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Sonntag, 8. Februar 2015

Wandas Geschichte - Was muss passieren?

 - Damit Menschen endlich ihr Verhalten verändern?

Wanda ist tot.

Ihr Tod hat viel in mir ausgelöst, mehr als ich in Worten ausdrücken kann. Vielleicht werden jetzt viele sagen, sie war doch nur ein Huhn. 
Sie war ein kleiner Held, der es geschafft hat, die Herzen einiger Menschen zu erobern. Sie bringt vieles in mir ins Rollen, ich denke nach und ich stehe innerlich vor einem kleinen Abgrund der mich vor die Entscheidung stellt zu Brüllen, um mich zu schlagen, gegen diese Wixhähnchenwägen zu treten, den Leuten ihre gebratenen Hühner um die Ohren zu schlagen. An die Wände " ihr Tierquäler" "ihr verfluchten Tiermörder" zu schreiben, kurz um, in mir ist etwas explodiert. Die äussere Ruhe, die Gewaltlosigkeit hole ich mir... - ja woher hole ich sie mir?

Ich hinterfrage momentan alles.
Auch meinen Glauben. 
Momentan würde es mir vielleicht sogar besser gehen, Gewalt auszuüben, richtig auszurasten. In ein solches Institut zu fahren, wo kleine Wandas im Reagenzglas gezüchtet werden, auf das sie noch mehr erleiden müssen, für diese Gutbürgerliche Ignoranz. Mit einem Baseballschläger auf die Reagenzgläser zu dreschen, das das Glas gegen die Wände spritzt. Ja ich habe solche Gedanken, weil ich meine Gefühle nicht unter Kontrolle habe.
Ich habe so viele Tiere sterben sehen, aber Wandas Tod holt jeden einzelnen Schmerz hervor der tief in mir vergraben ist.

Ich habe versucht über sie zu reden, das Schreiben war kein Problem. Man findet Gleichgesinnte. Die meisten Leute die meine Texte lesen, stehen mit mir auf einer Ebene. Und wenn nicht verschwinden sie aus meinem Textfeld. Aber das sprechen, das wirkliche Mitteilen - Sprache - Gefühl - Ausdruck. Ich bin gescheitert, ich habe feststellen müssen, das meine Sprache die Menschen in meinem Umfeld nicht erreicht. Weder Bekannte noch Freunden wollten mehr von Wanda erfahren. Ich sah es an ihren Blicken, diesen Lächeln im Gesicht, das mehr das arme Wesen bedauerte das vor ihnen stand, als das Huhn um das es ging.

Das erste mal wurde mir so richtig bewusst, das ich außer meiner Frau und einigen befreundeten Tierschützern niemanden hatte mit dem ich reden konnte. Ohne dieses: "Ach komm schon, lass mich damit in Ruhe" Augenblinzeln. Dieses wegwischen einer Hand und dem Lächeln das so viel ausdrückt - etwa das knallen einer Tür die hinter dir zufällt, während du noch im Rahmen stehst.

Wo sind meine Freunde, meine Bekannten geblieben. Die die sich immer wieder bei mir ausweinten, deren ich mit Rat und Tat zur Seite stand. Momentan bin ich wieder kurz davor mit ihnen zu brechen. Ich habe schon oft solche Momente erlebt, da wurde mir klar, das ich mich wieder um Längen entfernt habe und ich musste weiter gehen und die Menschen die ich einst liebte hinter mir lassen.

Und ich habe viele Freunde hinter mir gelassen, Leute die immer noch wütend auf mich sind, weil ich ihnen Brief schrieb um mich zu erklären. Dieses: "Es tut mir leid, aber unsere Wege trennen sich hier" hat mir weh getan, aber es war notwendig. Momentan denke ich wieder darüber nach.

Ich weiß es wird niemand verstehen, wenn ich mit den Worten anfange: "Wo wart ihr als Wanda starb?
Wo wart ihr als sie zu mir kam, als ich sie zu Anam Cara gab, weil mir bewusst wurde, das sie bei uns noch nicht mal halb solange am Leben wie dort auf dem kleinen Lebenshof.
Wo seid ihr wenn es mir Scheiße geht?

In solchen Momenten bin ich meinen Freunden, Verwandten, Bekannten zu viel, zu emotional. Der einzige Mensch der dann da ist und mich anfangen kann, ist Britta, meine Frau. Ich will noch nicht mal sagen, das es andere nicht können, ich will nur sagen, das ich nicht das Vertrauen habe, mich fallen zu lassen. Ich bin nur gut um anderen zu helfen, das ist wohl mein Karma.

Meine Tränen trocknen auch so.
Heute ist guter Tag, ich denke an Wanda und muss automatisch an alle Denken die ich begleitet habe. Menschen wie Tiere, es waren einfach zu viele.

Wir haben gerade keine gute Zeit, gestern Nacht konnten wir beide nicht schlafen. Unsere finanzielle Situation macht uns Gedanken. Es gab schon oft solche Zeiten da überlegten wir wie wir die nächsten Monate hinbekommen, das ist so wenn man von der Hand in den Mund lebt. Es gibt keine Garantie das es Morgen genauso weitergeht wie heute. Manchmal da macht uns diese Lebensweise sorgen. Manchmal denken wir darüber nach was ist, wenn wir das Haus hier nicht halten können, wohin mit den Tieren. Das ist ein Grund warum ich unbedingt das Tierschutznetzwerk auf die Beine stellen will.

Denn ich kann bei den Menschen um mich herum, nicht davon ausgehen, das sie da sein werden und uns helfen werden.
Ich gehe eher vom Gegenteil aus. Hilft dir selbst... den Rest vom Satz bleibt ungesagt, denn ich glaube nicht an einen Gott, der mir lächelnd vom Himmel hinunter blickt. Dieser Gott ist in meiner Kindheit gestorben. Buddha ist auch keine Alternative, denn er zeigt mir nur, zu was ich selbst in der Lage bin. Hilf dir selbst!!

Was muss passieren, damit Menschen wie die Menschen in meinem Umfeld ihr Verhalten verändern?
Was muss noch passieren?

Ich glaube das einzige was wirklich zu einer Weltweiten Veränderung führt ist das Leid am eigenen Leib. Manchmal glaube ich, habe ich nur deswegen das Grauen meiner Kindheit und frühen Jugend überlebt, um jetzt zu begreifen.
Um zu verstehen, was Wanda wirklich war.

Sie war ein kleiner Held, sie hat es aus eigenen Antrieb geschafft für eine kurze Zeit unter liebevoller Obhut zu leben.
Wanda muss in der Erinnerung bleiben. Ihre Geschichte darf nicht sterben. Sie muss Sinnbild, Maskottchen eines Tierschutzes werden, der dafür sorgt das sich etwas verändert, in den Herzen der Menschen.  Sie war nicht irgendein Tier einer Massenhaltung. Sie war eine Persönlichkeit und als solche wird sie ewig in meiner Erinnerung bleiben.

Wie kann man die Menschen da draußen wirklich erreichen?
Ich habe meine Bekannten und Freude nicht erreicht. Ich habe versucht ihnen zu erzählen wie Wanda war. Aber es hat niemanden interessiert. Meine Worte bleiben ungehört, ungefühlt. Das ist es was momentan noch mehr schmerzt als Wandas tot. Es war voraussehbar. Wir wussten alle sie wird sterben, wir haben gehofft, das sie noch einige schöne Monate im Lebenshof verbringen kann und Meike hat bis zuletzt gehofft das Wanda überlebt. Als sie mir sagte, dass Wanda aufgehört hat zu fressen, wusste ich den Überlebenskampf hat sie verloren. 


Kann man euch mit Wandas Geschichte erreichen?
Seid ihr gute Zuhörer?




Wandas Geschichte

Eines Tages klopfte etwas an Heikos Fenster. Es war ein kleines Huhn. Heiko wusste woher dieses Huhn stammt. Von einem Bauernhof der regelmässig Hüher gebracht bekommt und der diese Tiere selbst schlachtet. Heiko weigerte sich dieses kleine pipsende Hühnchen zurück zu dem Hof zu bringen. Er nahm es erst mal zu sich nachhause und dort wohnte es ein paar Tage. Aber es war kein gutes Leben für ein Huhn und so kontaktierte er mich:

"Was soll ich machen, es kann nicht in meinem Gästezimmer bleiben, so ganz alleine"
Ich wusste nur eine Antwort: "Dann bring es zu mir oder kontaktiere Rettet das Huhn!"



Heiko entschied sich zu mir zu fahren. Er war gut zwei Stunden unterwegs. Und als er ankam sahen wir uns zum ersten Mal und ich wusste, vor mir steht ein Freund. Wir mochten uns sofort.
Als ich dann das Huhnchen sah, dachte ich bei mir: So ein Huhn habe ich noch nie gesehen. Es war so anders als meine anderen geretteten Hühner. So zart und doch wohlgenährt. Ich war ehrlich gesagt ein wenig verwirrt. Mein Instinkt sagte mir, das dieses Hühnchen noch sehr jung war, ich rechnete damit das als als erwachsenes Huhn wahrscheinlich die doppelte Größe haben wird, als meine restlichen Hühner. Ich nahm wirklich an, es sei eine Rassezucht oder ein anderes von Menschenhand manipuliertes Huhn.
Ich setzte es erst mal in einen Käfig und am Abend kam es zu den anderen Hühnern in den Stall. Ich dachte damit tat ich ihm etwas gutes, aber das Gegenteil war der Fall.
Am nächsten Morgen öffnete meine Tochter wie immer den Hühnerstall um die Schaar nach Draußen zu lassen. Das kleine große Hühnchen saß einsam in der Ecke. Also sprach meine Tochter mit ihm, sie sagte ihm, es solle keine Angst haben, denn es wird irgendwann einen Kamm haben und dann wird es wunderschön aussehen.  Es ist ihre Aufgabe morgens den Stall zu öffnen und die Eier einzusammeln, die wir dann entweder verschenken oder den Hunden und Katzen zum fressen geben. Wir selbst essen schon lange keine Eier mehr.

Um 10 schaute ich wie immer kurz nach unseren Hühnern und gab den Kaninchen Futter. Das kleine große Huhn war nirgends zu sehen. Ich dachte mir dabei nichts schlimmes, denn wir haben ein großes Grundstück und unsere Hühner dürfen nutzen es sehr gerne, sich unter den Büschen zu verstecken. Dennoch wunderte ich mich ein wenig. Um 11 Uhr rief mich meine Nachbarin an, sie meinte: "Kann es sein das ein Huhn von ihnen auf der Straße herumläuft. Es ist irgendwie merkwürdig, so orientierungslos". Ich war gerade aus der Dusche gekommen und stand noch tropfnass im Flur, als ich zu meiner Tochter rief: "Schatz geh schnell nach draußen, Wanda ist auf der Straße!" meine Siebenjährige lief sofort los und ich zog mich in Windeseile an.

