Im Laufe des letzten Jahres hat sich bei mir eine Art Abneigung gegen die "harte" vegane Aufklärung entwickelt. Mit hart meine ich, den Leuten ohne Umschweife zu sagen, was sie tun sollen und sie als "Scheiße Laberer" betiteln wenn sie es nicht tun.
Ich war in so vielen Gruppen, dass ich es müde bin. Und wenn ich als Veganerin es müde bin, wie wird es erst Leuten gehen, die Omnivor oder Vegetarisch leben.
Mit dieser harten Variante erreichen wir niemanden. Wir machen uns nur unbeliebt und unglaubwürdig. Denn gerade in unseren Reihen existiert so viel Ablehnung und Missgunst. Es wird auf einander eingeprügelt,wen man nicht die gleiche vegane Fahne hießt wie der andere. Meinungsfreiheit ist oft verpönt. Wir sind kein gutes veganes Volk, weil wir andere Sichtweisen ablehnen. Mir ging es oft auch so, dass ich dachte, es muss eine Non Plus Ultra Einstellung bei diesem Thema geben, aber die gibt es nicht. Weil jeder unterschiedlich an das Thema Essen heran geht und wenn man sich überlegt wie heftig viele reagieren, egal ob nun Omnivor, Vegan oder Vegetarisch, dann wird bewusst, das es hier um etwas gravierenderes gehen muss. Eine Art Angst zu wenig zu bekommen. - Zu verhungern.
Wie will man einen Menschen der unter Essenszwängen lebt (nicht leidet) klar machen, das er sein Ernährung verändern muss.
Wie willst du einen Raucher der letztendlich Drogensüchtig ist, bewusst machen, dass er aufhören muss zu rauchen. Beide sind erst mal rein Egoistisch, weil jede Sucht zum Egoismus führt.
Ich glaube mittlerweile das alles zur Sucht führen kann, eine omnivore Ernährung genauso wie eine Vegane Ernährung.
Nicht die Ernährung ist schuld daran, das es unseren Tieren so schlecht geht, sondern unsere Art mit Süchten umzugehen, wir Konsumieren durch Zwang.
Die einzige Möglichkeit das zu durchbrechen ist meiner Meinung die Entstehung und Weiterentwicklung von Mitgefühl. Aber das erreichen wir nicht durch Grausame Bilder, oder harter Aufklärung. Wir müssen einen anderen Ansatz finden um die Menschheit wach zu rütteln. Und der kann nur an der Wurzel entstehen.
Ich bin mir noch nicht sicher, wie man etwas verändern kann. Ich weiß nur das man etwas verändern muss. Meine Tochter ist mein bester Lehrmeister und ich denke die einzige Chance die wir haben, damit unsere Welt irgendwann Gewaltfrei sein wird, sind unsere Kinder. Bei uns ist der Zug abgefahren. Wie immer wird es die nächste Generation sein die unsere Fehler beseitigt.
Daher mein einziger Rat:
Denkt an eure Kinder. Sie müssen mit den Unrat dieser Welt klar kommen. Sie müssen damit zurecht kommen, wenn unsere Tiere vor Schmerz schreien. Ihre Ohren sind noch nicht Taub, ihre Augen noch nicht blind.
Sie erleben die Welt so wie sie ist. Mit Erwachsenen die diese systematisch zerstören.
Sie sind die Leidtragenden einer andauernden Gefühls Dörre.
Wenn ihr wollt, das eure Kinder zu Gefühls Krüppeln heranwachsen, zu Egoisten, die in die Fußstapfen ihrer Eltern treten.
Dann habt ihr es endgültig geschafft, ihr habt den Boden unter euren Fußen zum Einstürzen gebracht.
Ihr habt die Wahl immer!!!
Doch was daraus entsteht, dafür muss die nächste Generation die Köpfe herhalten, egal um welches Sucht es sich handelt. Die Vorbilder seid ihr!!!
Ich habe heute etwas wichtiges für mich entschieden. Ich habe alle, bis auf zwei (Essen mit Austausch und Vegan & Friends - ich revidiere. In Vegan & Friends bin ich auch nicht mehr) vegane Facebook Gruppen verlassen.
Ich bin dieses ewige Kämpfen um Weltbilder leid.
In den meisten Gruppen geht es her wie auf dem Schlachtfeld. Und manchmal überlege ich ernsthaft ob sie sich umbringen würden, würden sie sich, nach einem solchen Disput gegenüber stehen.
Ich glaube das es hauptsächlich daran liegt, dass wir Menschen nur uns wahrnehmen, unsere Welt. Die Erkenntnisse die wir aus unserem Erlebten gewonnen haben, möchten wir anderen mitteilen, oder besser überstülpen. Weil wir davon überzeugt sind, das es richtig ist. Aber es gibt keine eine Wahrheit und das übersehen wir oft.
Ich will das für mich ändern und das geht nur, indem ich konsequent versuche mein inneres Weltbild zum wackeln zu bringen. Denn ich möchte nicht nur mein Ego im Blick haben, bei dem was ich tue, ich möchte auf einer Ebene mit unseren Mitlebewesen stehen..
Euch liebe Grüße von der Jo vom Tierhof Amoa
Hier meine Abschiedsworte in einem Forum das ich verlassen habe:
"Hallo
ich habe etwas zu sagen, bevor ich die Gruppe (wie viele andere Gruppen zu diesem Thema) verlasse.
Als ich Vegan wurde, tat ich es nicht um mich Besser zu fühlen, ich tat es, weil mir bewusst wurde, dass es das einzige ist, was unsere Mitlebewesen retten kann. Nur wenn jeder einzelne sich innerlich dazu bekennt, das er sich mit schuldig gemacht hat an den Tiermorden und Misshandlungen kann sich wirklich was an ihrem Leid verändern.
Nun musste ich im Laufe der letzten (fast) zwei Jahren feststellen, das es in Veganen Facebook Gruppen genauso zugeht wie in anderen Gruppen die ich bisher zu anderen Themen besucht habe. Es geht immer nur um das eigene EGO, darum das man sich (Veganer) besser fühlt als den Rest. Darum das man sich (Veganer) besser informiert, das man bessere Zutaten benutzt, das man auf die und die Dinge verzichtet und das man andere belehren will und angreift, wenn sie nicht so reagieren wie man es erwartet oder möchte.
Es geht immer nur um Zank und Aggression und auch wenn die Administratoren versuchen durch Zensur und Einschreiten etwas zu verändern, brodelt es doch im Untergrund weiter, sei es jetzt über PN oder auf der eigenen Plattform, die oft dafür genutzt wird, über andere User herzuziehen oder sich mal ordendlich für sie auszulassen. Ich habe lange überlegt was da eigentlich passiert und woran es liegt, ich nehme mich da überhaupt nicht raus, es ist manchmal wie ein Strudel der mich mitzieht und ich merke dann wie Wut in mir hochkocht und das tut mir nicht gut. Nicht als Buddhistin und schon gar nicht als Tierrechtlerin, denn so empfinde ich mich. Ich versuche die Rechte der Tiere zu verändern und zu verbessern...
Gestern und auch heute Morgen bin ich an einem Punkt gekommen, an dem ich merke, es reicht mir. Ich musste innerlich versuchen herauszufinden, woran es liegt, das Menschen im Miteinander immer wieder in Konkurrenzsituationen kommen und ihr Ego behaupten müssen, bis hin zum Kampf.
Ich denke es liegt am menschlichen Miteinander. Rein Psychologisch kann ich es mir so erklären, dass wir innerlich noch Kinder sind die für das was sie tolles gemacht haben, belohnt werden wollen.
Ähnlich ist es hier auch, die meisten die hier, wie in anderen Gruppen mitschreiben, wollen Bestätigung und dabei spielt es wirklich keine Rolle, ob es um Vegane Themen geht. Das ist ein allgemeines Problem innerhalb der Kommunikation, die nur aufs Schreiben reduziert wird. Ich bin ja schon eine ganze Weile im Internet unterwegs und von Anfang an konnte ich beobachten, wie Menschen sich gegenseitig schriftlich fertig machten, wenn es darum ging Weltbilder zu verteidigen.
Das war in homosexuellen, politischen, tierrechts,- und kommunalen Foren das gleiche wie in Buddhistischen.
Es ist immer das gleiche Muster.
Nur gerade bei dem Thema Vegan wird es zum richtigen Problem, denn dadurch das wir uns an solchen Weltbildern festklammern, erreichen wir absolut nichts für die Tiere. Wir stellen das Thema Vegan wieder über viel wichtigere Themen, nämlich Tierrecht, Natur usw. Durch unser Verhalten erheben wir uns erneut über unsere Mitlebewesen, wir verketteln uns an Dingen deren Relevanz unwichtig ist. Es ist nicht wichtig, woraus unsere Vegane Ernährung besteht, wichtig ist nur das sie Vegan ist. - Natürlich werden jetzt wieder einige dagegen halten. Das ist mir schon bewusst. Ich will euch auch gar nicht meine Meinung aufdrücken, sondern nur bewusst machen wo ihr euch befindet, Ihr befindet euch in eurem menschlichen selbst und keinesfalls auf einer Stufe mit einem Tier.
Also ganz typisch Mensch, das erinnert mich ein klein wenig an den Turmbau zu Babel. Die Leute haben eigentlich alle ein Ziel aber dadurch das sie total egozentrisch und somit getrennt an das Ziel herangehen, erreichen sie das Zeil nicht.
Am Ende macht jeder sein Ding und für die Tiere läuft alles so weiter wie gehabt. Und das finde ich furchtbar und deshalb finde ich es so belastend das mitzuerleben und nichts dagegen tun zu können. Ich entferne mich immer mehr von Veganern, weil es nicht mehr darum geht, sein Ego aufzubauen, sondern wirklich mal darum inne zu halten und sich selbst mal zurück zu nehmen.
Ihr glaubt ihr könnt die Welt verändern, indem ihr auf Soja oder Alsan, auf Oreo Kekse usw. verzichtet und ich glaubt ihr könnt anderen eure Meinung auf die Stirn kleben, wie man ein Veganes Zeitalter Bild an die Wand kleben kann, oder ein Shirt anziehen, auf dem: "Ich bin Vegan" steht, aber so ist es nicht. Jeder muss für sich einen Weg in dieser Welt finden.
