Donnerstag, 5. Juni 2014

Wie und wann wird man Veganer?



Angeregt durch eine Diskussion in der Facebook Gruppe: Tofu Nutte, in der ich seit kurzem Mitglied bin.
Habe ich auf folgenden Beitrag geantwortet. 

Armin Rohm‎ (mit Erlaubnis des Verfassers darf ich seinen Namen nennen)  Tofu-Nutte· 

Ein omnivorer Tierfreund ist ein vergleichbares Phänomen wie der sympathische Choleriker, der „normalerweise ganz anders“ und „in Wirklichkeit voll nett“ ist. Nur manchmal eben überhaupt nicht. Da tickt er komplett aus und behandelt seine Mitmenschen wie ein Stück Scheiße.
Sehr ähnlich der tierliebe Fleischesser: Erst liebkost er seinen Hund („Mein bester Freund und Kamerad.“), dann unterschreibt er eine Petition gegen das Abschlachten der Delfine in Taiji („Diese Japaner, das sind doch gefühllose Unmenschen! Da kann ich doch nicht tatenlos zusehen.“), spendet 50 € an den örtlichen Tierschutzverein („Für das Wohl der Tiere würde ich jederzeit ohne zu zögern mein letztes Hemd geben.“), und dann ….. isst er ganz genüsslich ein Steak – die fleischgewordene Todesangst eines feige hingerichteten, unschuldigen Tierkindes. Moralische Schizophrenie in der Praxis.


Da dies eine rein vegane Gruppe ist, gab es bisher auch nur eine Kritik. Die mich jedoch sehr angesprochen hat (genau wie der Artikel von Armin, mich sehr ansprach).

Die Kritik wurde von einem Mann vorgetragen, der schrieb: "....Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein".

Wie recht er hat.
Ich schrieb daraufhin.

Ich denke das wir alle so angefangen haben. Das hat nichts mit Steine werfen zu tun, sondern es beherbergt einen Wiederspruch der in vielen Dingen die wir Menschen tun, sichtbar ist (wenn man sich traut hinzusehen). Und ja es ist in gewisser Hinsicht Schizophren. Wir wachsen auf mit der Teilung in Haustiere und Essen. Das Haustier behandeln wir wie unseren besten Freund (manchmal noch schlimmer) und über das Essen machen wir uns nur so viel Gedanken, das wir hoffen wir bekommen keine Schweine, oder Hühnerpest oder Rinderwahn. Irgendwann bekommen wir vielleicht einen Bericht mit, über die Küken die geschreddert werden und regen uns über die Eier auf. Manche von uns kaufen ab da nur noch Bioeier. Dann geht es weiter, vielleicht ist der nächste Bericht ein Artikel über Massentierhaltung...
Meine Erfahrung, das Aufwachen fängt ganz langsam an, wenn man in dieser Tretmühle drin ist, dann ist es das natürlichste der Welt Fleisch, Fisch, Eier und Michprodukte zu sich zu nehmen.So wachsen wir normalerweise auf. Wir werden zum Nichtdenken und Fühlen herangezüchtet. Erst wenn unser Mitgefühl angekickt wird, verändern wir uns.Außer wir werden schon als Kind angekickt, sei es durch die Eltern oder durch Aufklärungskampagnen. 
Meine Tochter ist z.B. Vegetarisch aufgewachsen. Fleisch, Fisch und sogar Eier lehnt sie ab. Aber sie liebt Milchschokolade, da fällt es ihr schwer zu verzichten. Sie weiß über Massentierhaltung in der Milchindustrie bescheid, aber sie hat noch keine Erfahrung zu dem Begriff gemacht. Demzufolge ist es eben nur ein Wort, aber kein Gefühl.
Wir lernen nur durch Gefühle, durch Mitfühlen. Erst dann verändert sich unser Blickwinkel.

Und angeregt durch diese Diskussion ein paar Fragen die ich mir selbst beantwortet habe:

Wie wird man Veganer?

Ich denke es hat viel mit der eigenen Entwicklung zu tun, gleich einer inneren Betrachtung seines Selbst.
Veganer wird man nicht, weil irgendwer sagt: "Fleischessen ist schlecht!"
Es bedarf weit aus mehr.
Einige Menschen lehnen tierische Nahrung aus Gesundheitlichen Gründen ab, es geht ihnen körperlich sehr schlecht, so dass eine Ernährungsumstellung die einzige Lösung ist..
Andere wiederum engagierten sich im globalen Tierschutz und erleben das Leid der Tiere (Nutz, wie Haustiere, eben aller Tiere) intensiv und real.
Dann gibt es noch die Jenigen die mit Tierschutz nichts am Hut haben, aber sich jeglichen Hitverdächtigen Gesellschaftlichen Veränderungen anschließen, denn Vegan ist momentan in.

Die ersten bleiben vielleicht nur solange der veganen Ernährung treu, bis sich ihr gesundheitlicher Zustand verbessert.
Die letzten nur solange es eben weiterhin In ist, denn sie möchten ja dazu gehören zu einer In-Gesellschaftsschicht, mitreden und auffallen, spielt hier eine große Rolle.

Die mittlerer Gruppe erlangt ihre Ernährungsumstellung aus Mitgefühl.
Hier spielt das Erkennen und Wahrnehmen eine große Rolle. Zu begreifen, das ein Tier leidet, ganz egal ob es nun in einem Bio zertifizierten Betrieb lebt, oder eben in einer Massenhaltung auf engstem Raum. Der Unterschied ist vielleicht für uns Menschen relevant, aber nicht für das Tier, das unter den Bedingungen leidet.

Der Blick der sich verändert, geht vom eigentlichen menschlichen weg, hin zum Tier selbst. Die Veränderung findet dahingehend statt, das wir uns mit dem Tier identifizieren, wir machen vergleiche - wie würden wir uns in einer solchen Situation fühlen?
Wie geht es uns, wenn wir eingesperrt sind, wenn wir misshandelt werden, wenn wir vergewaltigt (eine Befruchtung mit der menschlichen Hand, ist nichts anderes. Das Tier selbst hat keine Chance sich dagegen zur Wehr zu setzten. Es muss diese Prozedur über sich ergehen lassen) und dann letztendlich getötet werden.