Draußen stand sie dann bei unserem kleinen großen Huhn und tröstete es sanft: "Du musst doch nicht weglaufen, wir tun dir nichts, bei uns kannst du groß und alt werden!"
Ihr nahm das Hühnchen das jämmerlich pipste. "Meine Güte du musst noch ein Baby sein" flüssterte ich. Dann trug ich es erst mal unters Dach. Ich stellte in Windeseile einen größeren Käfig auf und füllte Futter und Wasser nach. Das Kleine stürzte sich sofort auf den Futternapf und fraß ihn innerhalb kürzester Zeit auf.

Ich war total verwirrt. Hühner sind allgemein kleine verfressene Tiere und normalerweise begrüßen sie sich mich am Tor, weil sie wissen, gleich gibt es Futter. Aber sie fressen nie alles auf einmal auf. Sie haben ein gutes Verdauungssystem und machen beim Fressen auch längere Pausen. Das kleine große Hühnchen fraß ohne Pause.
Ich nannte sie Wanda, einerseits entnahm ich den Namen aus einem Buch das mich bis heute nachhaltig fasziniert, es heißt "Seelen". Andererseits nannte ich sie, weil ich der Meinung war, wenn ein kleines großes Hühnchen zweimal auf Wanderschaft ging, braucht es einen stattlichen Namen.

Um Wanda nicht alleine im Käfig zu lassen, setzte ich Fräulein Schwarz zu ihr, Schwarzi war ein Omega Huhn. Ein Huhn das in der untersten Hühnerkaste lebte. Sie fraß erst nachdem alle anderen Satt waren und sie saß nie auf einer Leiter, sie saß immer unten. Ich dachte, wenn jemand Wanda ein wenig Geborgenheit vermitteln kann, dann Fräulein Schwarz. So verbrachte Fräulein Schwarz und Wanda die erste Nacht gemeinsam im Käfig. Am nächsten Morgen sah ich jedoch das sich unser Omega Huhn in Wandas Gegenwart in ein Alpha Huhn verwendelt hatte. Fräulein Schwarz hatte Wandas Köpfchen ordendlich malträtiert. Die kleine blutete leicht. Also nahm ich schnell die schwarze Dame aus dem Käfig. Ich brachte sie zurück zu den anderen und Fräulein Schwarz bedankte sich keckernd und lieg gleich zu ihrer Hühnergruppe. Wanda saß nun alleine wieder im Käfig und ich war total ratlos. Das kleine große Hühnchen tat mir so leid.





In der Zwischenzeit hatte ich von Wanda auf meiner Tierhof Seite berichtet. Ellen eine gute Bekannte von mir und Mitarbeiterin von Rettet das Huhn, meinte in einem Kommentar, das sie glaubt das Hühnchen sei ein Masthuhn.
Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Sie hatte Recht, nur das erklärte das merkwürdige Verhalten, diese Küken Energie. Ich musste erst mal weinen, weil mir dadurch auch klar wurde, das Wanda nur zum Sterben geboren wurde.
Masthühnchen werden nur zum Fressen und gefressen werden gezüchtet.


Bildquelle:http://www.ariwa.org/wissen-a-z/hintergrund/masthuehnerleben.html 

Am Anfang haben sie noch ein wenig Platz, doch je älter sie werden, desto enger ist ihr "Zuhause". In einer großen Halle leben bis zu 28 Hühner auf einem Quadratmeter Stallfläche, diese Hühner haben ein Gewicht von bis zu 1,6kg. Manchmal sogar noch mehr.

Am Ende ihres Lebens, das gerade einmal 3-6 Wochen andauert, können sie sich kaum noch bewegen.

Bildquelle: http://www.ariwa.org/wissen-a-z/hintergrund/masthuehnerleben.html


Viele sterben, weil die Organe nicht mehr ausreichend funktionieren. Das Gewicht ist viel zu hoch für die Knochen, die dann einfach brechen, als wären sie aus Glas.

Bildquelle: http://www.ariwa.org/wissen-a-z/hintergrund/masthuehnerleben.html


Wanda hatte es geschafft, sie lebte bei mir, aber unter welchen Bedingungen. Ich war tottraurig. Ich saß vor ihrem Käfig und mir liefen die Tränen übers Gesicht.  Mir war klar, das sie hier bei uns, bei unseren freien Hühnern keine Chance hatte. Wie musste sie sich fühlen?
Sie lebte mit Hunderten / Tausenden von anderen kleinen Hühnchen in einer Enge die kaum Platz lies zum Drehen. Dann kam sie zu diesen Bauern. Sie lief davon, aus Angst aus - ich weiß es nicht Überlebenswillen. Und nun war sie bei mir, eingesperrt in einen Käfig und alleine. Ich war so wütend auf dieses System. Überleben war einfach nicht genug.
Ich selbst war Jahre eingesperrt, ich verbrachte meine komplette Kindheit in Gefangenschaft, diese Erinnerung kam hoch, wie ein Sturzbach. Mir wurde in diesem Moment klar, das Wanda nicht bei uns bleiben durfte. Sie brauchte einen begrenzten Raum. Ich schrieb meine Gefühle auf und lies sie nach Draußen in die Welt des Internets. Ich war so traurig, weil ich meine Grenzen erkannt hatte, weil mir bewusst wurde, ICH kann ihr nicht helfen. Unser Hof der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Tiere die keine Chance hatten, eine Chance zu geben, war für Wanda der falsche Hof.

Eine Freundin hatte gerade neu einen Lebenshof aufgebaut. Sie hatte ein Gehege in dem ihre Hühner lebten, sie bot mir an Wanda zu nehmen. Ich wusste auf ihrem Hof, den gemeinsam mit ihrer besten Freundin führte, hatte Wanda vielleicht eine kleine Chance.
Auch wenn ich Gitterstäbe ablehne, für Wanda war eine Begrenzung das was wirklich brauchte. Das was für mich Freiheit bedeutete musste ich mir erst im Alter von 32 selbst schenken. Solange habe ich gebraucht um Freiheit wirklich schätzen zu lernen.
Wanda brauchte Zeit um sich zurecht zu finden.

Davon waren wir alle überzeugt. Und so zog Wanda zu Meike und Cathrin auf den kleinen Lebenshof Anam Cara.

Die Bilder die täglich folgten und vielen Gespräche mit Meike zeigten mir, das wir richtig lagen. Wanda fühlte sich von mal zu mal wohler.
Sie integrierte sich sogar in die kleine Hühner/Kaninchengruppe.




Sie fasste Vertrauen zu den zwei Frauen, die sich rührend um das kleine Hühnchen kümmerten. Doch als der 6 Februar kam, verändert sich alles. Wanda hörte auf zu fressen.
Ich las die Nachricht am 7 Februar morgen um 9 Uhr und ich wusste es. Ich hatte so viele Hühner sterben sehen, ich wusste, es gab keine Chance mehr.
Meike war noch zuversichtlich und schrieb mir zurück: "Sie stirbt nicht, ich sorge dafür!"
Und ich schickte ihr einfach nur ein Herzchen...  ich wusste es besser.

Wie gerne hätte ich Wanda noch einmal gesehen.
Am 7 Abends bekam ich dann die Nachricht, die ich erst in der Nacht las.
Wanda war in Meikes Armen gestorben.

Wenn ich trauere dann still. Ich bin niemand der schreit und laut weint. Wenn es weh tut dann suche ich die Stille in mir und es tat diesmal weh. 
Wie oft haben wir Hühner beerdigt und ich habe nur leise: "Om mani padme hum" geflüstert, bevor wir die Erde auf ihre Körper schütteten. Oft legte unsere Tochter noch ein Bild mit ins Grab. Aber es waren so viele Hühner die nur eine begrenzte Zeit bei uns lebten und irgendwann hörten auch die Bilder auf. Aber es blieb dabei eine Beerdigung war Teil unserer Familie, es sind alle Anwesend. Ich vermute diesmal wird eines unserer Amoa Tiere ohne uns beerdigt und ich kann es Meike noch nicht mal übel nehmen. Wanda ist zu einem Tier von Anam Cara geworden. Ihre Tränen sind mit Sicherheit noch nicht versiegt. 

Ich weiß noch wie es war, als eines meiner ersten Schützlinge starb. Das ist jetzt so viele Jahre her. Ich weiß noch, ich war noch sehr jung. Und damals habe ich anders getrauert als heute. Ich habe geflucht und laut gebrüllt. Es war ein Hund der Überfahren wurde und an der Straße liegen gelassen wurde. Meine Schwester und ich haben ihn von der Landstraße gezogen und er starb in meinen Armen. Damals hab ich meine Faust gen Straße gehalten und jeden Autofahrer der an mir vorbei fuhr aufs Übelste beschimpft. Wir haben ihn dann unter Ästen und Blättern begraben.
Diesen Hund werde ich genauso wenig vergessen wie die kleine Wanda.


Ich bin bald 50 Jahre alt. Zurückblickend habe ich so viele Tiere beerdigt das man daraus locker ein großes Haus auf diesem Platz bauen kann. Manchmal kommt es mir so vor, als würde ich auf einem Friedhof der Kuscheltiere leben. fast auf jedem Grundstück auf dem ich lebte, gab es einen kleinen Friedhof. Niemand sieht das unter der Erde Knochen liegen. Niemand muss es sehen.

In Gedanken bin ich Anwesend wenn Wanda  ihren Weg antritt.

In Gedanken bin ich immer anwesend.

Auf das ihre Geschichte in Erinnerung bleibt. Dieses Leben ist nur eines von vielen Leben.
Unser aller Mägen sind voll davon!!!

Wir haben so viele Wandas gegessen, so viel Schuld aufgeladen. So viel Schmerz verursacht.

Ich schwöre bei allem was mir heilig ist, ich werde nie wieder Fleisch essen, nie wieder soll ein Tier wegen mir sterben, oder leiden. Dieser Schwur soll mich bis zu meinem Lebensende begleiten, genauso wie Wanda mich begleiten wird.

Auf das sie uns in Erinnerung bleibt.



Mögen alle Tiere Glücklich und unversehrt bleiben...
Namasté

Eure Jo



Bildquellen:
kleiner Lebenshof Anam Cara
Tierhof Amoa
http://www.ariwa.org/wissen-a-z/hintergrund/masthuehnerleben.html

Mittwoch, 28. Januar 2015

Maximal 6 Wochen leben - um qualvoll zu sterben.

Update:

Wanda ist heute den 28.1 ins Anam Cara umgezogen,
dem kleinen Lebenshof einer befreundeten Tierschützerin. . 
Wir wünschen unserer kleinen großen Maus, alles erdenklich gute und ein wunderschönes Leben solange es andauern möge. 

Lokah Samastah Sukhino Bhavantu
Om Shanti Shanti Shanti
Namasté






Vor drei Tagen bekamen wir einen kleinen Notruf von einem Freund ein Huhn ist ihm zugelaufen.
Sein Nachbar ein Bäuerlicher Betrieb, hatte eine neue Fuhre von Hühnern erhalten, Hühner die geschlachtet werden sollten. Eines dieser Hühner hat den Weg zu meinem Freund gefunden.
Und von ihm den Weg zu uns.