Es gibt keine Gutmenschen oder bessere Menschen, es gibt nur Menschen und solange ihr euer Ego im Vordergrund seht, wird sich gar nichts verändern.
Ich hoffe ihr könnt mal inne halten und euch selbst beobachten, wie ihr um eure Weltbilder kämpft, vielleicht kommt dann irgendwann der Moment an dem ihr merkt, das es nicht mehr um Kampf geht, es geht um ein Miteinander, denn nur so erreichen wir wirklich was und dabei spielt es keine Rolle mehr, ob der eine dieses Nahrungsmittel zu sich nimmt, oder ein anderes... Ich weiß, das diese Gruppe (es geht hier um Veganes Zeitalter) genau aus dieser Motivation entstanden ist. Aber solange Menschen sich nicht verändern, bleibt alles beim Alten und so leid es mir tut, das gilt auch für die Menschen hier in dieser Gruppe. Oberflächlich gesehen ist es harmonisch, bis wieder ein Thema á la Oreo oder B12 oder weiß der Geier hoch kommt und schon müsst ihr Administratoren wieder einschreiten. Ihr arbeitet euch die Finger wund, um hier eine Ordnung herzustellen. Aber mit Zensur erreicht man genauso wenig. Ihr könnt die Leute nicht eines besseren belehren. Das können sie nur selbst.
Ich wünsche euch alles liebe
viel Freude, Mut, Energie und Sonnenschein im Herzen.
Irgendwann - vorher/nacher (nicht jetzt in diesem Moment) nur eine Momentaufnahme meines Lebens, meiner Gedanken und meiner Gefühle... momentan geht es mir gut.
Die Wahrheit
Ich fühl mich desillusioniert, frustriert... ja das trifft es, aber schlimmer noch ist die Tatsache, das ich mich Hilflos fühle... ich muss aufpassen, das ich den Rahmen nicht verliere an dem ich mich festklammere. So geht es mir meistens, unabhängig von diesem Bild. Es ist ein Endloszustand. Es gibt Tage da will ich nicht denken, denn wenn ich anfange zu denken, sehe ich die Welt so wie sie ist. Ich nagel mich an Worten fest, an Sätzen, an irgendwelche Dinge die mich beschäftigen, fern vom Leid dieser Mitgeschöpfe. Frustrierend ist es, wenn ich dann Menschen um mich herum sehe, die Blind durch die Gegend gehen, Blind und Taub. Das passiert mir Regelmässig wenn ich Einkaufen gehe. Ich kann nicht anders, als in die Einkaufswägen der Anderen zu blicken. Und in mir ist jemand der dann laut Brüllt und sie schütteln möchte, manchmal drehen sie sich um, neugierig meine Glatze betrachtend und dann lächeln sie mir zu und ich lächel zurück.... Mitgefühl empfindend, für das was ich wahrnehme. Verhärmte und Unglückliche, Traurige und Suchende.... ganz selten jemand der Glücklich und Zufrieden ist.
Genau das ist es, was ich in dem Moment brauche um den Schreienden um sich Schlagenden in mir zu beruhigen: "Schau hin, sie sind nicht anders als die Tiere die sie Essen... sie sind missbraucht, fast Tod, innerlich und äusserlich!" Wie soll ein Mensch begreifen, dass er das Leid und das Grauen das er mit sich herum trägt in Form von Nahrung weiter zu sich nimmt und das Täglich.
Vielleicht halten sie sich für Zufrieden, vielleicht denken sie sie sind Glücklich. Die Wahrheit sieht man in ihren Augen, genau wie in den Augen eines geschändeten und missbrauchten Tieres... Vielleicht sieht nicht jeder diese Wahrheit... ich sehe sie.
Das ist das einzige momentan das mich weiter machen lässt...
Die Wahrheit!!!!
Ich klammere mich an einen Rahmen fest und ich muss aufpassen den Halt nicht zu verlieren....
Es gibt Tage da denke ich zu viel, ich sehe die Worte und Sätze die ich schreibe. Und ich lese sie nachdem sie geschrieben wurden und ich erkenne mich selbst darin, eine Frau die mehr gefunden hat, als sie je suchte. Die mehr erlebt hat, als sie je zu Erleben fähig (bereit) war, eine Frau die nie aufgab, obwohl sie bereits am Boden lag.
Die Wahrheit sie tut weh, sie zeigt die Narben die vorhanden sind und die Narben die niemand sehen will. Sie zeigt, das Tier das schreiend und sich windend langsam und qualvoll stirbt, genau wie das Kind das in den Armen derer liegt, die es beschützen sollen, die es achtlos missbrauchen und töten - und trotzdem wird es überleben, Ja sie weiß, wie es sich anfühlt. Sie erkennt in jedem Tier das ihr begegnet den eigenen Herzschlag und sie weiß, das Leben das einzige ist, das wirklich zählt. ....
Eigentlich wollte ich das Thema vollkommen ausklammern, aber leider ist das nicht möglich, da ich dauernd (fast täglich) damit konfrontiert werde.
Die Frage: "Ernährst du deine Katzen und Hunde auch Vegan" kommt spätestens dann, wenn ich mich als Veganerin oute.
Und zwar von beiden Seiten, sowohl der veganen, als auch der omnivoren.
Auch heute war wieder so ein Tag und aus dem Grund schreibe ich jetzt darüber und dann hoffe ich, das Thema ein für alle Mal ad acta legen zu können. Ein Teil meines Textes stammt übrigens aus einer Diskussion
Ich habe so viele Diskussionen zu dem Thema geführt. Ich finde es immer problematisch wenn wir Menschen über die Ernährung unserer Tiere bestimmen, alleine das kotzt mich hier zuhause schon an. Ich fühle mich zu sehr in der Verantwortung um vorschnell zu urteilen und ich glaube viele Veganer entscheiden vorschnell und lassen sich nur zu gerne von Meinungen anderer beeinflussen. Ich habe viel gelesen darüber, beide Seiten durchleuchtet und mir ist eines aufgefallen: Unsere Katzen wollen Fleisch essen! Ich nicht!!! Sie wollen ungerne veganes Futter, ich liebe vegane Speisen!!! Und da ich ihnen gerne eine minimale Entscheidung in ihrem von uns Menschen beeinflussten Leben, lassen will - füttern wir bei unseren Katzen weiterhin Fleisch.
Bei unseren Hunden ist das anders. Wenn ich ihnen Fleisch vor die Nase setze fressen sie es, wenn ich ihnen einen Apfel gebe, fressen sie ihn, wenn ich ihnen eingeweichtes (trocken mögen sie es nicht) veganes Futter reiche fressen sie es...
Also machen wir es momentan so, das wir sie omnivor ernähren - also nicht rein Vegan.
Übrigens achte ich da bei all unseren Tieren drauf. Unsere Hühner sind Omnivore Tiere. Das heißt sie lieben Würmer und andere Insekten, aber sie mögen auch Obst und Gemüse. Die einzigen Tiere die Vegan leben, sind unsere Kaninchen und unsere Schafe und wir selbst :)
Wenn man sich überlegt, das Tiere (und dabei spielt es mittlerweile schon gar keine Rolle mehr ob Haus oder Wildtiere - mittlerweile sind fast alle domestiziert, bzw. werden vom Menschen gejagd oder in Käfigen gesperrt) so gut wie keine Freiheiten mehr haben. Wenn man überlegt, dass wir über ihren Lebensraum und ihre Ernährung bestimmen, dass wir uns über das Tier hinwegbewegen und seine Bedürfnisse ignorieren - dann muss man sich als Tierliebender und verantwortungsbewusster Mensch wirklich mal fragen, was sie überhaupt noch an Lebensqualitäten haben und auch beim Thema Vegan, frage ich mich mittlerweile ernsthaft, wieso wir davon ausgehen, das es ihnen psychisch und physisch besser geht, wenn man ihnen eine Ernährung aufzwingt die oft nicht ihrer Art entspricht. UND ich gehe noch weiter, wir regen uns darüber auf, wenn wir lesen, was Bauern ihren Tieren zu fressen geben: Fischmehl den Hühnern usw.
Aber was wir tun, ist nicht viel anders (damit meine ich sowohl die vegane Ernährung als die Dosenfutter-Ernährung unserer Haustiere)- seien wir doch mal ganz ehrlich, wir Menschen setzten uns bei allem über die Bedürfnisse der Tiere hinweg, wir ignorieren ihren Freiraum, wir beschneiden ihre Lebensqualität , ihren Lebensraum... Und ihre Ernährung.
Wir nehmen ihnen den eigenen Willen. UND ich kann wirklich nicht sagen, was richtig ist und was nicht. Ich bin ganz ehrlich, ich weiß nicht ob die Ernährung unserer Katzen besser ist als eine vegane Ernährung. Ich kann auch nicht das Gegenteil sagen. Also ist es für mich nur logisch, darauf zu achten, was ihnen schmeckt. Und dabei spielt es für mich keine Rolle, ob Ernährungswissenschaftler, User aus dem Internet oder Tierschützer oder Veganer mir was anderes erzählen wollen. In dem Fall hör ich einfach nur auf eine Stimme und die hat im normalfall 4 Beine und keine 2.
Und wenn ein Veganer mich deswegen beschimpft ich würde die Fleischindustrie hier unterstützen. Dann zucke ich die Schultern und sag: Ja in dem Fall schon...
Tierernährung ist ein schwieriges Thema und ich habe es schon erlebt, das zwei Veganer sich deshalb halb zerfleischten (netter Zusammenhang hier von Fleisch zu sprechen :) ), weil der eine seine Tiere Vegan ernährte und der andere nicht.
Darauf habe ich absolut keine Lust. Wir haben es versucht, wir bekamen vor zwei Monaten Veganes Futter für unsere Hunde und Katzen gespendet. Es wäre nie mehr gewesen als ein Versuch, da wir uns kein veganes Futter leisten können und die Mehrheit unserer Spender kein veganes Futter spenden würden.