Dieser Blick hat viel mit Erniedrigung zu tun. Wären wir in einer solchen Situation, würden wir Scham, Angst, Wut, und letztendlich ein Aufgeben empfinden. Erniedrigung dem eigenen Leben gegenüber. Wären wir in einer solchen Situation würden wir Hass empfinden, dem Peiniger gegenüber.

Wenn der Mensch anfängt sich mit dem Leid des Tieres zu identifizieren gibt es keinen Schritt mehr zurück. In diesem Moment passiert das was ich persönlich Verschmelzung nenne.
Mensch und Tier werden eins.
Und dieser Moment ist auch entscheidend, für eine kompromisslose Einstellung zum Veganismus.

Es fängt vielleicht damit an, das man Fleisch, Fisch und Eier weglässt. Doch je intensiver man sich mit dem Leid der Tierwelt auseinander setzt, desot klarer wird auch der Weg Milchprodukte wegzulassen.

Und nun kommt der ABER Punkt.

Warum gibt es so wenig Veganer?

Die Antwort ist einfach, wir wollen kein Leid!
Wir wollen uns nicht mit dem Leid anderer Wesen identifizieren, wir wollen nicht mitfühlen.
Leid bedeutet immer Glücklosigkeit. Im Leid ist man unglücklich, traurig, frustriert, depressiv.
Logische Folge daraus, wir umgehen das Leid, indem wir es ignorieren.

Das ist etwa vergleichbar mit der Zigarettenpakumg auf der steht, das man Kebs bekommen kann.
Wir lesen es, aber wir ignorieren es. Weil die Lust (Sucht) eben stärker ist.
Würden wir uns damit identifizieren, würden wir das Rauch aufgeben, eben aus Angst vor Krebs.

Der Verzehr von Fleisch ist also nichts anderes als der Rauch einer Zigarette, oder der übermässige Konsum von Bier, Wein usw.

Auch hier lässt sich niemand eines Besseren belehren, obwohl es mittlerweile 1,3 Millionen Alkoholkranke in Deutschland gibt.

Menschen wollen nicht mit unangenehmen Dingen konfrontiert werden, unangenehm ist die Vorstellung die Leber wird vom Alkohol zerfressen, unangenehm ist die Vorstellung die Lunge zersetzt sich selbst, durch das Jahrelange Rauchen von Zigaretten.
Und unangenehm ist auch zu sehen, wenn ein Tier leidet.
Aus dem Grund schauen Menschen weg, drehen sich um.
Hören weg, legen Zeitungen mit Informationsmaterial beiseite. Sagen offen: Das interessiert mich nicht.

Und wenn sie konfrontiert werden mit Menschen die bereits "infiziert" sind, durch das globale Mitgefühl eines Tieres und ihr Mitgefühl offen vor sich tragen, in Form ihrer Ernährung oder politischen Einstellung, werden diese Ausgegrenzt oder gar angefeindet.
Denn ein Fleischessender, Zigarette Rauchender, Alkoholtrinkender Mensch usw. fühlt sich dadurch bloßgelegt, schuldig, minderwertig, gestört und letztendlich konfrontiert mit etwas das er mit aller Macht von sich weghalten will.

Vielleicht empfinden sie für einen kurzen Moment ein Gefühl des Unbehagens, wenn sie in ihre Bockwurst beißen. Aber das gibt sich wieder, wenn sie in Gesellschaft von anderen Fleischessern sind. Das ist die Normalität und aus dem Grund gibt es noch so wenig Veganer.

Der Mensch verändert sich ganz langsam, einer Evolutionsstufe gleich. Unsere Gesellschaft verändert sich dadurch langsam. Mitgefühl ist etwas sehr heikles, die Erwartungshaltung nach diesem Gefühl ist immer noch sehr groß.
So erwarten Menschen etwas zu bekommen, wenn sie etwas geben, sei es materieller Natur oder eben Gefühlsmässiger.
Ein Tier kann jedoch nicht die gleichen Ansprüche erfüllen wie ein Mensch.

Die meisten Menschen leben ihr Mitgefühl in Gesellschaft von Menschen aus.
Gerade auf Facebook erlebt man oft ein Hochjubeln und Hochloben, wenn Mensch etwas tolles vollbracht hat. Das tut gut, das Mitgefühl wird dann zu einem Handel: Ich tue etwas und ich bekomme etwas zurück

Im Tierschutz verhält es sich anders. Ich tue etwas und wenn ich Glück habe, überlebt das Tier, aber oft genug stirbt es auch früher oder später.
Das Zurückgeben von Gefühlen, einem Danken, ist nicht Sinn und Zweck unseres Handelns.

Als Tierschützer wissen wir nie wieweit wir Erfolge im Sinne von: "Überleben des Tieres" sichern können.
Es bleibt beim Geben und hinterlässt ein Gefühl von Trauer, wenn das Tier stirbt.

Wir lernen dadurch etwas ganz besonderes, der Handel von Geben und nehmen findet in uns selbst statt und ist nicht mehr abhängig von anderen.
Wenn wir erleben, das ein Tier überlebt, oder das es einem Tier gut geht, schüttet das Glückshormone aus.
Die gleichen Glückshormone die auch durch andere Menschen ausgeschüttet werden, die uns loben.

Wir lernen auch, das ein DANKE von anderen nicht wichtig ist. Weil wir das was wir tun, für jemand tun, der nicht unsere menschliche Sprache spricht. Sein Danke ist für uns oft nicht sichtbar und doch ist es da, wenn es dem Tier das wir betreuen gut geht, wenn es überlebt und alt werden darf. Wenn es in Sicherheit ist.

Das ist ein Danke genug.

Ein Veganer zu sein, bedeutet sich dem Leben zu stellen. Dem eigenen mit all dem Suchtpotential das in uns schlummert, wie dem der Mitlebewesen die auf dieser Welt leiden.
Veganer zu sein bedeutet auch sich zu konfrontieren mit dem was man will. Käse ist für viele Veganer anfangs ein Verzicht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, das verändert sich mit der Zeit.

Ich z.B. werde nie ein perfekter Veganer sein, ich nehme Medikamente und ich achte nicht so sehr auf Palmprodukte und co. Kurzum ich lebe zwar bewusst, aber noch nicht ökologisch und wertfrei.

