Donnerstag, 10. Juli 2014

Tagebuch - Gedanken - Nur die eine Seite..



Ich halte mich eigentlich für einen reflektierten Menschen und trotzdem geht es mir oft so, dass ich nur eine Seite der Medaille überblicke und diese vehement verteidige, bis mich ein Gegenargument davon überzeugt das ich falsch liege...
Das ist heute mein Thema, es gibt immer zwei Seiten einer Medaille....

Ich habe mir gerade ein Video über einen Polizei Zugriff angesehen.

Mein Temperament ist wiedermal mit mir durchgegangen (ich muss unbedingt bald gesund werden, dann bin ich wieder ausgeglichener...), weil es einseitig und nur in Ausschnittform dargestellt wurde. Die Polizisten wurden in den Kommentaren beschimpft, teils auch Hasserfüllt.

Ich war früher selbst Punk und dementsprechend gegen alles was Uniform trug, inklusive Staat und Staatsmacht (gegen letzteres bin ich immer noch). Ich gehörte zu den Radikalen die sich in jeder Demo wiederfand und gegen die Polizei vorgegangen ist, mit Wasserbomben und co. Ich sah nur diese eine Seite und es hat lange gebraucht bis ich mir die andere Seite ansah...

Ich möchte heute mal etwas zum Thema Polizei schreiben. Ich widme diesen Text meiner Frau, die viele Jahre auf der Straße gegen Unrecht gekämpft hat. Sie wurde bespuckt, angegriffen, mit Wasserbomben und Farbbomben und noch anderen Dingen beschmissen. Sie hat Leid erleben müssen, und sterbende gesehen, sie war Psychologin, Familienberaterin und Seelsorgerin. Sie hat es ausgehalten, als ich ihr meine Geschichte erzählt habe und wir haben zusammen geweint über meine Kindheit und die vielen Jahre die ich in Gewalt gelebt habe. Sie ist Trösterin und Kämpferin gegen das Unrecht dieser Welt. Sie ist der Beste Mensch den ich je kennen gelernt habe.
Sie hat vielen Menschen und Tieren geholfen, gerettet - uneigennützig, denn das kann kein Staat der Welt bezahlen, was sie getan hat... 
Sie ist eine von vielen Polizisten die sich gegen Unrecht stellen.
Der Polizeiberuf wird bewusst in der Öffentlichkeit zurückhaltend dargestellt, das Volk wird auf Gewalt- Videos und negative Infos beschränkt. So das ein Einheitliches Bild dargestellt wird, welches den Polizisten als Machtinstrument, als roboterähnliches Monster, als Aggressivling zeigt.
Ein Polizist wird nicht als Mensch gesehen, sondern als ausführendes Organ eines Staates, ähnlich wie ein Soldat, dessen Beruf immer an erster Stelle steht.

Dieses Einheitsbild ist daran schuld, dass ich als Kind mehr Angst vor der Polizei als vor den mich missbrauchenden, misshandelnden und brutalen Menschen hatte, die meine Kindheit systematisch zerstört haben.
Wäre dieses Bild nicht, ich hätte womöglich keine 12 Jahre in Angst und Missbrauch verbracht.
In gewisser Hinsicht kann ich die Menschen da draußen verstehen, die Polizei als Negativ betrachten. Ich verstehe ihren Unmut und ihre Ängste. Aber ich wünschte mir, sie würden beide Seiten der Medaille sehen. Sich mehr informieren und auch die guten Dinge betrachten die Tagtäglich von Polizisten vollbracht werden.

Das was ihr auf den Videos seht ist eine Momentaufnahme. Viele Polizisten arbeiten mehr als 12 Stunden täglich um Menschenleben zu retten, sie arbeiten auf der Straße bei Wind und Wetter und sie tun es für uns. Denn das was sie verdienen ist ein Witz zu dem was sie einsetzen.

Ich lese oft: "Diese Beamten müssen ja nichts tun..." und ich muss dann jedesmal an mich halten, damit ich nicht gegen den PC springe. Die meisten Polizisten sind nach ein paar Jahren Berufstätigkeit total ausgelaugt, viele finden sich wieder mit der Diagnose Burn Out, oder verlieren ihren Beruf, weil sie verletzt wurden und daher nicht mehr für den Einsatz tauglich sind.
Viele Beziehungen gehen auseinander, weil der Schichtdienst das komplette Familienleben zerstört.
Von denen die ihr Leben lassen mussten, ganz zu schweigen.

Es wird oft und gerne gesagt: "Sie haben sich das ausgesucht!"
Darüber kann ich nur lächeln, es ist nur logisch, das sie genauso wenig Infos bekommen wie ihr.
Nur ist es eben die andere Seite der Medaille, die schöne Welt eines Polizisten, wird da gelegt durch ein gutes Gehalt, Beamtenstatus, Studium usw.
Wenn dann der Alltag im Beruf los geht, springen viele wieder ab. 
Weil sie es nicht aushalten. Manche bleiben, weil sie hoffen auf der Erfolgsleiter nach oben zu gehen, manche bleiben weil sie sich mit dem Beruf identifizieren, manche bleiben weil.. ... letztendlich ist es egal.
Aber leicht ist dieser Beruf nicht und oft muss man mit unschönen Dingen konfrontiert werden. Durchsuchungen in Messiwohnungen, zwischen Kacke und Unrat... den Weg der Maden verfolgen um die Leichte zu finden oder eine Leiche aus dem Wasser bergen... Das ist Alltag!

Ich wusste immer wenn Britta mit einer Leiche in Kontakt kam. Sie ging an mir wortlos vorbei Richtung Bad. Dort zog sie sich um und legte ihre Kleidung gleich in die Waschmaschine. Erst nachdem sie geduscht war, gab sie mir einen Begrüßungskuss. Sie tat das aus zweierlei Dingen, einmal um mir den Geruch einer Leiche zu ersparen und zweitens um mich nicht zu triggern, denn alles was ich aus ihrem Beruf erfuhr hätte mich triggern können.

Ich bin so unglaublich dankbar für ihre Sensibilität. Ich weiß auch noch, dass ich darauf bestand, das sie ihre Waffe nicht mit nach Hause brachte (Trotz Safe). Ich hatte so große Angst davor, weil ich als Kind Erfahrung mit Schusswaffen machen musste. Ich wollte das Ding nicht sehen, nicht anfassen, nicht damit in Kontakt kommen und mein größtes Gebet zu dieser Zeit war: "Bitte lass sie keinen erschießen!"
Und bitte "Lass niemand sie erschießen!!" Sie hat mir die Angst nie nehmen können. Aber das muss sie auch nicht. Sie sagte immer: "Es ist wichtig Respekt vor der Waffe zu haben!"

Wenn sie einmal später kam, hatte ich die Horrorvorstellung, es könnte ihr etwas passiert sein. Es war keine leichte Zeit und ich weiß, das viele Ehen ihrer Kollegen auseinander gingen, eben weil es so schwer war und ist. Manchmal zuckte ich dann zusammen, wenn es an der Tür klingelte... auch eine Horrorvorstellung war, das Draußen ein Kollege von ihr steht, der mir mitteilt sie sei im Krankenhaus oder schlimmer noch, tot.

Der Polizeiberuf ist einer der schwersten Berufe die ich kenne. Ein kleiner Fehler kann den Tod eines Menschen verursachen, das eigene inklusive.
Die Verantwortung dahinter ist sehr hoch. Es gibt natürlich Polizisten die das als Grund sehen, selbst Gewalt auszuüben, Polizisten die überfordert sind mit ihrer Arbeit und das an ihren Klienten auslassen. Das Adrenalin kann der beste Freund, aber auch der schlimmste Feind eines Polizisten sein.
Das möchte ich nicht beschönigen. Gewalt ist im Polizeialltag an der Tagesordnung und sich gegen Gewalt zu entscheiden bedeutet letztendlich runter von der Straße und rein in die Verwaltung.
Und genau da sitzt heute meine Frau.

Sie wurde oft verletzt während ihres Berufs, manchmal kam sie schlecht gelaunt von der Arbeit nachhause, denn der Druck ist groß. Die Polizeiorganisation ist eine Pyramidenorganisation. Wer auf der Straße arbeitet ist ganz unten. 