Wanda ist so anders als unsere restlichen Hühner, Diese Zartheit ihres Köpfchens passte nicht zu einem so großen Huhn. Wanda ist anders.
Wir haben zuerst versucht sie zwischen unseren anderen Hühnern zu integrieren, das macht man indem man die Neulinge Abends wenn es Dunkel ist, in den Stall zu den anderen setzt. Über Nacht nehmen sie den Stallgeruch auf und werden somit zum Teil der Hühnerherde.

Bei Wanda war das anders, als meine Tochter die Hühner morgens aus dem Stall ließ, war Wanda noch im Stall. Shaya hat eine wundervolle Art mit Hühnern umzugehen, sie sprach mit ihr und machte ihr Mut.
Als ich dann gegen 10 nach den Hühnern sah, war Wanda weg. Allein das ist schon ungewöhnlich, denn gerade die Neulinge sind normalerweise so ängstlich das am ersten Tag im Stall verbleiben. Dennoch habe ich mir nichts schlimmes dabei gedacht. Unser Gelände ist recht groß und die Hühner können sich unter Büchen und Sträuchern verstecken, was sie auch sehr gerne machen, weil es dort viele Insekten gibt.

Gegen 11 rief mich meine Nachbarin an: "Kann das sein das Ihnen ein Huhn abgehauen ist, es läuft die Straße entlang?"

Ich war wie paralysiert, das ist noch nie vorgekommen, denn um zur Straße zu gelangen, müssen unsere Hühner wirklich große Wege hinlegen, sie müssen über einen hohen Zaun springen, ein Teil des Dachs entlang laufen, dann wieder runterspringen und eine lange Treppe nach unten laufen. Oder sie müssen über ein Waldstück laufen, um über den Friedhof zur Straße zu gelangen. Unser Grundstück ist von Außen nicht einsehbar, unsere Hühner sind normalerweise in Sicherheit.

Da Shaya schneller war als ich lief sie sofort nach unten und da saß Wanda, auf einem Nachbargrundstück. Shaya beruhigte es sanft und es lies sich von mir nach oben tragen. Ich spürte den kleinen Herzschlag und es fiepte jämmerlich. Ich habe bisher noch nie solche zarten Töne von Hühnern gehört, es war ein sanftes fiepen eines Vogels.

Wanda war so anders, dass ich mir echt Sorgen machte, also brachte ich sie erst mal nach oben unter den Dachboden, setzte sie in einen großen Kaninchenkäfig und gab ihr Futter und Wasser. Wanda stürzte sich sofort auf das Futter, ich sah wie schnell die Schüssel immer leerer wurde und wunderte mich noch mehr. Ich fragte mich, ob Wanda vielleicht eine andere Hühnerrasse war, eine die ich nicht kannte.

Ich berichtete auf unserer Tierhof  Facebook Seite über Wanda. Eine befreundetete Tierschützerin und Mitarbeiterin von Rettet das Huhn schrieb mich daraufhin an, das sie ziemlich sicher sei, das Wanda ein Masthühnchen ist.

Und ab da ging es mir schlecht. Denn mir wurde nun klar, das Wanda in Wahrheit ein winzig kleines Küken ist in dem Körper eines erwachsenen Huhns. Ich hatte noch nie zuvor ein Masthuhn gesehen, Denn normalerweise bekommen Menschen die nicht in einem Mastbetrieb oder Schlachthof arbeiten solche Hühner nicht zu sehen.
Sie sind die Unsichtbaren Wesen, die nur gebraten auf den Tellern der Menschen landen, oder als gekochte Hühnerbrust.

Ich war erschüttert über dieses Leid und ich bin es immer noch.
Ich setzte unser Omega Huhn Schwarzi zu ihr in den Käfig weil mir klar wurde, das Wanda auf engstem Raum mit 1000den von anderen Hühnern gelebt hat, alle mit dem gleichen Schicksal. Alleine zu sein, musste unglaublich schlimm für sie sein, auf unserm Grundstück war sie verloren. Wie muss dieses kleine Wesen sich fühlen. Sie tat mir unendlich leid.
In der Zwischenzeit musste ich noch überlegen wo wir unsere nackten Rettet das Huhn Hühner unterbringen. Ich fühlte mich wirklich im Stress. Auf der einen Seite die kleine Wanda, auf der anderen die nackten Rettet das Huhn Hühner die keine Temperaturen unter +20 grad kennen.

Sie kommen am Samstag aus einem Massentierbetrieb. Normalerweise hatten wir erst im Frühling mit ihnen gerechnet, dann wäre das alles kein Problem gewesen, aber der Bauer hatte den Termin vorverlegt und Rettet das Huhn war im Vermittlungsstress.
5 Rettet das Huhn Hühnern werden hier einziehen, mehr konnte ich übernehmen, da wir auch nicht wussten, ob wir so schnell ein Winteruartier bauen können. Wir müssen also auf dem Dachboden einen Stall für die Hühner bauen, damit sie dort ein paar Wochen leben können, um sie dann zu den anderen im Außenstall zu integrieren, wenn die Federn nachgewachsen sind.

Das Hühner nackt sind, kann man sich kaum vorstellen, wenn man es noch nicht gesehen hat. Legehühner leben genau wie Masthühner auf engsten Raum doch der Unterschied ist, das sie zum Eierlegen gezüchtet werden und nicht für die Fleischproduktion. Ihr ganzes Wesen ist anders, sie sind Robuster. Nackte Hühner im Sommer sind überhaupt kein Problem für uns. Ihr Gefieder wächst schnell nach, das einzige worauf wir wirklich achten müssen, ist das sie keinen Sonnenbrand erleiden. Aber nackte Hühner im Winter stellt uns vor großen Herausausforderungen. .

Am nächsten Morgen als ich nach Schwarzi und Wanda sah, war Wanda am Kopf verletzt. Schwarzi hat seinen Rang in dieser Nacht erhöht. Nun war Wanda das Omega Huhn, die Chancen das sie sich irgendwann in unsere Hühnergruppe integriert stand nun bei Null.
Also brachte ich Schwarzi wieder zu den restlichen Hühnern und musste erst mal weinen.
Ich sah dieses kleine gequälte Huhn an und heulte mir die Seele aus dem Leib.

Es ist etwas anderes für mich, wenn Hühner zu mir kommen und dann bei mir Sterben, weil sie krank werden. In der Zeit in der sie hier sind, haben sie die Freiheit geschnuppert, sie sind mit den anderen Hühnern über die Wiese gelaufen, sie haben das erste mal Würmer und Larven gefressen. Sie konnten im Kompost buddeln und sich unter Büsche verstecken. Zu sehen wie Hühner anfangen zu leben, macht mich sehr glücklich. Ich fühle wie wundervoll es ist, das sie laufen können und flattern und sich auf im Sand und der Erde wälzen. Manchmal sehen weiße Hühner braun aus, voller Erde und Schlamm, das ist pures Glück.

Bei Wanda ist es anders. Wanda ist vielleicht gerade einmal drei Wochen alt. Normalerweise stirbt sie mit 6 Wochen, dann ist ihr Körper reif zum Schlachten.
Viele Masthähnchen sterben vorher, weil die Organe versagen, oder sie elendig verdursten, denn oft können sie sich nicht auf ihren Füßen halten, der Körper ist einfach zu schwer. Und deshalb hören sie irgendwann auf zu trinken.

Ein Masthähnchen zu sein ist die qualvollste Art zu leben. Es gibt keine Chance aus diesem Martyrium, sie sind so gezüchtet das sie fressen müssen, sie haben kein Sättigungsgefühl. Obwohl Wanda seit drei Tagen bei uns lebt, findet man nur eins zwei Kothäufchen bei ihr im Käfig. Es wird alles verwertet. Statt in Energie wird es in Fett und Muskeln umgesetzt und wenn das Schlachten sie nicht tötet, dann das.

Das älteste Masthuhn das in Tierschutzkreisen bekannt ist, war Luna, ein Masthühnchen, das auf Hof Butenland lebte. Es wurde ein Jahr alt.

Ich glaube nicht, das Wanda so alt wird.

Nachdem ich von unserem Masthuhn Wanda in Facebook  berichtet habe, hat mir eine Tierschutzfreundin angeboten Wanda zu übernehmen, da sie ein geschlossenes Gehege hat und Wanda sich dort in einem begrenzten Raum integrieren kann.
Nach einem Moment der Überlegung habe ich das Angebot angenommen. Leicht fällt es mir nicht , denn die kleine hat mein Herz im Sturm erobert. Aber hier hat Wanda keine Chance. Sie ist so sehr überfordert, dass sie etwas vollkommen Huhnuntypisches gemacht hat, sie ist weggelaufen. Alle Grenzen die sie kannte, waren auf einmal verschwunden. Wanda wird heute Abend umziehen. Wir nehmen ihr den Stress, so dass sie gleich zu den anderen Hühnern gesetzt werden kann. Ich hoffe sehr sie kann sich bei meiner Freundin Meike wohl fühlen... ich wünsche es ihr von Herzen.

Wir sind unglaublich erschüttert, wir haben nicht gewusst, welchen  gravierenden Unterschied es zwischen Legehühner und Masthühner gibt. Ich lerne anhand von Erfahrung.

Während ein Legehuhn hier die optimalen Bedingungen hat um sich wohl zu fühlen, ist unser Hof für ein Masthuhn wie Wanda eine weitere Katastrophe in seinem jungen gequälten Leben. Hier gibt es keine Grenzen, keine anderen Masthühner, Es ist zu viel von allem, zu viel um damit klar zu kommen.

Ich habe große Probleme das einfach so stehen zu lassen. Das Menschen diese Tiere gezüchtet haben, damit sie fressen und fressen und dick werden um zu sterben.
Ich habe sowieso schon Probleme damit an einem Hähnchen Imbißwagen vorbei zu gehen und zu sehen wie Leute davor stehen und sich gebratene Hühnchen in Tüten geben zu lassen.

Mein Blick war immer abgewandt, weil ich es nicht ertragen konnte, weil ich einfach zu viel wusste. Jetzt weiß ich mehr und es wird mich viel Kraft kosten, den Hähnchenverkäufer ohne Wut anzusehen.

"Sie wissen nicht was sie tun" sag ich mir.
Doch es gibt Momente, da darf das keine Entschuldigung sein.

Es gibt Momente da möchte ich Firmen die solche Hühner wie Wanda züchten, den Wasserhahn abdrehen. Ihnen jede noch so kleine Subvention streichen, sie einfach auf die Straße setzen: "Fangt an euer Leben zu leben, statt Leben genetisch zu verändern!"

Es gibt Momente da erwarte ich von den Hühnchenessern, das sie sich vorher ein Huhn anschauen, wie Wanda. Und wenn sie das nicht wollen, möchte ich sie schütteln und anbrüllen.

Aber ich tue es nicht. Ich atme tief durch und gehe an ihnen vorbei, wie ich das seit vielen Jahren mache. Denn unter ihnen sind meine Freunde, Bekannten, meine Verwandten und meine Nachbarn,

Aber ich hoffe wirklich sehr, das kein Freund je ein Huhn in meiner Gegenwart isst. Denn dann werde ich ihm von Wanda erzählen und wenn ihm dann nicht das Huhn im Hals stecken bleibt, dann kann er nicht mein Freund sein.