Das einzige  (das wird sich auch noch verändern mit der Zeit) das mich zum Veganismus treibt, ist das Wissen um das Leid der Tiere - ist die Pflicht Tieren ein gutes Leben zu bieten. Vegan zu leben bedeutet das Tierleid Global zu betrachten. Ich versuche dabei nicht allzu dogmatisch vorzugehen, doch ist es mir sehr wichtig eine Vorbildfunktion zu haben, für meine Tochter, die seit Geburt an Vegetarierin ist und mit mir und meiner Frau seit einem Jahr Vegan (so gut wie) lebt.

Ich erlebe ihre Welt mit einer Natürlichkeit (sowohl in der Ernährung als auch im Verständnis für Tiere) die es in meiner Kindheit nicht gab. Das bewundere ich sehr. So zeigt sie mir täglich wie leicht es ist, Vegan zu leben.
Gleichzeitig ist die Leichtigkeit das Resultat unserer Art mit Tieren umzugehen. Auf unserem Hof leben auch ehemalige Nutztiere ein Leben in ( räumlich eingeschränkter) Freiheit.
Das ist es was uns vorantreibt, was den Veganismus fördert und fordert. Ein Huhn zu halten mit einem guten Gewissen, bedeutet eben auch Abschied zu nehmen von Hühnerfleisch und Eier.
Ein gutes Gewissen habe ich nur, wenn ich merke, dass es meinen Mitlebewesen gut geht, sie leben dürfen und alt werden dürfen.
Denn eines darf man als Mensch nie vergessen.

Wir sind für ihr Leben verantwortlich. Ohne uns Menschen würden sie anders leben, freier und ungezwungener, oder eben gar nicht. Da viele Tiere nur deshalb gezüchtet wurden, um uns zu dienen und für uns zu sterben.
Diese Sicht ermöglicht es mir, auf Dinge wie Eis und Milchschokolade zu verzichten. Mich mit Ernährung so auseinander zu setzten, das ich nach und nach begreife, was meinem Körper gut tut und was nicht.

Diese Sicht ermöglicht mir auch, mich mehr mit mir auseinander zu setzten, mich intensiver wahrzunehmen und mich letztendlich so anzunehmen wie ich bin.

Vegan zu leben ist nicht beschränkt auf die Ernährung. Es ist eine Lebenseinstellung, die beim Essen anfängt und beim globalen Blick auf diese Welt und ihre Lebewesen aufhört.
Vielleicht höft es auch gar nicht auf sondern geht weiter, karmisch gesehen. Aber das kann ich nicht beurteilen.

Vegan zu leben bedeutet, das wir uns verändern. Von einem süchtigen Menschen zu einem freien Menschen.
So sehe ich es...
Und so versuche ich zu leben.

Das Leid ist für mich ständiger Begleiter. Das erlebe ich täglich auf meinem Weg durch unseren Hof. Gestern noch war alles ok und morgen kann schon wieder ein Tier so krank sein, das sein Leben gefährdet ist.

Glück in dem was man tut, nicht indem was man erhält, nachdem man etwas getan hat - das ist mein persönlicher Weg- da möchte ich hin, trotz Leid.

In dem Sinne

Alles Liebe eure Jo vom Tierhof Amoa



Bilduelle: Das Bild stamm von mir. Es zeigt eine Kuh die einen Moment aus ihrer Zwangshaltung ausbrechen konnte, sie sah die Freiheit durch ein winziges Fenster. Ihr Blick sagt mehr als 1000 Worte  ausdrücken können...

Freitag, 23. Mai 2014

Toffi und TomTom suchen kein Zuhause mehr



Eingefügt am 5.6.2014
TomTom und Toffy dürfen bleiben!

Toffy und TomTom (Toffy ist grau gestrohmt und TomTom schwarz weiß) kamen mit ihrer Mama Bommel am 21 Mai 2014 zu uns auf den Tierhof Amoa. Die beiden sind ca. 10 Wochen alt und Stubenrein. Sie können ab Ende Juni/Anfang Juli gegen Vorkontrolle (Nachkontrolle nach der Adoption), Schutzgebühr und Schutzvertrag
adoptiert werden (bitte nur Katzenerfahre melden).
Ich gebe die beiden NUR gemeinsam ab. Sie sind geimpft, gechipt und entwurmt.
Toffy ist sehr neugierig und ( jetzt schon nach zwei Tagen bei uns) verschmust. TomTom ist ängstlich, er kennt Menschen noch nicht so gut und ist daher zurückhaltend. Die drei Katzen lebten auf einem stark mit LKW und Palettenträger befahrenen Firmengrundstück. Der Firmeninhaber kontaktierte uns und bat um Hilfe. Mama Bommel kann auf dem Tierhof bleiben. Für die beiden kleinen Mäuslein wünschen wir uns eine liebevolle Familie. Keine Einzelhaltung, keine reine Wohnungshaltung!
Kontakt:
Johanna Schlitzkus
Tierhof Amoa auf Facebook
www.tierhof-amoa.de
TierhofAmoa@gmail.com

Donnerstag, 22. Mai 2014

Neues von unserem Tierhof


Eigentlich haben wir einen Aufnahme Stopp, aber...

Gestern Mittag rief mich die Sekretärin einer Firma (ansässig hier im Ort) an, sie erzählte mir, dass auf dem Firmengelände eine kleine Katzenfamilie lebt und zwar recht gefährlich, denn es wird von Pallettenfahrzeugen und LKWs befahren. Sie bat uns zu helfen.
Da wir bereits einmal von der Firma eine großzügige Spende erhalten haben, wusste ich auch, dass es ihnen wirklich um die Tiere ging. Also Stopp hin oder her, wir fuhren gestern Abend hin und fingen die Katzen ein. Keine leichte Aktion... Ich bin froh, dass wir das gemacht haben, denn die Paletten werden mehrfach hin und her gefahren und die Kleinen hatten dort ihren Schlafplatz, was das Ganze recht Gefährlich machte. Auch nehmen wir an, das die Kleinen nicht die einzigen Babys der Mama waren...

Alle drei sind wohlauf und überraschenderweise sehr verschmust. Zuerst versteckten sich die Kleinen unter der Kommode und die Mama saß auf dem Schrank. Doch mit einigen Leckerlies und sanften Worten ließ sie sich streicheln, mittlerweile sind wir richtige Freunde geworden und im Laufe der Nacht gab es viele Kopfstupser und Beinstreichler.