Ich bewundere sie sehr für das was sie tat, dafür das sie mir einen anderen Blick ermöglicht hat und dafür das sie für unsere Beziehung gekämpft hat. Dafür das sie meine ganz persönliche Entwicklungshelferin war.
Dafür das sie mich auffängt immer und immer wieder.
Ich habe einen Großteil meiner Angst verloren und durch sie nehme ich am Leben teil, durch sie ist das Trauma meiner Kindheit nur noch peripher spürbar.
Ich fühle mich seit 16 Jahren geschützt. Davor war ich schutzlos und voller Panik. Ich dachte an jeder Ecke könnte ein Mensch aus meiner Kindheit lauern und mich wieder und wieder missbrauchen. Die Angst saß mir all die Jahre vor unserer Begegnung im Nacken. Ganz langsam hat sie sich durch mein inneres Trauma gekämpft, sie ist mit mir Jahrelang durch mein Leid gelaufen, Hand in Hand.
Ich glaube nicht, das ein anderer Mensch diese Kraft gehabt hätte. Sie konnte es weil sie durch ihren Beruf genug Erfahrung aufgebaut hatte, um mich zu verstehen, mich zu halten.

Ich verdanke ihr unglaublich viel und ich danke ihr jeden Tag den sie mit mir verbringt. 
Ich danke ihr, dass sie nach ihrem Berufsalltag noch die Tiere versorgt und das sie seit 16 Jahren jeden Tag mehrmals anruft, einfach nur um zu wissen wie es mir geht.

Das ist mehr als Liebe, in einem Wort aussagen kann.

Durch sie habe ich wieder ins Leben gefunden. Das weiß ich. Und vor fast 7 Jahren hat sie mir das größte Geschenk meines Lebens gemacht, sie hat unsere Tochter geboren. Denn ich selbst kann keine Kinder bekommen. Ich bin durch das Trauma meiner Kindheit unfruchtbar.
All das und noch viel mehr verdanke ich einen Menschen mit diesem Beruf...

Und egal welche Videos im Internet kursieren, ich weiß es besser, denn die beste Frau der Welt, der beste Mensch den ich je kennen gelernt habe, ist Polizistin. 

Ich liebe dich Britta, mehr als ich je sagen könnte.... Du warst mein Stern in einer dunklen Nacht!!! Und auch jetzt da die Nacht ihre Tiefe der Dunkelheit verloren hat, da leuchtest du  immer noch und wirst immer leuchten. 

DANKE und Namasté 
Deine Jo 






Mittwoch, 9. Juli 2014

Die Krone der Schöpfung


Armin Rohm schreibt geniale Texte.
Vielen Dank Armin, dass ich diesen Text hier einfügen darf.
Mit ausdrücklicher Erlaubnis des Autors:

Die Krone der Schöpfung ?

"Unsere Werte und Überzeugungen steuern unser Verhalten. Wenn wir wiederholt in einer Weise handeln, die im Widerspruch zu unseren Werten steht, spüren wir, sobald wir den Widerspruch bemerken oder darauf angesprochen werden, ein moralisches Unbehagen. Dann haben wir grundsätzlich drei Optionen, diese „kognitive Dissonanz“ und das damit einhergehende mulmige Gefühl aufzulösen:
1.) Wir können unser Verhalten so verändern, dass es wieder mit den Werten übereinstimmt.
2.) Wir können unsere Werte/Überzeugungen korrigieren.
3.) Wir erklären den Sachverhalt so, dass unser Verhalten auf wundersame Weise doch irgendwie zu unseren Werten zu passen scheint.

Der dritte Punkt ist für das Thema „Tiere essen“ der spannendste. Wenn ich mit Menschen über ihr Verhältnis zu Tieren rede, sagt nur eine winzig kleine Minderheit: „Es ist völlig o.k. Tiere zu quälen, zu töten und zu essen. Sie verdienen es nicht anders.“

Die allermeisten Menschen mögen Tiere und wünschen sich, dass es ihnen gut geht bzw. zumindest, dass sie auf gar keinen Fall unnötig leiden. Dennoch essen sie Tiere – ganz selbstverständlich, in der Regel ohne jeden Skrupel. Das Verhalten passt also definitiv nicht zu den Werten. Jemandem ein gutes Leben zu wünschen und gleichzeitig seine Hinrichtung zu beauftragen ist ein offensichtlicher Widerspruch. Jetzt wäre es naheliegend, die moralische Verwerflichkeit des eigenen Verhaltens zu erkennen und ab sofort einfach auf den Verzehr tierischer Produkte zu verzichten. Diese völlig logische Entscheidung trifft aber leider kaum jemand. Die zweite Möglichkeit: Ich könnte auch meine Werte neu definieren und sagen: "Tiere sind offenbar doch nichts weiter als eine Ware ohne jede ethische Relevanz. Wir können mit ihnen machen, was immer wir wollen." Dieser Sinneswandel wäre vielleicht im Einzelfall schonungslos ehrlich, ist aber ebenfalls nicht wahrscheinlich. Wir ändern unsere Werte nicht eben mal schnell, nur weil uns jemand auf einen eventuellen Widerspruch hinweist.

Wahrscheinlich ist vielmehr, dass ich mein Verhalten irgendwie beschönige oder aber meine Werte‚ in einer für mich günstigen Weise interpretiere. Wenn in meiner Umgebung fast alle Menschen Fleisch essen und sie sich ebenfalls keinerlei Gedanken darüber machen, dann kann es ja so falsch nicht sein. Diese erste ‚Überlegung‘ nimmt mir schon mal einen großen Teil der Last („Ich mache doch nur, was alle anderen auch tun. Wieso sollte ich mich deshalb schuldig fühlen? Außerdem schmeckt Fleisch lecker. Wieso sollte ich darauf verzichten, während andere das nicht tun?“)

Ein paar banale zusätzliche Taschenspielertricks genügen, um ohne schlechtes Gewissen weiterhin Fleisch konsumieren zu können. Zu meiner endgültigen Entlastung plappere ich einfach ein paar schlichte Parolen vor mich hin: „Der Mensch isst doch schon immer Fleisch“, „Fleisch essen ist gesund“, oder das Königsargument „Der Löwe frisst ja schließlich auch Zebras“. Interessant, dass dieses armselige Niveau des Selbstbetrugs völlig ausreicht, um sich mit sich und der Welt im Reinen zu fühlen. Selbst haarsträubende ‚Argumente‘ wie "Das Leben ist eben manchmal grausam", "Es ist Gottes Wille" oder „Nutztiere sterben aus, wenn wir sie nicht essen“ beseitigen oder mildern zumindest die kognitive Dissonanz. Falls doch mal jemand ein klein wenig ins Grübeln kommt ob der Qualität der eigenen Argumente, dann hilft auf jeden Fall das rhetorische Omnivoren-Notprogramm, welches von der artgerechten Haltung, den glücklichen Tieren, dem humanen Töten schwärmt oder einen Lobgesang auf den Metzger um die Ecke anstimmt.

Tragischer Weise sind die ‚Argumente‘ der Fleischesser einer echten verstandesmäßigen Prüfung nur bedingt zugänglich. Es handelt sich überwiegend nicht um reflektierte Überlegungen des Verstandes im Hier und Jetzt, sondern um Einblendungen aus der Vergangenheit, um erinnerte Standardtexte des Autopiloten – in der Kindheit in unserer Herkunftsfamilie gelernt, von der Umgebung wieder und wieder verstärkt, tausendfach gehört und tausendfach nachgeplappert - so lange und so oft, bis sie zur zementierten Wahrheit wurden, die keiner weiteren Überprüfung bedarf.
Wäre das alles für die Opfer nicht so unfassbar tragisch, wir könnten uns königlich amüsieren über die ‚Krone der Schöpfung‘ und ihre Fähigkeit zum hochflexiblen Umgang mit Moral und Verantwortung."

Copyright Armin Rohm


Ich kann nichts anderes sagen als:
Er hat Recht!

In dem Sinne
Namasté eure Jo vom Tierhof Amoa

Bildquelle aus dem Internet entnommen.
Textquelle Autor: Copyright Armin Rohm



Dienstag, 8. Juli 2014

Tierleid auf Rädern



Mehr als 188 Millionen Tiere werden Jährlich europaweit transportiert. Während ihres kurzen Lebens müssen die Tiere oft  mehrere Transporte innerhalb Europas und darüber hinaus über sich ergehen lassen. Man sieht diese Transporter oft auf Rastplätzen im Sommer in der senkenden Hitze und im Winter bei Minusgraden stehen, während die Fahrer sich ausruhen, überleben viele der Tiere diese Tortour nicht, einige sterben im Sommer an Hitzschlag oder Herzinfarkt oder sie verdursten.
Im Winter erfrieren sie oder sterben genau wie im Sommer am Durst. Wenn die Fahrer von der Polizei angehalten werden, bekommt man oft zu hören: "Die sterben doch sowieso!"
Gerade das Leid dieser Tiere ist Grenzenlos, sie sind bereits tot sobald man sie in die Transporter treibt, ab da gibt es kein Zurück.

Jojo hat die obigen Bilder heute fotografiert und mir erlaubt sie hier auf meinem Blog zu veröffentlichen. Er hielt heute an einem Parkplatz und stand vor einem solchen Transporter. Sein Erleben beschreibt er im nachfolgenden Text.