Ich denke das man Hunde vegan ernähren könnte, zumindest unsere Hunde. Da sie alles fressen, wenn man jedoch Bella und Blue einfach beim Spaziergang ohne Leine laufen ließe, würde Blue nach Mäusen buddeln und Bella würde Rehe jagen. Bella liebt Aas, es kam ein oder zwei mal vor das sie uns abhaute und im Wald verschwand, und nach einer Weile mit blutverschmierten Maul und übel stinkend wiederkam. Wenn man sie ließe - würde sie wahrscheinlich immer jagend von Waldstück zu Waldstück ziehen und satt und erschöpft nach Hause kommen...
Aber wir lassen sie nicht, aus Angst sie fällt dem nächsten Jäger zum Opfer. Wir beschneiden ihren Lebensraum, ihre Identität.
Wir Menschen haben letztendlich keine Ahnung was wir tun, was für unsere Mitlebewesen wirklich richtig und gut ist und was nicht. Die wenigen Erfahrungswerte die wir uns angeschafft haben, haben wir durch ihre Gefangenschaft entdeckt. Und nicht in dem wir uns ihnen und ihrem freien Lebensraum anpassten (bis auf Ausnahmen, ich denke da an Diane Fossey, Jane Goodall und noch einige wenige mehr).
Wir wissen nicht wie Tiere wirklich ticken, wie sollten wir auch - wir wissen noch nicht mal wie unser Gehirn wirklich funktioniert. Wir nehmen es nur an und diese Annahme reicht uns über ihre Ernährung, ihr Wesen, über ihre Beziehung zu uns Menschen eine Meinung zu bilden. Wir sind beeinflussbar von Medien und anderen Meinungen und das gegen wir weiter an unsere Tiere.
Aber das reicht bei weitem nicht!!!
Ich sehe meine Hunde und Katzen nur mit meinen Augen und diese Sicht ist gefärbt von meinem Gefühl ihnen gegenüber. In der Distanz würde mir wahrscheinlich viel mehr auffallen. Aber diese Distanz habe ich nicht. Also kenne ich sie auch nur so wie ich fühle sie zu kennen und nicht wie sie wirklich sind.
Gerade Haustiere passen sich oft ihrem Zuhause und dem dazugehörigen Menschen an, ihr wahres Wesen bleibt dem Menschen oft verschlossen. Wie auch sollte es anders sein.
Die Erwartungshaltung der Tierhalter ist sehr hoch. Das Tier hat bestimmte Regeln zu befolgen, wirklich freie Entscheidungen und Entfaltungen kann es nicht ausleben. Es ist beschränkt in dem was wir von ihm wollen und was wir ihm gestatten.
Und das zieht sich durch alle Tierarten hinweg. Wir Menschen sind unglaublich überheblich und naiv.
Wir denken wir wüssten wie ein Tier tickt, wie sein Gehirn, sein Gefühlswesen, seine Identität ist. Die Wahrheit ist jedoch einfach - wir denken - aber wir wissen es nicht.
Ich versuche in meinem kleinen Rahmen dem Tier noch ein wenig individualität zu geben. Aber ich bin ein Mensch und ich mache schon alleine aus dem Grund eine Menge Fehler.
Das einzige was ich ihnen wirklich schenken kann, ist ihnen das zu lassen, was sie mögen. Und sollte hier eines Tages eine Katze einziehen, die nichts anderes frisst als Wiskas - dann habe ich eben gelitten, denn dann geh ich los und kauf Wiskas und während ich es verfüttere, fange ich schon mal an, um Verzeihung zu bitten... den Tieren die wegen diesem Fraß qualvoll sterben mussten.
In dem Sinne:
Vielleicht einfach mal einen kleinen Schritt von sich und seinen Erwartungen beiseite treten und sich darauf besinnen, dass es nicht unser Leben ist, sondern das unserer Mitlebewesen. Und dieses Leben muss nicht zwangsläufig mit unserem harmonieren...
Eure Jo vom Tierhof Amoa
Bildquelle: Unser gehörloser Kater (der älteste im Bunde) Flocke beim nicht veganen Futter fressen....
Diese Woche war der reinste Wahnsinn, wir bekamen endlich die ersehnten Spenden, so dass wir wieder unseren Vorat an Katzenfutter auffüllen konnten... Dem Himmel sei dank.
Wir standen nämlich wieder einmal vor dem Fragezeichen hinter dem: "Wie geht es jetzt weiter".
Doch dann schickte uns Animonda ein großes Paket mit Futter, gleich danach einige private (super tolle) Spender, dann bekamen wir noch Geld aufs Spendenkonto überwiesen und wieder geht es Berg auf.
Es ist merkwürdig in meinem Leben, immer dann wenn eine Denkpause eintritt und wir uns anfangen Sorgen zu machen, kommt von irgendwoher ein Lichtschein und erhellt unser Leben mit so einer überdimensionalen Glühbirne, dass es schon Magisch ist.
Vor vier Tagen bekam ich dann ein Angebot gemacht, das mich wirklich aus den Socken hob, die OnlineZeitung Vegan-News fragte mich ob ich einen Artikel über unseren Tierhof schreiben mag. Natürlich mochte ich, nur dachte ich zu diesem Zeitpunkt es bleibt nur bei einem Gastartikel.
Aber weit gefehlt. Meinen ersten Artikel schrieb ich noch in der gleichen Nacht. Ich schrieb mir einfach ein kleines Stück die Seele aus dem Leib. Ich hatte keine Lust die romantische Schiene aufzufahren, die oft gerne gesehen wird, wenn es um Tiere geht. Die meiste Zeit verbringen wir hier in Arbeit, natürlich kuscheln wir auch, aber wir stehen auch in der Scheiße oder graben löcher um unsere verstorbenen Mitbewohner zu beerdigen. Das Leben auf einem Hof ist ein Kommen und Gehen und mit jeder Träne die fließt, fließt auch ein kleines Stück von einem selbst weg.
Eigentlich beginne ich den Tag mit Hoffnung und ende den Tag mit Hoffnung. Dazwischen sind viele Gedanken und Empfindungen.
Ich schrieb 5 Seiten runter, korrigierte, strich aus, schrieb neues... aber am Ende blieb es bei den 5 Seiten. Dann schickte ich meinen Text ab und hatte Bauchkrummeln. Ja ich weiß ich bin mittlerweile ein alter Hase, ich schreib immerhin schon seit mehr als 30 Jahren - Trotzdem. Ich habe meine eigene Art zu schreiben, ich kann nicht in Distanz gehen und so tun, als wäre der Artikel kein Teil von mir. Das liegt mir nicht. Ich schreibe aus meinem Blickwinkel. Ich wusste zu dem Zeitpunkt wirklich nicht, ob diese Art der Schreibe erwünscht war.
Am nächsten abend bekam ich dann die Antwort: "Johanna meine Feelings ändern sich von schallend lachend bis tot traurig!"
Ich weiß noch wie ich hier saß und überlegte: Ist das gut oder nicht?
Am morgen darauf dann die Antwort: "Wir sind begeistert!"
Mein erster Artikel wurde heute herausgebracht und ist hier zu finden:
Ich bin nun Redakteurin einer Zeitung und kann es immer noch nicht fassen.
Ich weiß noch vor vielleicht 25 Jahren wurde ich schon einmal gefragt, ob ich Artikel schreiben mag, damals sagte ich nein. Dann vor einem Jahr fragte man mich erneut, ob ich einen Artikel schreiben mag. Ich schrieb den Artikel aber ich fühlte mich die ganze Zeit, als würde ich über jemand anderen schreiben.
Es war als wäre die Luft raus und ich kam an dieses Thema nie wieder tief heran, obwohl ich auch hier über MICH schrieb, es war das Thema Homosexualität.
Und ich merke auch jetzt, das es zwar zu Britta, mir und Shaya gehörte. Zu unserer Familie. Aber es ist nichts, was mich wirklich beschäftigt, worin mein Herzblut steckt. Lesbisch sein und Regenbogenfamilie ist so Normal für mich geworden. Meine Güte meine Tochter kommt im nächsten Monat in die Schule. Natürlich führe ich noch meine Kämpfe, ich will immer noch ganz legal heiraten und Rechte für mein Kind. Aber das ist nichts, dass ich nah außen trage, dass für mich so eine immense Kraft hat, das es mich zieht - wie ein roter Faden der mich trägt ... schwankend und torkelnd. Mein Homo-Sein ist festverankert und löst sich nicht einfach in Luft auf. Es bleibt beständig und muss nicht geändert werden um die Welt zu erneuern, oder um Leid zu verhindern.
Das "Andere" jedoch, die Hoffnung auf Unversehrtheit aller Lebewesen, das lässt mich wie eine Wilde nach Luft schnappen. Darüber denke ich Tag und Nacht nach.
Das ist das was mich hier am Laufen hält.
Die Homo-Sache gehört für mich dazu, wie Schuhe binden, oder Zähneputzen. Ich weiß nicht ob ihr versteht was ich meine. Es ist genauso wie meine Glatze. Die Leute schauen mich an und ich frage mich: "Huch hab ich noch Kräuter zwischen den Zähnen?" Ich husche auf eine Kaufhaustoilette und begutachte mich im Spiegel und ich sehe so aus wie ich immer aussehe, und trotzdem starren die Nächsten die mir begegnen wieder als wäre irgendwas bei mir nicht Rund. Ich schau dann meine Frau an und frage: "warum gucken die so, ist alles ok bei mir?"
Und nach einem Moment überlegen meint sie lachend: "Deine Glatze!" und ich verdreh grinsend die Augen: "Na klar!"
Homosein ist für mich wie meine Glatze, sie gehört zu mir. Ich vergesse sie nur allzu oft und wundere mich dann, das jemand mich darauf aufmerksam macht, in dem er mich anstarrt.
Wenn ich über Vegan oder Tierleid schreibe begebe ich mich auf andere Ebenen, es geht vielleicht Oberflächlich um mich und mein Empfinden. Aber in der Tiefe geht es um etwas ganz anderes. Es geht um das Leben der Tiere dort draußen. Das Leben der Tiere auf meinem Hof und das Leben der Tiere die kein Leben mehr haben. Der Begriff: Massentierhaltung stößt mir auf wie bittere Galle. Wie ein Magengeschwür, einem Krebs gleich... ich will das es weg geht, ich das es sich verändert. Ich will das es aufhört.. ICH WILL!!!
