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Sonntag, 19. Juli 2015

Wieder ein Leben das gehen wird...





Ich habe so viele Leben gehen sehen, ich habe so viel Zeit mit dem Tod verbracht. All diese Leben sind wie Zeichen gebrannt in meiner Seele.

Ein Jahr mal ohne den Tod der an meiner Tür klopft, den ich bereits wie einen guten Freund hinein lasse, der sich zu mir setzt und mit mir einen heißen süssen Tee trinkt und wenn er geht, sind es wieder weniger geworden die an meiner Seite gehen und die ich versorge, hege, liebe. Es ist ein ewiges Abschiednehmen.

Heute wird unsere Puschel für immer gehen, die letzten Stunden werde ich damit verbringen ihr Wasser einzuflößen. Ich fühle mich wie eine Henkerin die die letzte Mahlzeit verteilt. Puschel verkriecht sich, sie ist so müde und will nur noch schlafen.

Nein ich gehöre nicht zu den Menschen die ein Lebewesen vom Tod abhalten, ich gehöre nicht zu denen die alles versuchen um sie am Leben zu halten. Wenn ein Mensch gehen will, halte ich bis zuletzt seine Hand, wenn er es möchte. Ich schotte ihn ab von Leuten die ihn am Leben halten wollen und ich würde ihm sogar helfen, zu gehen, wenn ich es dürfte. Auf die Art und weise sind viele meiner Freunde gegangen.

Wenn ein Tier gehen will, begleite ich es bis zu dem Moment an dem es seine Ruhe haben will, wenn es sich verkriecht in dunkle Ecken um für immer zu schlafen, dann helfe ich ihm die letzte Reise anzutreten.
Wir Menschen denken wir müssten alles kontrollieren, aber wir werden nie die Sieger über Leben und Tod sein, egal was wir tun. Wir halten nur das unausweichliche auf. Manchmal verlängern wir nur die Zeiten der Qual, den Schmerz. Manchmal gelingt es uns, das kleine Leben zu verlängern, manchmal um Stunden, um Tage und manchmal auch um Jahre. Aber für welchen Preis?

Nein ich gehöre nicht zu den Menschen die eingreifen wollen, wenn die Natur den Rythmus unterbricht. Ich trage in mir ein Band das mich mit all denen verbindet die zwischen Leben und Tod wandeln, denn ich war einmall zwischen den Zeiten, auch ich sollte einmal sterben und alles was mir geblieben ist, ist die Panik, die Angst, das Gefühl zu sterben und dann hab ich losgelassen, ich habe mich damit abgefunden zu gehen. Und als ich wieder erwachte war ich ein anderer Mensch. Ich erinnerte mich nicht an mein vorheriges Leben, es war als sei ich mit neun Jahren neu auf die Welt gekommen.

Alles woran ich mich erinnerte war ein gleißendes helles Licht, das mich wärmend umfing.
Ich glaube durch dieses Nahtoderlebnis ist das Band entstanden, dass immer dann sichtbar ist, wenn die Zeit für Lebewesen abgelaufen ist. Dieses Band verbindet mich für immer mit dem Tod wie mit dem Leben.
Und es verleiht mir die Kaft dem Tod zu begegnen ohne Angst.

Heute geht unsere Puschel.

Wenn ihr gläubig seid, dann denkt an sie, betet nicht für eine Gesundung, sondern betet dafür das ihr letzter Weg ein einfacher Weg sein wird. Betet dafür das sie wundervoll schläft und wundervolle Träume sie begleiten.

Möge sie in anderen Welten Glücklich sein, möge sie über Wiesen springen und Schmetterlingen hinterher jagen. Möge das Nirvana sie empfangen, zärtlich und sanft.

Namasté

Eure Jo

Donnerstag, 25. Juni 2015

Tagebuch - es geschehen Wunder


Ich fass nicht was in unserem Leben gerade passiert und ich möchte euch gerne daran teilhaben lassen. Also Willkommen in der phantastischen Welt von Jo

Rückblick für alle die gerade zuschalten :)

Die letzten zwei Tage waren eine der härtesten Tage seit meiner Kindheit. Denn wir haben die Nachricht erhalten, das Britta Zwangspensioniert wird. Das bedeutet für uns, das wir einen Großteil ihres Gehalts verlieren und das wiederum hat heftige Konsequenzen. Wir müssen dann Insolvenz anmelden, wir verlieren das Haus, den Tierhof, können unsere Tiere nicht verpflegen usw.

Britta leidet in Folge eines Diensunfalls unter depressiven Schüben, Fatique und einer Imunschwäche. Sie ist relativ oft Krank aber nicht so oft Krank, dass eine Zwangspensionierung im Raum stehen würde. Diese Mitteilung kam daher für uns überraschend, es war ein absoluter Schock. Denn eine finanzielle Kürzung bedeutet für uns den Ruin und die Private Insolvenz.

Ich habe zwei Nächste nicht geschlafen, ich habe nur recherchiert wie man dieses Unglück noch aufhalten kann. Wir waren dann Gestern bei der Anwältin, es liegt also ein Formfehler vor von Seiten ihrer Dienstelle und es besteht eine Chance, dass das Ganze noch aufgehalten werden kann, nicht desto trotz wird, auch dann wenn wir dagegen vorgehen (was wir tun werden) das Gehalt gekürzt, wenn die Polizei nicht einlenkt und Britta als Alternative einen Telearbeitsjob ermöglicht. Auch wenn wir irgendwann den Prozess gewinnen, müssen wir Privatinsolvenz anmelden. Das heißt im Klartext ab August sind wir finanziell ruiniert.

Ihr könnt euch vorstellen, welche Konsequenzen das mit sich bringt. Unsere Tiere können nicht mehr versorgt werden, sie verlieren ihr Zuhause, ihre Sicherheit. WIR können auch unter einer Brücke leben, wir sind Menschen, wir kommen wieder auf die Beine. Unsere Partnerschaft ist unerschütterlich und unsere Tochter hat das ganze sehr gefasst aufgenommen, sie will nur einen Kirschbaum, egal wo wir wohnen. Nun das ist das kleinste Problem. Aber viele unserer Tiere sind behindert, sie aus ihrem gewohnten Umfeld zu reißen wird schon nicht einfach, die Gruppe auseinander zu reißen, wird zu einem wirklich großen Problem. Aus dem Grund ging es mir die letzten zwei Tage nicht gut. Ich sah hier unsere behinderten Tiere und war verzweifelt. Bis heute.