Ein Blick durch einen der Schlitze zeigte nur einen kleinen Teil der dort eingepferchten Tiere.


Jojo:

" Ich hatte an einem Rastplatz an der A9 gehalten und ging dort auf das WC, als ich wieder raus kam, stand da dieser Transporter. Ich hatte gehofft das dieser leer ist, aber als ich näher kam hörte ich sie schon. Ferkel die kreischten und schrien. Kein Grunzen, es war nur ein Schreien. Ich ging an einem Luftschlitz um etwas zu sehen, mir kam ein heißer Dampf und ein beißender Gestank entgegen von dem ich außerhalb des LKWs schon beinahe umgefallen bin. Ein paar Schweine versuchten durch die Lüftungsschlitze zu atmen, andere lagen einfach regungslos am Boden, total eng gequetscht bei,- und aufeinander. Es war das totale Ohnmachtsgefühl ihnen nicht helfen zu können. Die Angst stand ihnen in den Augen geschrieben. Noch Stunden danach ist mir Kotzübel, wenn ich daran denke, dass sie in dieser Höllenfahrt wahrscheinlich das erste und letzte Mal Tageslicht gesehen haben und sie jetzt in ihrem kurzen qualvollen Leben auch noch einen qualvollen Tod sterben müssen. Es hat mich stark an Deportationszüge aus Dokumentationsfilmen der NS-Zeit erinnert. Daneben saßen übrigens um die 20 Leute an den Tischen und kauten fröhlich an ihren Wurstbrötchen. Ob sie wussten, dass diese um Angst und Hilfeschreienden Babys neben ihnen, das waren, was sie gerade Essen? - Keine Ahnung.
Auf jeden Fall mehr als Abartig und Pervers... Die Ferkel waren durch den wenigen Sauerstoff so schwach, sie haben zwar geschrien als ob ihnen richtig etwas weh tut, aber viele lagen einfach nur mit halboffenen Augen auf dem Boden..."

Die Vorschriften für Viehtransporte wurden im Mai 2014 noch einmal überarbeitet, doch leider ändert das nichts für die Tiere die auf ihren letzten Weg zum Tot fahren. Einen Höllentrip auf Rädern.

Meinen tiefen Respekt an Jojo der nicht wegsah, sondern hinsah und diese wenigen Augenblicke in Text und Bildern festhielt.

Danke das du uns daran teilhaben lässt.

In traurigen gedenken an die kleinen Ferkel ....

Namasté

Eure Jo





Bildquelle und Copyright: Jojo G. (den kompletten Namen darf ich aus Datenschutzgründen nicht veröffentlichen).
Weitere Informationen zu Tiertransporte:
http://www.tierschutzbund.de/tiertransporte.html
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/147/1714718.pdf


Samstag, 5. Juli 2014

Tiere...

Guten Morgen,

das erste Posting das ich heute morgen sah, war eine Katze (etwa so alt wie TomTom und Toffie) die misshandelt in einer Mülltonne gefunden wurde.
Ihr Menschen da draußen, warum passiert so etwas? Was bewegt euch, anderen Lebewesen Schmerz zuzubereiten? Wo kommt eure Wut, euer Hass her?
Ich sehe solche Bilder Tagtäglich, jeden Tag begegnet mir eine Schreckensnachricht. Ich erlebe das Endergebnis Tagtäglich, jeden Morgen kommt Seppel auf mich zugehumpelt (er wurde von einem Mofa/Mopetfahrer mehrfach überfahren und hat nur noch 3 Beine und einen halben Schwanz). Agata schaut mich mit großen Augen an (sie hat panische Angst vor Menschen) und wenn ich Glück habe, darf ich sie kurz berühren. Izzi gibt mir kurz ihr Köpfchen bevor sie nach Draußen will (Izzi wurde in einem einem kleinen Loch im Boden gehalten), Und wenn ich in das Bad gehe begegnet mir kurz Less, der mich ansieht als wollte ich ihm etwas tun. Große Augen, bevor er an mir vorbei huscht (er kam als Welpe zu uns, mehr tod als lebendig).

Das Grauen ist noch in der Erinnerung unserer Katzen vorhanden, trotz dass sie es hier gut haben. Aber manche Leiden lassen sich nicht wegstreicheln.

Die Wut und der Hass der Menschen hält vor keinem Lebewesen an, vorletztes und letzes Jahr bekam ich jeden Tag hunderte von Nachrichten über das Hundemassaker in Rumänien, vor vier Jahren erhielt ich Nachrichten über die Irischen Pferde die ausgesetzt wurden und elendig verhungerten. Würde ich eine Mappe anlegen, hätte ich jetzt eine Garage voll mit Gräueltaten die Menschen begangen haben. Würde ich die Mappe erweitern über das Leid das Menschen Kindern angetan haben, bräuchte ich nur meine Fotos heraussuchen, Kinderfotos von mir, im Alter von 4 bis 16 Jahren. Das sind meine Erinnerungen die noch vorhanden sind.

Seit meiner Kindheit frage ich mich, was Menschen bewegt Grausam zu sein. Sich an dem Leid anderer zu ergötzen, Freude dabei zu empfinden und Partys zu feiern, während ein Tier oder Mensch langsam das Leben verliert. Was bewegt solche Menschen?

Ich habe für mich die Antwort erhalten, das sie Geistig krank sind, das ist wie ein kleiner Trost. Sie sind Krank, ihr Gehirn kann Gut von Böse nicht mehr unterscheiden. Dennoch oder gerade deswegen verstehe ich den Rest nicht der Gesund ist und nichts dagegen tut. Zu sieht, Weg sieht, Ignoriert.
Ihr denkt ich rede jetzt von jenen Jugendlichen die sich betrinken und mitfeiern und am nächsten Morgen mit einem Brummschädel und einem Gefühl von Übelkeit aufwachen, deren Erinnerungen langsam zurück kommen und die sich schämen für das was sie taten?

Nein ich rede von euch allen, jeden einzelnen. Die Beispiele oben sind die der Kuscheltiere, Katzen, Hunde, Pferde, Kaninchen usw. Diese Bilder erreichen uns und sie tun weh.
Aber die Bilder der Kühe, Schweine, Hühner und Kaninchen usw. diese Bilder blendet ihr aus. Ihr macht euch mit Schuldig an dem Sterben dieser Tiere, während ihr die anderen beschützt.

Aber Leid ist Leid, und Schmerz ist Schmerz. Der Tod ist der Tod.

Wir müssen langsam aufwachen und das Grauen beenden. Und das geht nur, wenn wir Menschen aufhören ein Tier zu schützen und es dann hinzunehmen, das ein anderes Tier gequält wird.

Ich lese jeden Tag Nachrichten vom Bauernverband, oder von Viehbauern die sich herausreden, indem sie sagen: "wir müssen unsere Ferkel schützen und deshalb stehen die Säue mindestens 21 Tage in den Gitterboxen".
Leute die vehement gegen Kinder angehen, die unsere Welt verändern wollen (Schüler für Tiere KÖLN), der Hass und die Wut richtet sich gegen die Lehrer die es zulassen, das die Kinder ein anderes Bild erleben, ein realistisches Bild. Diese Kinder gehen auf die Straßen und reden darüber, sie besuchen Bauernhöfe und Viehbetriebe und berichten darüber. Sie erleben die Welt mit klaren Augen.

Euer Konsumverhalten ist daran schuld, das Kinder diese Arbeit übernehmen müssen, die eigentlich Erwachsene tun sollten.
Ihr kauft weiterhin eure Freilandeier und euer Streak, Bratwurst, Schnitzel vom Schwein. Ihr nehmt es hin, das irgendwo diese Tiere sterben musste, damit ihr es Essen könnt.
Ihr nehmt es hin, das Hühner in engen Käfigen sitzen, ohne Federn und mit gekürzten Schnäbeln (ohne Betäubung gekürzt), damit ihr eure täglichen Eier auf dem Frühstückstisch habt. Ihr nehmt es hin, das Pferde ausgepeitscht werden, damit ihr Sonntags auf dem Pferderennplatz auf einen eurer Favoriten setzen könnt. Und ihr nehmt es hin, das Kälber von ihren Müttern entfernt werden und lauthals nach ihnen schreien. Damit ihr eure Milch trinken könnt.

Ihr nehmt es hin!

Und während ihr nun am Frühstückstisch sitzt, ackere ich mich hier durch die Seiten, schreibe diesen Text mit Tränen in den Augen und kämpfe gegen meine Wut an. Eine Wut die euch gilt.
Wahrscheinlich darf ich heute Abend wieder feststellen, das mich erneut Leute aus meiner Facebook Freundesliste gesperrt und blockiert haben, aber es ist mir Egal. Ich will nicht mehr dauernd erinnert werden, dass ich gegen Windmühlenflügel kämpfe. Ich will das sich etwas verändert an unserer Welt. Ich möchte das ihr darüber nachdenkt - dass ihr es zulasst! Das ihr endlich aufwacht aus eurem Schlaraffenland.
Ich möchte das sich etwas am Konsumverhalten ändert, ich möchte das ihr kritischer seid. Ich möchte..... so viel.

