra. Auch die Ernährungspyramide mit ihrem Fleisch, Fisch und Wurstwaren (zwar ziemlich oben an der Spitze, dennoch... ) ist teilweise schon wieder veraltet, während ich das hier schreibe.

Ich denke, wenn ein Vegan lebender Mensch ausreichend Obst und Gemüse ungewaschen aus dem eigenen Garten verzehrt, ist sein Vitamin B12 auch ausreichend vorhanden... das ist meine These, aus dem Grund nehmen wir hin und wieder die Ankermann B12 Tropfen (1 Tropfen am Tag), bauen aber auch ein wenig Gemüse und Obst an.
Vielleicht ist das dem einen oder anderen zu Oberflächlich, mit den Link Seiten unten, zeige ich andere Meinungen auf/Erkenntnisse usw. Ich bin offen und neugierig auf weitere Informationen, überschüttet mich ruhig mit Inhalten, ich sammel sie und füge sie dann hier ein.

Euch ganz liebe Grüße von der Jo vom Tierhof Amoa

Links:

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/vitamin-b12-ia.html

http://www.peta.de/vitaminb12#.U5yHpfl_v3E

http://www.peta.de/vitaminb12#.U5yH3_l_v3E

http://www.vegan.eu/index.php/meldung-komplett/items/vitaminb12_vegan.html

http://veganekinder.de/vitamin-b12

http://vegane-lebensweise.org/gesundheit/vitamin-b12-auf-einen-blick/naturliche-b12-quellen-und-analoga/


Bildquelle:  http://www.veganity.com/de/kapitel02.php

Samstag, 1. März 2014

Noch 64 Tage




Noch 64 Tage dann haben wir das erste vegane Jahr geschafft.
Dabei ist mir folgendes Aufgefallen:

* Als Pflanzenesser musst du dich bei jeder Gelegenheit dafür rechtfertigen, das du keine Milchprodukte und kein Fleisch isst.

* Dir wird vorgeworfen, du bist ein Gutmensch, wenn du dich gegen das Ausbeuten der Tiere einsetzt.

* In Foren und Communitiys zum Thema Vegan gibt es garantiert eine kleine Gruppe die dir versucht klar zu machen, dass du kein "richtiger Veganer bist". Irgendeiner ist immer Veganerer ;) als der Rest. Es wird von dir erwartet das du dich mindestens zu 100% Vegan ernährst, sonst wirst du a) gemieden b) belächelt und c) deine Posts werden regoros negativ kommentiert.

* Wenn du Oreo Kekse isst, bricht ein riesen Tumult in Facebook aus, zum Thema Tierversuche. Das Facebook das bislang überlebt hat, ist ein Wunder, so weit ich es nämlich nachvollziehen konnte, bricht ein solcher Shitstorm mindestens einmal am Tag aus und das seit dem Oreo vegane Kekse produziert.

* In Gesprächen mit Fleischessern wird dir vorgeworfen, das du a) das Ökosystem zerstörrst, weil du die Pflanzen isst, die für die "armen" Nutztiere gedacht sind. b) das du nicht an die verhungernden Kinder in Afrika denkst. c) das du dein Kind falsch ernährst d) das Nutztiere nur deshalb auf der Welt sind, damit Mensch sie essen kann e) das es keine Qualhaltung in Deutschland gibt und das du f) übertreibst mit deiner Ernährung g) das es eine Krankheit gibt die genauso anfängt - wenn du Ettiketten studierst. h) das Gott das Tier für den Menschen erschaffen hat.