Heute kam dann das was ich persönlich als "geführt sein" bezeichne. Denn daran glaub ich fest, weil ich es erlebt habe.

Ich habe die letzten Stunden viel meditiert und immer wieder aufs neue gesagt das alles gut wird und wir haben hier von allen Seiten Unterstützung. Brittas Kollegen überlegen eine Unterschriftensammlung zu starten. Wir haben sehr viele Spenden in diesem Monat erhalten, unsere Tiere sind also bis August abgesichert. Heute Morgen haben wir dann entschieden das die behinderten Tiere bei uns bleiben sollen, egal was passiert.

Und dann bekam ich heute morgen das absolute Hammer Angebot. Eine weiter entfernte Bekannte, die immer verfolgt was ich über unseren Hof schreibe und auch sonst sehr interessiert ist an meinem Block usw, schrieb mich heute morgen an, dass sie mir anbietet ihren Hof zu übernehmen, weil sie gerne nach Spanien auswandern möchte. Die Tiere können alle mit, es sind genug Ställe vorhanden und Weideland. Gemeinsam mit anderen Menschen kann man hier einen veganen Lebenshof aufbauen.

Und dieser Hof liegt in Mecklenburg Vorpommern. Ein Traum von einem Hof! Eine Stunde vom Meer entfernt. Und das tolle ist, es muss nicht von jetzt auf gleich sein. Das heißt wenn Britta den Telearbeitsplatz bekommt und noch ein paar Jahre zuhause arbeitet, können wir hier in Ruhe planen, ohne Stress und dann alles in die Wege leiten um aus Hessen auszuwandern.

Das Ganze ist so unglaublich, das mir die Worte fehlen. Das einzige was dann noch gesichert werden muss, ist die Finanzierung der Tiere, auch bräuchten wir dann Leute die den Hof mit uns aufbauen usw. Aber es ist ein Traum. Und eine Alternative.

Bei all dem was seit zwei Tagen passiert, habe ich mein inneres Gleichgewicht nicht verloren, ich habe Hoffnung und ich hatte trotz Trauer und Angst das Gefühl es wird alles gut.

Die Quintessenz von all dem zeigt mir das ich nur Vertrauen haben muss in dieses Leben. Ich werde seit dem ich denken kann geführt, egal was mir passiert ist, ich kam da hindurch. Ich habe schlimme Dinge überlebt und das hier zeigt mir, wenn man das Vertrauen nicht verliert geschehen Wunder. Wir haben eine Einladung erhalten uns den Hof in aller Ruhe anzusehen und ich habe das Angebot angenommen, während Britta die Tiere versorgt werde ich mit meiner Tochter im Sommer nach Mecklenburg Vorpommern reisen. Das Leben hält wundersame Früchte bereit, man muss sie nur als solche erkennen!!

Unser Tierhof Amoa wird weiter bestehen, je nachdem wie es sich entwickelt, es wird einen Weg geben!

Es geht weiter, egal was kommt. 

Namasté

Euch allen alles liebe von der Jo

Mittwoch, 24. Juni 2015

Tagebuch - Unserem Tierhof droht das aus.

Guten Abend ihr Lieben,

Das was ich euch heute mitteilen möchte, fällt mir nicht leicht.
Einige Leute die in der Facebook Gruppe: "Hilfe für Amoa" sind, wissen bereits Bescheid.
Unserem Tierhof droht das Aus.

Meine Frau Britta hat gestern vormittag von Seiten ihrer Dienststelle mitgeteilt bekommen, dass sie Zwangspensioniert wird (wegen ihrer Krankheitsfehlzeiten, unteranderem als Folge ihres Diensunfalls), das bedeutet für uns enorme finanzielle Einbußen. Für uns kam diese Nachricht wie aus heiterem Himmel und deshalb war ich Gestern und heute Nacht die komplette Zeit über Demoralisiert und unter Druck am Recherchieren. Denn durch die Pensionierung verlieren unsere Tiere nicht nur ihr Zuhause, sondern wir müssen Insolvenz anmelden. Wir verlieren komplett alles. Denn etwa die Hälfte (oder mehr, wieviel es genau ist, wissen wir noch nicht) ihres Gehaltes wird eingezogen. Unsere komplette Existensgrundlage ist weg. Das zum gestrigen Tag.

Heute waren wir bei unserer Anwältin und haben uns beraten lassen. Kurzum es besteht noch eine kleine Chance das ganze Abzuwenden. Dennoch sieht die Situation so aus, dass wenn ein Pensionsverfahren erst mal eingeleitet wird, es nur von Seiten der Dienstelle oder durch ein Gerichtsverfahren aufgehalten werden kann. Beziehungsweise sich ein Gerichtsverfahren über Jahre hinziehen kann.
Wir und unsere Tiere haben nicht die Zeit auf diese kleine Chance zu hoffen und zu warten und aus dem Grund dieser heutige Aufruf.

Ich habe mir die komplette Nacht den Kopf zerbrochen welche Möglichkeiten wir haben um unseren Tierhof Amoa zu retten.
Mir sind auch alle möglichen Ideen eingefallen. Ich weiß nur noch nicht wie ich diese umsetze.

Noch mal kurz die Fakten:
Im Fall das Britta Pensioniert wird, bekommen wir spätestens im August nur noch einen Teil ihres Gehaltes ausgezahlt.
Weil wir mit diesem Betrag weder unser Haus abbezahlen können, noch die laufenden Verbindlichkeiten, werden wir eine Schuldnerberatung aufsuchen und (wenn kein Wunder geschieht) eine Privatinsolvenz in die Wege leiten.
Wenn das geschieht, brauchen unsere Tiere ein neues Zuhause. Unsere Konten werden eingefroren, wir haben ab da nur noch einen Minimum zum Leben übrig.