Und ich möchte es für die Tiere die täglich misshandelt und geschlachtet werden, für die kleine Katze heute morgen, die in einer Mülltonne lag.
Für jedes Tier...

Ihr Menschen da draußen, es betrifft jeden und alle.
Ihr habt es in der Hand, ihr könnt es verändern.

Nicht morgen, nicht in einem halben Jahr.
JETZT!
Tut es für euch und eure Seele und tut es für die Lebewesen, die Tagtäglich schmerzen erleiden, weil ihr es ignoriert.

Namasté ich kämpfe darum meine Wut zu verändern, in Kraft, in Energie...

Eure Jo vom Tierhof Amoa

Donnerstag, 3. Juli 2014

Tagebuch - Gedanken zum Tierrecht....

in Verbindung zum Buddhismus...

Heute hatte meine Frau Geburtstag also haben wir uns kurz entschlossen nach Frankfurt zu fahren, wir waren mit unserer Freundin Marie im EdelKiosk Frühstücken, Anna hat was super leckeres für uns gemacht, nämlich veganen Flammkuchen... echter Hammer, zum Nachtisch gab es einen Kirsch-Schoko Muffin. Danach wollten wir eigentlich nach Hause fahren und arbeiten. Aber da dachten wir uns, wenn wir schon mal in Frankfurt sind können wir auch mal kurz nach Bornheim, ins Veganz  fahren. Dort haben wir dann die Nahrungsmittel eingekauft, die wir sonst nirgends bekommen (und bestellen müssten) und jeder hat ein veganes Eis gegessen. Natürlich selbstgemacht. Ich hatte ein Gurken-Ingwer-Minz Eis, nachdem ich meine Frau probieren ließ, hat sie das gleiche Eis mit Chiasamen genommen... SUPER LECKER - ich weiß es liest sich eigenartig, aber ich habe wirklich noch nie so ein gutes Eis gegessen, ich war hin und weg. Shaya hatte ein Beereneis mit Kokos und Schokosauce, was sie ebenfalls super lecker fand ("viel besser als ein Eis mit Milch"!!!) Danach sind wir noch mal kurz beim Biospahn-Vegan vorbei  - es war uns alles zu "Vleischig" trotz Vegan. Aber es war interessant zu sehen, was man für vegane Alternativen  herstellen kann und das es letztendlich nicht vom Fleisch zu unterscheiden ist. Und dann waren wir noch kurz in einem Kleinen Veganen Kaffee (ich habe den Namen leider vergessen) super süss eingerichtet, ganz in Weiß und sehr fein... ich habe dort nur einen Latte to Go mit Haselnussmilch mitgenommen. Wir waren einfach vom Edelkiosk und vom Eis so satt. Unsere Tochter ist dann im Auto eingeschlafen und ich war kurz davor.

Solltet ihr aus der Nähe von Frankfurt sein, es lohnt sich wirklich einen Auflug zu machen, alleine das Edelkios (das erste vegane Kaffee in Frankfurt) ist schon ein kleiner Ausflug wert. Ich war bisher (glaub ich) drei mal dort und jedesmal hatte ich das Gefühl, ich sitze in einem Wohnzimmer und lasse den Tag verstreichen, mal unterhält man sich mit anderen Veganern, mal liest man eine politische Zeitung oder stöbert in den vielen Büchern. Nach dem Frühstück fühle ich mich gestärkt und irgendwie voller Energie. Ich liebe es!!!

Ein toller Geburtstag geht nun zu Ende... Frankfurt ist für uns wie eine andere Welt. Ich tauche ein und komme wieder hervor, teils Müde aber voller Eindrücke. So haben wir gemerkt, das sich wieder alles mögliche Verändert hat. Die Stadt wächst täglich und es gibt mittlerweile so viele Vegane Restaurants (in denen wir nicht waren), Ein kleines Schlaraffenland für sich. Ich habe vor vielen Jahren in Frankfurt gewohnt, ich kann mir das nicht mehr vorstellen in Frankfurt zu leben. Die Wolkenkratzer erscheinen mir immer großer und voluminöser und ein ausgefallener Glasbau steht neben dem nächsten. Die Straßen sind voller Menschen und Autos und es riecht in jeder Ecke anders. Wenn ich in  Bornheim auf der Bergerstraße  laufe komme ich mir vor wie in Palma oder einer anderen südländischen Stadt. Überall sitzen Leute an kleinen Tischen. Eine Frau saß mit einer Föhnhaube auf einer Bank und telefonierte, während hinter ihr der ganz normale Friseuralltag weiter ging. Für mich Landei ist es, als würde ich in eine andere Welt eintauchen, eine geschäftige stressige Welt voller Menschen und Essen und voller Geld das über die Ladenkassen fließt.

Im Edelkiosk unterhielt ich mich mit einer Frau die in einer WG wohnt und dort für ein 20qm großes Zimmer über 300,- Euro zahlt. Ich zog geschockt die Luft ein, für so viel Geld bekommt man bei uns eine komplette 2 Zimmer Wohnung von 60qm. Sie sagte, das es billig sei, ich fühlte mich wie ein Alien aus einer anderen Galaxie. Auch erfuhr ich zu meinem Entsetzen, das Taubenzüchter ihre Tauben hunderte Kilometer entfernt von ihrem Zuhause aussetzen, damit sie einen Wettkampf gewinnen können, wenn die Stärkste wieder den Weg in ihren Bau findet.  Viele dieser Tiere schaffen den Flug nicht und sterben qualvoll. Ich musste mehrfach schlucken, ich hatte Tränen in den Augen, ich schluckte sie runter. Meine Frau fragte dann später: "Was hast du denn gedacht, warum Tauben gezüchtet werden?" und ich sagte leise... "Weil man die Tauben mag, weil man es liebt, dass sie in Formation über das eigene Dach fliegen...". Meine Frau sah mich lächelnd an, wie man ein Kind tröstend anlächelt, dann strich sie mir über den Arm. Ich kenne das von unseren Tauben hier im Ort, sie fliegen täglich über die Dächer, umkreisen unseren Ort und fliegen dann wieder nachhause. Ich fühlte mich so dermaßen Naiv und wieder tut sich ein Abgrund auf und wieder fühle ich diese Trauer in mir, die mich immer mehr von Menschen entfernt.

Als wir hier wieder ankamen, verstand ich noch mal um so mehr, den Ausdruck meiner Frankfurter Freundin die immer mal wieder sagt: "Ihr seid meine Insel" Ich kam hier an und eine Ruhe empfing mich. Der Odenwald lullte mich mit seiner Schönheit ein und ich hatte das Gefühl wieder da zu sein, in meinem Zuhause, in meiner Ruhe und meiner Gelassenheit. Ich habe, kaum das ich hier war, meine Klamotten gewechselt, die Frankfurter Schnelligkeit und Lautstärke, gegen die Ruhe hier...

Ich bin Daheim!

Dennoch fühle ich in mir den Zwiespalt der immer größer wird, das eine ist meine Religion, der Buddhismus, das andere der Kampf um die Rechte der Tiere. Der Spalt der sich auftut, hinterlässt in mir ein Gefühl von Einsamkeit. Ich bin wütend und traurig und ich weiß nicht wohin mit diesen Gefühlen.
Ich merke immer mehr, das ich ein Mensch wie jeder andere Mensch bin. Auch in mir schlummert die Gleichgültigkeit gegenüber unseren Mitlebewesen, in dem Fall den Menschen.

Je mehr ich über den Missbrauch unserer Mitlebewesen der Tiere weiß, desto mehr fühle ich Wut in mir, ich fühle mich in die Pflicht genommen, etwas dagegen zu ändern. Die gleiche Frau die in der WG lebt, lehnt Vegane Ernährung ab. Ich habe sie gefragt, ob es daran, liegt, dass sie zu wenig Empathie den Tieren gegenüber nicht empfindet und sie sagte, das kann schon sein.
Es war ein gutes - nicht abwertendes Gespräch.
Aber  ich fühlte Unverständnis. Je mehr ich mich mit meiner veganen Ernährung auseinander setze, desto mehr fühle ich Unverständnis Menschen gegenüber.

Ich schließe mich da noch nicht mal aus, denn auch ich bin ein Mensch.
Auch wird mir bewusst, das ich nicht mehr für Menschen kämpfen kann, ich kann mich nicht mehr schützend vor sie stellen, weil mir einfach die Energie fehlt, die ganz klar in eine andere Richtung fließt, nämlich hin zu anderen Geschöpfen, den Tieren.
Ich merke ich mache einen Unterschied, den ich vor kurzen noch nicht gemacht habe.
Und das bringt mich dazu meinen Glauben zu überdenken. Mich noch einmal intensiv damit auseinander zu setzten.