* In Gespräch mit der Verwandtschaft, Bekanntschaft kommen garantiert folgende Sätze: "Ich ess auch nur noch wenig Fleisch und wenn überhaupt dann nur noch Bio!" "Bald ernährt ihr euch nur noch von Gras" "Ist aber komisch, du hast gar nicht abgenommen" "Also ich esse heute Abend mein leckeres Steak/Schnitzel/Bratwurst" "Dann bleibt genug für mich übrig" "An deiner Stelle würde ich da noch mal drüber nachdenken, dir fehlen garantiert Vitamine" "Shaya willst du eine leckere Milchschokolade, ich weiß ja du bekommst so was nicht zuhause" "Ach das Biozeug ist doch gelogen" "Ich hab gelesen Vegane Ernährung ist für Kinder nicht geeignet"

* Wenn du Hunde oder Katzen hast: "Ach werden die jetzt auch alle Vegan ernährt?" und wenn du nein sagst: "das ist aber dann kein Vegan mehr /das ist aber inkonsequent, wenn du deine Tiere mit Fleisch ernährst" "Als Veganer sollte man keine eigenen Tiere haben"

* im Restaurant: "Aber sie essen doch noch Fisch?" " Da ist nur ein klein wenig Milch drin" "Vegan was ist das, so was führen wir hier nicht" "Doch das ist Vegan/Vegetarisch (Trotz Speckstückchen!!)"

* In Zeitungen zum Thema Veganem (Er)Leben liest du solche Sachen wie:
"Kinder sollte man nicht vegetarisch und schon gar nicht vegan ernähren weil..." "Studien besagen das alle Veganer/Vegetarier krank sind" "Schauspielerin sagt: Mir schmeckt mein Fleisch" "Veganer sind Dumm!" "Die Gutmenschen sind auf den Weg!


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Wir haben das jetzt fast 1 Jahr überlebt uns Pflanzlich zu ernähren, wir sind weder gestorben, noch sind uns Zähne ausgefallen. Wir haben auch nich viel ab, noch viel zugenommen, wir haben tatsächlich noch Nahrung gefunden, trotz der Unkenrufen, "wir würden jetzt ja gar nichts mehr essen" unglaublich. Auch fühlen wir uns nicht schlecht nur weil wir Oreo Kekse gegessen haben. Unser Kind leidet auch nicht darunter, dass sie keine Fleischwurst essen will. Es ist ein Wunder, aber uns geht es mit der Ernährung erstaunlicherweise sehr gut.

Ich finde wir sind sogar mutig und selbstbewusst, dass wir es bis hierhin ausgehalten haben ohne Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte zu leben.

Den Neulingen wird die Freude an der veganen Ernährung schnell vermiest.

Aber wenn man es durch all die Widrigkeiten hindurch schafft, hat man ein Selbstbewusstsein erlangt, das so schnell nichts mehr umhaut.

Daher geht den Weg weiter und wenn ihr merkt, es belastet euch doch sehr, bei Facebook, Google und Co. in diversen Gruppen gemobbt zu werden, dann hilft nur eines...

Aus der Gruppe austreten (so wie ich es jetzt schon einige Male gemacht habe), Computer aus und das Essen genießen!

Ich kann euch versprechen, ohne diese dauernden Störungen seitens Menschen die alles besser wissen, ist das vegane Leben ein wahres Paradies. :)

Fast ein Jahr Grüße von einer die auf jeden Fall weiter macht...


Eure Jo

Einfügung:
Nein wir haben nicht gesündigt.
Hin und wieder haben wir - weil wir es wollten, trotz das uns alle Konsequenzen für Tiere wie für Menschen bekannt sind, folgende Nahrungsmittel gegessen:

Kuchen bei den Schwiegereltern, Freunden, Bekannten, im Caffee
Latte Macchiato
Milcheis
Bei längeren Besuchen auch mal ein Stück Käse
Butter wenn es keine Margarine gab
Falsch gekaufte Nahrungsmittel, bei denen wir das: Eiweiß, Milchpulver, Gelantine, echtes Canin, Honig nicht lesen konnten, weil die Deklaration so dermaßen klein ausfiel, wir hätten eine Lupe gebraucht.

Eine Sünde ist das nicht (das Wort müsste eigentlich aus dem Duden gestrichen werden), sondern eine Unachtsamkeit, Unkonzentriertheit, Konsumdenken, Heißhungerattacke, Gelüste, einfach nur Hunger, Dummheit, ein quengelndes Kind vor der Supermarktkasse, buddhistische Einstellung....
Es gibt und gab viele Gründe aber eines war mir und meiner Familie immer bewusst...
Für diese Nahrung ist ein Tier gestorben - PUNKT.