Meine Gedanken hierzu:

a) alles wird gut und Britta bekommt einen Telearbeitsplatz (das ist die kleine Chance). Ihr Gehalt bleibt, eine Pensionierung wird abgewendet. Das werden wir frühestens Anfang - Ende Juli erfahren.

b) wir brauchen ab sofort Menschen die als Sponsoren unseren Tierhof mitfinanzieren und uns so die Möglichkeit geben den Tierhof am Leben zu erhalten. Den genauen Betrag kann ich noch nicht sagen, aber wir rechnen mit 1700 - 1800 Euro die uns fehlen. Es kann mehr oder auch weniger sein, die Pensionierung ist nicht einfach zu berechnen.

c) wir brauchen ab sofort Menschen die unsere Tiere übernehmen, denn wir werden durch das uns bevorstehende insolvenszverfahren kaum Geld für unseren Lebensunterhalt zur Verfügung haben, geschweige denn Geld für unsere Tiere. Unser Tierhof löst sich auf und wir versuchen unser Leben neu zu starten. Allerdings möchte ich ein paar Dinge, ein Artgerechtes Zuhause auf Lebenszeit! KEINE Eiergewinnung der Hühner (wir haben es geschafft das unsere Hühner das Eierlegen reduziert haben), geschweige denn das sie für die Fleischnahrung dienen, das gleiche gilt natürlich auch für unsere Schafe und unsere Kaninchen. Bella und Blue müssen zusammen bleiben. Die beiden lieben sich und beide sind hochtraumatisiert (vorallem Bella). Die Katzen werden nur zu zweit abgegeben. Diese Bedingungen werden von uns schriftlich niedergelegt. Für die Hunde gilt nur jemand der wirklich weiß was auf ihn zukommt. Beide sind Angsthunde und demzufolge nicht einfach zu händeln.

d) wir brauchen Leute die unser Haus übernehmen und uns die Möglichkeit geben den Tierhof weiter zu betreiben. Heißt wir verkaufen das Haus, bleiben aber darin wohnen und zahlen eine geringe Miete, dafür bleibt alles beim Alten. (wie hoch der Verkaufspreis ist, kann ich momentan nicht sagen, darüber muss man reden. Wir werden daran nichts verdienen, da der Verkauf direkt an die Bank oder eben den Insolvenzverwalter geht.

d) wir gründen einen Verein, der das Haus dann kauft und aus unserem privaten Tierhof Amoa einen Lebenshof gestaltet. Wir bleiben weiterhin wohnen, sind ab sofort ehrenamtliche Mitglieder des Vereins.

Das sind meine Ideen. Noch nicht voll ausgereift. Manche vielleicht sogar vollkommen irrational aber bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.

Nicht destotrotz sind wir ab August (außer es geschieht ein Wunder und unsere Anwältin kann das ganze Verfahren abwiegeln) am Ende, ab da müssen die Tiere, zumindest bis sich eine Lösung findet, versorgt sein.
Auch möchte ich, dass die Tierarztrechnungen bezahlt werden, denn wenn wir Insolvenz anmelden ist nichts mehr da um die Rechnungen zu bezahlen und das möchte ich auf keinen Fall, unsere Tierärztinnen sind Engel, sie haben uns und unsere Tiere seit Jahren selbstlos unterstützt und das meine ich Wortwörtlich.

Wie hoch die Tierarztrechnungen ausfallen gebe ich noch bekannt (ich habe die Unterlagen gerade nicht vorliegen).

So ist unsere Situation.

Gestern war für unsere Familie ein furchtbarer Tag. Heute denke ich, es geht weiter... Morgen hab ich vielleicht wieder meinen Enthusiasmus gefunden.
Aber egal was nun passiert, wir werden nie aufhören für Tiere da zu sein, wir fangen nur ein neues Leben an.


Namasté
Euch allen alles Liebe von der Jo vom Tierhof Amoa

Wer uns und unsere Tiere unterstützen möchte:

Paypal: Spenden@tierhof-amoa.de

Oder über das Konto:

Vermerk: Tierhof Amoa
Kontonummer: 204252020
Bankleitzahl: 50863513
IBAN: DE28508635130204252020
Volksbank Odenwald Johanna Schlitzkus.

Sonntag, 3. August 2014

Jeder kann die Welt verändern!






Diese Woche war der reinste Wahnsinn, wir bekamen endlich die ersehnten Spenden, so dass wir wieder unseren Vorat an Katzenfutter auffüllen konnten... Dem Himmel sei dank.
Wir standen nämlich wieder einmal vor dem Fragezeichen hinter dem: "Wie geht es jetzt weiter".
Doch dann schickte uns Animonda ein großes Paket mit Futter, gleich danach einige private (super tolle) Spender, dann bekamen wir noch Geld aufs Spendenkonto überwiesen und wieder geht es Berg auf.
Es ist merkwürdig in meinem Leben, immer dann wenn eine Denkpause eintritt und wir uns anfangen Sorgen zu machen, kommt von irgendwoher ein Lichtschein und erhellt unser Leben mit so einer überdimensionalen Glühbirne, dass es schon Magisch ist.
Vor vier Tagen bekam ich dann ein Angebot gemacht, das mich wirklich aus den Socken hob, die OnlineZeitung Vegan-News fragte mich ob ich einen Artikel über unseren Tierhof schreiben mag. Natürlich mochte ich, nur dachte ich zu diesem Zeitpunkt es bleibt nur bei einem Gastartikel. 
Aber weit gefehlt. Meinen ersten Artikel schrieb ich noch in der gleichen Nacht. Ich schrieb mir einfach ein kleines Stück die Seele aus dem Leib. Ich hatte keine Lust die romantische Schiene aufzufahren, die oft gerne gesehen wird, wenn es um Tiere geht. Die meiste Zeit verbringen wir hier in Arbeit, natürlich kuscheln wir auch, aber wir stehen auch in der Scheiße oder graben löcher um unsere verstorbenen Mitbewohner zu beerdigen. Das Leben auf einem Hof ist ein Kommen und Gehen und mit jeder Träne die fließt, fließt auch ein kleines Stück von einem selbst weg.

Eigentlich beginne ich den Tag mit Hoffnung und ende den Tag mit Hoffnung. Dazwischen sind viele Gedanken und Empfindungen.

Ich schrieb 5 Seiten runter, korrigierte, strich aus, schrieb neues... aber am Ende blieb es bei den 5 Seiten. Dann schickte ich meinen Text ab und hatte Bauchkrummeln. Ja ich weiß ich bin mittlerweile ein alter Hase, ich schreib immerhin schon seit mehr als 30 Jahren - Trotzdem. Ich habe meine eigene Art zu schreiben, ich kann nicht in Distanz gehen und so tun, als wäre der Artikel kein Teil von mir. Das liegt mir nicht. Ich schreibe aus meinem Blickwinkel. Ich wusste zu dem Zeitpunkt wirklich nicht, ob diese Art der Schreibe erwünscht war. 

Am nächsten abend bekam ich dann die Antwort: "Johanna meine Feelings ändern sich von schallend lachend bis tot traurig!"
Ich weiß noch wie ich hier saß und überlegte: Ist das gut oder nicht?