Es geht um Tierleid und es geht darum das wir uns alle Schuldig machen, jeder einzelne Mensch auf diesem Planeten. Es ist wie ein Strudel der durch uns hindurch fegt und vor keinem einzigen anhält. Jeder wird berührt. Und doch ignorieren es die meisten!
Es ist so als wäre eben ein Flugzeug abgestürzt und keinen interessiert es.
Es ist als würden sich Risse in der Erde auftun, Autos stürzen hinein und niemand sieht es.
Es ist als würde man jemanden die Brust bei vollem Bewusstsein öffnen und die Niere entfernen und der Jenige liest dabei Zeitung, oder schaut Fernsehen - als hätte all das nichts mit ihm zu tun.
Das Leben geht einfach weiter, während wir zusehen, das Tiere misshandelt werden.
Das Tiere bestialisch getötet werden. Das Tiere leiden und schreien und sich wehren und am Ende doch nur die Verlierer sind.
Wir opfern bereitwillig jede freie Minute für menschliche Belange. Wir feiern in unserer Freizeit und freuen uns des Lebens, dabei dreht sich der Spieß auf dem ein Kalb oder Ferkel steckt.
Wir Menschen sind Barbaren und genau darüber will ich schreiben.
Auch wenn es sich hier wie eine Anklage anhört, ich schreibe über mich selbst. Über 32 Jahre meines Leben die ich damit verbracht habe, zu sehen wie sich die Erde auftut und Millionen von Tieren verschluckt, und dabei habe ich ruhig und ohne schlechtem Gewissen eine Bifi gegessen. Ich schreibe über 15 Jahre die ich damit verbracht habe, mir über Käse gedanken zu machen und dabei habe ich ignoriert, das es die Kälber sind die wegen meinem Bedarf an Käse ihre Mutter verlieren. Und das es die Kühe sind, die wegen meinem Bedarf an Käse leidend zusammenbrechen und deren Tod bereits vorprogrammiert ist.
Es geht um mich ja, um meine Schuld. Um meine Missachtung. Um meine Ignoranz.
Ich möchte etwas gut machen. Ich möchte die Welt verändern. Weil ich meine Vergangenheit nicht verändern kann. Ich kann nicht zurück gehen, ich kann nur im Jetzt leben.
Ich bin der Meinung das jeder Mensch sein Leben verändern kann, um die Welt zu verändern.
Letztens sagte irgendwer im Zusammenhang mit dem Gaza Konflikt:
"Stell dir vor, es ist Krieg und niemand geht hin!"
Ich sagte daraufhin - völlig aus dem Zusammenhang gerissen.
"Das ist so wie: Stell dir vor Fleisch wird angeboten und niemand kauft es!"
Und auf einmal war die Lösung zum Greifen nah. Wenn wir alle JETZT aufhören Fleisch zu konsumieren, verändert sich der Markt. Es geht immer um Angebot und Nachfrage, kommt keine Nachfrage, verändert sich das Angebot.
Als erstes wird Fleisch billiger, das ist nur Logisch. Die Preise gehen nach unter. Aber wenn auch das nicht zieht, wird der Markt sich an dem anpassen, was der Konsument konsumiert. Wenn alle Deutschen heute anfangen Vegan zu leben, verändert sich die Welt. Andere Länder werden nachziehen. Der Markt muss dementsprechend reagieren. Es werden mehr Vegane Lebensmitteln produziert und vorallem wird es günstiger werden - nicht gleich, aber in naher Zukunft.
Der Verbraucher hat eine unglaubliche Macht und einen großen Einflüss, was die Marktwirtschaft betrifft.
Die Fleischproduktion wird erst mal versuchen in andere - noch nicht beeinflussbare Länder zu importieren. Aber das geht nur eine gewisse Zeit. Der Verlust ist dennoch enorm. Massentierfabriken machen pleite und müssen andere Wege finden. Fleischereien müssen umdenken lernen. Der Beruf Metzger stirbt langsam aus.
Bis dahin laufen meine Träume wie ein Endlosfließband. Was danach passiert ist für mich erst einmal nebensächlich, so weit denke ich nicht. Ich weiß aber das andere Menschen viel weiter denken, sie denken ins Unermessliche und weil ihnen diese Gedanken Angst machen, bleiben sie lieber auf dem sicheren Hafen. "Weil diese Zukunftsträume angst machen, nehmen wir lieber weiterhin Leid in Kauf!"
Sie nehmen es in Kauf das wir eines Tages über Knochen gehen und sie nehmen es in Kauf das die Treibhausgase unser Klima zerstören.
Wir Menschen zerstören uns selbst und das ist uns lieber, als die Angst vor der Unwissenheit, was passiert wenn kein Fleisch mehr verkauft wird.
Ernährung ist keine Privatsache mehr, wir müssen anfangen über unseren Tellerrand hinweg zu blicken.
Denn Jeder kann die Welt verändern und somit Leid verhindern -
Wenn er nur will....
Ich bin sehr glücklich über das schreiben zu können, was mich wirklich beschäftigt.
Jetzt noch mehr als vorher...
In dem Sinne...
Hei, ich bin Redakteurin! Und meine Tochter findet es: Hammercool!!!
Während es in den 60gern noch an allen Mauern geschrieben stand, ist das Wörtchen Frieden heute eher mit einem Fragezeichen versehen oder in Anführungszeichen ironisch unterstrichen.
Seit dem ich Vegan lebe, denke ich mehr über Frieden nach als vorher - was eigentlich konstruktiv sein sollte - wenn nur nicht dieser Kampf ums Überleben wäre, der mir Tagtäglich begegnet.
Vor kurzem bin ich aus einer mir eigentlich lieb gewordenen Gruppe ausgetreten, weil die Gegenbewegung, namens "Antivegan" aufrief Veganer zu "Verfolgen".
Als ich das las, dachte ich, ok das war es jetzt, bevor ich hier auch nur ein Tier einer Gefahr aussetze, gehe ich lieber aus der Gruppe raus.
Es ist keine Seltenheit, das Gnadenhoftiere misshandelt oder gar getötet werden. Ein bestes Beispiel ist der Anschlag auf das Stadttaubenprojekt in Frankfurt Anfang des Monats.
Es sind immer die Schwächsten die unter dem Hass leiden müssen.
Frieden ist genau wie Toleranz ein Wort, das wohl sehr freizügig zu interpretieren ist. Ich lese viel in Blogs und Threads, ich lese Kommentare unter Artikel und was mir immer wieder aufs Neue auffällt, ist die Gewalt mit der der Frieden eingefordert wird.
Interessante Äusserungen wie:
"Den müsste man genauso todschlagen!"
"Den soll man aufhängen"
"Das Drecksschwein...."
usw.
Gewalt mit Gewalt verändern oder Auflösen, ist das überhaupt möglich?
Ich sage NEIN und doch verstehe ich in gewisser Hinsicht die Wut der Leute. Ja manchmal könnte auch ich aus der Haut fahren, bei solchen Bildern zum Beispiel:
Noch sarkastischer geht es kaum noch. Ja solche Bilder machen wütend, denn ich weiß dass die vollgeladenen Lkw´s oft in der glühenden Sonne oder im Winter bei Minusgraden auf den Parkplätzen stehen und niemand kümmert sich darum, das die Tiere verdursten, erfrieren oder sich vor lauter Panik selbst verletzten und im schlimmsten Fall tot treten. Einmal in diesem Transporter und der Tod ist ihnen vorbestimmt, es gibt kein Zurück.
Wenn ich dieses Bild ansehe, frage ich mich welcher Mensch imstande ist so einen Aufkleber anzubringen und ob der Jenige über ein Gehirn verfügt.
Ich stelle mir dann einen grobknöchrigen Soziophaten vor, der auch keinen Halt macht vor Kindern oder alten Leuten.
Erschreckend ist es dann, wenn ich in Videos die Fahrer dieser Viehtransporte sehe und mir dann klar wird, sie sehen aus, wie der Nachbar von Nebenan.
Die Grobheit und Grausamkeit in ihrem Tun, ist ihnen oft noch nicht einmal bewusst, sie gehen einfach darüber hinweg. Wenn ein Mensch tagtäglich damit konfrontiert wird, baut er Scheuklappen auf, so kann er seinen Alltag einfach weiter laufen lassen, trotz seines Berufs.
Je stärker diese Scheuklappen sind, desto Gleichgültiger ist ihm das Leid der Tiere.
Ich habe in meinem Leben einige Biologen und Chemiker kennen gelernt, die Tierversuche vollkommen in Ordnung finden und ihr Handeln damit begründeten, dass sie für die Menschheit Tiere Quälen müssen und dass diese Tiere nur deshalb gezüchtet werden. Mit diesen Menschen war jede Diskussion kräftezehrend und letztendlich überflüssig.
Was auch daran lag, das ich irgendwann fluchtartig den Raum verlassen habe und hinter mir noch die Stimmen zu hören waren, die mir nachbrüllten: "Willst du lieber dein Kind sterben lassen..." "Du nimmst selbst Medikamente..." "Tierversuche sind Notwendig..." "Immer diese Gutmenschen ..." - bevor die Tür entgültig ins Schloss fiel.
Mittlerweile weiß man, dass viele Tierversuche nicht auf den Mernschen übertragbar sind.
Es gibt etliche Medikamente die vom Markt genommen wurden, weil man im Nachhinein feststellte, dass sie für den Menschen ungeeignet sind.
Vioxx ist eines der Medikamente, die ich selbst Jahrelang genommen habe, bis es irgendwann vom Markt genommen wurde weil es Herzinfarkte und Schlaganfälle ausgelöst hat. Ich habe dasim Nachhinein von meiner Apothekerin erfahren und hatte lange Zeit noch Angst, das mein Herz auch irgendwann den Löffel abgibt.
Das jedoch allerbeste Beispiel ist Contergan. Anhand der positiven Studie an Tierversuchen wurde das Medikament 1957 - 1961 freigegeben und noch immer leben ca. 24000 Contergan geschädigte Erwachsene in Deutschland.
Ich war vorhin auf der Datenbank für Tierversuche und war mehr als Entsetzt, es werden immer noch Tierversuche an Mäusen und Ratten gemacht um in einer Langzeitstudie die Krankheitsentwicklung von Tumoren durch Zigarettenrauch festzustellen. Ja Gehts noch?
