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Freitag, 11. Juli 2014

Milch 1 - Laktoseintoleranz - die erfundene Krankheit



von Ula Weinmann

"Als hätten wir nicht schon genug akute, chronische, entzündliche, degenerative, neoplastische, psychosomatische, behandelbare und therapieresistente Erkrankungen, nein da braucht es tatsächlich noch einer erfundenen und nicht wirklich bedrohlichen, aber ausgesprochen lukrative und hervorragend zu vermarktende Krankheit, welche bei genauerem Hinsehen gar keine ist.

Der Auslöser dieser „Krankheit“ ist Milchzucker. So wird in der Tat dieser in der neonatalen Phase, also als neugeborener Säugling benötigt und die in der Natur dafür vorgesehen Nahrung ist ausgesprochen Milchzucker – also lactosereiche Muttermilch. In ihrer unendlichen Weisheit hat die Natur zur Verdauung und der Verträglich von Laktose (mit o) ein Enzym names Lactase (mit a) erschaffen, eine körpereigene Substanz welches den Milchzucker in die beiden Untergruppen Glukose und Galaktose spaltet.
Nach und nach wird jedoch sowohl bei menschlichen als tierischen Säuglingen die Muttermilch durch andere, artgerechte Nahrung, welche der Körper ohne dieses Enzym verdauen und verwerten kann ersetzt. Auch dies hat die Natur so vorgesehen und das Enzym Lactase wird nicht länger benötigt und abgebaut. Durch diesen gewollten Lactasemangel entsteht die nun als Krankheit bezeichnete Lactoseintoleranz.

Dabei dient Milchzucker schon seit langem als probates Mittel zur Darmreinigung. Da stellt sich doch nun glatt die Frage, ist es nun eine Krankheit oder die natürliche Reaktion auf ein Abführmittel?

Bedingt durch jahrhundertelange Viehzucht und den damit verbundenen Milchkonsum, auch in vielerlei damit hergestellten Produkten, passten sich einige Menschen, dieser für Säugetiere so ungewöhnlichen Ernährung an und bildete in vielen Fällen eine Laktoseresistenz oder auch Lactosetoleranz, was jedoch in der natürlichen Ordnung eine Mutation darstellt.

Das durch die mitteleuropäische Kulturgeeichte und mit Milchkonsum sozialisierte Kind und dessen Kindeskinder werden bis heute hartnäckig zum Milch trinken gedrängt, so dass in den meisten Köpfen die Begriffe Gesundheit und Milch untrennbar miteinander verbunden sind. Bezogen auf den Säugling ist diese Verbindung auch richtig - vorausgesetzt es ist die Milch der eigenen Gattung und nicht die eines anderen Säugetieres!

Seine an sich gesunde Milchzuckerintoleranz führt dazu, dass die in rauen Mengen vorkommenden Darmbakterien sich auf den unverdauten Milchzucker stürzen, diesen verstoffwechseln und dabei große Mengen an Gasen produzieren. Diese erzeugen dann schmerzhafte Blähungen. Übrig gebliebener Milchzucker und andere, von den Darmbakterien ausgeschiedene Abbauprodukte binden Wasser im Darm, sodass es zu Durchfällen kommt. Wir erinnern uns: Milchzucker wird in Apotheken als Abführmittel angeboten.

Die nächste Verunsicherung zum Thema Milchkonsum tritt ein, wenn der Milchzuckerintolerant-Gewordene junge Erwachsene, also der Noch-Gesunde versucht, seinen doch so wichtigen Calzium-Haushalt durch frische Milch günstig zu beeinflussen.
Dabei steht mit Gemüse wie Spinat, verschiedene Kohlsorten, Kräuter, Bohnen, Nüsse und nicht zuletzt unser gutes, hartes (kalkreiches) Leitungswasser und natürlich ausgesprochen calciumreiche Mineralwässer eine weitere und teilweise sogar wesentlich höhere Calziumquelle zur Verfügung.