Auf der Fahrt nachhause habe ich mich selbst überprüft, ich dachte darüber nach, ob ich mich überhaupt noch Buddhistin nennen darf. Weil ich Wut empfinde und Trauer und sich all das gegen die Fleischessenden und Leid ignorierenden Menschen richtet. Ich dachte darüber nach ob sich all diese Gefühle mit dem Buddhismus vereinen lassen, oder ob es mich letztendlich trennt und ich die Konsequenzen ziehen muss. 
Ich kam zu einem interessanten Ergebnis.

Ich glaube es ist wichtig, all das was ich empfinde und wahrnehme, dass ich die Wahrheit hinter dem Spiegel der Oberflächlichkeit erkenne - wichtig für meine spirituelle Entwicklung ist. 
Auf den einen Blick trennt es mich - doch dann macht es bewusst, das Buddha ähnliches erfahren hat. Er hat das Leid mit eigenen Augen gesehen, er hat mitgelitten als ihm bewusst wurde, das es auch dann geschieht, wenn er versuchte es aufzuhalten.
Und doch ging er weiter, suchte nach Möglichkeiten.

So hat sich die Lehre des Buddhismus entwickelt. Um etwas zu verstehen, muss man es erfahren, man muss hinein und hindurch gehen um die Wahrheit zu erkennen. Vielleicht ist Buddha anders damit umgegangen als ich, die ich laut brülle und meinen Rotz und meine Tränen  in Texte einbinde und so versuche etwas im kleinen zu verändern.
Ich erlebe eine Trennung in meinem Bekannten und Freundeskreis. Einige Leute haben sich verabschiedet, mir wurde Fanatismus vorgeworfen, oder Diskriminierung, Dogmatismus, Kompromisslosigkeit, Gutmenschentum usw.
Bei all dem merke ich, es stimmt in gewisser Hinsicht. Mein Dogmatismus ist die Wahrheit zu erkennen und gegen Windmühlenflügel zu kämpfen. Meine Frau sagte auf der Fahrt: "Du wirst nicht viel ändern können!" Und ich sagte: "dann ackere ich solange bis ich etwas verändert habe!"

Letztens schrieb mir eine Frau, ich sei ihr Vorbild, weil ich meine Schwächen zugebe. Ich musste erst Lachen, weil ich dachte: "Ach je du kennst mich nicht!"
Auf der Fahrt nachhause dachte ich... eigentlich ist es schön ein klein wenig Vorbild zu sein. Wenn das mein Weg ist im Buddhismus, im Tierschutz und um für ein anderes besseres Tierrecht zu kämpfen, dann habe ich doch schon einiges erreicht. Die Tränen waren nicht umsonst.

Der Schmerz das Leid dieser schutzlosen Lebewesen zu erkennen und darüber zu berichten.. all das ist nicht umsonst, wenn irgendwo auf dieser Welt ein Mensch sitzt der dahinter mich sieht, auch ein Mensch mit Schwächen und trotzdem sagt: "Du bist mein Vorbild".Vielleicht hat sie mich ja doch gesehen. 
Dann kann das was ich tue, nicht ganz so verkehrt sein... 

Ich lächel dem Buddha zu und denke innerlich... vielleicht ist das mein ganz persönlicher Weg zur Versöhnung mit den Menschen und zum Mitgefühl für all jene die noch weit davon entfernt sind Tiere als Gleichwertig anzuerkennen.
Vielleicht ist mein Weg ein einsamer Weg weil ich Wütend bin und Traurig und erkennen muss, jeden Tag aufs neue, das meine Wut berechtigt ist.

Es gibt Tage da fühle ich mich schwach und hilflos, dann möchte ich nichts mehr hören und sehen. Blind und Taub auf einer Wolke sitzen fern von anderen Menschen. Ich fühle in mir ein Gefühl von Hass und könnte dagegen Schreien. Weil wieder ein Tier misshandelt wurde, weil wieder ein Tier ausgesetzt wurde. Wieder wurden zig Tausend Schweine in kleinen Metallkästen gehalten und da gibt es Menschen die das gutheißen, die mir erzählen, das es richtig ist, diese Schweine so zu halten.
Wieder wurde eine Taube gefunden, ausgedurstet und ausgehungert und nur der Gang zum Tierarzt kann ihre Qual beenden. Wieder wurde eine Katze geschlagen und getreten. Wieder wurde ein Pferd augepeitscht weil es nicht schnell genug lief. Wieder wurde einer Kuh das Kälbchen weggenommen und man hört ihr Schreien noch kilometerweit. WIEDER und WIEDER...
Ich sehe all das und ich frage mich seit geraumer Zeit, warum ich überhaupt noch laufe, warum ich noch atme, warum  ich überhaupt noch Lebe. 
Eigentlich müsste ich bei all dem was ich in meinem Leben erlebt habe und all das was ich weiß...eigentlich müsste ich schon längst ein Fall für die Klapse sein.

Ich frage mich, warum ich das Leid überhaupt ertrage, ich bin feinfühlig und hochsensibel, ich rieche Dinge die andere erst riechen wenn sie mit der Nase darauf gestoßen werden. Ich fühle den Schmerz anderer Lebewesen als wäre es mein Eigener.


Gestern hat Bommel ihre Welpen bekommen, ich war bei der Geburt dabei, ich habe zwei Stunden auf dem Boden gesessen und auf sie gestarrt, ich habe jede ihrer Wehen miterlebt. Als alle 6 Kätzchen auf der Welt waren bin ich wie erwacht aus meiner Konzentration. Einem musste ich das Gesicht abwischen, weil Bommel so erschöpft war, das sie es erst mal liegen ließ. Es atmete danach und dann konnte sie sich auch darum kümmern. Es war eine gute Geburt.

Doch danach sah ich die kleinen Würmchen an und dachte: Scheiße und das alles nur, weil dich Leute ausgesetzt haben, weil sie dich nicht kastrieren ließen.... Da war die Sorge um meine kleine Bommel, deren ältere Welpen gerade einmal wenige Wochen alt sind. Und gleichzeitig sah ich das neue Leben, das sich zaghaft bewegte, ich sah wie in den kleinen Körpern die Herzen schlugen. Ich fühlte mich so unglaublich voll von all dem. Die Trauer, das Glück, die Sorge, die Wut... all das stürmte auf mich ein, ich wusste nicht wohin mit mir. Jedes Geräusch war zu viel und doch sehnte ich mich nach dem Leben da draußen. Ich hatte eine üble Laune.

Da wurde mir auf einmal bewusst warum ich Leid ertragen kann, weil es immer zwei Seiten gibt.
Die eine Seite ist durch meine Ernährung kein Konsument mehr für die Fleisch und Milchindustrie zu sein. Ich merke ja an den Kommentaren und Artikeln wie sehr gegen die vegane Ernährung vorgegangen wird und gleichzeitig sehe ich wie immer mehr vegane Restaurants und Kaffees in Frankfurt auftauchen. Es ist eine Gegenbewegung die nicht mehr aufhaltbar ist. Die Welt verändert sich.
Und genau durch diese Veränderung wird das Leid noch sichtbarer. 
Diese beiden Seiten gehören zu einer Medaille. 

Ich glaube fest daran, das ich irgendwas tun kann um Leid aufzuhalten. Ja ich bin Naiv, aber ich erfahre tag täglich mehr und mehr Realität. 

Und ich begreife das nur ein Ort wie dieser hier im Odenwald. Dieses DAHEIMSEIN und Ankommen mich schützt vor dieser Realität. Ein winzig kleiner Ort an dem ich Mensch mit Tier sein kann.
An dem ich sehe das es geht, das Tiere mit Menschen zusammen leben können und alt werden können.
Gäbe es unseren Tierhof nicht, wäre ich vielleicht immer noch Vegetarierin.

Wer weiß schon was wäre wenn ...

Aber ich weiß, was ist weil...

Und genau deshalb hat diese Wut, die eigentlich konträr zu meiner Religion steht einen Sinn, sie lässt mich weiter Erfahrungen sammeln, sie lässt mich Wahrheit erkennen und mich Schmerz ertragen und sie lässt mich hinsehen... 

Ich brauche die Wut um nicht zusammen zu brechen.
Das ist mir jetzt bewusst.

In dem Sinne 
Wut ist nur dann produktiv, wenn man sie gewaltfrei  für Wesen einsetzt, die den Frieden dringend nötig haben. 
Namasté eure Jo 

PS: eben habe ich noch erfahren, das ein Kater gefunden wurde, dessen Kiefer gebrochen war, dessen Zunge entfernt wurde. Ich könnte Kotzen, weil ich keinen Platz mehr für noch eine Katze habe... und ich wünschte es wäre anders...