Wer finanziert solche Tierversuche?
Millionen Mäuse und Ratten müssen sterben weil Menschen nicht damit leben können, das ihre Sucht ein Gesundheitsrisiko darstellt. Ich finde so etwas verachtenswert. Und mich würde interessieren, wie Studenten diese Versuche kritiklos an Tieren ausüben können, obwohl mittlerweile klar ist, das Zigaretten schädlich sind, daran gibt es nichts zu rütteln.
Die Seite: Datenbank - Tierversuche ergibt erschreckend Auskunft über den Missbrauch und die Misshandlung von Tieren. Zum Beispiel wird folgende Studie beschrieben:
Zitat:
Es wird ein "Rattenmodell" zur arbeitsmedizinischen Beurteilung bestimmter Chemikalien vorgestellt. Die Chemikalien (Isocyanate) werden als Zwischenprodukte bei der Herstellung von Harzen, Lacken, Schaum- und Klebstoffen eingesetzt und Arbeiter können mit diesen in Kontakt kommen. Die Ratten werden zunächst über die Haut sensibilisiert. Dazu wird die Substanz auf die geschorene Haut beider Flanken aufgetragen. Nach einer Woche wird die Substanz erneut appliziert. Danach erfolgt eine Lungenspülung. Dazu wird einer betäubten Ratten Kochsalzlösung in die Lunge gepumpt und wieder abgesaugt, um Entzündungszellen darin zu identifizieren. Dann müssen die Ratten die Substanz im zweiwöchigen Abstand jeweils 30 Minuten einatmen. Dieses wird 4-mal wiederholt. Die Prozedur wird nicht beschrieben. Üblicherweise wird eine Ratte dafür in eine enge Röhre gesteckt, aus denen nur die Nase herausschaut, die mit dem Teststoff begast wird. Die verwendeten Dosierungen werden erheblich höher gewählt als die heute gültigen Arbeitsplatzgrenzwerte. Nach jeder inhalativer Exposition erfolgt eine Lungenfunktionsprüfung, bei der ein Tier 20 Stunden in ein Gerät gesetzt wird, das die Atmung misst. Nähere Angaben werden dazu nicht gemacht. Nach der vierten Exposition wird die Lunge erneut gespült. Das weitere Schicksal der Ratten wird nicht erwähnt.
Titel: Tiermodell zur Bestimmung der Asthma-Auslöseschwelle von Diisocyanaten und seine Relevanz für die Ableitung von Arbeitsplatzgrenzwerten
Bereich: Arbeitsmedizin, Toxikologie
Hintergrund: Vorstellung eines "Tiermodells" für die arbeitsmedizinische Beurteilung bestimmter Chemikalien.
Tiere: Ratten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2013
Autoren: Jürgen Pauluhn
Institute: Experimental Toxicology, Bayer Pharma AG, 42096 Wuppertal
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Zeitschrift: Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Umweltmedizin 2013: 48, 120-129
Dokumenten-Id: 4418
Auf jeder Farb, Harz, Lackdose wird wird darauf hingewiesen, das die Substanzen giftig sind und nicht eingeatmet werden dürfen.
Wenn ich mit meinem Asthma in einem frischgestrichenen Raum mit geschlossenen Fenster stehe, bekomme ich einen Asthmaanfall, dazu brauche ich nicht das Zeug durch ein Röhrchen einzuatmen.
Warum muss man dazu ein Tier quälen? Ich stell mich freiwillig zur Verfügung. Kommt steckt mich in den Raum, holt mich nach 5 Minuten wieder raus und vergesst das Beatmungsgerät bitte nicht.
Was tun die Leute da? Und wer bezahlt diese unnötige Grausamkeit?
Und was bezweckt man damit.
Es ist ja nicht so, das man eine Verbesserung von eben diesen Substanzen herstellen will, man will nur Testen wie Risikoreich der Arbeitsplatz für den dort befindlichen Arbeiter ist.
Je mehr ich mich mit den einzelnen Bereichen der Tierquälerei auseinander setzte, desto mehr komme ich weg von der Blümchenwiese Peace, Love und Vegan.
Es wäre ein Traum mich einfach mal zurück zu lehnen und mich von den sanften Glängen einer Gitarre einlullen zu lassen und dabei links und rechts die Hand eines Hippiezerzausten Gleichgesinnten halte... Peace für die Welt Yeah...
Statt dessen gehe ich ein großes Stück von meinen Bedürfnissen, meinen Wünschen weg und schau mir die Welt an und könnte kotzen.
Was bleibt ist das Wörtchen Vegan, an dem ich halte ich mich fest, wie an ein Seil, das mir in schwindender Höhe einen kleinen Halt verspricht.
Es ist noch das einzige das für mich Logisch ist. Das mir ein Gefühl von: "Ja könnte hinhauen" gibt.
Und ich sehe winzig kleine Veränderungen.
Heute wurde ich angeschrieben, von einer Frau die mit ihrer Familie ein Wochenende lang Vegan leben will.
Ein kleiner Schritt. Ein Wochennede lang konsumiert diese Familie kein Tierleid, das verändert eine Menge wenn man sich die Zahlen betrachtet die ein Mensch hier in Deutschland an Fleisch und Milchprodukten pro Tag zu sich nimmt. Dann ist es enorm wenn eine Familie auch nur einen Tag darauf verzichtet.
Wenn man natürlich das Ganze Global überblickt ist es so unnütz wie ein Staubkorn in Indien.
Dennoch finde ich es klasse... ich möchte das mehr Menschen begreifen, wie einfach es ist, auf Fleisch und Milchprodukte zu verzichten.
Es gibt wundervolle Seiten hierzu, die ich einfach nur empfehlen kann. So hat Peter einen tollen Blog der sich mit diesem Thema intensiv auseinander setzt. Peter von www.dieumsteiger.blogspot.de hat früher gerne Fleisch gegessen. Er hat den Verzehr aus ethischen Gründen aufgegeben und sich überlegt wie man trotzdem Tierleidfreie Produkte herstellen kann, die nach Fleisch schmecken.
Meine Frau Britta liebt den Blog von Peter, dort hat sie im Grunde genommen Vegan kochen gelernt.
Es brauch nicht viel um für sich ein Tierleidfreies Leben aufzubauen. Das was viele am Anfang als Verzicht empfinden, entwickelt sich im Laufe der Zeit als Bereicherung des eigenen Speiseplans.
Aber zurück zum Wunsch nach Frieden!
Vor ein paar Tagen hat meine 6 Jährige Tochter laut und vernehmlich verkündet: "Mami, Mama, ich esse ab sofort keine Milchschokolade mehr und auch kein Eis!"
Wir haben gelächelt und nichts dazu gesagt.
Heute hat sie Milchschokolade geschenkt bekommen, sie zeigte mir die Schoko und fragte: "Mami ist da Milch drin!" Ich sah sie mir an und bestätigte, ja es ist Milch drin. Darauf sagte meine Tochter: "Ich möchte die Schokolade nicht essen, was soll ich jetzt damit machen?"
Wir dachten eine Weile darüber nach. Dann sagte ich: "Dann verschenke sie an die Kinder die noch Schokolade essen." Und genau das will sie heute Abend gleich machen, denn dann wird sie das erste Mal im Kindergarten übernachten. Webwerfen finden wir nicht richtig, aus unterschiedlichen Gründen, einmal weil sie die Schokolade geschenkt bekam und dann weil es Respektlos wäre der Kuh gegenüber.
Wir haben unsere Tochter nicht gedrängt unsere Sichtweise anzunehmen. Es ist ihr alleiniger Verdienst jetzt Vegan leben zu wollen. Sie liebt Schokolade, Eis und Käseprodukte, die sie hin und wieder noch gerne bei der Oma gegessen hat. Ich glaube diese Zeiten sind vorbei. Meine Schwiegereltern müssen sich jetzt wirklich umorientieren, wenn wir zum Frühstück kommen.
Das Leben ist Veränderung, wir vergessen nur leider allzuoft, das gerade die kleinen Veränderungen große Schritte benötigen. Wir leben auch erst seit etwas mehr als einem Jahr Vegan. Somit verhindern wir erst seit einem Jahr Tierleid.
Davor haben wir hin und wieder noch Eier und Milchprodukte und Honig verzehrt.
Ich bin davon überzeugt, das jeder etwas für den Weltfrieden tun kann, wenn man man selbst den inneren Frieden gefunden hat.
Gewaltlosigkeit ist ein großes Ziel.
Ich kämpfe gegen meine Wut und meinen Schmerz und mein Unverständnis - auf meine Weise.
Ich versuche durch diesen Blog ein Stück nach Außen zu tragen, los zu werden... Weg damit... nach dem Schreiben geht es mir besser... es tut weniger weh.
Ich glaube daran... ja ich halte mich daran fest - dass die Tierleidfreie Ernährung das Leid in dieser Welt verändert, vielleicht sogar gänzlich auflöst.
Jeder kann etwas dafür tun, fangt an zu laufen, zu sehen, zu hören. Glaubt nicht alles was geschrieben steht, sondern hinterfragt euch selbst. Lest euch durch, für was die Tiere getötet werden und achtet auf euren Konsum. Tierleidfreie Produkte gibt es zum Beispiel in der DM-Drogerie unter deren Eigennamen.
Ein kleiner Schritt kann die Welt verändern... wer sagte das?
Ahja... ich habe gerade Armstrongs Zitat geändert: "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit"
Lassen wir ein neues Zitat erwachen:
Ein kleiner Schritt der Menschheit ist ein großer Hoffnungsschimmer für ein (Versuchs, Nutz) Tier!
In dem Sinne
Lasst uns doch für das kommente Wochenende die Welt verändern...
Für alle die es nicht kennen:
Ein veganes Wochenende - na wie wärs?
Vielleicht wird dann Peace, Love and Vegan
irgendwann Normalität....
Namasté eure Jo vom Tierhof Amoa
Noch eine Anmerkung zum Schluss:
Wer immer noch denkt, das eine (Tierversuche) hat mit dem anderen (Tiertransporte) nichts gemein, hat den Sinn hinter meinem Blogeintrag nicht verstanden... es geht mir hier darum die Verbindung zum Leid zu schaffen. Je mehr wir anfangen Leid als Normalität in unseren Alltag zu integrieren, desto schwieriger ist es für uns Menschen zu sehen wenn Leid entsteht. Und den Schritt zu begehen Leid zu verhindern.