Heute Morgen gegen 4 kamen dann auch ihre kleinen Babys zum kuscheln.
Eine ganz süsse Bande die wir jetzt haben.

So sah Mama nach 10 Min. noch aus:

Ängstlich und zum Angriff bereit.

Und das ist Mama nach einer halben Stunde:

Die Kratzer stammen übrigens von ihr ;)




Die drei haben Milben und sind super verdreckt.
Heute ist eigentlich geplant mit ihnen zu unserer Tierärztin zu fahren... ich hoffe ich bekomme sie ohne weitere Schwierigkeiten in den Katzenkorb.

Namen haben die drei noch nicht...

Aber so wie es aussieht haben sie ihren Platz auf unserem Tierhof Amoa gefunden :)

Grüße von Jo vom Tierhof Amoa

Samstag, 17. Mai 2014

Realitäten und Träume ...



Flecki und Schwarzi am Entspannen ... Bald bekommen sie endlich ihr richtiges Zuhause.
Momentan leben sie noch auf unserem Balkon.


Ich könnte nicht mehr aufhören! Manchmal tut mir alles weh und dann denke ich, ich hab hier nur 40 Tiere, wie machen andere das... aber es ist egal wieviel Tiere man pflegt und hochpeppelt, es zählt jedes einzelne Seelchen. Jedes Lebewesen hat die berechtigung auf LEBEN und Unversehrtheit. Ich ärgere mich oft über Menschen, die dies nur für sich selbst in Ansprpuch nehmen. Seit dem ich hier meine Arbeit mache, hat sich mein Gefühl gegenüber Menschen verändert, ich sehe sie mit anderen Augen, ich sehe mich mit anderen Augen. Wir sind eine Plage, wir sind unberechenbar und zerstörerrisch. Unser Ego ist wie eine Welle die alles niederschwemmt. Wir Menschen gehen über Leichen, wenn nicht über unsere Eigenen, dann auf jeden Fall über die der Tiere auf diesem Planeten.
Ich sehe den Menschen sehr real, ich sehe mich sehr real. Der Mensch wird für sich niemals ein Insektenspray benutzen, aber das müsste irgendwer, wenn diese Welt mit ihrer Artenvielfalt überleben will. 
Ich weiß viele werden jetzt entsetzt sein, über meine Worte. Es spiegelt  nicht Bild dar, das man von mir Buddhistin gewonnen hat. Toleranz und Achtsamkeit allem Leben gegenüber, spielen immer noch eine große Rolle. Doch hat sich bei mir die Waage verändert, während früher der Mensch ein Stück höher lag, als ein Tier, ist es nun umgekehrt. Mir ist bewusst geworden, wie wenig Chancen Tiere haben, seid es uns gibt. Sie werden gejagt und misshandelt, sogar sexuell missbraucht. Erschlagen und getötet und zuletzt noch ausgenommen und gefressen.

Wenn wir Bilder von Löwen sehen, die Babyantilopen hinterher jagen und töten - höre ich ein Ah und Oh und irgendwo werden Taschentücher herausgekramt weil wer Mitleid mit der Antilope verspürt. Das Gesetz der Natur... Wir Menschen jagen und schlachten täglich Abermillionen Tiere ab. Und diejenigen die Ah flüsterten essen sie in Form von Wurst und Fleisch.

Mitgefühl kennt man heutzutage nur noch durch Fernsehen und die Reportagen die dort laufen. 

Seid dem ich Tierschützerin bin, hat sich viel verändert in meinem Leben. Ich trage täglich meine Trauer. Und ich kämpfe gegen Windmühlenflügel. Hätte ich mehr Platz, Hände, mehr Helfer würde ich vielleicht mehr machen können. Aber so bleibt eben vieles ungemacht.
Ich habe noch Träume, ein Traum ist, irgendwann ans Meer zu ziehen, dort kann ich mich auftanken und dort hätte ich gerne einen Restbauernhof, den ich zum Tierhof umzunktioniere. Ich träume davon jemand sponsert mir eine Million und dann geht es los, wir verkaufen unser kleines Haus und gehen nach Ostdeutschland, denn dort sind die Bauernhöfe erschwinglich. Und dort bauen wir mit anderen Menschen einen veganen Selbstversorgerhof auf. Und dort leben wir dann mit vielen Tieren gemeinsam auf einer kleinen Arche Noah.
Das ist mein Traum und an dem halte ich fest.


Ich brauche nicht mehr so viel wie früher, keine Anerkennung, kein Lob. Mein Stolz ist kleiner geworden, auch meine Beziehung zu Wert und Geld. Das alles ist mir egal. Klamotten sind mir egal. Es ist mir sogar Egal ob ich in Hundescheiße getreten bin. Ich habe früher ein komplett anderes Leben geführt, nie hätte ich Erde ohne Handschuhe angefasst, heute greif ich auch mal ins Hasenklo und hole die Kötel so raus. Es hat sich alles in mir verändert, mein komplettes Leben, meine Vorstellung von Leben und Tod. Die Art wie ich mich kleide... Schönheit hat auf einmal ein anderes Gesicht, ein Gesicht das mich anstrahlt,machmal ohne Augen....


Es macht mich unglaublich Glücklich, das meine Frau und meine Tochter genauso denken.
Gestern haben wir ein Huhn beerdigt, wir waren zu dritt dabei, ich, Britta und Shaya. Und Shaya sang.
Heute möchte sie zu einem Vortrag für Kinder gehen, dort wird erklärt wie man Kaninchen hält.
Sie ist 6 Jahre alt und weiß manchmal Ding die ich nicht weiß. 
Sie hilft jeden Tag mit auf unserem Hof und vorgestern hat sie mit mir die Kaninchenställe sauber gemacht, einfach so. Ich sagte: "Ich gehe raus und mache die Ställe sauber!" und meine Tochter fragte: "Mami darf ich helfen?".

Und sie half wie eine Große. sie schippte Streu und Heu aus dem Stall und brachte die Eimer zum Komposter und das bestimmt 15 mal, denn wir haben zwei Kaninchenställe und beide mussten Sauber gemacht werden. Dann holte sie das Streu. Wir waren bestimmt zwei Stunden beschäftigt.
Sie half mir wie eine Große und ich kann euch nicht sagen, wie stolz ich auf sie wahr. Sie ist 6 Jahre alt und hat jetzt schon so ein großes Herz und so viel Verantwortungsbewusstsein. 