Am morgen darauf dann die Antwort: "Wir sind begeistert!"
Mein erster Artikel wurde heute herausgebracht und ist hier zu finden:
Vegan-News

Ich bin nun Redakteurin einer Zeitung und kann es immer noch nicht fassen.
Ich weiß noch vor vielleicht 25 Jahren wurde ich schon einmal gefragt, ob ich Artikel schreiben mag, damals sagte ich nein. Dann vor einem Jahr fragte man mich erneut, ob ich einen Artikel schreiben mag. Ich schrieb den Artikel aber ich fühlte mich die ganze Zeit, als würde ich über jemand anderen schreiben.

Es war als wäre die Luft raus und ich kam an dieses Thema nie wieder tief heran, obwohl ich auch hier über MICH schrieb, es war das Thema Homosexualität.
Zum Artikel :
Tuckenalarm


Und ich merke auch jetzt, das es zwar zu Britta, mir und Shaya gehörte. Zu unserer Familie. Aber es ist nichts, was mich wirklich beschäftigt, worin mein Herzblut steckt. Lesbisch sein und Regenbogenfamilie ist so Normal für mich geworden. Meine Güte meine Tochter kommt im nächsten Monat in die Schule. Natürlich führe ich noch meine Kämpfe, ich will immer noch ganz legal heiraten und Rechte für mein Kind. Aber das ist nichts, dass ich nah außen trage, dass für mich so eine immense Kraft hat, das es mich zieht - wie ein roter Faden der mich trägt ... schwankend und torkelnd. Mein Homo-Sein ist festverankert und löst sich nicht einfach in Luft auf. Es bleibt beständig und muss nicht geändert werden um die Welt zu erneuern, oder um Leid zu verhindern.
Das "Andere" jedoch, die Hoffnung auf Unversehrtheit aller Lebewesen, das lässt mich wie eine Wilde nach Luft schnappen. Darüber denke ich Tag und Nacht nach.
Das ist das was mich hier am Laufen hält.
Die Homo-Sache gehört für mich dazu, wie Schuhe binden, oder Zähneputzen. Ich weiß nicht ob ihr versteht was ich meine. Es ist genauso wie meine Glatze. Die Leute schauen mich an und ich frage mich: "Huch hab ich noch Kräuter zwischen den Zähnen?" Ich husche auf eine Kaufhaustoilette und begutachte mich im Spiegel und ich sehe so aus wie ich immer aussehe, und trotzdem starren die Nächsten die mir begegnen wieder als wäre irgendwas bei mir nicht Rund. Ich schau dann meine Frau an und frage: "warum gucken die so, ist alles ok bei mir?"

Und nach einem Moment überlegen meint sie lachend: "Deine Glatze!" und ich verdreh grinsend die Augen: "Na klar!"
Homosein ist für mich wie meine Glatze, sie gehört zu mir. Ich vergesse sie nur allzu oft und wundere mich dann, das jemand mich darauf aufmerksam macht, in dem er mich anstarrt. 

Wenn ich über Vegan oder Tierleid schreibe begebe ich mich auf andere Ebenen, es geht vielleicht Oberflächlich um mich und mein Empfinden. Aber in der Tiefe geht es um etwas ganz anderes. Es geht um das Leben der Tiere dort draußen. Das Leben der Tiere auf meinem Hof und das Leben der Tiere die kein Leben mehr haben. Der Begriff: Massentierhaltung stößt mir auf wie bittere Galle. Wie ein Magengeschwür, einem Krebs gleich... ich will das es weg geht, ich das es sich verändert. Ich will das es aufhört.. ICH WILL!!!

Es geht um Tierleid und es geht darum das wir uns alle Schuldig machen, jeder einzelne Mensch auf diesem Planeten. Es ist wie ein Strudel der durch uns hindurch fegt und vor keinem einzigen anhält. Jeder wird berührt. Und doch ignorieren es die meisten!

Es ist so als wäre eben ein Flugzeug abgestürzt und keinen interessiert es.
Es ist als würden sich Risse in der Erde auftun, Autos stürzen hinein und niemand sieht es. 
Es ist als würde man jemanden die Brust bei vollem Bewusstsein öffnen und die Niere entfernen und der Jenige liest dabei Zeitung, oder schaut Fernsehen - als hätte all das nichts mit ihm zu tun.
Das Leben geht einfach weiter, während wir zusehen, das Tiere misshandelt werden. 
Das Tiere bestialisch getötet werden. Das Tiere leiden und schreien und sich wehren und am Ende doch nur die Verlierer sind.

Wir opfern bereitwillig jede freie Minute für menschliche Belange. Wir feiern in unserer Freizeit und freuen uns des Lebens, dabei dreht sich der Spieß auf dem ein Kalb oder Ferkel steckt. 
Wir Menschen sind Barbaren und genau darüber will ich schreiben. 

Auch wenn es sich hier wie eine Anklage anhört, ich schreibe über mich selbst. Über 32 Jahre meines Leben die ich damit verbracht habe, zu sehen wie sich die Erde auftut und Millionen von Tieren verschluckt, und dabei habe ich ruhig und ohne schlechtem Gewissen eine Bifi gegessen. Ich schreibe über 15 Jahre die ich damit verbracht habe, mir über Käse gedanken zu machen und dabei habe ich ignoriert, das es die Kälber sind die wegen meinem Bedarf an Käse ihre Mutter verlieren. Und das es die Kühe sind, die wegen meinem Bedarf an Käse leidend zusammenbrechen und deren Tod bereits vorprogrammiert ist.

Es geht um mich ja, um meine Schuld. Um meine Missachtung. Um meine Ignoranz.
Ich möchte etwas gut machen. Ich möchte die Welt verändern. Weil ich meine Vergangenheit nicht verändern kann. Ich kann nicht zurück gehen, ich kann nur im Jetzt leben.

Ich bin der Meinung das jeder Mensch sein Leben verändern kann, um die Welt zu verändern.
Letztens sagte irgendwer im Zusammenhang mit dem Gaza Konflikt:
"Stell dir vor, es ist Krieg und niemand geht hin!"
Ich sagte daraufhin - völlig aus dem Zusammenhang gerissen.

"Das ist so wie: Stell dir vor Fleisch wird angeboten und niemand kauft es!"

Und auf einmal war die Lösung zum Greifen nah. Wenn wir alle JETZT aufhören Fleisch zu konsumieren, verändert sich der Markt. Es geht immer um Angebot und Nachfrage, kommt keine Nachfrage, verändert sich das Angebot. 
Als erstes wird Fleisch billiger, das ist nur Logisch. Die Preise gehen nach unter. Aber wenn auch das nicht zieht, wird der Markt sich an dem anpassen, was der Konsument konsumiert. Wenn alle Deutschen heute anfangen Vegan zu leben, verändert sich die Welt. Andere Länder werden nachziehen. Der Markt muss dementsprechend reagieren. Es werden  mehr Vegane Lebensmitteln produziert und vorallem wird es günstiger werden - nicht gleich, aber in naher Zukunft. 