Wo Beschwerden sind, besteht Leidensdruck. Leidensdruck schafft Handlungsbedarf. Bedarf erzeugt Märkte. Verunsicherte, „kranke“ Verbraucher werden weiterhin aus wirtschaftsgesteuerten Medien mit der Information versorgt, Milch sei unverzichtbar. Parallel dazu bieten die Lebensmittelindustrie und einige Pharmaunternehmen Produkte an, die sich gezielt an die scheinbar vom Schicksal gebeutelten Lactoseintoleranten wenden.
So kann man heute gezielt lactosearme Milch und Butter kaufen, Brotaufstriche, und Desserts. Manche Hersteller nutzen die Verunsicherung, um den verkaufsfördernden Aspekt der Lactosefreiheit sogar auf Produkten hervorzuheben, die von Natur aus lactosefrei sind, wie zum Beispiel Margarine. Wie der Vertrieb von Tabletten und Pulvern einzuordnen ist, die der "Erkrankte" wegen seiner Unverträglichkeit anwenden kann, bleibt jedem überlassen.

Wenn man also das Thema der Lactoseintoleranz genauer betrachtet, wird nun klar, wie einfach man durch die hartnäckige Zusammenführung einzelner Fakten Halbwahrheiten und Verunsicherung schafft, die sich sehr gut vermarkten lassen. Gerne fallen in diesem Zusammenhang auch Begriffe wie Lactoseallergie oder Milchallergie. Ersteres gibt es schlicht nicht, zweiteres ist eine immunologische Störung, die mit der Milchzuckerintoleranz nur das Wort Milch gemein hat.

Wer keine Milch(produkte) verträgt, sollte sie einfach weglassen - so einfach ist das!
Schliesslich würde es auch niemand einfallen, der z. B. auf Nüsse oder Erdbeeren allergisch reagiert, diese trotzdem zu konsumieren. Und auch ein durch Gräserpollen Heuschnupfengeplagter würde es im Traum nicht einfallen, sich auf einer blühenden Wiese herumzuwälzen.

Wenn man nun auch noch die empathische Seite betrachtet, wie und in welchem Ausmaß in der heutigen Gesellschaft das „Produkt“ Milch gewonnen wird und das damit verbundene, unsägliche Tierleid, welches diesem unverträglichen und gesundheitsbelastenden Konsum gegenüber steht sowie die Ignoranz von Tatsachen, dann bewahrheiten sich – wieder einmal - die Worte Immanuel Kants: „Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen."


Vielen Dank Ulla Weinmann, die mir diesen Text freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.






Die Milchproduktion ist so wie wir sie heute kennen, erst seit den 60/70ger Jahren stetig gestiegen. Die Gängigste Methode um Milchkühe zu halten, ist heute die Anbindehaltung, bei der die Tiere in engen Boxen oder in Gruppenhaltung angebunden stehen.
Dies gewährleistet das viele Kühe auf wenig Platz gehalten werden können.
Damit die Kuh Milch geben kann, wird sie etwa mit ca. 10/12 Monaten das erste mal besamt (heute zu 90% künstlich). Nach 9 Monaten und ca. 10 Tage kommt das Kalb zur Welt.
Oft wird es gleich der Geburt von der Mutter getrennt. (Auf Gut Buttenland z.B. konnte man mitverfolgen das Dinah ihren Mattis noch mit 27 Monaten gesäugt hat). Die Kälber werden mit Milchersatz gefüttert, damit die Milch ihrer Mütter für den Menschen verkauft werden kann.



Die Weiblichen Kälber (bis zur ersten Kalbung auch Färse genannt) dienen weiter der Milchproduktion und verbleiben auf dem Bäuerlichen Hof. Die männlichen Kälber (Fresser, Fasel oder Stierbulle) werden für die Schlachtung gemästet.
Die Kälber verbleiben die erste Zeit in winzigen Boxen getrennt von einander (Stallboxen oder Iglos), diese Trennung von der Mutter sowie von anderen Artgenossen ist sehr Traumatisch für die Tiere, da Kühe Herdentiere sind.

Die Milchproduktion stellt eine Qual für die Kuh dar, Euterentzündungen, Lähmungen und Fertilitätsprobleme sind an der Tagesordnung, von der psychischen Belastung ganz zu schweigen. Eine Kuh kann in Freiheit älter als 20 Jahre werden. In der Anbindehaltung ist sie meist nach 5 Jahren für die Milchproduktion wertlos und wird geschlachtet.