Montag, 23. Juni 2014

Es dreht sich...

... der Magen um, bei den Bildern die folgen werden.

Eben habe ich folgenden Beitrag von Animal e.V. gelesen.
Ich kann so was nicht für mich behalten.

Ich merke immer mehr, dass sich mein ganzes Ansinnen, dahingehend verändert, das es mir ein Bedürfnis ist, Menschen aufzuklären, es geht mir nicht darum jemanden zu missionieren, sondern vielmehr darum, das ich denke wir sind alle mündige Bürger und wir sollten Bescheid wissen.
Und wenn man es nicht wissen will, sollte man diesen Blog meiden, denn ich werde mit Sicherheit öfter solche oder Ähnliche Artikel posten.

Ich hab geweint, als ich das las..... 


Animal e.V (vielleicht habt ihr mein Interwiev zum Frühstücksei gelesen, wenn nicht dürft ihr HIER noch mal reinschauen.) schrieb heute:

"*** wir möchten wirklich niemandem den Appetit verderben ***
aaaaaaaaaber... Samstag Nachmittag, heller, sonniger Tag, mitten in NRW, idyllisch gelegen eine Muttersauenhaltung. Gar nicht so groß, schönes Bauernhaus nebenan, Blümchen und Bäumchen... fast fällt nichts besonderes auf.
FAST...
Wir sehen die Kadavertonne und fühlen uns eingeladen, mal einen Blick hineinzuwerfen. Sie ist ja offen...
Macht Euch selbst ein Bild, wir reden hier vom klassischen "Bauern von nebenan"... wollt Ihr das wirklich?
Bitte helft uns Tierleid zu beenden. Wir würden uns nichts mehr wünschen, als diese Bilder nicht mehr fotografieren zu können."
Copyright Animals e.V. 



Diese Ferkelchen sind gleich nach der Geburt entsorgt worden.

RIP ihr Kleinen... ich habe die Hoffnung, dass es euch jetzt besser geht...

Namasté eure Jo

Hier noch ein Video von Animals e.V.





Bilder und Text:
Copyright Animals e.V.
Bildlink beim Anklicken direkt auf die Seite des Vereins.
Video Link: Animals e.V. 

Samstag, 21. Juni 2014

Wasser ist Leben!


Die Privatisierung von Wasser, ist ein Thema das gerade in jeder Munde ist, aber wissen wir wirklich was passiert wenn Wasser privatisiert wird?
Ist euch bewusst, das Großkonzerne über die Qualität und den Preis bestimmen können, dass bedeutet über kurz oder lang, niedrige Preise für qualitativ schlechtes Wasser, hohe Preise für qualitativ gutes Wasser. Aber das ist nicht alles, ich gehe davon aus, das sich nicht jeder Wasser leisten kann, so werden Menschen sterben, deren finazielle Möglichkeiten begrenzt sind, weil sie in wenigen Jahren auf Wasser verzichten müssen, oder qualitätiv schlechtes Wasser zugewiesen bekommen. Ich denke da an sozialschwache Menschen, an Obdachlose und Harz 4 Empfänger. 
Kurz um mit der Privatisierung, sind wir - das Volk - mit dem Leben bedroht.

Das betrifft nicht nur unser Trinkwasser, irgendwann betrifft es auch Süsswasser Seen und Quellen. Jedes erdenkliche Gewässer aus dem Leben entsteht, kann von den Großkonzernen eingenommen und vermarktet werden.

Aber auch das ist noch nicht alles.
Laut eines Artikels vom 25.05.2014 der Deutschen Wirtschafts Nachrichten, laufen bereits seit 2012 geheime Verhandlungen, so soll Wasser und Energie Weltweit Privatisiert werden.
Wenn das durchkommt, werden Länder wie z.B. Afrika vom Aussterben bedroht sein. Denn dort bedeutet Wasser teils die einzige Möglichkeit am Leben zu bleiben. 

Erschreckend für mich ist, dass anscheinend ein Informations-Stopp eingeleitet wurde, ich habe nur eine Zeitung gefunden die öffentlich davon berichtet, ansonsten ist das Internet zwar voll mit Protesten und Petitionen, auch einige Blogs schreiben darüber. Aber seit anfang diesen Jahres haben die Berichterstattungen abgenommen, wir werden im Ungewissen gehalten.

Die Privatisierung des Wasser ist in Amerika beschlossene Sache, in England ist es sogar schon ein alter Schuh.
The European veröffentlicht am 27.9 2013 folgenden Artikel, ich zitiere:

 "(...)Trotz des schlechten Zustandes der Infrastruktur, steigen die Preise weiter an. Nach den jüngsten Preiserhöhungen bezahlen englische Verbraucher im Schnitt 499 Pfund pro Jahr für Wasser und Abwasser. Seit 2003 ist diese Summe um 65 Prozent gestiegen; allein im ersten Jahrzehnt nach der Privatisierung der Wasserversorgung sind die Preise inflationsbereinigt um 40 Prozent nach oben geklettert. Solche enormen Preissteigerungen sollten uns Sorgen machen – darunter zu leiden haben nämlich vor allem die Armen. Elf Prozent der Haushalte in England und Wales geben derzeit mehr als fünf Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Wasserrechnung aus.
Wasser sollte einen Preis haben, um der Verschwendung vorzubeugen. Doch wenn die Preissteigerung solche enormen Ausmaße annehmen, werden die Menschen um ihre Grundversorgung betrogen.(...)"

Das europäische Volk läuft Gefahr entmüdigt zu werden, schon jetzt scheinen sich die Medien zu einigen das Wasserthema auszugrenzen.

Mir macht das große Sorgen, ich denke da an unsere Kinder, an die Zukunft. Aber auch an die Tiere und die Pflanzen, die auch versorgt werden müssen. Wie wird unsere Welt in 15 Jahren aussehen, wenn das Trinkwasser das Mensch und Tier benötigt von Konzernen wie Nestle kontrolliert wird?


Der erste Schritt meines Gedanken Grusel-Szenarios ist getan, die Zeitungen haben aufgehört zu berichten...


Liebe Grüße von einer sehr nachdenklichen Jo vom Tierhof Amoa

Quellen
Videos:
Water makes Money
https://www.youtube.com/watch?v=Ja9fwcmiPA0

Nestlé das dreckige Geschäft mit dem Wasser der dritten Welt
https://www.youtube.com/watch?v=GpH3Oph2XbU

Zeitung und Blogberichte:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/05/25/geheim-verhandlungen-wasser-versorgung-soll-international-privatisiert-werden/

http://www.theeuropean.de/asit-biswas/7483-negative-folgen-der-wasserprivatisierung

http://blog.attac.de/eu-kommission-laesst-nicht-locker-bei-wasserprivatisierung/

http://pfullendorf.bund.net/themen_und_projekte/fracking/unser_trinkwasser_ist_in_gefahr/

http://www.labournet.de/politik/wipo/privatisierung/wasser/knallhart-eu-treibt-privatisierung-des-wassers-in-europa-voran/

http://denkland.wordpress.com/2013/01/22/umstrittener-eu-plan-die-wasserprivatisierung-hat-langst-begonnen/

Freitag, 20. Juni 2014

Fragen, Fragen, Fragen...


Ich habe in diesem Jahr eine Menge zum Nachdenken gehabt.
Durch meine Schreibselei kam es immer mal wieder zu Fragen bezüglich unseres Lebens und insbesondere zu unserer Ernährung.

Diese Fragen habe ich gesammelt und möchte sie heute gerne an einem Stück beantworten.


1) Warum trägst du eine Glatze? Und muss man das als Buddhist? 
Diese Frage bekomme ich bestimmt einmal in der Woche gestellt. Ich trage die Glatze seit dem 16 November 2009. An diesem Morgen habe ich mich Entschieden den buddhistischen Glauben anzunehmen, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Um dies auch für meine Umgebung und somit auch für mich, bewusst zu machen, habe ich meine Haare entfernt. Vielleicht ist das Vergleichbar mit einer Nonnentracht, oder dem Ehering wenn man Heiratet...  Eine Verbindung die immer wieder aufs neue überprüft werden muss. Ich persönlich entscheide mich täglich, ob ich meinen Kopf rassiere. Das tue ich jetzt seit fast 5 Jahren.
Nein nicht jeder Buddhist rassiert sich den Schädel, es gibt kein MUSS im Buddhismus, ich tat es für mich, als Zeichen für meinen ganz persönlichen Weg. An diesem Tag hat sich viel für mich verändert, nicht nur äusserlich. Ich würde sagen, damals fing ich an mich für die Vegane Ernährung zu öffnen, davor war ich bereits viele Jahre Vegetarier...