Britta und ich sind sehr traurig und erschüttert.
Unsere Welt hat sich erneut verändert... und momentan ist mir nur noch kalt...

Eure Jo vom Tierhof Amoa


Weitere Informationen zu Masthühner


http://www.tierschutz-landwirtschaft.de/html/huhnermast.html

http://www.ariwa.org/wissen-a-z/hintergrund/masthuehnerleben.htm

https://www.tierrechte.de/themen/landwirtschaftliche-intensivtierhaltung/masthuehner

https://www.youtube.com/watch?v=SUt65vIIUTk

Donnerstag, 27. November 2014

SAGT NEIN!!! zu Taubenfallen!!!




Ich möchte euch auf etwas aufmerksam machen, das leider an vielen Menschen vollkommen vorbei geht. Ich kenne Gudrun nur durch Telefonate. Letztens rief sie an und fragte, ob ich vielleicht helfen könnte, 30 Tauben zu retten, die unter erbarmungswürdigen Zuständen leben. Wir kamen beide zu dem Schluss, das sich niemand finden wird, der wenigstens einige der Tiere aufnimmt, einfach weil die Tauben erst mal eingesperrt werden müssen, sonst fliegen sie wieder an die Stellen zurück, von denen sie gerettet wurden. Gudrun arbeitet mit wenigen Helfern, ( darunter auch zwei meiner Freunde) die sich wirklich aufopfern. Meine Freundin überlegt jetzt in einen Wohnwagen zu ziehen, damit sie auf dem Gnadenhof noch besser helfen kann. Zwar handelt es sich hier um einen Verein, aber wie viele Vereine wird auch dieser eben nur von wenigen Helfern am Leben gehalten.  Aber sie tun was sie tun können, um dem "Wegwerfprodukten" unserer Gesellschaft zu helfen.

Tauben gelten als Krankheitserreger und dieses Vorurteil hält sich seit Jahren, weil unsere Regierung, die Bundesländer und Städten dieses Vorurteil in der Bevölkerung aufrecht erhalten. Schon als Kind habe ich erleben müssen, dass Tauben von gleichaltrigen getreten wurden, heute sind aus den Kindern Erwachsene geworden, solche wie dieser Mensch der das wehrlose verletzte Tier auf die Gleise trat (nachfolgender Artikel).

Wir kämpfen für die Massentierhaltung, wir kämpfen für verlorene Haustiere, Hunde und Katzen aus Rumänien und anderen Ländern deren Tierschutzgesetze gerade zu grotesk sind. Aber unsere Tauben lassen wir verhungern (weil wir sie nicht füttern dürfen) wir lassen sie voller schmerzen sterbend zurück. Wir ignorieren die "Ratten der Lüfte", weil sie unsere Städte beschmutzen und auch sonst einfach "nerven". Wir fühlen uns gestört von dem Leben unserer Haustauben, die ausgesetzt wurden und sich vermehren. Ich habe durch meine Freunde nochmals ein anderes Bild erhalten, als das, was ich als Kind bereits kannte. Damals fiel mir nur auf, das Eltern es zulassen, dass Kinder hinter Tauben her rennen und sie treten wollen. Heute fällt mir auf, das die Kinder von damals die Erwachsenen von heute sind, deren Tritt noch schmerzhafter ist.

Wir erheben uns über die Länder die ihre Tiere töten lassen, doch wir tun nichts anderes. Wir tun es in einem Glauben der uns vom Staat aufoktroyiert wurde. Und wir glauben, dass die Tauben uns behindern in unserem Leben. Wir Menschen glauben alles, wenn es darum geht, das irgendwer sagt, er will uns (gesundheitlich) schützen. Dabei ist das vollkommen unnötig, denn wenn sie einen Lebensraum hätten, würden sie den uns Menschen vorziehen. Aber wir haben ihnen alles genommen.


ICH sage NEIN zu Taubenfallen, zum Taubentöten. Ich sage NEIN Tauben zu Misshandlungen und NEIN dazu, dass sie keine Lebensräume verdienen. ICH sage NEIN dazu, das wir Menschen dem einfach blind folgen, was andere sagen, was andere bestimmen. Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, dann müssen wir bei uns anfangen, einen anderen Blickwinkel erhalten.


SAGT mit mir NEIN!!!!

In Gedenken an die vielen Tiere die sterben mussten, weil wir Menschen nicht in der Lage sind verantwortungsvoll mit unseren Mitlebewesen umzugehen - die Tauben gehören dazu.

November 2014

Johanna Schlitzkus sagt NEIN



Stadttaubenprojekt Frankfurt e.V. -  26. November 2014
Chronik Facebook:

Eben erreichte uns ein Anruf. Am Westbahnhof würde eine verletzte Taube liegen.

Gudrun war nicht weit entfernt und nur fünf Minuten nach dem Anruf vor Ort. An der beschriebenen Stelle konnte sie die Taube nicht entdecken und suchte die Umgebung ab.

Gerade in dem Moment, als Gudrun die Taube schließlich unten auf den Gleisen entdeckte und realisierte, dass jemand das hilflose Tier dort hinuntergetreten haben musste, kam der Zug und überfuhr die Taube...

Es ist wirklich unfassbar wie Deutschland mit seinen Straßentieren umgeht. Wir sind immer wieder auf's Neue entsetzt. Den Tauben wird nichts, aber auch wirklich gar nichts gegönnt. Keine Nahrung, keine Brutplätze, keine Schlafplätze ... nicht mal Hilfe in Not.

Hier ist es kein Stück besser als in genau den Ländern, die immer wieder für Verachtung und Fassungslosigkeit bzgl. des Umgangs mit ihren Straßentieren sorgen.

Wenn es um unsere eigenen Straßentiere geht, aber bleibt der Aufschrei aus ...






Bildquelle: (co) Archivbild Stadttaubenprojekt Frankfurt e.V.

Montag, 11. August 2014

Tagebuch: Tiernahrung die letzte...


Gestern war ein sehr gemischter Tag. Anfangen hat er damit, dass ich meinen letzten Blogeintrag in Facebook teilte und ein Shitstorm ausgebrochen ist, bei dem mich eine unserer Spenderin im hohen Bogen aus ihrer Freundesliste warf.
Gegen Abend ist dann das Wort Antispeziezismus gefallen, die Frage ob wir ein solcher Hof sind.
Ich dachte darüber nach und das erste das ich sagte war: "Nein sind wir nicht". Weil wir unsere Tiere "Ihnen gerecht" füttern. Später am Abend habe ich noch mal darüber nachgedacht und für mich festgestellt, eigentlich sind wir es doch irgendwie und dann wieder nicht.. hm. Ich habe darüber die halbe Nacht nachgedacht und bin dann irgendwann zu einem Fazit gekommen.

In Tierschutzkreisen wird dieses Wort sehr einseitig genutzt, nämlich so das kein Tier dem anderen Vorgezogen wird und der Mensch bestimmt auch hier was dieses Gleichheitsgebot ausmacht.
Jemand der Tiere schützen will und ihnen Rechte zuweisen möchte, jemand der Vegan lebt hat die Erwartung das Haustiere nicht mit dem Fleisch anderer Tiere ernährt werden.
Nur schätzt er dann Haustiere damit automatisch niedriger ein als zum Beispiel Nutztiere. Sie müssen sich dem Menschen anpassen, dabei spielt es keine Rolle ob sie lieber Fleisch fressen würden.
Gestern wurde mir auch klar, das ich ein Wort finden muss, um unsere Tierernährung erklären zu können und mir kam dann heute Morgen der Betriff: "Ihnen gerecht". Natürlich füttern wir nicht Artgerecht, aber wir füttern so das es ihnen schmeckt und das es ihnen schmeckt sehe ich anhand der leeren Futternäpfe.

Ich bin Müde über die selbstgerechte Vorstellung sich selbst von der Schuld rein zu waschen indem man das Leben der Tiere seinem eigenen Leben anpasst.
Sorry ich spiel da nicht mit.

Wir sind bei allem was tun (und da zähle ich mich dazu) darauf bedacht, das wir ein gutes Gefühl dabei haben. Und gerade das Thema Tierernährung ist so ein Ding, da geht es um Gefühle - Schuldgefühle und weniger um Mitgefühl oder Mitleid. Hier geht es klar um Durchsetzungskraft und Unterjochung. Unser ganzes System ist so aufgebaut. Ich glaube das wir so dermaßen in diesem Wollen-Prinzip drin stecken, das wir uns drumherum ein Gebäude aufgebaut haben um das Ganze gut zu kaschieren, in dem Fall mit dem Wörtchen Anti-Spiziezismus. Darum dreht sich alles. Ein Hof ist automatisch weniger wert der an die Tiere Fleisch verfüttert, als ein solcher der die Tiere vegan ernährt. Und das kann es einfach nicht sein, dagegen wehre ich mich. Es ist totaler Schwachsinn zu denken das sich jeder Veganes Futter leisten kann, wenn man auf Spenden angewiesen ist.

Der Tierrechtler/Tierbefreier Daniel ... drückt es für sich so aus. 
Er schreibt:


"Tierschutz ist ja an sich schon speziesistisch... meist nur auf eine oder wenige Arten bezogen (Katzenschutz, Hamster-Hilfe oder noch spezifischer Podenco-Hilfe usw.) die wenigen übergreifenden Vereine sehen sich meist auch nur in der "Pflicht" sogenannte Haustiere zu "schützen". Im Zentrum steht nicht nur der Mensch, wie Du schreibst (das natürlich auch!), sondern vor allem das Mitleid um entsprechende nichtmenschliche Tiere. Tierschützer_innen wollen meist reformieren - ein "artgerechtes" Leben für ihre "Schützlinge" erreichen.
Was haben uns aber über 100 Jahre Tier"schutz" gebracht? Massentierhaltung und eine Gesetzgebung, in der das Gefangenhalten nichtmenschlicher Tiere und ihr Abtransport zur Schlachtbank gesetzlich zementiert sind. Es geht nicht darum größere Käfige zu bauen, oder den Schweinchen Spielzeug ins Gehege zu geben. Es muss darum gehen, dass kein Lebewesen als Ding oder Ware veräußert werden darf, jede Form von Ausbeutung, Unterdrückung und Diskriminierung ist abzulehnen. Auch Tierrechte gehen nicht weit genug - sie sind zwar weniger speziesistisch, da es normalerweise darum geht diese Rechte wie ein recht auf ein Leben in Freiheit, ohne Qual für alle nichtmenschlichen Tiere zu erreichen, aber nichtmenschliche Tiere müssen nicht getrennt vom Menschen gedacht werden (hier stehen wir Menschen, dort die "Tiere") - jede Art von Ausbeutung/Diskriminierung muss abgeschafft werden (Abolitionismus) - ob nun Rassismus, Speziesismus, Sexismus, Homophobie oder andere Formen."
 "Das ist ein schwieriges Thema. Eine Antwort darauf ist nicht leicht formuliert - hier einfach mal ein paar Gedanken:
Aus Tierrechts-/Tierbefreiungssicht ist das Verfüttern von in Dosen gepressten Tierleichen an andere Tiere abzulehnen. Und es ist auch widernatürlich. Welche Katze würde schon ein Rind töten uns es dann verspeisen können? Oder einen Lachs in unserer Region? Das gleiche absurde Vorgehen ist es Kleinnagern wie beispielsweise Hamstern Babybrei mit "Hühnchen" zu geben, um sie zu päppeln und damit vor dem Tode zu bewahren. Wer sog. Freigängerkatzen beobachtet wird feststellen, dass sie Insekten (Motten, Fliegen, einige Käfer), kleine Vögel und Nager bis hin zu jungen Kaninchen oder Eichhörnchen erjagen. Die genannten größeren Tierarten werden aber meist nicht gefressen, sondern von den Katzen nur getötet.

Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass einige Lebewesen ohne Supplementierung bei einer veganen Kost nicht gesund bleiben werden, wenn sie sich selbst keine Alternative suchen können (bei einer Wohnungs"haltung" beispielsweise).

Das Problem ist also menschengemacht, ebenso wie die Domestikation. Bestimmte Tierarten können ohne menschliche Fürsorge nur begrenzt oder gar nicht auf sich allein gestellt überleben. Daher muss Mensch sie versorgen, wenn sie nicht qualvoll sterben sollen - hier beginnt spätestens das "Mitgefühl".

Nun kann man sich also aussuchen, ob man diesem Mitgefühl nachgeht und Rinder an Katzen verfüttert, Katzen vegan ernährt und sie sich ihre anderen tierlichen Komponenten selbst jagen lässt, oder ob man vegan füttert und künstlich supplementiert, oder ob man in Kauf nimmt, dass die Katzen, um die man sich kümmert krank werden und schließlich, ob man die Katzen auf sich selbst gestellt lässt.

Die "Tiere" auf einem Lebenshof sind unabhängig von der Art und Weise der Fütterung aber nicht mehr oder weniger wert. Das Problem ist, wie gesagt menschgemacht und nur vom Menschen auflösbar.
Eine Lösung dafür habe ich nicht parat.
Zwischen der speziesistischen "Haltung" von "Tieren" und ihrer Unterdrückung auf der einen Seite und der sicherlich utopischen Totalbefreiung auf der anderen Seite, gibt es eine große Grauzone an Handlungsmöglichkeiten.

Wenn es nach mir ginge würde die "Produktion" also Züchtung sämtlicher Haus- und Arbeitstiere sofort eingestellt. Eine künstliche Vermehrung müsste verboten werden. Dann würde man noch 20–30 Jahre lang mit dieser Problematik leben müssen, bis die letzten ihrer Art gestorben sind. Dann wäre das Problem gelöst.
Wer jetzt aufschreit, dass man dann aber doch keine "Haustiere" im Sinne von Katzen, Hunden usw. als "Gefährten" mehr an der Seite des Menschen hätte ist aus meiner Sicht eoistisch, weil er/sie seine eigenen Bedürfnisse höher schätzt als das globale Problem.

Aber das sind alles nur Gedanken und in einem starren Text können diese natürlich auch falsch verstanden werden. Man müsste dazu eigentlich eine ganze Abhandlung schreiben, Alternativen aufdecken und dann umsetzen."

Und genauso sehe ich es auch, nur empfinde ich es als Menschgemachtes Mitleid, denn man geht als Mensch immer davon was man selbst empfindet und im seltenen Fall ist es das was Tieren empfinden würden, werden und Können!!

Mein Fazit:

Anti-Speziezismus im Tierrecht bedeutet für mich das man keinem Tier dem anderen vorzieht. Antispeziezismus wird aber oft so gelebt, das man die einen Tiere schützen will und den Rest (Haustiere) dem Menschen anpasst - somit zieht man das geschützte Tier vor. Und das ist total Irrational und es kann nur funktionieren wenn man das Problem an der Wurzel fasst und diese ganze Massentierhaltung abschafft.
Erst dann können unsere Tiere wirklich frei sein und zwar alle Tiere.
Ansonsten ist Tierschutz und Tierrecht nicht vereinbar mit diesem Begriff.

In dem Sinne:
Also hört endlich auf Tiere zu essen und dann können wir uns auch über Antispeziezismus unterhalten!!

Grüße von der Jo vom Tierhof Amoa

Und wer es noch nicht gemerkt hat... das ganze Thema Tiernahrung nervt mich so was von gewaltig an!! So und jetzt bin ich fertig! :)




Samstag, 12. Juli 2014

Milch 2 und Co - Videos zum Thema

Es gibt mittlerweile einige sehr gute Videos um bewusst zu machen, was der Milch-Konsum für die Kühe und letztendlich auch für uns bedeutet.
Hier die ersten zwei Videos die mich überzeugt haben, mein Leben komplett umzustellen und somit auf Milchprodukte gänzlich zu verzichten.
Das letzte Video ist ein "healthy lifestyle" Video zum Thema Vegan, das ich mal wirklich gut finde.




Man kennt sie, die Werbeslogans über die "Milch, die munter macht". Kaum ein Produkt hat ein besseres Image. Die Deutschen sind Weltspitze im Verzehr von Milchprodukten. Doch mittlerweile mehren sich die kritischen Stimmen. Die Milch steht unter Verdacht, Krankheiten wie Neurodermitis, Asthma oder Diabetes auszulösen. Problematisch wird es, wenn der Milchkonsum spät oder gar nicht als potenzielle Ursache für ein Leiden hinterfragt wird.

Milch als Grundnahrungsmittel, insbesondere für Erwachsene, ist unter Wissenschaftlern nicht unumstritten. Die einen behaupten, ohne Milch fehle dem Menschen ein wichtiger Kalziumlieferant, andere warnen vor möglichen Nebenwirkungen und Folgeschäden. Dennoch konsumieren die Deutschen immer mehr Frischmilchprodukte. Jährlich sind es durchschnittlich 85 Kilo Quark, Joghurt, Käse oder Vollmilch pro Person. Die Milchindustrie ist auf Hochleistung getrimmt. Für "45 Min- Die Milch-Lüge" macht sich Mirko Tomic auf Recherchereise und fragt: Macht`s die Milch wirklich? Das Video ist übrigens nur noch über Youtube zu sehen, der NDR hat es aus seiner Videothek genommen.




Das Klagen der Kühe - Ein kritischer Film über die Milchwirtschaft
Milch ist ein fast mythisches Lebensmittel. Milch: der Inbegriff des Reinen, Gesunden, das Lebens-Elixier schlechthin, so hören wir es schon im Kindesalter. Für Muttermilch trifft das zweifellos zu. Aber gilt diese Behauptung für JEDE Art von Milch? Ist Kuhmilch tatsächlich gesund? Woher kommt sie überhaupt, und wie in die Regale unserer Supermärkte? Wer gewinnt dabei und wer verliert? Wie geht es wirklich zu in der industriellen Milchwirtschaft?

Diese Dokumentation regt an nachzudenken und traditionelle Vorstellungen zu hinterfragen; sie schildert das Thema dabei aus der Sicht der unbeachteten Hauptpersonen in der Milchproduktion, nämlich der Mutterkühe, und ihres kurzen, leidvollen Lebens im Dienst des Menschen.



Endlich mal ein guter Beitrag über rein pflanzliche Ernährung. Negative und Unreflektierte Beiträgen gibt es ja wirklich genug. 


Noch vor wenigen Jahren galten Veganer als die Paradiesvogel unter den Fleischfressern. Doch mittlerweile gibt es immer mehr Menschen die keine Tiere essen wollen und im Gegensatz zu den Vegetariern wollen sie auch keine Felle mehr tragen und keine Milch trinken. Das Tier als reiner Warenlieferant ist für sie Tabu. Dass das der Umwelt hilft, versteht jedes Schaf,  das es aber auch dem Einzelhandel hilft, der jetzt ein
Körnerladen nach dem nächsten aufmacht, darf auch erwähnt werden.
Nein, meine Würstchensuppe esse ich nicht. Wenn der Verzicht zum Gewinn wird.
Spiegel TV Magazin, ausgestrahlt am 02.03.2014


Und zu guter Letzt ein sehr guter Beitrag, nüchtern und sehr klar:



Veröffentlicht am 09.01.2013
Akte Fleisch - Eine spannende und eindrückliche Dokumentation über die Auswirkungen des Fleischkonsums auf unsere Gesundheit, das Klima, den Hunger in der Welt sowie nicht zuletzt auf unseren Umgang mit den Tieren. Die weitreichenden Konsequenzen der einzelnen Glieder der Verwertungskette - von der Fleischproduktion bis zum Verzehr - werden bedrückend transparent dargestellt.


Viel Spaß beim Gucken...
Euch einen schönen Tag
wünscht die Jo vVom Tierhof Amoa

Mittwoch, 9. Juli 2014

Die Krone der Schöpfung


Armin Rohm schreibt geniale Texte.
Vielen Dank Armin, dass ich diesen Text hier einfügen darf.
Mit ausdrücklicher Erlaubnis des Autors:

Die Krone der Schöpfung ?

"Unsere Werte und Überzeugungen steuern unser Verhalten. Wenn wir wiederholt in einer Weise handeln, die im Widerspruch zu unseren Werten steht, spüren wir, sobald wir den Widerspruch bemerken oder darauf angesprochen werden, ein moralisches Unbehagen. Dann haben wir grundsätzlich drei Optionen, diese „kognitive Dissonanz“ und das damit einhergehende mulmige Gefühl aufzulösen:
1.) Wir können unser Verhalten so verändern, dass es wieder mit den Werten übereinstimmt.
2.) Wir können unsere Werte/Überzeugungen korrigieren.
3.) Wir erklären den Sachverhalt so, dass unser Verhalten auf wundersame Weise doch irgendwie zu unseren Werten zu passen scheint.

Der dritte Punkt ist für das Thema „Tiere essen“ der spannendste. Wenn ich mit Menschen über ihr Verhältnis zu Tieren rede, sagt nur eine winzig kleine Minderheit: „Es ist völlig o.k. Tiere zu quälen, zu töten und zu essen. Sie verdienen es nicht anders.“

Die allermeisten Menschen mögen Tiere und wünschen sich, dass es ihnen gut geht bzw. zumindest, dass sie auf gar keinen Fall unnötig leiden. Dennoch essen sie Tiere – ganz selbstverständlich, in der Regel ohne jeden Skrupel. Das Verhalten passt also definitiv nicht zu den Werten. Jemandem ein gutes Leben zu wünschen und gleichzeitig seine Hinrichtung zu beauftragen ist ein offensichtlicher Widerspruch. Jetzt wäre es naheliegend, die moralische Verwerflichkeit des eigenen Verhaltens zu erkennen und ab sofort einfach auf den Verzehr tierischer Produkte zu verzichten. Diese völlig logische Entscheidung trifft aber leider kaum jemand. Die zweite Möglichkeit: Ich könnte auch meine Werte neu definieren und sagen: "Tiere sind offenbar doch nichts weiter als eine Ware ohne jede ethische Relevanz. Wir können mit ihnen machen, was immer wir wollen." Dieser Sinneswandel wäre vielleicht im Einzelfall schonungslos ehrlich, ist aber ebenfalls nicht wahrscheinlich. Wir ändern unsere Werte nicht eben mal schnell, nur weil uns jemand auf einen eventuellen Widerspruch hinweist.