Ich glaube nicht, dass es an unserer Erziehung liegt. Klar muss sie helfen, ich brauche sie z.B. wenn ich den Katzen futter gebe, allein ist das unmöglich, weil unsere Katzen einfach über Tische und Bänke springen, wenn sie sehen was ich da mache. :)

Ich träume von einer Tierküche, Vorbereiten der Speißen außerhalb meiner Küche, das wäre total klasse, dann hätte ich mehr Ruhe beim Füttern und auch für unsere Tiere wäre es stressfreier.

Aber der größte - hoffentlich bald erfüllende Traum ist, dass unsere Volieren bald fertig werden. Ich möchte endlich das unsere Kaninchen ein schönes neues Zuhause haben und ich möchte, dass unsere behinderten Katzen einen Platz im Freien bekommen.
Momentan arbeiten wir nur zu zweit an den Volieren, was alles ein wenig erschwert und sich hinziehen lässt.
Aus dem Grund suchen wir noch Helfer. Menschen die uns ihre Zeit und Kraft ausleihen. 

Bei meiner Art den Mensch in seiner Ganzheitlichkeit zu sehen, wird das schwierig sein jemanden zu finden...
Das weiß ich.

Aber auch bin ein Mensch und ich weiß, es gibt noch viele andere, die sich über das Ego hinweg setzen und ihre Arbeit dem Leben auf diesem Planeten witmen. 
Die erkennen, dass der Mensch nur ein kleines Staubkorn ist und nur wenn man alle Lebewesen zusammen betrachtet, ergibt sich ein Gesamtbild - unsere Erde.

In diesem Sinne:
Wer interesse hat, auf unserem Hof mitzuarbeiten, oder mit uns einem Traum zu träumen, irgendwann einen Dreiseiten Bauernhof in Ostdeutschland zu kaufen um daraus ein Paradies für Tiere zu machen, der kann sich gerne melden.
Wir brauchen Dringend Menschen die noch Träumen können...

Namasté
Euch alles liebe von Johanna vom Tierhof Amoa

Sonntag, 6. April 2014

Eine Bitte an alle die uns Unterstüzen möchten

Spendenbitte


Da unsere Spenden zur Zeit ein wenig Rückläufig sind, haben wir eine kleine Spendenbitte, für alle die unseren Tierhof gerne unterstützen möchten:

Wir benötigen dringend folgende Sachspenden

Für unsere Tiere:

Katzenfutter

Katzenstreu (Cats Best)

Eine Kratzbaum (gerne auch gebraucht)

Einstreu für die Kaninchen und

Einstreu Pellets für die Kaninchentoiletten


Für den Bau unserer Volieren:

Schrauben und Dübel jeder Stärke

Mauersteine (gerne auch gebraucht).

Wer möchte kann sich gerne an unserem Wunschzettel von Amazon orientieren.

Amazon Wunschzettel Tierhof Amoa

Im Vorraus schon mal herzlichen Dank!!

Euere Johanna vom Tierhof Amoa


Mittwoch, 26. März 2014

Kinderlogik über Waldrodung, Waldsterben ...





Meine Tochter heute morgen im Bad


"Mami woraus wird Klopapier gemacht, aus Papier oder?"

"Ja Schatz!"

"Und Papier wird auch Baum Wolle gemacht?"

"Unteranderem Ja!"

"Das ist nicht gut für die Umwelt, das nimmt den Vögeln ihren Platz weg, Spechte und so. Die Steinzeit war viel besser, da wurde alles aus Steinen gemacht und die Tiere konnten Leben. Und wenn sie Holz genommen haben, dann nur Zweige die runter gefallen sind, weil die hatten ja keine Säge!"

Ich konnte nicht viel sagen, das hat mich unglaublich berührt, dass meine 6 Jährige Tochter sich mehr Gedanken um die Umwelt macht, als viele Erwachsene... Und das, obwohl wir mit ihr nie über Umweltprobleme und co. gesprochen haben. Vielleicht sollten wir das jetzt anfangen, interesse ist auf jeden Fall da.
Sie beschäftigt sich mit vielen Fragen, auch warum "Autos so einen Dampf nach hinten raus lassen"?
Warum Menschen "so viel in den Wald wegwerfen, dazu gibt es doch Mülleimer".
Warum es den Begriff "Nutztiere" gibt, "Aber Mami die sind doch nicht zum Essen da, die wollen doch auch Leben!"

Warum es Menschen gibt, die anderen weh tun: "Ich will niemanden weh tun, dann bekomme ich auch nicht weh getan!"

Fragen die Kinder sich stellen und über die wir Erwachsen hinweg sehen, als würde es das nicht geben. Gewaltszenen  die tagtäglich über unsere Netze laufen, die uns begleiten. Die nehmen diese sensiblen Kinder auf und wenn niemand ihnen erklärt, das ein Leben auch ohne Gewalt möglich ist, wird es für sie zur Normalität.

Unsere Tochter zeigt uns jeden Tag, anhand ihrer ausgesprochenen Gedanken und Gefühle wie sie die Welt erlebt. Es ist wichtig zuzuhören, was uns Kinder erzählen. Durch sie erkennen wir unsere Fehler, durch sie erleben wir unsere Welt so wie sie wirklich ist. Wir schauen durch unsere Kinder genauer hin. Unser Tunnelblick wird klarer.

Als sie sagte: "Baum Wolle" dachte ich erst sie meint die Baumwolle, aus der die Pullis bestehen, aber ihr Blick war tiefer und das wurde mir erst klar, als sie von Steinzeit erzählte und das es dort den Tieren besser ging.

Ich sah sie überrascht an und war sehr gerührt.
Dieses kleine Mädchen, das erst seit 6 Jahren auf dieser Welt ist, erzählt mir Erwachsene wie sehr Tiere unter dem Absterben unserer Wälder durch uns Menschen leiden.... 
Das hat mich betroffen gemacht, denn sie wusste instinktiv, das es einmal besser gewesen sein muss. Ohne das wir je über die Zeit vor dem großen Waldsterben und den Waldrodungen  gesprochen haben.

Wir sollten mehr auf unsere Kinder hören, sie sprechen eine Wahrheit die wir längst vergessen haben ....