Wenn es die Möglichkeit einer Gruppenhaltung oder Weidenhaltung gibt, verbleibt das Kalb ( im seltenen Fall ) eine Weile bei der Mutter, um dann ein Säugen (auch bei anderen Kühnen) zu verhindern, verwenden die Bauern einen sogenannten Saugstopp Nasenring. Dieser besteht entweder aus Plastik oder aus Metall.

Da die Nase ein sehr empfindliches Organ bei den Kühen ist, sind Verletzungen hier oft Normalität im Kälber Alltag.


Mit jedem Glas Milch unterstützen wir die Qual der Tiere.
Viele Kühe werden in Europa schlecht gehalten. Viele der Tiere werden in Anbindehaltung gehalten, das bedeutet sie können sich kaum bewegen.
Auch werden die Kälber enthornt, um den Anbindeplatz so klein wie möglich zu halten. Das bedeutet, ihnen werden bereits die ersten Hornansätze mit einem Brenneisen ausgebrannt, das ist die gängigste Methode.
Eine andere ist das Ausätzen, das oft zur Folge hat, das die Ätzflüssigkeit in die Augen der Tiere läuft und somit Sehstörungen, bis zur Blindheit auftreten können. Auch wenn nach deutschen Tierschutzrecht diese Methoden nur von Tierärzten und unter Betäubung anzuwenden sind, wird in vielen Mastbetrieben die Enthornung auch ohne Betäubung vorgenommen.
Nur der Demeterverband verbietet die Enthornung. Bei älteren Kühen werden die Hörner ohne Betäubung abgesägt oder abgeschnitten (siehe hierzu auch das Video).

Viele Menschen glauben, das eine Kuh ohne Hörner geboren wird, weil Kühe mit Hörnern so gut wie gar nicht mehr zu sehen sind. 

Die Enthornung einer Kuh bedeutet einen gravierenden Eingriff. Die Hörner sind anders als unsere Nägel, kein totes Material, sondern gehören zum Organismus, sie sind durchblutet und mit Nerven durchzogen. Sie sind die Verlängerung der Stirnhöhle und wachsen ein Leben lang.
Das Öffnen der Stirnhöhlen stellt ein großes Infektionsrisiko dar. Nach Abklingen der lokalen Betäubung leiden die Kühe unter Schmerzen (Kopfschmerzen, Befindlichkeitsstörungen allgemein). Bei der Amputation werden Nerven zerstört, was zu chronischen Phantomschmerzen führen kann. Die Wunden heilen erst nach Wochen oder Monaten. Die Enthornung beeinträchtigt das körperliche Wohlbefinden und das Verhalten der Kuh langfristig. Denn Hörner sind nicht nur Waffen zur Verteidigung, sondern auf Kommunikationsmittel untereinander.

Um der Kuh diese Tortouren zu ersparen, müssen wir anfangen umzudenken. Jedes Glas Milch ist ein Resultat dieser Tierquälerei. Mit jedem Glas Milch, jedem Milchjoghurt, jedem Stück Käse wird die Massentierhaltung unterstützt und gefördert.

Irgendjemand sagte irgendwann:

"How can People hope for Peace, when the Whole Planet is a giant Slaughterhouse and Prison?


Auf deutsch: 
Wie können die Menschen auf Frieden hoffen, wenn der ganze Planet ein gigantisches Schlachthaus und Gefängnis ist?

Diese Frage sollte sich jeder Stellen...

Auf Milchprodukte zu verzichten ist letztendlich bei unseren Möglichkeiten an Nahrungsmittel kein Verzicht mehr. Es gibt genug Alternativen um sich Tierleidfrei zu ernähren.

In diesem Sinne
Namasté

Eure Jo vom Tierhof Amoa




Quellenverzeichnis:
http://www.peta.de/milchinfo#.U7_0-vl_v3E
http://issuu.com/etnev/docs/etn_ausgabe_1-2014

http://de.wikipedia.org/wiki/Enthornung

http://www.srf.ch/player/tv/von-menschen-und-tieren/video/enthornung-eines-kaelbchens?id=4ed94576-5c17-45be-a3e1-909e647e00a8



Dienstag, 28. Januar 2014

Anti-Speziezismus




Von Mensch zu Mensch - zum Tier

Meine Aktivität auf Facebook, im Blog, der Webseite und auch durch private Kontakte zu anderen Menschen, haben mir viele Felder  - Erlebnis, Erkenntnis, Lern und Gedankenprozesse ermöglicht, ich habe zum Beispiel hier die Möglichkeit ergriffen für die Interessen der Tiere zu werben, in meinem Fall gegen die Ausbeutung sogenannter "Nutztiere" und ins Besondere den Blick lenken auf unseren kleinen Tierhof der zur Zeit 37 Tiere beherbergt.