Der Verbraucher hat eine unglaubliche Macht und einen großen Einflüss, was die Marktwirtschaft betrifft. 
Die Fleischproduktion wird erst mal versuchen in andere - noch nicht beeinflussbare Länder zu importieren. Aber das geht nur eine gewisse Zeit. Der Verlust ist dennoch enorm. Massentierfabriken machen pleite und müssen andere Wege finden. Fleischereien müssen umdenken lernen. Der Beruf Metzger stirbt langsam aus.

Bis dahin laufen meine Träume wie ein Endlosfließband. Was danach passiert ist für mich erst einmal nebensächlich, so weit denke ich nicht. Ich weiß aber das andere Menschen viel weiter denken, sie denken ins Unermessliche und weil ihnen diese Gedanken Angst machen, bleiben sie lieber auf dem sicheren Hafen. "Weil diese Zukunftsträume angst machen, nehmen wir lieber weiterhin Leid in Kauf!"

Sie  nehmen  es in Kauf das wir eines Tages über Knochen gehen und sie nehmen es in Kauf das die Treibhausgase unser Klima zerstören. 

Wir Menschen zerstören uns selbst und das ist uns lieber, als die Angst vor der Unwissenheit, was passiert wenn kein Fleisch mehr verkauft wird.

Ernährung ist keine Privatsache mehr, wir müssen anfangen über unseren Tellerrand hinweg zu blicken.
Denn Jeder kann die Welt verändern und somit Leid verhindern -
Wenn er nur will....

Ich bin sehr glücklich über das schreiben zu können, was mich wirklich beschäftigt.
Jetzt noch mehr als vorher...


In dem Sinne...

Hei, ich bin Redakteurin! Und meine Tochter findet es: Hammercool!!!

Euch alles Liebe von der Jo vom Tierhof Amoa



Donnerstag, 10. Juli 2014

Tagebuch - Gedanken - Nur die eine Seite..



Ich halte mich eigentlich für einen reflektierten Menschen und trotzdem geht es mir oft so, dass ich nur eine Seite der Medaille überblicke und diese vehement verteidige, bis mich ein Gegenargument davon überzeugt das ich falsch liege...
Das ist heute mein Thema, es gibt immer zwei Seiten einer Medaille....

Ich habe mir gerade ein Video über einen Polizei Zugriff angesehen.

Mein Temperament ist wiedermal mit mir durchgegangen (ich muss unbedingt bald gesund werden, dann bin ich wieder ausgeglichener...), weil es einseitig und nur in Ausschnittform dargestellt wurde. Die Polizisten wurden in den Kommentaren beschimpft, teils auch Hasserfüllt.

Ich war früher selbst Punk und dementsprechend gegen alles was Uniform trug, inklusive Staat und Staatsmacht (gegen letzteres bin ich immer noch). Ich gehörte zu den Radikalen die sich in jeder Demo wiederfand und gegen die Polizei vorgegangen ist, mit Wasserbomben und co. Ich sah nur diese eine Seite und es hat lange gebraucht bis ich mir die andere Seite ansah...

Ich möchte heute mal etwas zum Thema Polizei schreiben. Ich widme diesen Text meiner Frau, die viele Jahre auf der Straße gegen Unrecht gekämpft hat. Sie wurde bespuckt, angegriffen, mit Wasserbomben und Farbbomben und noch anderen Dingen beschmissen. Sie hat Leid erleben müssen, und sterbende gesehen, sie war Psychologin, Familienberaterin und Seelsorgerin. Sie hat es ausgehalten, als ich ihr meine Geschichte erzählt habe und wir haben zusammen geweint über meine Kindheit und die vielen Jahre die ich in Gewalt gelebt habe. Sie ist Trösterin und Kämpferin gegen das Unrecht dieser Welt. Sie ist der Beste Mensch den ich je kennen gelernt habe.
Sie hat vielen Menschen und Tieren geholfen, gerettet - uneigennützig, denn das kann kein Staat der Welt bezahlen, was sie getan hat... 
Sie ist eine von vielen Polizisten die sich gegen Unrecht stellen.
Der Polizeiberuf wird bewusst in der Öffentlichkeit zurückhaltend dargestellt, das Volk wird auf Gewalt- Videos und negative Infos beschränkt. So das ein Einheitliches Bild dargestellt wird, welches den Polizisten als Machtinstrument, als roboterähnliches Monster, als Aggressivling zeigt.
Ein Polizist wird nicht als Mensch gesehen, sondern als ausführendes Organ eines Staates, ähnlich wie ein Soldat, dessen Beruf immer an erster Stelle steht.

Dieses Einheitsbild ist daran schuld, dass ich als Kind mehr Angst vor der Polizei als vor den mich missbrauchenden, misshandelnden und brutalen Menschen hatte, die meine Kindheit systematisch zerstört haben.
Wäre dieses Bild nicht, ich hätte womöglich keine 12 Jahre in Angst und Missbrauch verbracht.
In gewisser Hinsicht kann ich die Menschen da draußen verstehen, die Polizei als Negativ betrachten. Ich verstehe ihren Unmut und ihre Ängste. Aber ich wünschte mir, sie würden beide Seiten der Medaille sehen. Sich mehr informieren und auch die guten Dinge betrachten die Tagtäglich von Polizisten vollbracht werden.

Das was ihr auf den Videos seht ist eine Momentaufnahme. Viele Polizisten arbeiten mehr als 12 Stunden täglich um Menschenleben zu retten, sie arbeiten auf der Straße bei Wind und Wetter und sie tun es für uns. Denn das was sie verdienen ist ein Witz zu dem was sie einsetzen.

Ich lese oft: "Diese Beamten müssen ja nichts tun..." und ich muss dann jedesmal an mich halten, damit ich nicht gegen den PC springe. Die meisten Polizisten sind nach ein paar Jahren Berufstätigkeit total ausgelaugt, viele finden sich wieder mit der Diagnose Burn Out, oder verlieren ihren Beruf, weil sie verletzt wurden und daher nicht mehr für den Einsatz tauglich sind.
Viele Beziehungen gehen auseinander, weil der Schichtdienst das komplette Familienleben zerstört.
Von denen die ihr Leben lassen mussten, ganz zu schweigen.