2) Hat es sofort mit der Umstellung zum Veganen Leben geklappt?
Nein hat es nicht. Unser erster Versuch (ebenfalls 2009) ist daran gescheitert, dass es damals noch zu wenig Vegane Ersatzprodukte gab. Die Veganen Käsesorten schmeckten alle furchtbar fad. Und da wir  Käse und überhaupt Milchprodukte sehr lecker fanden, fiel uns die Umstellung von Vegetarisch zu Vegan sehr schwer. Wir haben es dann auch aufgegeben und auf "später" verschoben. Wir mussten dort hinein wachsen, ein Prozess der 2009 anfing und erst mit den Anfangszeiten des Blogs wirklich gefestigt wurde.

3) Erlaubst du deiner Tochter auch mal ein Stück Wurst?
In unserer Erziehung geht es nicht darum etwas zu verbieten oder zu erlauben. Es gibt ein paar winzig kleine Regeln, eine Regel lautet: "Probiere es aus und entscheide dann!"
Bei Fleisch streikt unsere Tochter, das weiß ich von den Großeltern und von ihrem Papa, der mir immer erzählt, dass auf Besuchen oder im Urlaub von ihr aus, alles streng Vegetarisch sein muss.
Shaya ist Vegetarisch aufgewachsen, das heißt sie hat in ihrem Leben nur einmal (von dem wir wissen) ein Würstchen gegessen und nachdem sie erfahren hat, das es aus Schweinefleisch ist, fand sie es furchtbar. Von sich aus, würde sie nicht zur Wurst greifen. Aber auch das kann sich verändern.
Ob sie unseren Weg weiterhin folgt, weiß ich nicht, das wird sich zeigen. Sie stellt sehr viele Fragen über Tiere und Umwelt und hat für sich diesen Sommer "entschieden" kein Milcheis zu essen, sie bekommt Taschengeld und kann sich selbst ihre Milchschokolade oder ihr Eis kaufen, aber sie weiß auch mittlerweile wie Kühe ihre Milch geben, bzw. das Kälber darunter leiden müssen.

4) Du bist Veganer, fährst du trotzdem Auto und wie ist das mit dem Umweltschutz?
Ja ich fahre Auto, auch aus Gesundheitlichen Gründen. Ohne Auto wären wir hier im Odenwald aufgeschmissen, ich würde wahnsinnig gerne Fahrrad fahren, aber wegen meinem Rheuma schaffe ich das nicht. Und das macht mir ziemlich zu schaffen, denn die Benzinpreise sind hoch und unser Benzin Kontingent fällt nicht sehr groß aus. Es muss zum Kiga reichen, zum Einkaufen, zum Tierarzt und zum Arzt. Da muss man schon gut abschätzen für was das Auto genutzt wird.
Umweltschutz ... das ist etwas, das so nebenbei bei uns passiert, wir haben mehrere Komposter und versuchen so viel wie möglich zu kompostieren. So das unsere grüne Tonne so gut wie immer leer ist. Ein anderes Problem war bis vor kurzem  noch der normale Hausmüll, bei so vielen Katzen fällt extrem viel Streu an. Wir haben jetzt auf ein Ökostreu umgestellt und kommen damit gut zurecht.
Was immer noch super hoch anfällt sind die Katzen und Hundedosen. Wir könnten natürlich barfen, aber .... das ist die nächste Frage.

5) Warum barft ihr nicht?
Ein Grund: Weil sich Fleisch schlecht spenden lässt...
Dieser Grund ist aber nicht entscheidend. Es geht mir persönlich nicht sehr gut damit rohes Fleisch zu verfüttern, wir haben es einmal versucht, das Ergebnis war das Blue Blähungen hatte (Ja kann sein wir haben was falsch gemacht, das will ich gar nicht bestreiten) und mir schlecht wurde.
Ich konnte es nicht mehr verfüttern. Denn frisches Fleisch riecht nun einmal vollkommen anders als Dosenfutter. Es gab in den letzten Jahren immer mal wieder Diskussionen es vielleicht doch wieder zu versuchen. Vielleicht tun wir das auch - irgendwann.

6) Wie könnt ihr das mit eurem Gewissen vereinen, das eure Katzen und Hunde Fleisch fressen? Es gibt doch auch veganes Katzen und Hundefutter.
Wie kann ich es mit meinem Gewissen vereinen, das ich Katzen Vegan ernähre?
Hunde sind Omnivoren und somit bekommen unsere Hunde auch mal Gemüse (Bella und Blue lieben Möhren) aber eben auch Fleisch. Katzen sind Carnivoren, das heißt sie brauchen Fleisch um zu überleben, somit tue ich ihnen keinen Gefallen, wenn ich sie Vegan ernähre.
Ich habe mich mit dem Thema ziemlich gut auseinander gesetzt, wir hatten bestimmt Wochenlange Gespräche und immer wieder haben wir eine Lösung gesucht. Es gibt keine Lösung. Hier geht es einfach darum, das wir wollen, dass es unseren Tieren an nichts mangelt. Und deshalb versuchen wir erst gar nicht Vegan zu ernähren.
Wären unser Tiere freie Wesen, würden sie jagen und töten um an ihr Fleisch zu kommen. Aber sie sind es nicht, sie sind auf uns angewiesen.
Mein / Unser Vegetarismus ist unsere Entscheidung. Von sich aus, würden unsere Hunde und Katzen sich nicht Vegan ernähren, somit steht es in unserer Verantwortung in ihrem Sinne zu handeln.

7) Du bist so offen in deinen Beiträgen, hast du keine Angst, dass man dich verletzt?
Also wenn es darum ginge, dürfte ich gar nicht schreiben. Ich bin sehr verletzlich und sensitiv, aber es spielt für mich eine Rolle, ob man mich persönlich angreift (Jo du bist zum Kotzen!), oder meine Meinung. Letztendlich ist es mir egal wie man über mich im im Net denkt, wenn ich wollte, dass jeder mich liebt, würde ich Blümchen und Teddybär Bilder posten.
Mir geht es bei all dem was ich schreibe um Authentizität, das heißt ich will zu unterschiedlichen Themen ehrlich Stellung beziehen. Dass ich dadurch meine Maske verliere ist so gewollt, das ich dadurch verletzt werden kann - Nehme ich in Kauf.

8) Warum erwähnst du deine Familie so oft, denkst du nicht an dein Kind?
Bei allem was ich schreibe, denke ich an mein Kind. Ich erwähne meine Familie, weil sie zu mir gehört und wir eigentlich nichts alleine entscheiden. Das ich hier schreibe, weiß meine Frau und meine Tochter. Ich lese oft meiner Frau Abends aus meinem Blogeinträgen vor und dann diskutieren wir eine Runde. So erfahre ich wie sie die Themen einschätzt und ob sie anders darüber denkt. Das tun wir schon seit 16 Jahren, denn solange bin ich on Line.
Das ich meine Tochter oft erwähne liegt vorallem daran, das sie für mich das größte Wunder meines Lebens ist und ich sehr gerne über unsere gemeinsamen Erlebnisse erzähle. Oft bringt sie bestimmte Themen erst in mir zum Laufen, so z.B. das Toleranzthema. Ich habe mit Britta darüber allgemein gesprochen und unsere Tochter fragte mich dann offen, ob ich Tolerant bin und was das ist... (in der Reihenfolge). Das brachte mich zum Nachdenken. Auch über Waldsterben oder über Tierschutz macht sie sich ihre eigenen Gedanken die sie mir dann immer mal zwischendurch erzählt. Ich glaube ohne meine Familie würde mir das Schreiben nur halb so viel Spaß machen. Sie sind meine Inspiration!

9) Du schreibst oft, dass Tiere und Menschen für dich keinen Unterschied machen. Heißt das, dass du dein Kind weniger liebst als deine Katzen?
Für mich gibt es kein weniger oder mehr. Ich liebe einfach. Für mich ist es einfacher (nicht leichter) mit dem Tod eines Tieres umzugehen, als mit dem Tod eines Menschen.
Das liegt vorallem daran, das Tiere den Sterbeprozess anders leben/zeigen als Menschen. Katzen ziehen sich total in sich zurück (außer sie haben starke Schmerzen), Menschen gehen oft in die Depression. Das Leid ist anders für mich.
Aus dem Grund müsste man die Frage anders formulieren: Fällt dir der Tod beim Tier leichter als beim Menschen. Diese Frage kann ich eindeutig mit Ja beantworten. Die Verlust eines Menschen ist für mich schmerzhafter.