Ich habe im Gespräch mit anderen Menschen begriffen, das die Lobby von Mensch zu Mensch gesellschaftlich höher bewertet wird, als die Lobby von Mensch zu Tier.
Die Verantwortung menschlicher Existenz liegt (leider) auf einem anderen höheren Level als die Verantwortung tierischer Existenz.
Ich habe auch verstanden, das es teilweise an der christlichen Betrachtung der Herrschaftsbeziehung von Menschen zu Tieren liegt und das Tiere immer noch als notwendige Nahrung des Menschen angesehen werden. Und das möchte ich ändern - kann es aber nur in kleinen Schritten in meinem Leben und in meiner Familie leben. So eine gesellschaftliche Trennung zwischen Mensch und Tier nennt man dann Speziezismus, ich bin ein Gegner davon also ein Befürworter des Antispeziezismus.

Dieser Speziezismus wird uns mit der ersten Milchflasche eingetrichtert.
Das ist nichts das der Mensch mitgebracht hat in dieses Leben, das ist etwas das der Mensch erlernt. Er erlernt, das Tiere eine Sache sind, genau wie Jacken und Hosen und der Nibbes in der Vitrine im Wohnzimmer. Der Mensch lernt, dass Tiere Eigentum des Menschen sind, er lernt, dass Tiere Nahrung des Menschen sind.

Diese Trennung impliziert, dass Tiere anders fühlen müssen als Menschen, denn durch ihren geringen Wert kann man sie nicht mit unseren hohen Wert vergleichen.
Ein Kind das nicht dazu angehalten wird, Tiere zu schätzen, wird nicht erkennen, dass sie geschützt werden müssen. Alles unterliegt einem Lernprozess.

Auch werden Menschen von Klein auf dazu ermutigt tote Tiere zu essen. Die Speisepläne der Kinderernährung sind voll davon. Angefangen mit der Milch von Kühen, den sogenannten "Milchkühen". Statt ehrlicherweise den richtigen Ausdruck: "Mutterkühe" zu verwenden, wird das was sie für ihre Kälber produzieren, dem Menschen vorbehalten. Ein Kind lernt nicht, dass Kühe Kälber gebären müssen und das diese ihnen kurz nach der Geburt weggenommen werden, damit der Mensch seine Milchprodukte im Supermarkt kaufen kann.
Ein Kind erlebt die Welt mit den Blicken die wir Erwachsenen ihnen ermöglichen. Unsere Betrachtung ist somit voller Illusionen und Lügen, damit wachsen wir normalerweise auf.

Wüsste ein Kind, im Alter von etwa 4 Jahren, das Schweine und Kühe wie wir Menschen Schmerzen empfinden, würde sein Blick sich verändern.
Ich erlebe es an meiner Tochter, die die ersten Lebensjahre Vegetarisch aufwuchs und nun Vegan lebt. Sie ist 6 Jahre alt und erlebt die Welt anders als viele ihrer Freundinnen. Letztens kam sie nach Hause und meinte: "Mami es ist doch richtig, das Gummibärchen aus Tier-Gelatine bestehen und es aber auch Gummibärchen gibt die keine Gelatine haben?"
Diese Frage beschäftigte sie so dermaßen, das sie eine Diskussion im Kindergarten anregte und sich lautstark mit ihren Freundinnen stritt. Das Ganze wurde dann von der Kindergärtnerin aufgelöst die den Kindern erklärte das Gelatine ein tierischer Bestandteil ist und meine Tochter war super stolz darauf, das sie den anderen Kindern erklären konnte, das a) wegen Gummibärchen auch Tiere sterben müssen und b) dass das nicht sein muss, da es auch Gummibärchen gibt, bei denen keine Tiere sterben müssen.