In diesem Sinne

Macht Ohren und Augen auf ...
Eure Kinder sagen euch wie diese Welt läuft....

Alles liebe eure Jo



Samstag, 22. März 2014

Trauer um Tatoo

Gestern im Laufe des Vormittags ist Tattoo in ihr Körbchen (siehe oben) schlafen gegangen und nicht mehr erwacht.

Tattoo war die älteste unserer Katzen und wurde auf 16 geschätzt.
Sie lebte 11 Jahre bei uns und wir werden sie sehr vermissen.
Das letzte Jahr wurde durch ihre Krankheit getrübt, sie hatte eine Niereninsuffizienz und einen Tumor.

Wir vermissen dich meine Süsse:
Wo immer du bist - SEI FREI!!!


In Gedenken an unsere Tatoo

März/April 2003 kam sie zu uns, geschätztes Alter damals 5-6 Jahre alt.
Gestorben am 21 März 2014


 Tattoos Runde Augen waren ihr Markenzeichen 






Wir werden dich nie Vergessen meine Süsse!!
In unserem Herzen lebst du weiter....


Samstag, 1. März 2014

Video - Interview zum Thema Tierliebe



Das Video vom Interview wurde jetzt ausgestrahlt und auch wenn ich mir selbst nicht gefalle (ich wirke total verkrampft und diese Mundwinkel HIMMEL), war es doch sehr authentisch.
Ein großes Lob an das Drehteam!!! Sie haben es super gut geschnitten, ohne mich oder das was sagte, zu verfälschen. Ich habe es auch schon ganz anders erlebt. 

Ich hatte an dem Tag tierisches Lampenfieber und das merkt man mir auch an. Ich war froh, dass Luna auf meinem Schoß saß, denn ich wusste nicht so recht, wohin mit meinen Händen :)
Im großen und ganzen bin ich sehr zufrieden, vorallem auch, weil es den Mainstream unserer Gesellschaft wieder spiegelt. Tierliebe wird so ganz unterschiedlich gedeutet und die Moderatoren haben recht, es ist eine vollkommen subjektive Betrachtung.
Leider hat es nicht geklappt das Video hier einzubetten, daher bitte auf den Link  klicken.


Viel Freude beim Schauen.

Liebe Grüße und Namasté
Eure Jo




Noch 64 Tage




Noch 64 Tage dann haben wir das erste vegane Jahr geschafft.
Dabei ist mir folgendes Aufgefallen:

* Als Pflanzenesser musst du dich bei jeder Gelegenheit dafür rechtfertigen, das du keine Milchprodukte und kein Fleisch isst.

* Dir wird vorgeworfen, du bist ein Gutmensch, wenn du dich gegen das Ausbeuten der Tiere einsetzt.

* In Foren und Communitiys zum Thema Vegan gibt es garantiert eine kleine Gruppe die dir versucht klar zu machen, dass du kein "richtiger Veganer bist". Irgendeiner ist immer Veganerer ;) als der Rest. Es wird von dir erwartet das du dich mindestens zu 100% Vegan ernährst, sonst wirst du a) gemieden b) belächelt und c) deine Posts werden regoros negativ kommentiert.

* Wenn du Oreo Kekse isst, bricht ein riesen Tumult in Facebook aus, zum Thema Tierversuche. Das Facebook das bislang überlebt hat, ist ein Wunder, so weit ich es nämlich nachvollziehen konnte, bricht ein solcher Shitstorm mindestens einmal am Tag aus und das seit dem Oreo vegane Kekse produziert.

* In Gesprächen mit Fleischessern wird dir vorgeworfen, das du a) das Ökosystem zerstörrst, weil du die Pflanzen isst, die für die "armen" Nutztiere gedacht sind. b) das du nicht an die verhungernden Kinder in Afrika denkst. c) das du dein Kind falsch ernährst d) das Nutztiere nur deshalb auf der Welt sind, damit Mensch sie essen kann e) das es keine Qualhaltung in Deutschland gibt und das du f) übertreibst mit deiner Ernährung g) das es eine Krankheit gibt die genauso anfängt - wenn du Ettiketten studierst. h) das Gott das Tier für den Menschen erschaffen hat.

* In Gespräch mit der Verwandtschaft, Bekanntschaft kommen garantiert folgende Sätze: "Ich ess auch nur noch wenig Fleisch und wenn überhaupt dann nur noch Bio!" "Bald ernährt ihr euch nur noch von Gras" "Ist aber komisch, du hast gar nicht abgenommen" "Also ich esse heute Abend mein leckeres Steak/Schnitzel/Bratwurst" "Dann bleibt genug für mich übrig" "An deiner Stelle würde ich da noch mal drüber nachdenken, dir fehlen garantiert Vitamine" "Shaya willst du eine leckere Milchschokolade, ich weiß ja du bekommst so was nicht zuhause" "Ach das Biozeug ist doch gelogen" "Ich hab gelesen Vegane Ernährung ist für Kinder nicht geeignet"

* Wenn du Hunde oder Katzen hast: "Ach werden die jetzt auch alle Vegan ernährt?" und wenn du nein sagst: "das ist aber dann kein Vegan mehr /das ist aber inkonsequent, wenn du deine Tiere mit Fleisch ernährst" "Als Veganer sollte man keine eigenen Tiere haben"

* im Restaurant: "Aber sie essen doch noch Fisch?" " Da ist nur ein klein wenig Milch drin" "Vegan was ist das, so was führen wir hier nicht" "Doch das ist Vegan/Vegetarisch (Trotz Speckstückchen!!)"

* In Zeitungen zum Thema Veganem (Er)Leben liest du solche Sachen wie:
"Kinder sollte man nicht vegetarisch und schon gar nicht vegan ernähren weil..." "Studien besagen das alle Veganer/Vegetarier krank sind" "Schauspielerin sagt: Mir schmeckt mein Fleisch" "Veganer sind Dumm!" "Die Gutmenschen sind auf den Weg!


*****************


Wir haben das jetzt fast 1 Jahr überlebt uns Pflanzlich zu ernähren, wir sind weder gestorben, noch sind uns Zähne ausgefallen. Wir haben auch nich viel ab, noch viel zugenommen, wir haben tatsächlich noch Nahrung gefunden, trotz der Unkenrufen, "wir würden jetzt ja gar nichts mehr essen" unglaublich. Auch fühlen wir uns nicht schlecht nur weil wir Oreo Kekse gegessen haben. Unser Kind leidet auch nicht darunter, dass sie keine Fleischwurst essen will. Es ist ein Wunder, aber uns geht es mit der Ernährung erstaunlicherweise sehr gut.