Wahrscheinlich ist vielmehr, dass ich mein Verhalten irgendwie beschönige oder aber meine Werte‚ in einer für mich günstigen Weise interpretiere. Wenn in meiner Umgebung fast alle Menschen Fleisch essen und sie sich ebenfalls keinerlei Gedanken darüber machen, dann kann es ja so falsch nicht sein. Diese erste ‚Überlegung‘ nimmt mir schon mal einen großen Teil der Last („Ich mache doch nur, was alle anderen auch tun. Wieso sollte ich mich deshalb schuldig fühlen? Außerdem schmeckt Fleisch lecker. Wieso sollte ich darauf verzichten, während andere das nicht tun?“)

Ein paar banale zusätzliche Taschenspielertricks genügen, um ohne schlechtes Gewissen weiterhin Fleisch konsumieren zu können. Zu meiner endgültigen Entlastung plappere ich einfach ein paar schlichte Parolen vor mich hin: „Der Mensch isst doch schon immer Fleisch“, „Fleisch essen ist gesund“, oder das Königsargument „Der Löwe frisst ja schließlich auch Zebras“. Interessant, dass dieses armselige Niveau des Selbstbetrugs völlig ausreicht, um sich mit sich und der Welt im Reinen zu fühlen. Selbst haarsträubende ‚Argumente‘ wie "Das Leben ist eben manchmal grausam", "Es ist Gottes Wille" oder „Nutztiere sterben aus, wenn wir sie nicht essen“ beseitigen oder mildern zumindest die kognitive Dissonanz. Falls doch mal jemand ein klein wenig ins Grübeln kommt ob der Qualität der eigenen Argumente, dann hilft auf jeden Fall das rhetorische Omnivoren-Notprogramm, welches von der artgerechten Haltung, den glücklichen Tieren, dem humanen Töten schwärmt oder einen Lobgesang auf den Metzger um die Ecke anstimmt.

Tragischer Weise sind die ‚Argumente‘ der Fleischesser einer echten verstandesmäßigen Prüfung nur bedingt zugänglich. Es handelt sich überwiegend nicht um reflektierte Überlegungen des Verstandes im Hier und Jetzt, sondern um Einblendungen aus der Vergangenheit, um erinnerte Standardtexte des Autopiloten – in der Kindheit in unserer Herkunftsfamilie gelernt, von der Umgebung wieder und wieder verstärkt, tausendfach gehört und tausendfach nachgeplappert - so lange und so oft, bis sie zur zementierten Wahrheit wurden, die keiner weiteren Überprüfung bedarf.
Wäre das alles für die Opfer nicht so unfassbar tragisch, wir könnten uns königlich amüsieren über die ‚Krone der Schöpfung‘ und ihre Fähigkeit zum hochflexiblen Umgang mit Moral und Verantwortung."

Copyright Armin Rohm


Ich kann nichts anderes sagen als:
Er hat Recht!

In dem Sinne
Namasté eure Jo vom Tierhof Amoa

Bildquelle aus dem Internet entnommen.
Textquelle Autor: Copyright Armin Rohm



Dienstag, 8. Juli 2014

Tierleid auf Rädern



Mehr als 188 Millionen Tiere werden Jährlich europaweit transportiert. Während ihres kurzen Lebens müssen die Tiere oft  mehrere Transporte innerhalb Europas und darüber hinaus über sich ergehen lassen. Man sieht diese Transporter oft auf Rastplätzen im Sommer in der senkenden Hitze und im Winter bei Minusgraden stehen, während die Fahrer sich ausruhen, überleben viele der Tiere diese Tortour nicht, einige sterben im Sommer an Hitzschlag oder Herzinfarkt oder sie verdursten.
Im Winter erfrieren sie oder sterben genau wie im Sommer am Durst. Wenn die Fahrer von der Polizei angehalten werden, bekommt man oft zu hören: "Die sterben doch sowieso!"
Gerade das Leid dieser Tiere ist Grenzenlos, sie sind bereits tot sobald man sie in die Transporter treibt, ab da gibt es kein Zurück.

Jojo hat die obigen Bilder heute fotografiert und mir erlaubt sie hier auf meinem Blog zu veröffentlichen. Er hielt heute an einem Parkplatz und stand vor einem solchen Transporter. Sein Erleben beschreibt er im nachfolgenden Text.

Ein Blick durch einen der Schlitze zeigte nur einen kleinen Teil der dort eingepferchten Tiere.


Jojo:

" Ich hatte an einem Rastplatz an der A9 gehalten und ging dort auf das WC, als ich wieder raus kam, stand da dieser Transporter. Ich hatte gehofft das dieser leer ist, aber als ich näher kam hörte ich sie schon. Ferkel die kreischten und schrien. Kein Grunzen, es war nur ein Schreien. Ich ging an einem Luftschlitz um etwas zu sehen, mir kam ein heißer Dampf und ein beißender Gestank entgegen von dem ich außerhalb des LKWs schon beinahe umgefallen bin. Ein paar Schweine versuchten durch die Lüftungsschlitze zu atmen, andere lagen einfach regungslos am Boden, total eng gequetscht bei,- und aufeinander. Es war das totale Ohnmachtsgefühl ihnen nicht helfen zu können. Die Angst stand ihnen in den Augen geschrieben. Noch Stunden danach ist mir Kotzübel, wenn ich daran denke, dass sie in dieser Höllenfahrt wahrscheinlich das erste und letzte Mal Tageslicht gesehen haben und sie jetzt in ihrem kurzen qualvollen Leben auch noch einen qualvollen Tod sterben müssen. Es hat mich stark an Deportationszüge aus Dokumentationsfilmen der NS-Zeit erinnert. Daneben saßen übrigens um die 20 Leute an den Tischen und kauten fröhlich an ihren Wurstbrötchen. Ob sie wussten, dass diese um Angst und Hilfeschreienden Babys neben ihnen, das waren, was sie gerade Essen? - Keine Ahnung.
Auf jeden Fall mehr als Abartig und Pervers... Die Ferkel waren durch den wenigen Sauerstoff so schwach, sie haben zwar geschrien als ob ihnen richtig etwas weh tut, aber viele lagen einfach nur mit halboffenen Augen auf dem Boden..."

Die Vorschriften für Viehtransporte wurden im Mai 2014 noch einmal überarbeitet, doch leider ändert das nichts für die Tiere die auf ihren letzten Weg zum Tot fahren. Einen Höllentrip auf Rädern.

Meinen tiefen Respekt an Jojo der nicht wegsah, sondern hinsah und diese wenigen Augenblicke in Text und Bildern festhielt.

Danke das du uns daran teilhaben lässt.

In traurigen gedenken an die kleinen Ferkel ....

Namasté

Eure Jo





Bildquelle und Copyright: Jojo G. (den kompletten Namen darf ich aus Datenschutzgründen nicht veröffentlichen).
Weitere Informationen zu Tiertransporte:
http://www.tierschutzbund.de/tiertransporte.html
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/147/1714718.pdf


Samstag, 5. Juli 2014

Tiere...

Guten Morgen,

das erste Posting das ich heute morgen sah, war eine Katze (etwa so alt wie TomTom und Toffie) die misshandelt in einer Mülltonne gefunden wurde.
Ihr Menschen da draußen, warum passiert so etwas? Was bewegt euch, anderen Lebewesen Schmerz zuzubereiten? Wo kommt eure Wut, euer Hass her?
Ich sehe solche Bilder Tagtäglich, jeden Tag begegnet mir eine Schreckensnachricht. Ich erlebe das Endergebnis Tagtäglich, jeden Morgen kommt Seppel auf mich zugehumpelt (er wurde von einem Mofa/Mopetfahrer mehrfach überfahren und hat nur noch 3 Beine und einen halben Schwanz). Agata schaut mich mit großen Augen an (sie hat panische Angst vor Menschen) und wenn ich Glück habe, darf ich sie kurz berühren. Izzi gibt mir kurz ihr Köpfchen bevor sie nach Draußen will (Izzi wurde in einem einem kleinen Loch im Boden gehalten), Und wenn ich in das Bad gehe begegnet mir kurz Less, der mich ansieht als wollte ich ihm etwas tun. Große Augen, bevor er an mir vorbei huscht (er kam als Welpe zu uns, mehr tod als lebendig).

Das Grauen ist noch in der Erinnerung unserer Katzen vorhanden, trotz dass sie es hier gut haben. Aber manche Leiden lassen sich nicht wegstreicheln.

Die Wut und der Hass der Menschen hält vor keinem Lebewesen an, vorletztes und letzes Jahr bekam ich jeden Tag hunderte von Nachrichten über das Hundemassaker in Rumänien, vor vier Jahren erhielt ich Nachrichten über die Irischen Pferde die ausgesetzt wurden und elendig verhungerten. Würde ich eine Mappe anlegen, hätte ich jetzt eine Garage voll mit Gräueltaten die Menschen begangen haben. Würde ich die Mappe erweitern über das Leid das Menschen Kindern angetan haben, bräuchte ich nur meine Fotos heraussuchen, Kinderfotos von mir, im Alter von 4 bis 16 Jahren. Das sind meine Erinnerungen die noch vorhanden sind.

Seit meiner Kindheit frage ich mich, was Menschen bewegt Grausam zu sein. Sich an dem Leid anderer zu ergötzen, Freude dabei zu empfinden und Partys zu feiern, während ein Tier oder Mensch langsam das Leben verliert. Was bewegt solche Menschen?

Ich habe für mich die Antwort erhalten, das sie Geistig krank sind, das ist wie ein kleiner Trost. Sie sind Krank, ihr Gehirn kann Gut von Böse nicht mehr unterscheiden. Dennoch oder gerade deswegen verstehe ich den Rest nicht der Gesund ist und nichts dagegen tut. Zu sieht, Weg sieht, Ignoriert.
Ihr denkt ich rede jetzt von jenen Jugendlichen die sich betrinken und mitfeiern und am nächsten Morgen mit einem Brummschädel und einem Gefühl von Übelkeit aufwachen, deren Erinnerungen langsam zurück kommen und die sich schämen für das was sie taten?

Nein ich rede von euch allen, jeden einzelnen. Die Beispiele oben sind die der Kuscheltiere, Katzen, Hunde, Pferde, Kaninchen usw. Diese Bilder erreichen uns und sie tun weh.
Aber die Bilder der Kühe, Schweine, Hühner und Kaninchen usw. diese Bilder blendet ihr aus. Ihr macht euch mit Schuldig an dem Sterben dieser Tiere, während ihr die anderen beschützt.

Aber Leid ist Leid, und Schmerz ist Schmerz. Der Tod ist der Tod.