Es wird oft und gerne gesagt: "Sie haben sich das ausgesucht!"
Darüber kann ich nur lächeln, es ist nur logisch, das sie genauso wenig Infos bekommen wie ihr.
Nur ist es eben die andere Seite der Medaille, die schöne Welt eines Polizisten, wird da gelegt durch ein gutes Gehalt, Beamtenstatus, Studium usw.
Wenn dann der Alltag im Beruf los geht, springen viele wieder ab. 
Weil sie es nicht aushalten. Manche bleiben, weil sie hoffen auf der Erfolgsleiter nach oben zu gehen, manche bleiben weil sie sich mit dem Beruf identifizieren, manche bleiben weil.. ... letztendlich ist es egal.
Aber leicht ist dieser Beruf nicht und oft muss man mit unschönen Dingen konfrontiert werden. Durchsuchungen in Messiwohnungen, zwischen Kacke und Unrat... den Weg der Maden verfolgen um die Leichte zu finden oder eine Leiche aus dem Wasser bergen... Das ist Alltag!

Ich wusste immer wenn Britta mit einer Leiche in Kontakt kam. Sie ging an mir wortlos vorbei Richtung Bad. Dort zog sie sich um und legte ihre Kleidung gleich in die Waschmaschine. Erst nachdem sie geduscht war, gab sie mir einen Begrüßungskuss. Sie tat das aus zweierlei Dingen, einmal um mir den Geruch einer Leiche zu ersparen und zweitens um mich nicht zu triggern, denn alles was ich aus ihrem Beruf erfuhr hätte mich triggern können.

Ich bin so unglaublich dankbar für ihre Sensibilität. Ich weiß auch noch, dass ich darauf bestand, das sie ihre Waffe nicht mit nach Hause brachte (Trotz Safe). Ich hatte so große Angst davor, weil ich als Kind Erfahrung mit Schusswaffen machen musste. Ich wollte das Ding nicht sehen, nicht anfassen, nicht damit in Kontakt kommen und mein größtes Gebet zu dieser Zeit war: "Bitte lass sie keinen erschießen!"
Und bitte "Lass niemand sie erschießen!!" Sie hat mir die Angst nie nehmen können. Aber das muss sie auch nicht. Sie sagte immer: "Es ist wichtig Respekt vor der Waffe zu haben!"

Wenn sie einmal später kam, hatte ich die Horrorvorstellung, es könnte ihr etwas passiert sein. Es war keine leichte Zeit und ich weiß, das viele Ehen ihrer Kollegen auseinander gingen, eben weil es so schwer war und ist. Manchmal zuckte ich dann zusammen, wenn es an der Tür klingelte... auch eine Horrorvorstellung war, das Draußen ein Kollege von ihr steht, der mir mitteilt sie sei im Krankenhaus oder schlimmer noch, tot.

Der Polizeiberuf ist einer der schwersten Berufe die ich kenne. Ein kleiner Fehler kann den Tod eines Menschen verursachen, das eigene inklusive.
Die Verantwortung dahinter ist sehr hoch. Es gibt natürlich Polizisten die das als Grund sehen, selbst Gewalt auszuüben, Polizisten die überfordert sind mit ihrer Arbeit und das an ihren Klienten auslassen. Das Adrenalin kann der beste Freund, aber auch der schlimmste Feind eines Polizisten sein.
Das möchte ich nicht beschönigen. Gewalt ist im Polizeialltag an der Tagesordnung und sich gegen Gewalt zu entscheiden bedeutet letztendlich runter von der Straße und rein in die Verwaltung.
Und genau da sitzt heute meine Frau.

Sie wurde oft verletzt während ihres Berufs, manchmal kam sie schlecht gelaunt von der Arbeit nachhause, denn der Druck ist groß. Die Polizeiorganisation ist eine Pyramidenorganisation. Wer auf der Straße arbeitet ist ganz unten. 

Ich bewundere sie sehr für das was sie tat, dafür das sie mir einen anderen Blick ermöglicht hat und dafür das sie für unsere Beziehung gekämpft hat. Dafür das sie meine ganz persönliche Entwicklungshelferin war.
Dafür das sie mich auffängt immer und immer wieder.
Ich habe einen Großteil meiner Angst verloren und durch sie nehme ich am Leben teil, durch sie ist das Trauma meiner Kindheit nur noch peripher spürbar.
Ich fühle mich seit 16 Jahren geschützt. Davor war ich schutzlos und voller Panik. Ich dachte an jeder Ecke könnte ein Mensch aus meiner Kindheit lauern und mich wieder und wieder missbrauchen. Die Angst saß mir all die Jahre vor unserer Begegnung im Nacken. Ganz langsam hat sie sich durch mein inneres Trauma gekämpft, sie ist mit mir Jahrelang durch mein Leid gelaufen, Hand in Hand.
Ich glaube nicht, das ein anderer Mensch diese Kraft gehabt hätte. Sie konnte es weil sie durch ihren Beruf genug Erfahrung aufgebaut hatte, um mich zu verstehen, mich zu halten.

Ich verdanke ihr unglaublich viel und ich danke ihr jeden Tag den sie mit mir verbringt. 
Ich danke ihr, dass sie nach ihrem Berufsalltag noch die Tiere versorgt und das sie seit 16 Jahren jeden Tag mehrmals anruft, einfach nur um zu wissen wie es mir geht.

Das ist mehr als Liebe, in einem Wort aussagen kann.

Durch sie habe ich wieder ins Leben gefunden. Das weiß ich. Und vor fast 7 Jahren hat sie mir das größte Geschenk meines Lebens gemacht, sie hat unsere Tochter geboren. Denn ich selbst kann keine Kinder bekommen. Ich bin durch das Trauma meiner Kindheit unfruchtbar.
All das und noch viel mehr verdanke ich einen Menschen mit diesem Beruf...

Und egal welche Videos im Internet kursieren, ich weiß es besser, denn die beste Frau der Welt, der beste Mensch den ich je kennen gelernt habe, ist Polizistin. 

Ich liebe dich Britta, mehr als ich je sagen könnte.... Du warst mein Stern in einer dunklen Nacht!!! Und auch jetzt da die Nacht ihre Tiefe der Dunkelheit verloren hat, da leuchtest du  immer noch und wirst immer leuchten. 

DANKE und Namasté 
Deine Jo 






Samstag, 21. Juni 2014

Wasser ist Leben!