Ich finde wir sind sogar mutig und selbstbewusst, dass wir es bis hierhin ausgehalten haben ohne Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte zu leben.

Den Neulingen wird die Freude an der veganen Ernährung schnell vermiest.

Aber wenn man es durch all die Widrigkeiten hindurch schafft, hat man ein Selbstbewusstsein erlangt, das so schnell nichts mehr umhaut.

Daher geht den Weg weiter und wenn ihr merkt, es belastet euch doch sehr, bei Facebook, Google und Co. in diversen Gruppen gemobbt zu werden, dann hilft nur eines...

Aus der Gruppe austreten (so wie ich es jetzt schon einige Male gemacht habe), Computer aus und das Essen genießen!

Ich kann euch versprechen, ohne diese dauernden Störungen seitens Menschen die alles besser wissen, ist das vegane Leben ein wahres Paradies. :)

Fast ein Jahr Grüße von einer die auf jeden Fall weiter macht...


Eure Jo

Einfügung:
Nein wir haben nicht gesündigt.
Hin und wieder haben wir - weil wir es wollten, trotz das uns alle Konsequenzen für Tiere wie für Menschen bekannt sind, folgende Nahrungsmittel gegessen:

Kuchen bei den Schwiegereltern, Freunden, Bekannten, im Caffee
Latte Macchiato
Milcheis
Bei längeren Besuchen auch mal ein Stück Käse
Butter wenn es keine Margarine gab
Falsch gekaufte Nahrungsmittel, bei denen wir das: Eiweiß, Milchpulver, Gelantine, echtes Canin, Honig nicht lesen konnten, weil die Deklaration so dermaßen klein ausfiel, wir hätten eine Lupe gebraucht.

Eine Sünde ist das nicht (das Wort müsste eigentlich aus dem Duden gestrichen werden), sondern eine Unachtsamkeit, Unkonzentriertheit, Konsumdenken, Heißhungerattacke, Gelüste, einfach nur Hunger, Dummheit, ein quengelndes Kind vor der Supermarktkasse, buddhistische Einstellung....
Es gibt und gab viele Gründe aber eines war mir und meiner Familie immer bewusst...
Für diese Nahrung ist ein Tier gestorben - PUNKT.







Dienstag, 28. Januar 2014

Anti-Speziezismus




Von Mensch zu Mensch - zum Tier

Meine Aktivität auf Facebook, im Blog, der Webseite und auch durch private Kontakte zu anderen Menschen, haben mir viele Felder  - Erlebnis, Erkenntnis, Lern und Gedankenprozesse ermöglicht, ich habe zum Beispiel hier die Möglichkeit ergriffen für die Interessen der Tiere zu werben, in meinem Fall gegen die Ausbeutung sogenannter "Nutztiere" und ins Besondere den Blick lenken auf unseren kleinen Tierhof der zur Zeit 37 Tiere beherbergt.

Ich habe im Gespräch mit anderen Menschen begriffen, das die Lobby von Mensch zu Mensch gesellschaftlich höher bewertet wird, als die Lobby von Mensch zu Tier.
Die Verantwortung menschlicher Existenz liegt (leider) auf einem anderen höheren Level als die Verantwortung tierischer Existenz.
Ich habe auch verstanden, das es teilweise an der christlichen Betrachtung der Herrschaftsbeziehung von Menschen zu Tieren liegt und das Tiere immer noch als notwendige Nahrung des Menschen angesehen werden. Und das möchte ich ändern - kann es aber nur in kleinen Schritten in meinem Leben und in meiner Familie leben. So eine gesellschaftliche Trennung zwischen Mensch und Tier nennt man dann Speziezismus, ich bin ein Gegner davon also ein Befürworter des Antispeziezismus.

Dieser Speziezismus wird uns mit der ersten Milchflasche eingetrichtert.
Das ist nichts das der Mensch mitgebracht hat in dieses Leben, das ist etwas das der Mensch erlernt. Er erlernt, das Tiere eine Sache sind, genau wie Jacken und Hosen und der Nibbes in der Vitrine im Wohnzimmer. Der Mensch lernt, dass Tiere Eigentum des Menschen sind, er lernt, dass Tiere Nahrung des Menschen sind.

Diese Trennung impliziert, dass Tiere anders fühlen müssen als Menschen, denn durch ihren geringen Wert kann man sie nicht mit unseren hohen Wert vergleichen.
Ein Kind das nicht dazu angehalten wird, Tiere zu schätzen, wird nicht erkennen, dass sie geschützt werden müssen. Alles unterliegt einem Lernprozess.

Auch werden Menschen von Klein auf dazu ermutigt tote Tiere zu essen. Die Speisepläne der Kinderernährung sind voll davon. Angefangen mit der Milch von Kühen, den sogenannten "Milchkühen". Statt ehrlicherweise den richtigen Ausdruck: "Mutterkühe" zu verwenden, wird das was sie für ihre Kälber produzieren, dem Menschen vorbehalten. Ein Kind lernt nicht, dass Kühe Kälber gebären müssen und das diese ihnen kurz nach der Geburt weggenommen werden, damit der Mensch seine Milchprodukte im Supermarkt kaufen kann.
Ein Kind erlebt die Welt mit den Blicken die wir Erwachsenen ihnen ermöglichen. Unsere Betrachtung ist somit voller Illusionen und Lügen, damit wachsen wir normalerweise auf.

Wüsste ein Kind, im Alter von etwa 4 Jahren, das Schweine und Kühe wie wir Menschen Schmerzen empfinden, würde sein Blick sich verändern.
Ich erlebe es an meiner Tochter, die die ersten Lebensjahre Vegetarisch aufwuchs und nun Vegan lebt. Sie ist 6 Jahre alt und erlebt die Welt anders als viele ihrer Freundinnen. Letztens kam sie nach Hause und meinte: "Mami es ist doch richtig, das Gummibärchen aus Tier-Gelatine bestehen und es aber auch Gummibärchen gibt die keine Gelatine haben?"
Diese Frage beschäftigte sie so dermaßen, das sie eine Diskussion im Kindergarten anregte und sich lautstark mit ihren Freundinnen stritt. Das Ganze wurde dann von der Kindergärtnerin aufgelöst die den Kindern erklärte das Gelatine ein tierischer Bestandteil ist und meine Tochter war super stolz darauf, das sie den anderen Kindern erklären konnte, das a) wegen Gummibärchen auch Tiere sterben müssen und b) dass das nicht sein muss, da es auch Gummibärchen gibt, bei denen keine Tiere sterben müssen.