Wir müssen langsam aufwachen und das Grauen beenden. Und das geht nur, wenn wir Menschen aufhören ein Tier zu schützen und es dann hinzunehmen, das ein anderes Tier gequält wird.

Ich lese jeden Tag Nachrichten vom Bauernverband, oder von Viehbauern die sich herausreden, indem sie sagen: "wir müssen unsere Ferkel schützen und deshalb stehen die Säue mindestens 21 Tage in den Gitterboxen".
Leute die vehement gegen Kinder angehen, die unsere Welt verändern wollen (Schüler für Tiere KÖLN), der Hass und die Wut richtet sich gegen die Lehrer die es zulassen, das die Kinder ein anderes Bild erleben, ein realistisches Bild. Diese Kinder gehen auf die Straßen und reden darüber, sie besuchen Bauernhöfe und Viehbetriebe und berichten darüber. Sie erleben die Welt mit klaren Augen.

Euer Konsumverhalten ist daran schuld, das Kinder diese Arbeit übernehmen müssen, die eigentlich Erwachsene tun sollten.
Ihr kauft weiterhin eure Freilandeier und euer Streak, Bratwurst, Schnitzel vom Schwein. Ihr nehmt es hin, das irgendwo diese Tiere sterben musste, damit ihr es Essen könnt.
Ihr nehmt es hin, das Hühner in engen Käfigen sitzen, ohne Federn und mit gekürzten Schnäbeln (ohne Betäubung gekürzt), damit ihr eure täglichen Eier auf dem Frühstückstisch habt. Ihr nehmt es hin, das Pferde ausgepeitscht werden, damit ihr Sonntags auf dem Pferderennplatz auf einen eurer Favoriten setzen könnt. Und ihr nehmt es hin, das Kälber von ihren Müttern entfernt werden und lauthals nach ihnen schreien. Damit ihr eure Milch trinken könnt.

Ihr nehmt es hin!

Und während ihr nun am Frühstückstisch sitzt, ackere ich mich hier durch die Seiten, schreibe diesen Text mit Tränen in den Augen und kämpfe gegen meine Wut an. Eine Wut die euch gilt.
Wahrscheinlich darf ich heute Abend wieder feststellen, das mich erneut Leute aus meiner Facebook Freundesliste gesperrt und blockiert haben, aber es ist mir Egal. Ich will nicht mehr dauernd erinnert werden, dass ich gegen Windmühlenflügel kämpfe. Ich will das sich etwas verändert an unserer Welt. Ich möchte das ihr darüber nachdenkt - dass ihr es zulasst! Das ihr endlich aufwacht aus eurem Schlaraffenland.
Ich möchte das sich etwas am Konsumverhalten ändert, ich möchte das ihr kritischer seid. Ich möchte..... so viel.

Und ich möchte es für die Tiere die täglich misshandelt und geschlachtet werden, für die kleine Katze heute morgen, die in einer Mülltonne lag.
Für jedes Tier...

Ihr Menschen da draußen, es betrifft jeden und alle.
Ihr habt es in der Hand, ihr könnt es verändern.

Nicht morgen, nicht in einem halben Jahr.
JETZT!
Tut es für euch und eure Seele und tut es für die Lebewesen, die Tagtäglich schmerzen erleiden, weil ihr es ignoriert.

Namasté ich kämpfe darum meine Wut zu verändern, in Kraft, in Energie...

Eure Jo vom Tierhof Amoa

Donnerstag, 3. Juli 2014

Tagebuch - Gedanken zum Tierrecht....

in Verbindung zum Buddhismus...

Heute hatte meine Frau Geburtstag also haben wir uns kurz entschlossen nach Frankfurt zu fahren, wir waren mit unserer Freundin Marie im EdelKiosk Frühstücken, Anna hat was super leckeres für uns gemacht, nämlich veganen Flammkuchen... echter Hammer, zum Nachtisch gab es einen Kirsch-Schoko Muffin. Danach wollten wir eigentlich nach Hause fahren und arbeiten. Aber da dachten wir uns, wenn wir schon mal in Frankfurt sind können wir auch mal kurz nach Bornheim, ins Veganz  fahren. Dort haben wir dann die Nahrungsmittel eingekauft, die wir sonst nirgends bekommen (und bestellen müssten) und jeder hat ein veganes Eis gegessen. Natürlich selbstgemacht. Ich hatte ein Gurken-Ingwer-Minz Eis, nachdem ich meine Frau probieren ließ, hat sie das gleiche Eis mit Chiasamen genommen... SUPER LECKER - ich weiß es liest sich eigenartig, aber ich habe wirklich noch nie so ein gutes Eis gegessen, ich war hin und weg. Shaya hatte ein Beereneis mit Kokos und Schokosauce, was sie ebenfalls super lecker fand ("viel besser als ein Eis mit Milch"!!!) Danach sind wir noch mal kurz beim Biospahn-Vegan vorbei  - es war uns alles zu "Vleischig" trotz Vegan. Aber es war interessant zu sehen, was man für vegane Alternativen  herstellen kann und das es letztendlich nicht vom Fleisch zu unterscheiden ist. Und dann waren wir noch kurz in einem Kleinen Veganen Kaffee (ich habe den Namen leider vergessen) super süss eingerichtet, ganz in Weiß und sehr fein... ich habe dort nur einen Latte to Go mit Haselnussmilch mitgenommen. Wir waren einfach vom Edelkiosk und vom Eis so satt. Unsere Tochter ist dann im Auto eingeschlafen und ich war kurz davor.

Solltet ihr aus der Nähe von Frankfurt sein, es lohnt sich wirklich einen Auflug zu machen, alleine das Edelkios (das erste vegane Kaffee in Frankfurt) ist schon ein kleiner Ausflug wert. Ich war bisher (glaub ich) drei mal dort und jedesmal hatte ich das Gefühl, ich sitze in einem Wohnzimmer und lasse den Tag verstreichen, mal unterhält man sich mit anderen Veganern, mal liest man eine politische Zeitung oder stöbert in den vielen Büchern. Nach dem Frühstück fühle ich mich gestärkt und irgendwie voller Energie. Ich liebe es!!!

Ein toller Geburtstag geht nun zu Ende... Frankfurt ist für uns wie eine andere Welt. Ich tauche ein und komme wieder hervor, teils Müde aber voller Eindrücke. So haben wir gemerkt, das sich wieder alles mögliche Verändert hat. Die Stadt wächst täglich und es gibt mittlerweile so viele Vegane Restaurants (in denen wir nicht waren), Ein kleines Schlaraffenland für sich. Ich habe vor vielen Jahren in Frankfurt gewohnt, ich kann mir das nicht mehr vorstellen in Frankfurt zu leben. Die Wolkenkratzer erscheinen mir immer großer und voluminöser und ein ausgefallener Glasbau steht neben dem nächsten. Die Straßen sind voller Menschen und Autos und es riecht in jeder Ecke anders. Wenn ich in  Bornheim auf der Bergerstraße  laufe komme ich mir vor wie in Palma oder einer anderen südländischen Stadt. Überall sitzen Leute an kleinen Tischen. Eine Frau saß mit einer Föhnhaube auf einer Bank und telefonierte, während hinter ihr der ganz normale Friseuralltag weiter ging. Für mich Landei ist es, als würde ich in eine andere Welt eintauchen, eine geschäftige stressige Welt voller Menschen und Essen und voller Geld das über die Ladenkassen fließt.

Im Edelkiosk unterhielt ich mich mit einer Frau die in einer WG wohnt und dort für ein 20qm großes Zimmer über 300,- Euro zahlt. Ich zog geschockt die Luft ein, für so viel Geld bekommt man bei uns eine komplette 2 Zimmer Wohnung von 60qm. Sie sagte, das es billig sei, ich fühlte mich wie ein Alien aus einer anderen Galaxie. Auch erfuhr ich zu meinem Entsetzen, das Taubenzüchter ihre Tauben hunderte Kilometer entfernt von ihrem Zuhause aussetzen, damit sie einen Wettkampf gewinnen können, wenn die Stärkste wieder den Weg in ihren Bau findet.  Viele dieser Tiere schaffen den Flug nicht und sterben qualvoll. Ich musste mehrfach schlucken, ich hatte Tränen in den Augen, ich schluckte sie runter. Meine Frau fragte dann später: "Was hast du denn gedacht, warum Tauben gezüchtet werden?" und ich sagte leise... "Weil man die Tauben mag, weil man es liebt, dass sie in Formation über das eigene Dach fliegen...". Meine Frau sah mich lächelnd an, wie man ein Kind tröstend anlächelt, dann strich sie mir über den Arm. Ich kenne das von unseren Tauben hier im Ort, sie fliegen täglich über die Dächer, umkreisen unseren Ort und fliegen dann wieder nachhause. Ich fühlte mich so dermaßen Naiv und wieder tut sich ein Abgrund auf und wieder fühle ich diese Trauer in mir, die mich immer mehr von Menschen entfernt.

Als wir hier wieder ankamen, verstand ich noch mal um so mehr, den Ausdruck meiner Frankfurter Freundin die immer mal wieder sagt: "Ihr seid meine Insel" Ich kam hier an und eine Ruhe empfing mich. Der Odenwald lullte mich mit seiner Schönheit ein und ich hatte das Gefühl wieder da zu sein, in meinem Zuhause, in meiner Ruhe und meiner Gelassenheit. Ich habe, kaum das ich hier war, meine Klamotten gewechselt, die Frankfurter Schnelligkeit und Lautstärke, gegen die Ruhe hier...

Ich bin Daheim!

Dennoch fühle ich in mir den Zwiespalt der immer größer wird, das eine ist meine Religion, der Buddhismus, das andere der Kampf um die Rechte der Tiere. Der Spalt der sich auftut, hinterlässt in mir ein Gefühl von Einsamkeit. Ich bin wütend und traurig und ich weiß nicht wohin mit diesen Gefühlen.
Ich merke immer mehr, das ich ein Mensch wie jeder andere Mensch bin. Auch in mir schlummert die Gleichgültigkeit gegenüber unseren Mitlebewesen, in dem Fall den Menschen.

Je mehr ich über den Missbrauch unserer Mitlebewesen der Tiere weiß, desto mehr fühle ich Wut in mir, ich fühle mich in die Pflicht genommen, etwas dagegen zu ändern. Die gleiche Frau die in der WG lebt, lehnt Vegane Ernährung ab. Ich habe sie gefragt, ob es daran, liegt, dass sie zu wenig Empathie den Tieren gegenüber nicht empfindet und sie sagte, das kann schon sein.
Es war ein gutes - nicht abwertendes Gespräch.
Aber  ich fühlte Unverständnis. Je mehr ich mich mit meiner veganen Ernährung auseinander setze, desto mehr fühle ich Unverständnis Menschen gegenüber.

Ich schließe mich da noch nicht mal aus, denn auch ich bin ein Mensch.
Auch wird mir bewusst, das ich nicht mehr für Menschen kämpfen kann, ich kann mich nicht mehr schützend vor sie stellen, weil mir einfach die Energie fehlt, die ganz klar in eine andere Richtung fließt, nämlich hin zu anderen Geschöpfen, den Tieren.
Ich merke ich mache einen Unterschied, den ich vor kurzen noch nicht gemacht habe.
Und das bringt mich dazu meinen Glauben zu überdenken. Mich noch einmal intensiv damit auseinander zu setzten.