Alles hängt zusammen und ergibt somit ein Gesamtbild.
Würden wir es ablehnen Tiere zu essen, würden wir auch ablehnen Tiere in unsinnigen Tierversuchen zu missbrauchen.
Denn sobald wir begreifen, das Tiere mit uns auf einer Stufe stehen, sind sie uns gleichberechtigt.
Quellenverzeichnis:
Zu "VIOXX" http://de.wikipedia.org/wiki/Rofecoxib
Zu "CONTERGAN" http://de.wikipedia.org/wiki/Contergan-Skandal
Fleisch und Milchkonsum Deutschland:
http://www.bmelv-statistik.de/index.php?id=139&stw=Selbstversorgungsgrad
http://www.tierrechte-bw.de/index.php/ernaehrung-43385/295-die-folgen-des-weltweiten-fleischkonsums
Ich hatte heute interessante Diskussionen. Heute war wohl der Tag der Frau, zuerst hatte ich eine Diskussion über Impfen und (zu meinem Leidwesen) MMS (mehr dazu ein andermal - nur soviel ich bin dafür das man dieses Zeug vom Markt nimmt, je eher desto besser).
Danach eine Diskussion über Schwangerschaftsabbruch. Und zuletzt über Menstruations Tassen. Da bin ich übrigens immer noch am Diskutieren... sehr interessant! Vielleicht werde ich auch darüber ein eigenes Thema machen.
Durch das Thema Schwangerschaftsabbruch ist nun dieser Blogeintrag entstanden, weil eine Freundin mich bat, doch einmal in meinem Blog darüber zu schreiben, Zitat:
"Jo mich würde mal wirklich interessieren, wie Veganer / Vegetarier zu diesem Thema stehen. Vllt. mal ein neues Thema in Deinem Blog???"
Ich fand die Idee gar nicht schlecht, trotz leichtem Krummeln in meinem Bauch (warum werdet ihr gleich lesen).
Und aus dem Grund dieser - eigentlich für diesen Blog - ungewöhnliche Beitrag.
Zum Thema Schwangerschaftsabbruch:
Wenn ich ehrlich bin, war dieses Thema für mich immer ein inneres Reizthema. Als Frau die selbst keine Kinder bekommen konnte - und aus einem anderen Blickwinkel heraus, als Buddhistin die jedes Leben schätzt und somit auch die frühste Schwangerschaft bereits als beginnendes Leben ansieht.
- Aber es gibt noch eine andere Seite die ich hier nicht verschweigen will. Ich war als Kind Zeugin und letztendlich auch unfreiwillige Helferin eines illegalen Schwangerschaftsabbruches, dieses Erlebnis hat mich geprägt. Auch wenn aus heutiger Sicht dieser Abbruch wahrscheinlich für das Ungeborene das Beste war, hatte ich lange Jahre Alpträume und auch Schuldgefühle. Der Zwiespalt eines 9 Jährigen Mädchens, die auf der einen Seite sehr wohl begriff, dass diesem Kind mit Sicherheit dadurch einiges Leid erspart geblieben ist, aber gleichzeitig das Gefühl von Schmerz, Wut und Mitgefühl empfand, war damals unglaublich Grausam und hat mich letztendlich auch in meiner heutigen Meinung gestärkt.
Das soll nicht bedeuten, dass ich Frauen nicht verstehe, die den Weg eines Abbruches gehen - aber ich selbst weiß einfach zu viel, um es gut zu heißen.
Meine Sicht als Frau und Veganerin: Ich wiederhole hiermit das was meine damals schwangere Frau sagte, an dem Tag als wir das erste mal das Herz unseres Kindes sahen, dieses kleine winzige pulsierende Herz in einem noch sehr unförmigen Schlauchartigen Körper. Wir haben beide bei diesem Anblick geweint und uns angesehen. Unsere Hände gehalten und Britta meinte leise: "Ich verstehe diese ganzen Diskussionen nicht, wann Leben entsteht. Es reicht doch dieses Herz zu sehen um zu begreifen, unser Kind lebt!"
Als Vegan Lebender Mensch steht man in einem Feld in dem es jeden Tag darum geht, Leben zu retten und zu schützen. In erster Linie das Leben eines Tieres, in zweiter Linie das Leben von Kindern die Hungern, in dritter Linie das Leben jedes Lebewesen und somit das Leben dieser Welt.
Es ist ein Andauernder Kampf gegen Unrecht und Leid.
Das lässt sich hervorragend mit dem Buddhismus kombinieren, solange man selbst keine Gewalt ausübt, bzw. solange man selbst Gewalt ablehnt.
Ein Schwangerschaftsabbruch ist letztendlich das Ende eines Lebens. Und das geschieht durch Gewalt. Viele werden sich vielleicht jetzt schützend vor Frauen stellen und meine Worte als Angriff deuten. Aber ich bitte euch hier noch einmal ein Stück nach oben zu skrollen - Das bedeutet nicht das ich Frauen nicht verstehe...
Es ist auch kein Angriff, sondern ledigklich eine Aussage, die nicht zu revidieren ist. Wer sich hier aufregt, möge bitte im Internet nach Videos zum Thema Abtreibung suchen. Danach können wir uns gerne noch einmal unterhalten. Es ist vielleicht verständlich, wenn man das Leben der Frau sieht, die sich für diesen Eingriff entschieden hat. Aber es ist gleichzeitig das Ende eines anderen Leben, dessen Lebenswillen nicht berücksichtigt wird. Wir Menschen stellen uns seit Anbeginn unserer Existenz über Leben und Tod.
Viele (natürlich nicht alle) Frauen entscheiden bei einer Abtreibung rein egoistisch, das Wohl des Kindes (ihr könnt ruhig hier einwerfen, es ist ein Embryo oder Fötus... Für mich persönlich spielt die Bezeichnung hier keinerlei Rolle) im Bauch der Mutter, interessiert hier nur peripher, hier geht es großteils nur um das eigene Wohlergehen und um das eigene Leid.
Das ist - meiner Meinung nach - das Gleiche wie der Verzehr von Fleisch. - auch hier steht der Mensch an erster Stelle und nicht das Tier das gelitten hat.
So denken und handeln wir Menschen oft. Wir sehen uns, als Fixpunkt um den sich alles dreht.
So hat auch meine Mutter gedacht, als sie mir damals befahl den Eimer zu halten. Ihr war es egal, wie ich mich gefühlt habe. Was das aus einem kleinen 9 Jährigen Mädchen macht, das mitansieht wie das Geschwisterkind abgetrieben wird. Es hätte auch böse ausgehen können. Meine Mutter hätte sterben können und ich hätte daneben gestanden (Selbstmordabsichten waren Normalität in meiner Kindheit... )
Ich habe mich damit getröstet, das ich mir bis heute immer und immer wieder sage: "Es hat nicht leiden müssen!"
Aber ich werde mir nie sicher sein....
Ich weiß nicht wie meine Mutter heute darüber denkt, wir haben früher nie darüber gesprochen und wir werden auch niemals darüber sprechen. Ich habe meine Mutter seit fast 33 Jahren nicht mehr gesehen und ich werde sie auch nicht mehr sehen - zumindest nicht, solange ich es verhindern kann.
Das war eigentlich auch schon alles was ich zum Thema Schwangerschaftsabbruch sagen kann. Ich lehne Gewalt ab und somit auch einen Schwangerschaftsabbruch, egal aus welchen Gründen und unabhängig davon, dass ich Vegan lebe. Leben ist Leben und Tod ist Tod. Es gibt nichts dazwischen.
Doch sage ich auch: Jede Frau muss diese Entscheidung für sich treffen und dann mit den Konsequenzen leben.
Nun würde mich wirklich interessieren wie andere Veganer/Vegetarier das sehen. Ich gebe also die Frage meiner Freundin weiter an euch. Über Kommentare und Gedanken zum Thema würde ich mich sehr freuen.
- Allerdings bin ich mir auch Sicher, dass viele diesen Eintrag am liebsten in der Luft zerreissen würden ;)
Die Wahrheit sieht niemand gerne.
Und rosarote Wolken...
nun die male ich schon lange nicht mehr und erst recht nicht auf diesem Blog...
In dem Sinne
Namasté
Eure Jo vom Tierhof Amoa
Ein klein wenig Lektüre um meine Auffassung von "Leben" aus Buddhistischer Sicht besser zu verstehen:
Armin Rohm schreibt geniale Texte.
Vielen Dank Armin, dass ich diesen Text hier einfügen darf.
Mit ausdrücklicher Erlaubnis des Autors:
Die Krone der Schöpfung ?
"Unsere Werte und Überzeugungen steuern unser Verhalten. Wenn wir wiederholt in einer Weise handeln, die im Widerspruch zu unseren Werten steht, spüren wir, sobald wir den Widerspruch bemerken oder darauf angesprochen werden, ein moralisches Unbehagen. Dann haben wir grundsätzlich drei Optionen, diese „kognitive Dissonanz“ und das damit einhergehende mulmige Gefühl aufzulösen:
1.) Wir können unser Verhalten so verändern, dass es wieder mit den Werten übereinstimmt.
2.) Wir können unsere Werte/Überzeugungen korrigieren.
3.) Wir erklären den Sachverhalt so, dass unser Verhalten auf wundersame Weise doch irgendwie zu unseren Werten zu passen scheint.