Das alles geschieht automatisch, einmal angeklickt ist es ein Selbstläufer. Mein Kind wird nicht von uns mit Veganen Gedankengut vollgestopft, es hat gelernt die Welt zu betrachten und zwar mit eigenen Augen. Ich bin jedesmal überrascht, wenn meine Tochter mir erklärt was Vegan ist und was nicht.
Sie kann selbst entscheiden und die Entscheidung Vegan fällt ihr bei der Fülle der Nahrungsmittel die wir essen, nicht schwer.

Natürlich gibt es Momente da zieht sie ein Überraschungsei einer veganen Schoko vor. Ich hoffe nach wie vor, das irgendjemand auf die Idee kommt Vegane Schoko für Überraschungseier zu nutzen, das währe ein absoluter Kassenschlager, meine Tochter wartet nur darauf und ich auch :)

Das leben eines Kindes wird von uns Erwachsenen geprägt, unsere Welt so wie wir sie wahrnehmen geben wir weiter an unsere Kinder.
Nur ist es oft nicht die reale Sichtweise die wir an sie weiterreichen. Sie wissen nichts von der Zerstörung des Klimas, durch Güllegase und Co (Klimaschädlicher Gase durch Massentierhaltung). Sie wissen noch nicht mal das Kühe Kälber bekommen MÜSSEN, damit sie ihre Milch trinken, die sie oft nicht vertragen.
Wir leben in einer scheinbar funktionierenden Welt, die jederzeit ihren Geist aufgeben könnte - weil wir Menschen Speziezismus betreiben - nämlich zwischen uns und unseren Mitlebewesen.

Kinder erfahren auch nicht, das Bienenvölker für unser Überleben wichtig sind. Genauso wenig erfahren sie, das die Kinderwurst aus kleinen Schweinen besteht die unter Qualen gehalten und dann getötet werden.
Kinder erleben die Tierwelt sehr verzerrt, durch Zoos, Zirkuse und Bilderbücher bekommen sie eine heile funktionierende von Menschen geprägte Tierwelt präsentiert, die mit der Realität absolut nichts zu tun hat.

Und genau wegen dieser Verzerrung verändert sich unser menschliches Bewusstsein nur sehr langsam.
Die Welt mit realistischen Augen wahrzunehmen erfordert Mut, den viele Erwachsene nicht haben, sie leben eben Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen (Trickfilm).

Und diese Sicht geben sie weiter an ihre Kinder, und diese an ihre und so weiter und so fort.

Wir waren letztens auf der Veggi Messe in Wiesbaden, dort haben wir unter anderem ein super leckeres Eis gegessen. Da kam uns ein älterer Mann entgegen, er fragte: "Und euch schmeckt das Eis? Aber da ist doch keine Milch drin oder?
Aus was besteht es denn dann?"

Eigentlich war ihm die Antwort nicht wichtig, denn gleich darauf stöhnte er laut auf:

"Und ich habe so einen Hunger auf Schweinshaxe und Currywurst!" Wir mussten grinsen, meine Freundin sagte lächelnd: "Da sind sie jetzt aber sehr falsch hier, das hier ist eine Veggi Messe!"

Ich stellte mir die Frage, warum es ihn ausgerechnet zur Veggi Messe zieht, wenn er Gelüste nach Schweinshaxe verspürt. Was hat ihn bewogen uns anzusprechen?
War es das schlechte Gewissen. war es provokation (es schien nicht so) oder einfach nur die Tatsache das es noch eine andere Welt gibt und das Eintauchen mitunter schmerzhaft sein kann...

Wenn wir Erwachsene anfangen die Welt mit realen Augen zu sehen, geht es uns erst einmal wie diesen alten Herren, wir blicken uns um und bekommen erst einmal Hunger auf das was wir kennen.

Es ergeht uns so wie Neo (Film: Matrix) der sich zwischen zwei verschiedenen Tabletten entscheiden muss, zwischen der Welt die er kennt oder zwischen der Welt die Real ist.
Neo entscheidet sich für die Realität und das tut erst mal weh, denn er begreift, so wie es einst war, wird es nie wieder sein.