10) Du beschreibst dich selbst als Buddhistin, aber du benutzt oft Schimpfworte, oder wirkst in deinen Blogeinträgen aggressiv, wiederspricht sich das nicht?
Für mich wiederspricht sich das nicht :)
Ich versuche es mal so zu erklären, im Internet bedienen wir uns einer Bildsprache um Gefühle bewusst zu machen. Wenn mich also etwas ärgert, grummel ich vor mich hin und bediene mich irgendwann Worte, um meinen Frust zu äußern.  Dabei wähle ich selten die gleichen Worte die ich hier im Blog benutze. Meine Sprech - Sprache ist einfacher, als meine Schrift - Sprache.
In einer normalen Unterhaltung benutze ich wenig Fremdworte, in der Schriftsprache kann es vorkommen, das sie gespickt ist mit Fremdwörtern, weil mir ein einfaches Bildhaftes Wort nicht einfällt. Ich bin ein sehr spontaner Mensch und sehr temperamentvoll. Das zeigt sich im Gespräch an meinem Verhalten, ich rede manchmal mit Händen und Füßen und habe eine ausgeprägte Gesichtsmimik. Um eben die Authenzitität hier im Blog aufrecht zu erhalten, bediene ich mich manchmal Schimpfwörter oder versuche sehr genau und präzise zu beschreiben wie ich mich fühle. Das dies vielleicht aggresiv rüber kommt, kann schon sein, ist aber oft nicht beabsichtigt.
Ich glaube je direkter man versucht etwas zu äussern, desto härter klingen die Worte. Oft bekomme ich dann Mails von Leuten die sich angegriffen fühlen und ich stelle jedesmal die obligatorische Frage: "Wieso fühlst du dich angegriffen, wenn ich kein einziges Mal deinen Namen benutzt habe?" oft stellt sich dann heraus, das das Thema das ich beschreibe, genau das Thema ist, mit dem sich mein Gegenüber beschäftigt hat. Ich war ein Spiegel und habe sozusagen das Wespennest für ihn geschüttelt... Nur sind es eben nicht meine Wespen die zustechen, sondern seine eigenen....
Oft versuche ich danach noch ein Fazit in meinem Text einzubauen, um bewusst zu machen, das ich niemanden angreifen will... aber das ist eigentlich vergebliche Liebesmühe.

11) Ich hab gelesen, dass du Lesbisch bist und ihr zu dritt ein Kind bekommen hat, hast du mit dem Vater des Kindes geschlafen? 
Ich liebe diese Frage... Ja ich bin Lesbisch und ja wir erziehen zu dritt unsere Tochter. Sie hat demzufolge zwei Mamas und einen Papa. Aber weder ich noch meine Frau hatten mit dem Vater unseres Kindes sex. Wir sind alle drei Homosexuell, das zum einen und zum zweiten, es gibt die Bechermethode, und zum dritten: meine Frau hat unsere Tochter bekommen, ich selbst kann keine eigenen Kinder bekommen. 

Mehr Fragen habe ich mir jetzt nicht aufgeschrieben.
Ich hoffe eure Antwort war darunter..., sollten euch noch mehr Fragen einfallen, dürft ihr sie mir gerne als Kommentar unter den Text setzen. Ich beantworte sie gerne.

Liebe Grüße und 
Namasté 

Eure Jo vom Tierhof Amoa



Unser Tierhof Blog ist ....

seit mehr als einem Jahr Online und ich habs vergessen :)

Und weil ich jetzt schon die ganze Woche schreibe, hier nun einige "stille" Bild-Impressionen aus unserem Leben (Manchmal sagen eben Bilder mehr als Worte... und zur Abwechslung muss ich mal nichts Kommentieren :)




















In diesem Sinne...
Namasté

Alles liebe von der Jo 









Donnerstag, 19. Juni 2014

Der Opa hat´s gewusst....



Kurze Einfügung zum Bild und dem Nazi-Vergleich (Meine Meinung hierzu):


Ich brauchte einen Moment um für mich die Entscheidung zu finden, das Bild gut finden, so gut, um es dann nicht nur zu posten, sondern auch einen kurzen Artikel darüber zu schreiben. Mir kam der Begriff: Schafe zur Schlachtbank führen... (Was mich persönlich an dem Bild stört ist das Hakenkreuz.. Aber das war das einzige was mich störte,) ansonsten habe ich darüber nachgedacht, dass meine Tochter dauernd solche Fragen stellt und meine Moral und Ethik zum Überdenken bringt und so sehe ich letztendlich das komplette Bild, ein Zeichen dafür das die Welt sich verändert und wir damit leben müssen, wenn unsere Kinder eines Tages fragen: "Warum hast du nichts gemacht?" Die gleiche Frage habe ich einmal meiner Oma gestellt... und ähnlich wie der Großvater im Geschriebenen, hat auch sie geantwortet... und da ging es nicht um den letzten Weltkrieg, sondern um meinen ganz persönlichen.

Ich glaube das man nur dann etwas verändern kann, wenn man sich traut Vergleiche zu ziehen, sich mit dem was einmal war auseinander setzt. Hier ist der Vergleich (aus künstlerischer Sicht) die Unausweichlichkeit der Schafe die gemeinsam durch die Tür laufen. Erst wenn die Türen sich schließen, begreifen sie allmählich was passiert... Es gibt kein Zurück... keine Chance der Veränderung. Keinen anderen Weg...
DAS macht dieses Bild so Wertvoll für mich, unabhängig von dem Hakenkreuz, welches eher (so empfinde ich es) leicht störend auf den Betrachter wirkt und beglemend, in der Frage: was hat beides gemeinsam?

Das Bild und der Text ist Mutig und ich denke der Künstler hat Beachtung verdient (der Schreiber ebenso)...



Ich werde ab sofort immer mal wieder Beiträge von Aktivisten hier posten (natürlich mit deren Erlaubnis).

Menschen die noch weitaus mehr Aktiv sind als ich es je sein werde. Menschen die viel zu sagen haben und noch mehr für unsere Tiere tun, als ich je tun werde. Menschen die erkannt haben, das unsere Welt nur dann einen Bestand hat, wenn sich unsere Sicht auf unsere Mitlebewesen verändert. Es geht letztendlich nicht darum ob Vegan leben einen Sinn für uns Menschen ergibt, oder ob ein Einzelner etwas am Massensterben unserer Mitlebewesen verändern kann. Es geht um die globale Betrachtung von dem was Tiere erleiden müssen und das jeder einzelne Mensch an diesem Leid beteiligt ist. Shady hat es in seiner Colage ausgedrückt und in seinem Artikel noch einmal bewusst gemacht.

Mit Erlaubnis von Shady (Dennis Eichhorn):

70 Jahre später .....
Im modernsten KZ der Welt werden täglich 20.000 Tiere von beweglichen Wänden in kleinen Gruppen Richtung Verarbeitungsstraße getrieben ... alles vollautomatisch. Ein paar Aufseher der SS (Schweine Schlachtfabrik) sind das Letzte, was sie sehen. Dann geht es in einem geschlossenen Fahrstuhl neun Meter unter die Erde, wo sie mit Kohlendioxid betäubt werden. Bewusstlos tauchen sie auf einem Förderband wieder auf, werden am Hinterbein aufgehängt und zur Tötungsstation transportiert. Ein anderes Mitglied der SS sticht den Tieren mit einer Art Hohllanze direkt in die Hauptschlagader, das Blut wird über einen angeschlossenen Schlauch abgepumpt - Fließbandarbeit, alle paar Sekunden ein Schwein, ein Stich, ein Leben.
In Brennöfen werden die Borsten abgeflämmt, Hydraulikscheren trennen die Schweinefüße für den Transport nach China ab, Sägeroboter zerteilen die Schweine vollautomatisch. Weiter hinten stehen kräftige Männer mit derben Schürzen, die am Fließband Eingeweide aus den Körpern schneiden und in riesige Plastikschüsseln werfen.
Von außen bekommt man hiervon nichts mit, nur die großen Schornsteine verraten, dass hier Schweine "verarbeitet" werden.

Was wird in 70 Jahren sein .... werden wir dann wieder sagen, wir hätten von nichts gewusst?



Befremdlich? Irritierend? Solche Vergleiche mögen Schmerzen, aber wenn es zutrifft, wie ich es mir erhoffe, werden Kinder irgendwann diese Fragen stellen und was werdet ihr antworten (in 70 Jahren bin ich nicht mehr)?
Schon jetzt stellt meine Tochter mir Fragen die mir Peinlich sind, Fragen die in die Tiefe gehen. Die meine Unzulänglichkeit, meine Oberflächlichkeit nach oben tragen. Die mir bewusst machen, das ich noch viel zu wenig tue.... mehr tun müsste...

Ich hoffe sehr das sie irgendwann ihren Kindern und Enkeln sagen kann: "Ich habe es gewusst, ich gehöre zu den wenigen und es war mir egal ob man mich auslachte! Ich habe etwas dagegen getan!"

In diesem Sinne...

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend.
Alles liebe von der Jo vom Tierhof Amoa