Der dritte Punkt ist für das Thema „Tiere essen“ der spannendste. Wenn ich mit Menschen über ihr Verhältnis zu Tieren rede, sagt nur eine winzig kleine Minderheit: „Es ist völlig o.k. Tiere zu quälen, zu töten und zu essen. Sie verdienen es nicht anders.“
Die allermeisten Menschen mögen Tiere und wünschen sich, dass es ihnen gut geht bzw. zumindest, dass sie auf gar keinen Fall unnötig leiden. Dennoch essen sie Tiere – ganz selbstverständlich, in der Regel ohne jeden Skrupel. Das Verhalten passt also definitiv nicht zu den Werten. Jemandem ein gutes Leben zu wünschen und gleichzeitig seine Hinrichtung zu beauftragen ist ein offensichtlicher Widerspruch. Jetzt wäre es naheliegend, die moralische Verwerflichkeit des eigenen Verhaltens zu erkennen und ab sofort einfach auf den Verzehr tierischer Produkte zu verzichten. Diese völlig logische Entscheidung trifft aber leider kaum jemand. Die zweite Möglichkeit: Ich könnte auch meine Werte neu definieren und sagen: "Tiere sind offenbar doch nichts weiter als eine Ware ohne jede ethische Relevanz. Wir können mit ihnen machen, was immer wir wollen." Dieser Sinneswandel wäre vielleicht im Einzelfall schonungslos ehrlich, ist aber ebenfalls nicht wahrscheinlich. Wir ändern unsere Werte nicht eben mal schnell, nur weil uns jemand auf einen eventuellen Widerspruch hinweist.
Wahrscheinlich ist vielmehr, dass ich mein Verhalten irgendwie beschönige oder aber meine Werte‚ in einer für mich günstigen Weise interpretiere. Wenn in meiner Umgebung fast alle Menschen Fleisch essen und sie sich ebenfalls keinerlei Gedanken darüber machen, dann kann es ja so falsch nicht sein. Diese erste ‚Überlegung‘ nimmt mir schon mal einen großen Teil der Last („Ich mache doch nur, was alle anderen auch tun. Wieso sollte ich mich deshalb schuldig fühlen? Außerdem schmeckt Fleisch lecker. Wieso sollte ich darauf verzichten, während andere das nicht tun?“)
Ein paar banale zusätzliche Taschenspielertricks genügen, um ohne schlechtes Gewissen weiterhin Fleisch konsumieren zu können. Zu meiner endgültigen Entlastung plappere ich einfach ein paar schlichte Parolen vor mich hin: „Der Mensch isst doch schon immer Fleisch“, „Fleisch essen ist gesund“, oder das Königsargument „Der Löwe frisst ja schließlich auch Zebras“. Interessant, dass dieses armselige Niveau des Selbstbetrugs völlig ausreicht, um sich mit sich und der Welt im Reinen zu fühlen. Selbst haarsträubende ‚Argumente‘ wie "Das Leben ist eben manchmal grausam", "Es ist Gottes Wille" oder „Nutztiere sterben aus, wenn wir sie nicht essen“ beseitigen oder mildern zumindest die kognitive Dissonanz. Falls doch mal jemand ein klein wenig ins Grübeln kommt ob der Qualität der eigenen Argumente, dann hilft auf jeden Fall das rhetorische Omnivoren-Notprogramm, welches von der artgerechten Haltung, den glücklichen Tieren, dem humanen Töten schwärmt oder einen Lobgesang auf den Metzger um die Ecke anstimmt.
Tragischer Weise sind die ‚Argumente‘ der Fleischesser einer echten verstandesmäßigen Prüfung nur bedingt zugänglich. Es handelt sich überwiegend nicht um reflektierte Überlegungen des Verstandes im Hier und Jetzt, sondern um Einblendungen aus der Vergangenheit, um erinnerte Standardtexte des Autopiloten – in der Kindheit in unserer Herkunftsfamilie gelernt, von der Umgebung wieder und wieder verstärkt, tausendfach gehört und tausendfach nachgeplappert - so lange und so oft, bis sie zur zementierten Wahrheit wurden, die keiner weiteren Überprüfung bedarf.
Wäre das alles für die Opfer nicht so unfassbar tragisch, wir könnten uns königlich amüsieren über die ‚Krone der Schöpfung‘ und ihre Fähigkeit zum hochflexiblen Umgang mit Moral und Verantwortung."
Heute hatte meine Frau Geburtstag also haben wir uns kurz entschlossen nach Frankfurt zu fahren, wir waren mit unserer Freundin Marie im EdelKiosk Frühstücken, Anna hat was super leckeres für uns gemacht, nämlich veganen Flammkuchen... echter Hammer, zum Nachtisch gab es einen Kirsch-Schoko Muffin. Danach wollten wir eigentlich nach Hause fahren und arbeiten. Aber da dachten wir uns, wenn wir schon mal in Frankfurt sind können wir auch mal kurz nach Bornheim, ins Veganz fahren. Dort haben wir dann die Nahrungsmittel eingekauft, die wir sonst nirgends bekommen (und bestellen müssten) und jeder hat ein veganes Eis gegessen. Natürlich selbstgemacht. Ich hatte ein Gurken-Ingwer-Minz Eis, nachdem ich meine Frau probieren ließ, hat sie das gleiche Eis mit Chiasamen genommen... SUPER LECKER - ich weiß es liest sich eigenartig, aber ich habe wirklich noch nie so ein gutes Eis gegessen, ich war hin und weg. Shaya hatte ein Beereneis mit Kokos und Schokosauce, was sie ebenfalls super lecker fand ("viel besser als ein Eis mit Milch"!!!) Danach sind wir noch mal kurz beim Biospahn-Vegan vorbei - es war uns alles zu "Vleischig" trotz Vegan. Aber es war interessant zu sehen, was man für vegane Alternativen herstellen kann und das es letztendlich nicht vom Fleisch zu unterscheiden ist. Und dann waren wir noch kurz in einem Kleinen Veganen Kaffee (ich habe den Namen leider vergessen) super süss eingerichtet, ganz in Weiß und sehr fein... ich habe dort nur einen Latte to Go mit Haselnussmilch mitgenommen. Wir waren einfach vom Edelkiosk und vom Eis so satt. Unsere Tochter ist dann im Auto eingeschlafen und ich war kurz davor.
Solltet ihr aus der Nähe von Frankfurt sein, es lohnt sich wirklich einen Auflug zu machen, alleine das Edelkios (das erste vegane Kaffee in Frankfurt) ist schon ein kleiner Ausflug wert. Ich war bisher (glaub ich) drei mal dort und jedesmal hatte ich das Gefühl, ich sitze in einem Wohnzimmer und lasse den Tag verstreichen, mal unterhält man sich mit anderen Veganern, mal liest man eine politische Zeitung oder stöbert in den vielen Büchern. Nach dem Frühstück fühle ich mich gestärkt und irgendwie voller Energie. Ich liebe es!!!
Ein toller Geburtstag geht nun zu Ende... Frankfurt ist für uns wie eine andere Welt. Ich tauche ein und komme wieder hervor, teils Müde aber voller Eindrücke. So haben wir gemerkt, das sich wieder alles mögliche Verändert hat. Die Stadt wächst täglich und es gibt mittlerweile so viele Vegane Restaurants (in denen wir nicht waren), Ein kleines Schlaraffenland für sich. Ich habe vor vielen Jahren in Frankfurt gewohnt, ich kann mir das nicht mehr vorstellen in Frankfurt zu leben. Die Wolkenkratzer erscheinen mir immer großer und voluminöser und ein ausgefallener Glasbau steht neben dem nächsten. Die Straßen sind voller Menschen und Autos und es riecht in jeder Ecke anders. Wenn ich in Bornheim auf der Bergerstraße laufe komme ich mir vor wie in Palma oder einer anderen südländischen Stadt. Überall sitzen Leute an kleinen Tischen. Eine Frau saß mit einer Föhnhaube auf einer Bank und telefonierte, während hinter ihr der ganz normale Friseuralltag weiter ging. Für mich Landei ist es, als würde ich in eine andere Welt eintauchen, eine geschäftige stressige Welt voller Menschen und Essen und voller Geld das über die Ladenkassen fließt.
Im Edelkiosk unterhielt ich mich mit einer Frau die in einer WG wohnt und dort für ein 20qm großes Zimmer über 300,- Euro zahlt. Ich zog geschockt die Luft ein, für so viel Geld bekommt man bei uns eine komplette 2 Zimmer Wohnung von 60qm. Sie sagte, das es billig sei, ich fühlte mich wie ein Alien aus einer anderen Galaxie. Auch erfuhr ich zu meinem Entsetzen, das Taubenzüchter ihre Tauben hunderte Kilometer entfernt von ihrem Zuhause aussetzen, damit sie einen Wettkampf gewinnen können, wenn die Stärkste wieder den Weg in ihren Bau findet. Viele dieser Tiere schaffen den Flug nicht und sterben qualvoll. Ich musste mehrfach schlucken, ich hatte Tränen in den Augen, ich schluckte sie runter. Meine Frau fragte dann später: "Was hast du denn gedacht, warum Tauben gezüchtet werden?" und ich sagte leise... "Weil man die Tauben mag, weil man es liebt, dass sie in Formation über das eigene Dach fliegen...". Meine Frau sah mich lächelnd an, wie man ein Kind tröstend anlächelt, dann strich sie mir über den Arm. Ich kenne das von unseren Tauben hier im Ort, sie fliegen täglich über die Dächer, umkreisen unseren Ort und fliegen dann wieder nachhause. Ich fühlte mich so dermaßen Naiv und wieder tut sich ein Abgrund auf und wieder fühle ich diese Trauer in mir, die mich immer mehr von Menschen entfernt.
Als wir hier wieder ankamen, verstand ich noch mal um so mehr, den Ausdruck meiner Frankfurter Freundin die immer mal wieder sagt: "Ihr seid meine Insel" Ich kam hier an und eine Ruhe empfing mich. Der Odenwald lullte mich mit seiner Schönheit ein und ich hatte das Gefühl wieder da zu sein, in meinem Zuhause, in meiner Ruhe und meiner Gelassenheit. Ich habe, kaum das ich hier war, meine Klamotten gewechselt, die Frankfurter Schnelligkeit und Lautstärke, gegen die Ruhe hier...
Ich bin Daheim!
Dennoch fühle ich in mir den Zwiespalt der immer größer wird, das eine ist meine Religion, der Buddhismus, das andere der Kampf um die Rechte der Tiere. Der Spalt der sich auftut, hinterlässt in mir ein Gefühl von Einsamkeit. Ich bin wütend und traurig und ich weiß nicht wohin mit diesen Gefühlen.
Ich merke immer mehr, das ich ein Mensch wie jeder andere Mensch bin. Auch in mir schlummert die Gleichgültigkeit gegenüber unseren Mitlebewesen, in dem Fall den Menschen.