Und genauso ist es, wenn man sich gegen den Speziezismus entscheidet, der Mensch fällt von seiner hohen Leiter hinab auf die Erde, wie der Turm von Babel brechen alte Muster zusammen. Alles ergibt einen neuen Sinn.
Wo vorher nur das übergeordnete menschliche ICH war, gibt es ein WIR, wir Lebewesen.
Und auf einmal wird einem bewusst, wie klein unsere menschliche Existenz wirklich ist.

Diese Erde, die Lebewesen darauf - all das ist Teil von uns allen.
Mit Speziezismus erheben wir uns über das hinweg, Mitgefühl anderen Lebewesen gegenüber ist durch die Entfremdung und Unterdrückung anderer Lebewesen nahezu unmöglich.
Teil des Ganzen bedeutet wir haben eine Verantwortung für uns selbst wie für unsere Mitlebewesen, wie für unsere Welt.

Mahadma Gandhi soll einst zu Albert Einstein, auf die Frage, was Namasté zu bedeuten hat, gesagt haben:

"I honor the place in you in which the entire universe dwells.
I honor the place in you which is of love, of truth, of light and of peace.
When you are in that place in you and i am in that place in me,
we are one!"

auf Deutsch:
"Ich ehre den Platz in dir, in dem das gesamte Universum residiert. Ich ehre den Platz des Lichts, der Liebe, der Wahrheit, des Friedens und der Weisheit in dir. Ich ehre den Platz in dir, wo, wenn du dort bist und auch ich dort bin, wir beide nur noch eins sind."

Und das ist in wenigen Worten das Resultat von Anti-Speziezismus und eine schöne Erklärung für:

Namasté

Euch alles liebe von eurer Jo vom Tierhof Amoa

Mittwoch, 1. Januar 2014

Abschließende Neujahrsgedanken - Rückblicke...

Ich mache es mir heute sehr einfach, erst einmal wünsche ich allen die uns begleitet haben ein schönes neues Jahr 2014 und dann bitte ich euch auf meinen anderen Blog zu klicken, denn dort habe ich meinen Text und Dankessagungen auch für den Tierhof Amoa gespeichert.

Ich hab euch lieb und sage einfach mal:

Bis später!!!

Das Jahr ist lang, es hat ja eben erst angefangen, es trägt so viel in sich... ich bin gespannt!!
Alles liebe eure Jo

Abschließende Neujahrsgedanken - Rückblicke hier auf Jobrisha. (Bild anklicken - DANKE!!)

 Für mich - für EUCH!!!

Dienstag, 2. Juli 2013

Alles was bleibt....



Diese Kuh lebt in unserem Ort, hinter kleinen Fenstern, durch die normalerweise niemand hindurch blickt.
Wir gehen so oft an Tierleid vorbei, ignorieren den Umstand das hinter den Theken der Verkaufswaren Fleischstücke von Tierleibern liegen, fein verpackt und hell rosa präsentiert.
Wir ignorieren auch die Transporte die in der grellen Hitze auf Parkplätzen stehen, dieses leise Muhen oder Grunzen im Inneren und der Geruch der uns ein ganzes Stück beiseite treten lässt.

Wir ignorieren die vielen Tiere der Flutkatastrophen, die zurück bleiben und untergehen, während die Menschen ihren sicheren Hafen erreicht haben.
Und wir ignorieren das Leid der Hunde und Katzen in Ländern die wir besuchen, wenn wir unseren Urlaub dort verbringen, hinter Mauern so dick, das das Schreien der elendig Hungenden und Leidenden nicht zu uns hindurch dringt.

Wir Menschen sind wahre Künstler im Ignorieren von Tatsachen.
Wir sind auch in der Lage zu quälen und zu missbrauchen, wenn es unseren Wohl entspringt.

Während ich hier schreibe, hat diese Kuh sich wieder zurück gezogen in das Dunkel ihres Stalls, und das Fenster ist wieder so wie vorher nur ein kleines Fenster das man leicht übersehen kann. Der Geruch von Innen, ist schnell aus der Erinnerung verschwunden.

Was bleibt ist ein NICHTS.

Ich bin froh, dass Britta heute dieses Bild beim Vorbeigehen geschossen hat. Es hinterlässt wenigstens einen Moment in den Köpfen derer die es sehen. Einen kleinen Moment innehalten, wenn man zur Milch greift oder zum Käse.