Die Privatisierung von Wasser, ist ein Thema das gerade in jeder Munde ist, aber wissen wir wirklich was passiert wenn Wasser privatisiert wird?
Ist euch bewusst, das Großkonzerne über die Qualität und den Preis bestimmen können, dass bedeutet über kurz oder lang, niedrige Preise für qualitativ schlechtes Wasser, hohe Preise für qualitativ gutes Wasser. Aber das ist nicht alles, ich gehe davon aus, das sich nicht jeder Wasser leisten kann, so werden Menschen sterben, deren finazielle Möglichkeiten begrenzt sind, weil sie in wenigen Jahren auf Wasser verzichten müssen, oder qualitätiv schlechtes Wasser zugewiesen bekommen. Ich denke da an sozialschwache Menschen, an Obdachlose und Harz 4 Empfänger. 
Kurz um mit der Privatisierung, sind wir - das Volk - mit dem Leben bedroht.

Das betrifft nicht nur unser Trinkwasser, irgendwann betrifft es auch Süsswasser Seen und Quellen. Jedes erdenkliche Gewässer aus dem Leben entsteht, kann von den Großkonzernen eingenommen und vermarktet werden.

Aber auch das ist noch nicht alles.
Laut eines Artikels vom 25.05.2014 der Deutschen Wirtschafts Nachrichten, laufen bereits seit 2012 geheime Verhandlungen, so soll Wasser und Energie Weltweit Privatisiert werden.
Wenn das durchkommt, werden Länder wie z.B. Afrika vom Aussterben bedroht sein. Denn dort bedeutet Wasser teils die einzige Möglichkeit am Leben zu bleiben. 

Erschreckend für mich ist, dass anscheinend ein Informations-Stopp eingeleitet wurde, ich habe nur eine Zeitung gefunden die öffentlich davon berichtet, ansonsten ist das Internet zwar voll mit Protesten und Petitionen, auch einige Blogs schreiben darüber. Aber seit anfang diesen Jahres haben die Berichterstattungen abgenommen, wir werden im Ungewissen gehalten.

Die Privatisierung des Wasser ist in Amerika beschlossene Sache, in England ist es sogar schon ein alter Schuh.
The European veröffentlicht am 27.9 2013 folgenden Artikel, ich zitiere:

 "(...)Trotz des schlechten Zustandes der Infrastruktur, steigen die Preise weiter an. Nach den jüngsten Preiserhöhungen bezahlen englische Verbraucher im Schnitt 499 Pfund pro Jahr für Wasser und Abwasser. Seit 2003 ist diese Summe um 65 Prozent gestiegen; allein im ersten Jahrzehnt nach der Privatisierung der Wasserversorgung sind die Preise inflationsbereinigt um 40 Prozent nach oben geklettert. Solche enormen Preissteigerungen sollten uns Sorgen machen – darunter zu leiden haben nämlich vor allem die Armen. Elf Prozent der Haushalte in England und Wales geben derzeit mehr als fünf Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Wasserrechnung aus.
Wasser sollte einen Preis haben, um der Verschwendung vorzubeugen. Doch wenn die Preissteigerung solche enormen Ausmaße annehmen, werden die Menschen um ihre Grundversorgung betrogen.(...)"

Das europäische Volk läuft Gefahr entmüdigt zu werden, schon jetzt scheinen sich die Medien zu einigen das Wasserthema auszugrenzen.

Mir macht das große Sorgen, ich denke da an unsere Kinder, an die Zukunft. Aber auch an die Tiere und die Pflanzen, die auch versorgt werden müssen. Wie wird unsere Welt in 15 Jahren aussehen, wenn das Trinkwasser das Mensch und Tier benötigt von Konzernen wie Nestle kontrolliert wird?


Der erste Schritt meines Gedanken Grusel-Szenarios ist getan, die Zeitungen haben aufgehört zu berichten...


Liebe Grüße von einer sehr nachdenklichen Jo vom Tierhof Amoa

Quellen
Videos:
Water makes Money
https://www.youtube.com/watch?v=Ja9fwcmiPA0

Nestlé das dreckige Geschäft mit dem Wasser der dritten Welt
https://www.youtube.com/watch?v=GpH3Oph2XbU

Zeitung und Blogberichte:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/05/25/geheim-verhandlungen-wasser-versorgung-soll-international-privatisiert-werden/

http://www.theeuropean.de/asit-biswas/7483-negative-folgen-der-wasserprivatisierung

http://blog.attac.de/eu-kommission-laesst-nicht-locker-bei-wasserprivatisierung/

http://pfullendorf.bund.net/themen_und_projekte/fracking/unser_trinkwasser_ist_in_gefahr/

http://www.labournet.de/politik/wipo/privatisierung/wasser/knallhart-eu-treibt-privatisierung-des-wassers-in-europa-voran/

http://denkland.wordpress.com/2013/01/22/umstrittener-eu-plan-die-wasserprivatisierung-hat-langst-begonnen/

Montag, 20. Januar 2014

Interview zum Thema Tierliebe - Campus TV Siegen



Heute hat mich ein Team vom Campus TV aus Siegen zum Thema: "Tierliebe" Interviewt.

Die Dreharbeiten hab ich überlebt... (und wie immer hatte ich furchtbares Lampenfieber) und jetzt kann ich nicht schlafen... das TV Team war super nett... die Fragen interessant - so sehr, das sie mir immer noch durch den Kopf gehen...  Was ist Tierliebe? Eine Frage die mich nachhaltig beschäftigt und nicht schlafen lässt...  Petplay (bitte Googeln, falls unbekannt, ging mir nämlich nicht anders...) Zoophilie, Pelzträger, Luxushundepensionen usw... - und irgendwo zwischendrin wir - Tierhof Amoa.
Ist Tierliebe wirklich individuell - "darf" man es überhaupt so sehen?

Bevor ich erfuhr wer sich noch als "Tierlieb" bezeichnet, empfand ich Tierliebe als Individuell und habe das auch so im Interview erwähnt. Jetzt da ich mich tiefer mit diesem Thema beschäftige, bin ich mir dessen nicht mehr so sicher.

Was ist Tierliebe?
Ist es  "Liebe" die ich für unsere Tiere empfinde, oder ist es mehr Hochachtung, Respekt vor ihrer Natur, ihrer Würde, ihrem Dasein. In meinem Kopf schallt das zweite viel lauter als das erstere - Hochachtung, Respekt, Würde, Dasein. Aber stimmt das wirklich?
Oder ist es mehr der Egoismus dem armen Tier zu helfen, um dadurch ein gutes Gefühl zu erhalten. Brauch ich somit den Egoismus um die Arbeit zu tun die ich tue?
Oder ist es das globale Verständnis für die Verbindung zwischen Mensch, Tier und Natur. Ohne das eine - nicht das andere... Großes JA in meinem Kopf... oder hätte ich das einfach nur gerne und blende das Ego einfach mal kurz aus...