Auf der Fahrt nachhause habe ich mich selbst überprüft, ich dachte darüber nach, ob ich mich überhaupt noch Buddhistin nennen darf. Weil ich Wut empfinde und Trauer und sich all das gegen die Fleischessenden und Leid ignorierenden Menschen richtet. Ich dachte darüber nach ob sich all diese Gefühle mit dem Buddhismus vereinen lassen, oder ob es mich letztendlich trennt und ich die Konsequenzen ziehen muss. 
Ich kam zu einem interessanten Ergebnis.

Ich glaube es ist wichtig, all das was ich empfinde und wahrnehme, dass ich die Wahrheit hinter dem Spiegel der Oberflächlichkeit erkenne - wichtig für meine spirituelle Entwicklung ist. 
Auf den einen Blick trennt es mich - doch dann macht es bewusst, das Buddha ähnliches erfahren hat. Er hat das Leid mit eigenen Augen gesehen, er hat mitgelitten als ihm bewusst wurde, das es auch dann geschieht, wenn er versuchte es aufzuhalten.
Und doch ging er weiter, suchte nach Möglichkeiten.

So hat sich die Lehre des Buddhismus entwickelt. Um etwas zu verstehen, muss man es erfahren, man muss hinein und hindurch gehen um die Wahrheit zu erkennen. Vielleicht ist Buddha anders damit umgegangen als ich, die ich laut brülle und meinen Rotz und meine Tränen  in Texte einbinde und so versuche etwas im kleinen zu verändern.
Ich erlebe eine Trennung in meinem Bekannten und Freundeskreis. Einige Leute haben sich verabschiedet, mir wurde Fanatismus vorgeworfen, oder Diskriminierung, Dogmatismus, Kompromisslosigkeit, Gutmenschentum usw.
Bei all dem merke ich, es stimmt in gewisser Hinsicht. Mein Dogmatismus ist die Wahrheit zu erkennen und gegen Windmühlenflügel zu kämpfen. Meine Frau sagte auf der Fahrt: "Du wirst nicht viel ändern können!" Und ich sagte: "dann ackere ich solange bis ich etwas verändert habe!"

Letztens schrieb mir eine Frau, ich sei ihr Vorbild, weil ich meine Schwächen zugebe. Ich musste erst Lachen, weil ich dachte: "Ach je du kennst mich nicht!"
Auf der Fahrt nachhause dachte ich... eigentlich ist es schön ein klein wenig Vorbild zu sein. Wenn das mein Weg ist im Buddhismus, im Tierschutz und um für ein anderes besseres Tierrecht zu kämpfen, dann habe ich doch schon einiges erreicht. Die Tränen waren nicht umsonst.

Der Schmerz das Leid dieser schutzlosen Lebewesen zu erkennen und darüber zu berichten.. all das ist nicht umsonst, wenn irgendwo auf dieser Welt ein Mensch sitzt der dahinter mich sieht, auch ein Mensch mit Schwächen und trotzdem sagt: "Du bist mein Vorbild".Vielleicht hat sie mich ja doch gesehen. 
Dann kann das was ich tue, nicht ganz so verkehrt sein... 

Ich lächel dem Buddha zu und denke innerlich... vielleicht ist das mein ganz persönlicher Weg zur Versöhnung mit den Menschen und zum Mitgefühl für all jene die noch weit davon entfernt sind Tiere als Gleichwertig anzuerkennen.
Vielleicht ist mein Weg ein einsamer Weg weil ich Wütend bin und Traurig und erkennen muss, jeden Tag aufs neue, das meine Wut berechtigt ist.

Es gibt Tage da fühle ich mich schwach und hilflos, dann möchte ich nichts mehr hören und sehen. Blind und Taub auf einer Wolke sitzen fern von anderen Menschen. Ich fühle in mir ein Gefühl von Hass und könnte dagegen Schreien. Weil wieder ein Tier misshandelt wurde, weil wieder ein Tier ausgesetzt wurde. Wieder wurden zig Tausend Schweine in kleinen Metallkästen gehalten und da gibt es Menschen die das gutheißen, die mir erzählen, das es richtig ist, diese Schweine so zu halten.
Wieder wurde eine Taube gefunden, ausgedurstet und ausgehungert und nur der Gang zum Tierarzt kann ihre Qual beenden. Wieder wurde eine Katze geschlagen und getreten. Wieder wurde ein Pferd augepeitscht weil es nicht schnell genug lief. Wieder wurde einer Kuh das Kälbchen weggenommen und man hört ihr Schreien noch kilometerweit. WIEDER und WIEDER...
Ich sehe all das und ich frage mich seit geraumer Zeit, warum ich überhaupt noch laufe, warum ich noch atme, warum  ich überhaupt noch Lebe. 
Eigentlich müsste ich bei all dem was ich in meinem Leben erlebt habe und all das was ich weiß...eigentlich müsste ich schon längst ein Fall für die Klapse sein.

Ich frage mich, warum ich das Leid überhaupt ertrage, ich bin feinfühlig und hochsensibel, ich rieche Dinge die andere erst riechen wenn sie mit der Nase darauf gestoßen werden. Ich fühle den Schmerz anderer Lebewesen als wäre es mein Eigener.


Gestern hat Bommel ihre Welpen bekommen, ich war bei der Geburt dabei, ich habe zwei Stunden auf dem Boden gesessen und auf sie gestarrt, ich habe jede ihrer Wehen miterlebt. Als alle 6 Kätzchen auf der Welt waren bin ich wie erwacht aus meiner Konzentration. Einem musste ich das Gesicht abwischen, weil Bommel so erschöpft war, das sie es erst mal liegen ließ. Es atmete danach und dann konnte sie sich auch darum kümmern. Es war eine gute Geburt.

Doch danach sah ich die kleinen Würmchen an und dachte: Scheiße und das alles nur, weil dich Leute ausgesetzt haben, weil sie dich nicht kastrieren ließen.... Da war die Sorge um meine kleine Bommel, deren ältere Welpen gerade einmal wenige Wochen alt sind. Und gleichzeitig sah ich das neue Leben, das sich zaghaft bewegte, ich sah wie in den kleinen Körpern die Herzen schlugen. Ich fühlte mich so unglaublich voll von all dem. Die Trauer, das Glück, die Sorge, die Wut... all das stürmte auf mich ein, ich wusste nicht wohin mit mir. Jedes Geräusch war zu viel und doch sehnte ich mich nach dem Leben da draußen. Ich hatte eine üble Laune.

Da wurde mir auf einmal bewusst warum ich Leid ertragen kann, weil es immer zwei Seiten gibt.
Die eine Seite ist durch meine Ernährung kein Konsument mehr für die Fleisch und Milchindustrie zu sein. Ich merke ja an den Kommentaren und Artikeln wie sehr gegen die vegane Ernährung vorgegangen wird und gleichzeitig sehe ich wie immer mehr vegane Restaurants und Kaffees in Frankfurt auftauchen. Es ist eine Gegenbewegung die nicht mehr aufhaltbar ist. Die Welt verändert sich.
Und genau durch diese Veränderung wird das Leid noch sichtbarer. 
Diese beiden Seiten gehören zu einer Medaille. 

Ich glaube fest daran, das ich irgendwas tun kann um Leid aufzuhalten. Ja ich bin Naiv, aber ich erfahre tag täglich mehr und mehr Realität. 

Und ich begreife das nur ein Ort wie dieser hier im Odenwald. Dieses DAHEIMSEIN und Ankommen mich schützt vor dieser Realität. Ein winzig kleiner Ort an dem ich Mensch mit Tier sein kann.
An dem ich sehe das es geht, das Tiere mit Menschen zusammen leben können und alt werden können.
Gäbe es unseren Tierhof nicht, wäre ich vielleicht immer noch Vegetarierin.

Wer weiß schon was wäre wenn ...

Aber ich weiß, was ist weil...

Und genau deshalb hat diese Wut, die eigentlich konträr zu meiner Religion steht einen Sinn, sie lässt mich weiter Erfahrungen sammeln, sie lässt mich Wahrheit erkennen und mich Schmerz ertragen und sie lässt mich hinsehen... 

Ich brauche die Wut um nicht zusammen zu brechen.
Das ist mir jetzt bewusst.

In dem Sinne 
Wut ist nur dann produktiv, wenn man sie gewaltfrei  für Wesen einsetzt, die den Frieden dringend nötig haben. 
Namasté eure Jo 

PS: eben habe ich noch erfahren, das ein Kater gefunden wurde, dessen Kiefer gebrochen war, dessen Zunge entfernt wurde. Ich könnte Kotzen, weil ich keinen Platz mehr für noch eine Katze habe... und ich wünschte es wäre anders...

Montag, 23. Juni 2014

Es dreht sich...

... der Magen um, bei den Bildern die folgen werden.

Eben habe ich folgenden Beitrag von Animal e.V. gelesen.
Ich kann so was nicht für mich behalten.

Ich merke immer mehr, dass sich mein ganzes Ansinnen, dahingehend verändert, das es mir ein Bedürfnis ist, Menschen aufzuklären, es geht mir nicht darum jemanden zu missionieren, sondern vielmehr darum, das ich denke wir sind alle mündige Bürger und wir sollten Bescheid wissen.
Und wenn man es nicht wissen will, sollte man diesen Blog meiden, denn ich werde mit Sicherheit öfter solche oder Ähnliche Artikel posten.

Ich hab geweint, als ich das las..... 


Animal e.V (vielleicht habt ihr mein Interwiev zum Frühstücksei gelesen, wenn nicht dürft ihr HIER noch mal reinschauen.) schrieb heute:

"*** wir möchten wirklich niemandem den Appetit verderben ***
aaaaaaaaaber... Samstag Nachmittag, heller, sonniger Tag, mitten in NRW, idyllisch gelegen eine Muttersauenhaltung. Gar nicht so groß, schönes Bauernhaus nebenan, Blümchen und Bäumchen... fast fällt nichts besonderes auf.
FAST...
Wir sehen die Kadavertonne und fühlen uns eingeladen, mal einen Blick hineinzuwerfen. Sie ist ja offen...
Macht Euch selbst ein Bild, wir reden hier vom klassischen "Bauern von nebenan"... wollt Ihr das wirklich?
Bitte helft uns Tierleid zu beenden. Wir würden uns nichts mehr wünschen, als diese Bilder nicht mehr fotografieren zu können."
Copyright Animals e.V. 



Diese Ferkelchen sind gleich nach der Geburt entsorgt worden.

RIP ihr Kleinen... ich habe die Hoffnung, dass es euch jetzt besser geht...

Namasté eure Jo

Hier noch ein Video von Animals e.V.





Bilder und Text:
Copyright Animals e.V.
Bildlink beim Anklicken direkt auf die Seite des Vereins.
Video Link: Animals e.V.