Es hinterlässt einen Gedankensplitter.. an eine Kuh die es vielleicht morgen schon nicht mehr gibt....


Namasté kleine Kuh hinter dem Fenster.... durch das ich noch nie gesehen habe...

Montag, 3. Juni 2013

Tiere haben Rechte! (Videos) und was der Buddha dazu sagt...

Hier findet ihr die Videos die mich in meiner veganen Lebensweise inspiriert und ermutigt haben.
Für jedes Video gibt es von mir eine kleine Beschreibung. In fast jedem Video gibt es auch grausame Szenen... wenn ihr also euren Kindern die Videos zeigen wollt, schaut sie euch erst einmal alleine an und dann entscheidet. Zwei Videos hat meine Tochter gemeinsam mit uns gesehen, auch da gab es Bilder aus der Massentierhaltung. Dennoch wollte sie das Video ein  zweites Mal schauen.

Im zweiten Teil meines Blogeintrags findet ihr Infos zum Thema Buddhismus und Vegetarischer/Veganer Ernährung....


Manchmal begreift man erst, wenn man sich mit der Realität konfrontiert...



Dies ist ein Animationsfilm (allerdings auch mit realen Szenen) den wir alle gemeinsam angesehen haben. Es ist sehr gut aufgebaut, beschreibt erst die Rechte der Menschen untereinander, beschreibt Diskriminierung und Intoleranz genauso wie Speziesismus den Tieren gegenüber. Ich kann es nur empfehlen.




Ein sehr informativer Film von PETA. Diesen kann man ohne Probleme mit Kindern ansehen. Es wird erklärt warum es Hungernöte gibt und was wir dagegen tun können.




Dieser Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm: 
"Adieu, veau, vache, cochon, couvreé" ("Lebewohl Kalb, Kuh, Schwein, Brut") 
wurde am 13 Juni 2012 im französischen Fernsehen ausgetrahlt.
Ich finde das Video erklärt sehr gut, dass eine Kuh unter der Trennung ihres Kälbchen leidet. Diesen kurzen Ausschnitt haben wir gemeinsam mit unserer Tochter angesehen. Danach haben wir uns alle in den Armen gehalten und geweint. Shaya hat dadurch verstanden warum wir keine Milchprodukte mehr kaufen wollen. Das zeigt sich auch daran, das sie seit dem nur noch nach "Veganer Schokolade" fragt.






Das ist ein Video vom Hof Butenland. Das Video zeigt wie es sein sollte. Im Videokommentar steht folgendes:  " Kalb Mattis hat das Glück mit 14 Monaten noch bei seiner Mutter zu trinken. Während Millionen Kälber ihren Müttern unmittelbar nach der Geburt entrissen werden. Kälber trinken solange Muttermilch, wie es auch menschliche Babys tun. Und noch eine Gemeinsamkeit: Eine Schwangerschaft bei Kühen dauert wie bei Menschen 9 Monate."

Ich kann die Videos vom Hof Butenland fast alle auch für Kinder empfehlen. "Fast" steht hier auch nur, weil ich nicht alle Videos gesehen habe.






Dies ist mehr ein Aufklärungsvideo das eher für Erwachsene oder Jugendliche gedacht ist. Britta ist begeistert vom Video, ich habe es mir nicht bis Zuende angesehen.
Es ist auf jeden Fall sinnvoll um den Einstieg ins vegane Leben zu bekräftigen. 


Diese Liste wird regelmässig aktualisiert. Man findet in YouTube  eine Menge Videos um den veganen Einstieg zu erleichtern und zu erklären. Wenn ihr auf  -YouTube-  klickt kommt ihr automatisch auf die Suchseite mit der Überschrift: Warum Vegan?.

Die Antwort jedoch muss jeder für sich finden.
Manche brauchen eine Vorlaufzeit, wie wir. Andere wiederum lesen ein Buch, oder sehen sich einen Film an und können daraufhin kein Fleisch und keine Milchprodukte mehr essen. 

Mir war schon als Kind klar, das Tiere Rechte haben müssen und das wir Menschen dafür sorgen müssen, das diese Rechte auch eingehalten werden.

Der erste Film erklärt wunderbar, das viele Menschen das ignorieren, obwohl es ein Tierschutzgesetz gibt.