Das alles geschieht automatisch, einmal angeklickt ist es ein Selbstläufer. Mein Kind wird nicht von uns mit Veganen Gedankengut vollgestopft, es hat gelernt die Welt zu betrachten und zwar mit eigenen Augen. Ich bin jedesmal überrascht, wenn meine Tochter mir erklärt was Vegan ist und was nicht.
Sie kann selbst entscheiden und die Entscheidung Vegan fällt ihr bei der Fülle der Nahrungsmittel die wir essen, nicht schwer.

Natürlich gibt es Momente da zieht sie ein Überraschungsei einer veganen Schoko vor. Ich hoffe nach wie vor, das irgendjemand auf die Idee kommt Vegane Schoko für Überraschungseier zu nutzen, das währe ein absoluter Kassenschlager, meine Tochter wartet nur darauf und ich auch :)

Das leben eines Kindes wird von uns Erwachsenen geprägt, unsere Welt so wie wir sie wahrnehmen geben wir weiter an unsere Kinder.
Nur ist es oft nicht die reale Sichtweise die wir an sie weiterreichen. Sie wissen nichts von der Zerstörung des Klimas, durch Güllegase und Co (Klimaschädlicher Gase durch Massentierhaltung). Sie wissen noch nicht mal das Kühe Kälber bekommen MÜSSEN, damit sie ihre Milch trinken, die sie oft nicht vertragen.
Wir leben in einer scheinbar funktionierenden Welt, die jederzeit ihren Geist aufgeben könnte - weil wir Menschen Speziezismus betreiben - nämlich zwischen uns und unseren Mitlebewesen.

Kinder erfahren auch nicht, das Bienenvölker für unser Überleben wichtig sind. Genauso wenig erfahren sie, das die Kinderwurst aus kleinen Schweinen besteht die unter Qualen gehalten und dann getötet werden.
Kinder erleben die Tierwelt sehr verzerrt, durch Zoos, Zirkuse und Bilderbücher bekommen sie eine heile funktionierende von Menschen geprägte Tierwelt präsentiert, die mit der Realität absolut nichts zu tun hat.

Und genau wegen dieser Verzerrung verändert sich unser menschliches Bewusstsein nur sehr langsam.
Die Welt mit realistischen Augen wahrzunehmen erfordert Mut, den viele Erwachsene nicht haben, sie leben eben Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen (Trickfilm).

Und diese Sicht geben sie weiter an ihre Kinder, und diese an ihre und so weiter und so fort.

Wir waren letztens auf der Veggi Messe in Wiesbaden, dort haben wir unter anderem ein super leckeres Eis gegessen. Da kam uns ein älterer Mann entgegen, er fragte: "Und euch schmeckt das Eis? Aber da ist doch keine Milch drin oder?
Aus was besteht es denn dann?"

Eigentlich war ihm die Antwort nicht wichtig, denn gleich darauf stöhnte er laut auf:

"Und ich habe so einen Hunger auf Schweinshaxe und Currywurst!" Wir mussten grinsen, meine Freundin sagte lächelnd: "Da sind sie jetzt aber sehr falsch hier, das hier ist eine Veggi Messe!"

Ich stellte mir die Frage, warum es ihn ausgerechnet zur Veggi Messe zieht, wenn er Gelüste nach Schweinshaxe verspürt. Was hat ihn bewogen uns anzusprechen?
War es das schlechte Gewissen. war es provokation (es schien nicht so) oder einfach nur die Tatsache das es noch eine andere Welt gibt und das Eintauchen mitunter schmerzhaft sein kann...

Wenn wir Erwachsene anfangen die Welt mit realen Augen zu sehen, geht es uns erst einmal wie diesen alten Herren, wir blicken uns um und bekommen erst einmal Hunger auf das was wir kennen.

Es ergeht uns so wie Neo (Film: Matrix) der sich zwischen zwei verschiedenen Tabletten entscheiden muss, zwischen der Welt die er kennt oder zwischen der Welt die Real ist.
Neo entscheidet sich für die Realität und das tut erst mal weh, denn er begreift, so wie es einst war, wird es nie wieder sein.

Und genauso ist es, wenn man sich gegen den Speziezismus entscheidet, der Mensch fällt von seiner hohen Leiter hinab auf die Erde, wie der Turm von Babel brechen alte Muster zusammen. Alles ergibt einen neuen Sinn.
Wo vorher nur das übergeordnete menschliche ICH war, gibt es ein WIR, wir Lebewesen.
Und auf einmal wird einem bewusst, wie klein unsere menschliche Existenz wirklich ist.

Diese Erde, die Lebewesen darauf - all das ist Teil von uns allen.
Mit Speziezismus erheben wir uns über das hinweg, Mitgefühl anderen Lebewesen gegenüber ist durch die Entfremdung und Unterdrückung anderer Lebewesen nahezu unmöglich.
Teil des Ganzen bedeutet wir haben eine Verantwortung für uns selbst wie für unsere Mitlebewesen, wie für unsere Welt.

Mahadma Gandhi soll einst zu Albert Einstein, auf die Frage, was Namasté zu bedeuten hat, gesagt haben:

"I honor the place in you in which the entire universe dwells.
I honor the place in you which is of love, of truth, of light and of peace.
When you are in that place in you and i am in that place in me,
we are one!"

auf Deutsch:
"Ich ehre den Platz in dir, in dem das gesamte Universum residiert. Ich ehre den Platz des Lichts, der Liebe, der Wahrheit, des Friedens und der Weisheit in dir. Ich ehre den Platz in dir, wo, wenn du dort bist und auch ich dort bin, wir beide nur noch eins sind."

Und das ist in wenigen Worten das Resultat von Anti-Speziezismus und eine schöne Erklärung für:

Namasté

Euch alles liebe von eurer Jo vom Tierhof Amoa