Je mehr ich über den Missbrauch unserer Mitlebewesen der Tiere weiß, desto mehr fühle ich Wut in mir, ich fühle mich in die Pflicht genommen, etwas dagegen zu ändern. Die gleiche Frau die in der WG lebt, lehnt Vegane Ernährung ab. Ich habe sie gefragt, ob es daran, liegt, dass sie zu wenig Empathie den Tieren gegenüber nicht empfindet und sie sagte, das kann schon sein.
Es war ein gutes - nicht abwertendes Gespräch.
Aber ich fühlte Unverständnis. Je mehr ich mich mit meiner veganen Ernährung auseinander setze, desto mehr fühle ich Unverständnis Menschen gegenüber.
Ich schließe mich da noch nicht mal aus, denn auch ich bin ein Mensch.
Auch wird mir bewusst, das ich nicht mehr für Menschen kämpfen kann, ich kann mich nicht mehr schützend vor sie stellen, weil mir einfach die Energie fehlt, die ganz klar in eine andere Richtung fließt, nämlich hin zu anderen Geschöpfen, den Tieren.
Ich merke ich mache einen Unterschied, den ich vor kurzen noch nicht gemacht habe.
Und das bringt mich dazu meinen Glauben zu überdenken. Mich noch einmal intensiv damit auseinander zu setzten.
Auf der Fahrt nachhause habe ich mich selbst überprüft, ich dachte darüber nach, ob ich mich überhaupt noch Buddhistin nennen darf. Weil ich Wut empfinde und Trauer und sich all das gegen die Fleischessenden und Leid ignorierenden Menschen richtet. Ich dachte darüber nach ob sich all diese Gefühle mit dem Buddhismus vereinen lassen, oder ob es mich letztendlich trennt und ich die Konsequenzen ziehen muss.
Ich kam zu einem interessanten Ergebnis.
Ich glaube es ist wichtig, all das was ich empfinde und wahrnehme, dass ich die Wahrheit hinter dem Spiegel der Oberflächlichkeit erkenne - wichtig für meine spirituelle Entwicklung ist.
Auf den einen Blick trennt es mich - doch dann macht es bewusst, das Buddha ähnliches erfahren hat. Er hat das Leid mit eigenen Augen gesehen, er hat mitgelitten als ihm bewusst wurde, das es auch dann geschieht, wenn er versuchte es aufzuhalten.
Und doch ging er weiter, suchte nach Möglichkeiten.
So hat sich die Lehre des Buddhismus entwickelt. Um etwas zu verstehen, muss man es erfahren, man muss hinein und hindurch gehen um die Wahrheit zu erkennen. Vielleicht ist Buddha anders damit umgegangen als ich, die ich laut brülle und meinen Rotz und meine Tränen in Texte einbinde und so versuche etwas im kleinen zu verändern.
Ich erlebe eine Trennung in meinem Bekannten und Freundeskreis. Einige Leute haben sich verabschiedet, mir wurde Fanatismus vorgeworfen, oder Diskriminierung, Dogmatismus, Kompromisslosigkeit, Gutmenschentum usw.
Bei all dem merke ich, es stimmt in gewisser Hinsicht. Mein Dogmatismus ist die Wahrheit zu erkennen und gegen Windmühlenflügel zu kämpfen. Meine Frau sagte auf der Fahrt: "Du wirst nicht viel ändern können!" Und ich sagte: "dann ackere ich solange bis ich etwas verändert habe!"
Letztens schrieb mir eine Frau, ich sei ihr Vorbild, weil ich meine Schwächen zugebe. Ich musste erst Lachen, weil ich dachte: "Ach je du kennst mich nicht!"
Auf der Fahrt nachhause dachte ich... eigentlich ist es schön ein klein wenig Vorbild zu sein. Wenn das mein Weg ist im Buddhismus, im Tierschutz und um für ein anderes besseres Tierrecht zu kämpfen, dann habe ich doch schon einiges erreicht. Die Tränen waren nicht umsonst.
Der Schmerz das Leid dieser schutzlosen Lebewesen zu erkennen und darüber zu berichten.. all das ist nicht umsonst, wenn irgendwo auf dieser Welt ein Mensch sitzt der dahinter mich sieht, auch ein Mensch mit Schwächen und trotzdem sagt: "Du bist mein Vorbild".Vielleicht hat sie mich ja doch gesehen.
Dann kann das was ich tue, nicht ganz so verkehrt sein...
Ich lächel dem Buddha zu und denke innerlich... vielleicht ist das mein ganz persönlicher Weg zur Versöhnung mit den Menschen und zum Mitgefühl für all jene die noch weit davon entfernt sind Tiere als Gleichwertig anzuerkennen.
Vielleicht ist mein Weg ein einsamer Weg weil ich Wütend bin und Traurig und erkennen muss, jeden Tag aufs neue, das meine Wut berechtigt ist.
Es gibt Tage da fühle ich mich schwach und hilflos, dann möchte ich nichts mehr hören und sehen. Blind und Taub auf einer Wolke sitzen fern von anderen Menschen. Ich fühle in mir ein Gefühl von Hass und könnte dagegen Schreien. Weil wieder ein Tier misshandelt wurde, weil wieder ein Tier ausgesetzt wurde. Wieder wurden zig Tausend Schweine in kleinen Metallkästen gehalten und da gibt es Menschen die das gutheißen, die mir erzählen, das es richtig ist, diese Schweine so zu halten.
Wieder wurde eine Taube gefunden, ausgedurstet und ausgehungert und nur der Gang zum Tierarzt kann ihre Qual beenden. Wieder wurde eine Katze geschlagen und getreten. Wieder wurde ein Pferd augepeitscht weil es nicht schnell genug lief. Wieder wurde einer Kuh das Kälbchen weggenommen und man hört ihr Schreien noch kilometerweit. WIEDER und WIEDER...
Ich sehe all das und ich frage mich seit geraumer Zeit, warum ich überhaupt noch laufe, warum ich noch atme, warum ich überhaupt noch Lebe.
Eigentlich müsste ich bei all dem was ich in meinem Leben erlebt habe und all das was ich weiß...eigentlich müsste ich schon längst ein Fall für die Klapse sein.
Ich frage mich, warum ich das Leid überhaupt ertrage, ich bin feinfühlig und hochsensibel, ich rieche Dinge die andere erst riechen wenn sie mit der Nase darauf gestoßen werden. Ich fühle den Schmerz anderer Lebewesen als wäre es mein Eigener.
Gestern hat Bommel ihre Welpen bekommen, ich war bei der Geburt dabei, ich habe zwei Stunden auf dem Boden gesessen und auf sie gestarrt, ich habe jede ihrer Wehen miterlebt. Als alle 6 Kätzchen auf der Welt waren bin ich wie erwacht aus meiner Konzentration. Einem musste ich das Gesicht abwischen, weil Bommel so erschöpft war, das sie es erst mal liegen ließ. Es atmete danach und dann konnte sie sich auch darum kümmern. Es war eine gute Geburt.
Doch danach sah ich die kleinen Würmchen an und dachte: Scheiße und das alles nur, weil dich Leute ausgesetzt haben, weil sie dich nicht kastrieren ließen.... Da war die Sorge um meine kleine Bommel, deren ältere Welpen gerade einmal wenige Wochen alt sind. Und gleichzeitig sah ich das neue Leben, das sich zaghaft bewegte, ich sah wie in den kleinen Körpern die Herzen schlugen. Ich fühlte mich so unglaublich voll von all dem. Die Trauer, das Glück, die Sorge, die Wut... all das stürmte auf mich ein, ich wusste nicht wohin mit mir. Jedes Geräusch war zu viel und doch sehnte ich mich nach dem Leben da draußen. Ich hatte eine üble Laune.
Da wurde mir auf einmal bewusst warum ich Leid ertragen kann, weil es immer zwei Seiten gibt.
Die eine Seite ist durch meine Ernährung kein Konsument mehr für die Fleisch und Milchindustrie zu sein. Ich merke ja an den Kommentaren und Artikeln wie sehr gegen die vegane Ernährung vorgegangen wird und gleichzeitig sehe ich wie immer mehr vegane Restaurants und Kaffees in Frankfurt auftauchen. Es ist eine Gegenbewegung die nicht mehr aufhaltbar ist. Die Welt verändert sich.
Und genau durch diese Veränderung wird das Leid noch sichtbarer.
Diese beiden Seiten gehören zu einer Medaille.
Ich glaube fest daran, das ich irgendwas tun kann um Leid aufzuhalten. Ja ich bin Naiv, aber ich erfahre tag täglich mehr und mehr Realität.
Und ich begreife das nur ein Ort wie dieser hier im Odenwald. Dieses DAHEIMSEIN und Ankommen mich schützt vor dieser Realität. Ein winzig kleiner Ort an dem ich Mensch mit Tier sein kann.
An dem ich sehe das es geht, das Tiere mit Menschen zusammen leben können und alt werden können.
Gäbe es unseren Tierhof nicht, wäre ich vielleicht immer noch Vegetarierin.
Wer weiß schon was wäre wenn ...
Aber ich weiß, was ist weil...
Und genau deshalb hat diese Wut, die eigentlich konträr zu meiner Religion steht einen Sinn, sie lässt mich weiter Erfahrungen sammeln, sie lässt mich Wahrheit erkennen und mich Schmerz ertragen und sie lässt mich hinsehen...
Ich brauche die Wut um nicht zusammen zu brechen.
Das ist mir jetzt bewusst.
In dem Sinne
Wut ist nur dann produktiv, wenn man sie gewaltfrei für Wesen einsetzt, die den Frieden dringend nötig haben.
Namasté eure Jo
PS: eben habe ich noch erfahren, das ein Kater gefunden wurde, dessen Kiefer gebrochen war, dessen Zunge entfernt wurde. Ich könnte Kotzen, weil ich keinen Platz mehr für noch eine Katze habe... und ich wünschte es wäre anders...
seit mehr als einem Jahr Online und ich habs vergessen :)
Und weil ich jetzt schon die ganze Woche schreibe, hier nun einige "stille" Bild-Impressionen aus unserem Leben (Manchmal sagen eben Bilder mehr als Worte... und zur Abwechslung muss ich mal nichts Kommentieren :)