Ich habe immer noch die Hoffnung, das wir Menschen zur Einsicht kommen... 
bevor es zu spät ist.






Was sagt der Buddha zum Tierschutz?






Buddha sagt zum Tierschutz: 
"Die Möglichkeit die Erleuchtung zu erlangen in in jedem Wesen vorhanden, von der einfachsten Fliege bis zu den höchsten Göttern"

Und diese Aussage beinhaltet, einfach ausgedrückt, das jedes Wesen, egal ob nun Mensch oder Tier zu schützen ist.

Ein wundervolles Mantra bekräftigt diese Aussage noch.


Lokah Samastah Sukhino Bhavantu
Das bedeutet frei übersetzt: Mögen alle Wesen auf Erden Glücklich sein. 

Und weil man es auch wundervoll singen kann, hier das Video dazu:



Während in Asien Vegetarismus und Veganismus normal ist, spürt man hier immer noch eine große Verneinung. Das ist auch im Buddhismus fühlbar. Ich hatte schon einige Diskussionen mit Buddhisten die mir versuchten klar zu machen, das Fleischlose Ernährung und Buddhismus nichts miteinander zu tun haben. Manche erklären sich mit den Worten: Vegetarismus/Veganismus sei Anhaftung.
Das gleiche kann man jedoch auch von einer Fleischernährung sagen. Es ist meiner Meinung nach eine Ausrede um die Worte des Buddha so auszulegen, damit man wenig Arbeit damit hat und alles so bleiben darf wie bisher.
In der Surangama Sutra steht (frei übersetzt): "Meine Liebe gehört den Kreaturen, die keine Füsse haben; auch denen mit zwei Füssen und ebenso denen, die viele Füsse haben. Mögen alles Geschaffene und Lebendige, mögen alle Wesen, welcher Art auch immer sie seien, nichts erfahren, wordurch ihnen Unheil droht. Möge ihnen niemals Böses wiederfahren."

DAS ist es was den Buddhismus für mich ausmacht, Gewaltlosigkeit an erster Stelle und dazu gehört für mich auch eine vegane Lebensweise. Wir Buddhisten können uns damit nicht herausreden, das das Tier ja nicht extra für uns getötet wird (man nimmt hier die Aussage des Buddha zu einem Bikkuh als Argument, er dürfe Fleisch essen, wenn dieses nicht für ihn persönlich getötet wird*).

Zu der Zeit als Buddha noch lebte, gab es keine Massentierhaltung. Wenn eine reiche Familie einem Bikkuh (einem bettelnden Mönchen) Nahrung gab und in dieser Nahrung waren Fleischstücke enthalten, dann erlaubte der Buddha dem Bikkhu diese Nahrung zu essen, weil nicht extra ein Tier für ihn getötet wurde. Darum geht es in dieser Sutra.

Nur kann man diese Aussage heute so wie sie damals gemeint war, nicht mehr umsetzten. Für mich war es von Anfang an klar, das der Buddhismus in seiner Aussage als Gewaltlose Religion die Massentierhaltung - zu der auch die Bio Tierhaltung gehört, nicht gut heißen kann. 
Aus dem Grund ist für mich Buddhismus gleichgesetzt mit Vegetarischer/Veganer Ernährung. 

Und damit endet auch schon mein Blogeintrag.

Namasté

Eure Jo


Anmerkung: Ich wurde oft gefragt welcher buddhistischen Schule ich folge? 
Meine Antwort darauf: "Ich folge keiner Schule, ich folge dem Buddha" 
Der Theravada (Pali: Schule der Ältesten) ist für mich der Punkt an dem ich mich anfangs orientiert habe. Das hat sich aber im Laufe der letzten Jahre verändert. Ich sehe den Buddhismus Global und frei von unterschiedlichen Sichtweisen der Schulen. 
Für weitere Literatur empfehle ich die Bücher von Ayya Khema und den Palikanon.


Quelle: 
Das Buddha Bild stammt von der Seite: http://www.compassion-for-animals.org/?page_id=2

Linktip:

Interessant ist vor allem folgender Link: http://www.allewesen.org/erfahrungen_einer_den_tibetische.htm
hier beschreibt eine tibetisch Praktizierende Vegetarierin einen Bericht zum Thema Buddhismus und Vegetarismus.