Ist es wieder nur der menschliche Blick von oben herab auf die anders seiende Kreatur?

Eine frühere Bekannte hat ihrer toten Katze das Fell abziehen lassen als Zeichen ihrer Liebe und Trauer und weil sie etwas zurück behalten wollte, als liebevolle Erinnerung. Für mich war das unvorstellbar, ich würde so etwas nicht tun, das weiß  ich... jetzt nicht und wahrscheinlich auch nicht in der Zukunft. Einfach weil ich das körperlich unversehrte nicht mit meinem Blick auf Mensch und Tier in Verbindung bringen kann.

Was ist eigentlich Liebe?
Wenn wir schon das Thema Tierliebe betrachten, müssen wir uns auch allgemein mit dem Thema Liebe befassen  (wiedermal, für die diejenigen die jetzt nachhaltig gähnen - ich kanns nicht ändern, es ist der Dreh und Angelpunkt meines Lebens). Im Interview sagte ich: Liebe ist frei.
Ich empfinde es auch bei näherer Betrachtung so, dass Liebe frei ist. Der Mensch schränkt sie in seinem Egoismus ein, er kettet und zäunt und bindet und dabei spielt es keine Rolle ob es ein menschlicher Partner oder ein tierischer Begleiter ist - dennoch ist Liebe in ihrer Begrifflichkeit frei, sowohl spirituell als auch rational.

Während uns Menschen, die wir Lieben, enttäuschen und verletzen können, ist die Liebe zu einem Tier stets ungetrübt, außer es beißt mal ordentlich zu, oder es ist alt, gebrechlich oder krank. Oder ein Mensch (oft ein Baby) nimmt den Platz ein und das Tier wird verbannt aus unserem Leben.
Die Liebe zu einem Tier - ist es nicht vielmehr die Macht die wir uns selbst geben, es in unser Leben zu holen und wieder zu verabschieden, wann immer wir das wollen.
Ist es wirklich liebe?
Und was ist der Unterschied in der Liebe zu einem Partner, dem eigenen Kind und dem (z.B.) geliebten Hund? Und schon ist der Mensch wieder auf der höchsten Sprosse der Leiter, denn ich weiß jetzt schon viele werden sagen: "Natürlich geht mein Partner und mein Kind vor!"
Arterhaltung sage ich... und werde wahrscheinlich gleich gesteinigt werden  ;)

Wie denkt ein Zoophilist darüber... ich halte ihn für pervers, krank. bedauernswert.  Er wird von sich behaupten das er das Tier das er missbraucht liebt.
Was für mich pervers ist, ist für ihn die wahre Erfüllung und die wahre Einschränkung, er wird Gesellschaftlich dafür geächtet werden und er weiß es... egal wie sehr er es dreht und wendet, er weiß, dass was er macht ist gegen die Norm, gegen jeglicher Moral und Ethik..

Eine andere Betrachtungsweise:  für den Homophoben Mensch sind wir der Horror pur und die Geisel der Menschheit.
Normalität ist das was Mensch daraus macht und das in jeglicher Richtung. Doch während wir Homosexuelle niemanden schaden mit unserer Liebe zum gleichen MENSCHLICHEN Geschlecht. Kann der Zoophilist einem Tier Schaden bereiten - hier spielt der Wille des Tieres (so denke ich)  eine untergeordnete Rolle.
Und doch wurden wir über viele Jahre in eine Schublade gesteckt.

Moral ist änderbar, die Zeit gibt vor was Normal ist... Mögen die Götter es vermeiden, dass Zoophilie eines Tages Normalität erlangt. - Ja hier streikt meine hohe Erwartung der Toleranz an mich selbst.

Und doch formt sich tief in meinem Kopf die Frage, ob nicht alles was Mensch im Stande ist zu tun, einer menschlichen und somit selbstgemachten Normalität entspringt. Wir töten, wir vergewaltigen, wir missbrauchen, wir bemächtigen Mensch wie Tier.
Der Mensch ist zu allem fähig und nur die Moral und Ethik hindert uns all das auch auszuleben.
Der Geist des Traumes ist ein unendliches Spiegelbild unserer wahren Natur.
Die Entscheidungsfähigkeit lässt uns oft inne halten und abwägen.

Aber mal im Ernst wenn der Mensch zu allem fähig ist und dieses menschliche in uns Normalität bedeutet, ist nicht auch Zoophilie normal - als Teil unserer Grenzenlosen Macht und Gewalt gegen alles und jeden?

In mir ist schon den ganzen Abend ein leichtes Würgegefühl, entweder ich werde krank oder das Thema macht mich krank...
Ich werde noch nachdenken heute Nacht, denn dieser philosophisch, psychologischer Gedankenkreisel lässt mich noch lange nicht schlafen.

Ein Fazit wird es hier nicht geben, dazu ist mir das Thema zu ernst. Ich brauche Zeit um den Blick zu klären und vielleicht eine Antwort auf die Ego Frage zu erhalten:

Für wen tue ich das wirklich, für die 37 Tiere die bei uns leben, oder nur für mich?
Ändern wird es nichts, unsere Tiere werden nicht unter meinem Ego leiden, aber es klärt einiges in mir. Bin ich wirklich so uneigennützig? Eine Frage die ein hohes Potential an Eigenwahrnehmung fordert...
Ich ziehe mich gerade (mal wieder) aus... merkt ihr es ;)

Den Zuschauer Termin für die Dokumentation bekommt ihr rechtzeitig mitgeteilt...
Namasté

Alles Liebe eure Jo vom Tierhof Amoa

Weitere Infos: http://www.ctv.uni-siegen.de/
Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tierliebe

Dienstag, 24. Dezember 2013

Frohe Festtage und alles Gute zu Weihnachten!!!



Es weihnachtet und ich wünsche euch ein besinnliches Fest und friedvolle Tage!

Alles liebe vom Tierhof Amoa und von mir eurer Jo

Ich gedenke heute aller Gänse und Hühner die getötet wurden, damit Menschen sie essen ...
Ich gedenke aller Rehe und Wildtiere die getötet wurden, damit Menschen sie essen ...
Ich gedenke aller Tiere, die getötet werden, damit Menschen sie essen ...